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Kampf um die innere Freiheit - Analyse von ´La Guerre Est Finie´ close

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Kampf um die innere Freiheit - Analyse von ´La Guerre Est Finie´

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1999, 38 Pages
Author: Tim Heptner
Subject: Film Science

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 1999
Pages: 38
Grade: sehr gut
Language: German
Archive No.: V2622
ISBN (E-book): 978-3-638-11583-4

File size: 767 KB
Notes :
La Guerre est finie - Der Krieg ist vorbei (Frankreich - Schweden 1965/66).882 KB



Excerpt (computer-generated)

Philipps-Universität Marburg
Sommersemester 1999

Fachbereich 09
Germanistik und Kunstwissenschaften

Institut für Neuere Deutsche Literatur
und Medienwissenschaft

Hauptseminar: Die Filme von Alain Resnais

Thema der Hausarbeit:
Kampf um die innere Freiheit -
Analyse von ,,La Guerre Est Finie"

Vorgelegt von:
Tim Heptner

LA GUERRE EST FINIE. Der Krieg ist vorbei.
(Frankreich/Schweden 1965/66)

Inhaltsübersicht

I. Einleitung 6
II. Ostern 1965 - Die filmische Narration 7


1. Dramaturgie und Figurenkonstellation 7
2. Erzählperspektive und Kommentar 14

III. ,,Kristalle" - Zur Visualisierung von Bewusstsein 15


1. Definition 15
2. Verteilung und thematische Ordnung 16
3. Analyse 17
a) Verankerung und Evokation der Kristalle in der Erzählung 17
b) Einzelanalysen 20
4. Bewertung 22

IV. Ist der Krieg wirklich aus? 23


1. Schauplatz und Gegner des Krieges 23
2. Das Ende des Krieges 26

V. Ergebnis 27

Literaturverzeichnis 29

Anlagen: 


Sequenzprotokoll DER KRIEG IST VORBEI 30

 

Stab
Regie: Alain Resnais
Buch, Dialoge: Jorge Semprun

Chefkamera: Sacha Vierny
Kamera: Philippe Brun, Robert Alliel, Pierre Li
Schnitt: Eric Pluet
Ton: Antoine Bonfanti
Musik: Giovanni Fusco
Bauten: Jaques Saulnier
Ausstattung: Charles Merangel
Kostüme: Madeleine Lafon
Regieassistenz: Jean Leon, Florence Malraux
Besetzung
Yves Montand - Diego Mora
Ingrid Thulin - Marianne
Geneviéve Bujold - Nadine Salanches
Dominique Rozan - Jude, Jean François Rémi - Juan, Marie Mergey - Mme. Lopez, Jaques Wallet - Polizist der C.R.S., Michel Piccoli - Inspektor, Anouk Ferjak - Marie Jude, Roland Monod - Antoine, Pierre Decazes -Eisenbahnarbeiter S.N.C.F., Paul Crauchet - Roberto, Claire Duhamel - Reisende, Antoine Bourseiller - Reisender, Laurence Badie - Bernadette Pluvier, Françoise Bertin - Carmen, Yvette Etievant - Yvette, Jean Bouise - Ramon, Annie Fargue - Agnes, Gérard Sety - Bill, Catherine de Seynes - Jeanine, Jaques Rispal - Manolo, Jean Dasté - Der Chef, Pierre Leproux - Mann mit Flugblättern, Roger Pelletier - 2. Inspektor, René-Jean Chauffard - Clochard, José-Maria Flotats - Miguel, Jean Bolo - Agent, Gérard Lartigau - Chef der revolutionären Gruppe, Jean Laroquette - Mitglied der revolutionären Gruppe, Marcel Cuvelier - Inspektor, Bernars Fresson - Sarlat, Antoine Vitez - PanAm-Angestellter, Martine Vatel - Mitglied der revolutionären Gruppe, Fylgie Zadig - Gastgeberin beim heimlichen Treffen, Jaques Robnard - Pierrot, Laure Pailette - Alte Frau im Fahrstuhl, Sissi Kaiser - Militante Spanierin, Pierre Barbaud - Gast im Café
Produktion: Sofracima/Paris, Europa-Film/Stockholm
Produzentinnen: Giséle Rébillion, Catherine Winter
Produktionsleitung: Alain Quefféléan
Aufnahmeleitung: Jean Pienchot, Lois Lliberia
Drehzeit: August - November 1965
Drehorte: Paris, Stockholm
Format: 35mm, s/w.
Länge: 121 min.
Uraufführung: 9. 5. 1966, Filmfestspiele Cannes (Ausser Konkurrenz)
Frz. Erstaufführung: 11. 5. 1966, Paris
Dt. Erstaufführung: 17. 3. 1967


Wenn 1% der Menschen die Welt verändern, dann kann man schon hin und wieder
einen Film über sie machen
(Alain Resnais)1

I. Einleitung

Der Krieg ist vorbei ist Alain Resnais vierter programmfüllender Spielfilm und das Ergebnis seiner ersten Zusammenarbeit mit dem spanischen Autor Jorge Semprun. Nachdem Resnais Sempruns autobiographisch gefärbten Roman ,,Le Grand Voyage" gelesen hatte, bat er ihn um die Formulierung einiger Plots für einen Spielfilm. Der Regisseur wollte einen politischen Film machen und dachte dafür an die Geschichte eines griechischen Polithäftlings oder an die Arbeit von Freiheitskämpfern in Algerien bzw. Vietnam. Es war Semprun, der schliesslich durchsetzte, die Geschichte eines spanischen Freiheitskämpfers zu verfilmen. Der motivische Ausgangspunkt war zunächst die Idee von der Beerdigung eines Revolutionärs. Die gemeinsamen Vorarbeiten zogen sich über Monate hin, das Drehbuch wuchs auf bis zu tausend Seiten an und Resnais selbst griff verstärkt und gegen seine sonstige Gewohnheit in die Drehbuchbearbeitung ein.2
Die Dreharbeiten fanden von August bis September 1965 in Stockholm und Paris statt. Der Film erlebte seine Erstaufführung dann während des Filmfests in Cannes 1966, allerdings lief er außer Konkurrenz. Der Verwaltungsrat hatte Der Krieg ist vorbei vom offiziellen Programm ausgeschlossen, weil man spanische Proteste befürchtete. Die Handlung des Films lässt sich exakt datieren, er spielt am Osterwochenende 1965. Durch die zeitliche Nähe von Produktion, Spielhandlung und Aufführung des Films begründeten Resnais und Semprun in Der Krieg ist vorbei bewusst eine politische Aktualität. Schon vor Drehbeginn hatte die französische Zensurkommission die Verweigerung eines Exportvisums für den Film angedroht und damit eine Produktionsunterbrechung erzwungen. Resnais und seine Produzentinnen nahmen das finanzielle Risiko aber in Kauf und hielten am Drehbuch fest. Alain Resnais dazu:


,,Nein, Selbstzensur gibt es nicht. Keine Änderung, weder in dieser Richtung, noch in anderer. Ich gehe davon aus, dass ich weder weniger Missfallen, noch mehr Skandal erregen wollte. In La Guerre est finie wie in meinen anderen Filmen bemühe ich mich um den Wahrheitsgehalt meiner Figuren".3

Während der Vorarbeiten beobachteten Resnais und Semprun die aktuelle Situation in Spanien sehr genau, um auf plötzliche Veränderungen der politischen Wirklichkeit reagieren zu können. So konnten sie die sensiblen Details berücksichtigen, die dem Film seine authentische Qualität verleihen. Wiederum Alain Resnais:


,,Die Zeitung, die zum Generalstreik aufrief, ist echt. Sie ist es auch, die ich im Film fotografiert habe. Und es ist die genaue Übersetzung des Aufrufs zum Generalstreik, die verlesen wird. Andererseits erinnere ich mich genau daran, dass ich während der Arbeiten am Drehbuch die Zeitungen gekauft und vom ersten Mai an Radio gehört habe, um zu wissen, was geschah und wie die Situation in Spanien sich entwickeln würde, weil das den ganzen Film hätte ändern können".4

Aus den zitierten Äußerungen des Regisseurs lassen sich Fragestellungen für die Analyse von Der Krieg ist vorbei ableiten. Zum einen sollen die charakteristischen Merkmale des Protagonisten Diego Mora aufgezeigt werden. Vor allem durch die Befragung ihrer revolutionären Einstellung kann die fiktive Figur ihren ,,Wahrheitsgehalt" offenbaren. Die Untersuchung von Inhalt und dramaturgischer Umsetzung der filmischen Narration stellt hierzu den ersten Schritt dar. Danach stellt sich die Frage nach der filmspezifischen Repräsentation der Erzählung. Mit welchen Mitteln erzählt Resnais die Geschichte von Diego Mora, wie entwickeln und verfestigen Filmbilder und Sprache das Porträt des Mannes und seiner Erlebnisse? Die vorliegende Arbeit wird hierzu insbesondere die ästhetische Wirkungsweise und Funktion der ,,inneren Bilder" des Filmhelden untersuchen. Der dritte Teil beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Subjekt und Politik unter Berücksichtigung des (filmischen) Zeitbegriffs.

[...]

1 Interview in Le Monde, 11. 05. 1966; zit. nach Wolfgang Schwarzer: Filme von Alain Resnais, S.11
2 vgl. Roy Armes : The Cinema of Alain Resnais, S. 134
3 Arts, Nr. 32, Mai 1966; zit. nach Schwarzer, S. 6
4 Positif, Nr. 79, Oktober 66, S.30; zit. nach Schwarzer, S. 8


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