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Seminararbeit, 2003, 26 Seiten
Autor: Bettina Böse
Fach: Geschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Details
Tags: Legende, Heiligen, Ursula
Jahr: 2003
Seiten: 26
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 11 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-28581-0
Dateigröße: 248 KB
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Lehrbereich: Geschichtswissenschaft
2. Fachsemester
Die Legende der Heiligen Ursula
von: Bettina Böse
Gliederung
1. Einleitung
2. Die Legende der Heiligen Ursula
2.1 Erste Erwähnung der Legende: 4./5. Jahrhundert
2.2 Zweite Erwähnung: 8. Jahrhundert
2.3 Entwicklungen im 9./ 10. Jahrhundert
2.4 Entwicklung nach dem 10. Jahrhundert
3. Versuch einer Beweisführung
3.1 Archäologische Ausgrabungen im 12. Jahrhundert
3.2 Schriften und Erzählungen
3.3 Ausgrabungen in den Kriegsjahren 1942/ 1943
3.4 Mögliche Fakten gegen die Echtheit der Legende
4. Folgen für die Stadt Köln
4.1 Wirtschaftliche Folgen
4.2 Prestige
4.3 Spuren der Ursula-Legende bis heute
5. Fazit
Quellen- und Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Um die Mitte des Dritten Jahrhunderts nach Christus soll vor den Toren der Stadt Köln ein Ereignis stattgefunden haben, welches selbst für das von tiefem Glauben an Gott geprägte Mittelalter an Aufopferung kaum zu überbieten war und welches die Geschichte der Stadt Köln für immer verändern sollte. Einer heute noch existenten Legende zufolge sollen sich hier 11.000 Frauen unter der Führung der Königstochter Ursula dem Martyrium gestellt haben, um ihre Jungfräulichkeit zu bewahren.
Kern der Legende um die heilige Ursula ist eine Inschrift aus dem 4. Jahrhundert, die davon berichtet, dass ein reicher Mann namens Clematius direkt am Ort des Geschehens etwa 100 Jahre später eine Basilika zum Gedenken an die heiligen Jungfrauen errichtet haben soll. In dieser Inschrift ist aber nur erwähnt, dass dort "heilige Jungfrauen" das Martyrium erlitten haben. Weder der Name Ursula noch eine genaue Zahl wird erwähnt.
Einige Jahrhunderte blieb es danach ruhig um die Legende, bis ab Beginn des 9. Jahrhunderts ein wahrer Kult um die Geschichte der Jungfrauen ausbrach. Von da an nimmt die Geschichte des Martyriums immer größere Ausmaße an. Plötzlich erscheint die Zahl 11.000 in Schriften und sogar der Hintergrund der heiligen Ursula selbst wird näher beleuchtet. Es wird das Bild einer wunderschönen Königstochter gezeichnet, die durch ihre Güte die gewaltige Zahl von 11.000 Gefolgsleuten ansammeln konnte und der in mehreren Offenbarungen ihr Martyrium in Aussicht gestellt wird. Woher aber hatten Geschichtsschreiber der damaligen Zeit diese Informationen, wo doch in der ersten Erwähnung noch nicht einmal von Ursula die Rede war? Und wie kam die Zahl 11.000 zustande?
Während damalige Schreiber, die in den meisten Fällen von der Kirche beauftragt waren oder dieser selbst angehörten, größtes Interesse daran hatten, die immer fantastischer werdenden Behauptungen über das Martyrium zu verbreiten und ein möglichst glanzvolles Bild der Ursula und ihres Gefolges zu zeichnen, sind heutige Forscher wie zum Beispiel der Archäologe Otto Dahmen eher mit der kritischen Auseinandersetzung mit der Legende befasst. Galt es im Mittelalter noch, möglichst viele Namen und Fakten zu schaffen, die die Legende der heiligen Ursula so plausibel wie möglich machten, wird heute versucht, den wahren Kern der Legende zu entdecken. Am wichtigsten war hierbei die Frage, ob die erste Erwähnung des Martyriums, nämlich der Bericht über Clematius, echt sein könne. Besonders schwierig ist hierbei die Tatsache, dass die Kirche selbst an der Eskalation der Legende in großem Ausmaß mitgewirkt hat. Zahlreiche mittelalterliche Erzählungen über die heilige Ursula belegen dies. Bedenkt man, welche politische Wichtigkeit solch eine Legende für eine mittelalterliche Stadt haben konnte, ist dies kein Wunder.
Diese Hausarbeit soll die Legende der heiligen Ursula in ihrer Entwicklung möglichst genau begleiten. Wie sah die erste Erwähnung der Legende aus, welche Teile der Legende änderten sich im Laufe der Jahrhunderte und was hatte dies zur Folge? Um diese Fragen zu klären, wird im ersten Teil der Hausarbeit die Entwicklungsgeschichte der Legende dargestellt. Von ihrer ersten Erwähnung im 4. Jahrhundert über die vagen Erzählungen im 8. Jahrhundert bis hin zum Kult, der die genaue Lebensgeschichte der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen zu erfassen versuchte, werden hierbei die verschiedenen Versionen der Ursula-Legende verglichen.
Der zweite Teil der Hausarbeit beschäftigt sich dann mit den möglichen Beweisen für die Echtheit der Legende und den daraus resultierenden Reaktionen der mittelalterlichen Bevölkerung. Was war der Grund, dass im 10. Jahrhundert plötzlich ein solcher Kult um die Legende ausbrach, der sich über halb Europa erstreckte? Wodurch wurde dieser Kult immer wieder angetrieben?
Im letzten Teil der Hausarbeit sollen dann schließlich die Folgen des Kultes für die Stadt Köln erörtert werden. Welche positiven Effekte hatte die Ausweitung der Legende für die Stadt und was tat man dafür, diese Effekte zu erhalten? Besonders die Frage, ob die Stadt von der Eskalation der Legende profitiert hat und vielleicht bis heute noch profitiert, soll dabei beantwortet werden.
2. Die Legende der heiligen Ursula
[...]
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