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Traditionelle Formen des Mezzanine Kapital als flexible Finanzierungsform für KMU

Scholary Paper (Seminar), 2004, 29 Pages
Author: Markus Slamanig
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 29
Grade: 1 (Sehr Gut)
Language: German
Archive No.: V26250
ISBN (E-book): 978-3-638-28648-0
ISBN (Book): 978-3-640-42922-6
File size: 283 KB

Abstract

Bereits seit einigen Jahren lässt sich eine Umbruchstimmung sowohl an den nationalen, als auch an den internationalen Kapital- und Finanzmärkten erkennen. Globalisierung, Liberalisierung und Konkurrenzintensivierung stellen dabei nur einige der Schlagworte dar, die die veränderten Rahmenbedingungen der heutigen Wirtschaft umschreiben. Damit einhergehend werden insbesondere KMU, als tragende Säule der Volkswirtschaft, vor neuen Herausforderungen, mitunter auch aus finanzwirtschaftlicher Perspektive, gestellt. Unter anderem trägt auch die Diskussion um die Neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung dazu bei, dass speziell bei KMU, die Bedeutung einer entsprechenden Kapitalstruktur sowie adäquater Finanzierungsinstrumente in den Vordergrund der Überlegungen rückt. Neben den traditionellen Finanzierungsmöglichkeiten, wie etwa Aktien, Standardobligationen oder die klassische Kreditfinanzierung, die quasi Extremformen der Eigen- bzw. Fremdfinanzierung darstellen, etablierten sich zu zunehmend innovative Finanzprodukte. Im Zuge dessen entstanden unter anderem eine Vielzahl von neuartigen Hybridkontrakten, sog. Mischformen aus Eigen- und Fremdkapital, auf die im Rahmen dieser vorliegenden Arbeit Bezug genommen wird. Nach einer kurzen Skizzierung der derzeitigen Ausgangssituation wird das Finanzierungsinstrument des Mezzanine Kapitals näher betrachtet, indem die wesentlichen Merkmale sowie traditionelle Erscheinungsformen dieser Eigenkapitalsurrogate dargestellt werden. Anschließend wird gezeigt, wie sich durch Einsatz solcher hybrider Mittel neue Perspektiven für den Mittelstand offenbaren und welche Konsequenzen daraus resultieren. Letztlich wird dieser Beitrag durch ein Resümee abgeschlossen.


Excerpt (computer-generated)

Traditionelle Formen des Mezzanine Kapital als flexible
Finanzierungsform für KMU

von: Markus Slamanig

6. Semester

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 1

2 Finanzierung im Kontext von Basel-II 1

3 Konzeptionelle Grundlagen des Mezzanine Kapital 2

3.1 Zum Begriff des Mezzanine Kapital  2
3.2 Charakteristika von Mezzanine Kapital  4

3.2.1 Nachrangkapital 4
3.2.2 Zeitliche Befristung 4
3.2.3 Flexible Gestaltbarkeit  5
3.2.4 Qualifizierung als Betriebsaufwand  6

3.3 Ausgewählte Ausprägungsformen des Mezzanine Kapital 7

3.3.1 Allgemeines 7
3.3.2 Nachrangdarlehen 8
3.3.3 Partiarisches Darlehen 8
3.3.4 Stille Gesellschaft 9
3.3.5 Wandel- und Optionsanleihe  10
3.3.6 Genussschein 11

4 Bedeutung für den Mittelstand 12

4.1 Notwendigkeit von Mezzanine Finanzierungen 12
4.2 Der Mezzanine Markt – eine Bestandsaufnahme 12
4.3 Vorteile des Mezzanine Kapital 13

4.3.1 Finanzwirtschaftliche Aspekte  13
4.3.2 Unternehmensspezifische Optimierungspotentiale  14
4.3.3 Wahrung der Eigentums- und Machtverhältnisse  15

4.4 Nachteile des Mezzanine Kapital 16

4.4.1 Verpflichtung zu Transparenz  16
4.4.2 Höheres Entgelt für Kapitalbereitstellung 17

5 Kritische Würdigung  18

Verzeichnisse III
 

 


 

1 Einleitung

Bereits seit einigen Jahren lässt sich eine Umbruchstimmung sowohl an den nationalen, als auch an den internationalen Kapital- und Finanzmärkten erkennen.1 Globalisierung, Liberalisierung und Konkurrenzintensivierung stellen dabei nur einige der Schlagworte dar, die die veränderten Rahmenbedingungen der heutigen Wirtschaft umschreiben.2 Damit einhergehend werden insbesondere KMU, als tragende Säule der Volkswirtschaft, vor neuen Herausforderungen, mitunter auch aus finanzwirtschaftlicher Perspektive, gestellt.3 Unter anderem trägt auch die Diskussion um die Neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung dazu bei, dass speziell bei KMU, die Bedeutung einer entsprechenden Kapitalstruktur sowie adäquater Finanzierungsinstrumente in den Vordergrund der Überlegungen rückt.4 Neben den traditionellen Finanzierungsmöglichkeiten, wie etwa Aktien, Standardobligationen oder die klassische Kreditfinanzierung, die quasi Extremformen der Eigen- bzw. Fremdfinanzierung darstellen, etablierten sich zu zunehmend innovative Finanzprodukte.5 Im Zuge dessen entstanden unter anderem eine Vielzahl von neuartigen Hybridkontrakten,6 sog. Mischformen aus Eigen- und Fremdkapital, auf die im Rahmen dieser vorliegenden Arbeit Bezug genommen wird. Nach einer kurzen Skizzierung der derzeitigen Ausgangssituation wird das Finanzierungsinstrument des Mezzanine Kapitals näher betrachtet, indem die wesentlichen Merkmale sowie traditionelle Erscheinungsformen dieser Eigenkapitalsurrogate dargestellt werden. Anschließend wird gezeigt, wie sich durch Einsatz solcher hybrider Mittel neue Perspektiven für den Mittelstand offenbaren und welche Konsequenzen daraus resultieren. Letztlich wird dieser Beitrag durch ein Resümee abgeschlossen.

2 Finanzierung im Kontext von Basel-II

Mit dem zukünftigen Inkrafttreten der neuen Baseler Eigenkapitalverordnung (Basel-II) wird eine stärkere Kopplung der Eigenmittelausstattung der Kreditinstitute an die Bonität des Unternehmens gefordert.7 Neben Maßnahmen wie die Förderung der Marktdisziplin durch entsprechende Offenlegungsvorschriften (3. Säule) und dem aufsichtsrechtlichen Prüfungsverfahren (2. Säule), bildet die „erste Säule“ den zentralen Ansatzpunkt für die Mindesteigenkapitalanforderungen der Kreditinstitute.8 Zur Ermittlung der Eigenmittelanforderungen stehen drei alternative Ansätze zur Auswahl. Neben dem Standardansatz, der sich auf externe Bonitätsbeurteilungen stützt, bestehen zwei sog. interne Verfahren, die auf bankinternen Ratings beruhen.9 Auf Grundlage dieser Ratings bestimmen sich die Kredit- und Zinskonditionen.10 Die einheitliche Haftungskapitalunterlegung von 8 % für Unternehmenskredite, wie im Rahmen des ersten Akkord des Baseler Ausschusses vereinbart, wird nun mit Basel-II durch eine feinere Justierung der Eigenkapitalunterlegung nach Risikoklassen ersetzt.11 Obwohl die Eckpunkte von Basel-II durch Verhandlungen in der Vergangenheit insbesondere für KMU, Erleichterungen mit sich brachte, sind dennoch Indikatoren erkennbar, die eine signifikante Veränderung der Finanzstruktur aufzeigen.12 So hat der Mittelstand eine deutlich schwache Eigenkapitalquote zu verzeichnen, die sich entsprechend auf die Bonität auswirkt und in den Kreditkonditionen ihren Niederschlag findet.13 An anderer Stelle ist bei den Kreditinstituten ein Trend hin zu verstärktem Risikobewusstsein erkennbar.14 Angesichts der eben aufgezeigten Umstände müssen Unternehmen ihre Bemühungen verstärkt in Richtung einer nachhaltigen Stärkung der Eigenkapitalbasis bis hin zu einer Veränderung der Unternehmensfinanzierung lenken. Ein möglicher Ausweg bietet sich durch die Aufnahme von Mezzanine Kapital,15 um die sich immer stärker abzeichnende Finanzierungslücke, hervorgerufen durch den Wegfall der traditionellen Bankenfinanzierung, zu schließen.16

3 Konzeptionelle Grundlagen des Mezzanine Kapital

3.1 Zum Begriff des Mezzanine Kapital

Nach der Systematisierung der Finanzierungsformen nach der Mittelherkunft, lässt sich das Mezzanine Kapital eindeutig der Außenfinanzierung zuordnen.17 Dabei erfolgt eine Zuführung finanzieller Mittel durch Einlagen der Unternehmenseigner, Beteiligungen von Gesellschaftern, Kreditkapital oder diverser Subventionen.18 Hinsichtlich einer exakten Einordnung nach der Rechtsstellung der Kapitalgeber zu Fremd- bzw. Eigenfinanzierung bestehen jedoch teils Abgrenzungsschwierigkeiten.19 Der Begriff „Mezzanine“ weist auf eine Zwischenstellung des Kapitals zwischen besichertem Fremdkapital und unbesichertem Eigenkapital hin.20 Demnach stellt die Mezzanine Finanzierung eine hybride Finanzierungsart dar, die Wesensmerkmale beider Kapitalformen aufweist21 und sich durch ein Auseinanderfallen der ökonomischen und der steuerlichen Zuordnung zum Eigen- bzw. Fremdkapital auszeichnet.22 Somit wird offensichtlich, dass Mezzanine Kapital in Anlehnung an den Attributen wie Haftung, Verzinsung, Tilgung, Fristigkeit und Verfügbarkeit, je nach konkreter Ausgestaltung sich mehr der Eigenkapital- oder mehr der Fremdkapitalseite zuordnen lässt.23

Grundsätzlich wird Mezzanine Kapital im Falle reiferer, stabilerer Unternehmen eingesetzt24 und ist kein Instrument für early-stage-Finanzierungen, da ein Unternehmen über positive, wachsende Cashflows verfügen sollte.25 Dabei zeigt sich oft, dass situationsspezifische Anlässe den Begriff des Mezzanine Kapital substituieren.26 So etwa der Begriff des „Bridge Financing“, welcher auf die zur Verfügungstellung mezzaniner Mittel im Rahmen der ersten Expansionsphase des Unternehmens, kurz vor Börsengang (Third Stage) verweist.27 Angesichts der weitreichenden Definitionen, angefangen von hybriden Finanzierungsinstrumenten über Mezzanine Kapital bis hin zur Mezzanine Finanzierung,28 wird im Rahmen dieser Arbeit auf eine spezifische Abgrenzung verzichtet und folglich synonym verwendet.

3.2 Charakteristika von Mezzanine Kapital

3.2.1 Nachrangkapital

[...]


1 Vgl. Steiner [Unternehmensfinanzierung 2003], S. 513; Engelmann [Unternehmensfinanzierung 2000], S. 19f

2 Vgl. Engelmann [Unternehmensfinanzierung 2000], S. 17

3 Vgl. Pleister [Mittelstandsfinanzierung 2002], S. 529

4 Vgl. Steiner [Unternehmensfinanzierung 2003], S. 513

5 Vgl. Goergen [Finanzinnovationen 2000], S. 1

6 Vgl. Goergen [Finanzinnovationen 2000], S. 1

7 Vgl. Steiner [Unternehmensfinanzierung 2003], S. 513

8 Vgl. Taistra [Basel II 2003], S. 1f; Nelles [Basel II 2003], S. 2ff

9 Vgl. Steiner [Unternehmensfinanzierung 2003], S. 514

10 Vgl. Knaier [Mezzanine-Kapital 2004], S. 30

11 Vgl. Grabherr [Private Equity 2003], S. 223

12 Vgl. Nelles [Basel II 2003], S. 5

13 Vgl. Steiner [Unternehmensfinanzierung 2003], S. 524; S. 518

14 Vgl. Taistra [Basel II 2003], S. 20

15 Vgl. Nelles [Basel II 2003], S. 6 ; S. 8

16 Vgl. Knaier [Mezzanine-Kapital 2004], S. 30

17 Vgl. Drukarczyk [Finanzierung 1993], S. 15f

18 Vgl. Perridon [Finanzwirtschaft 2002], S. 355f

19 Vgl. Lang [Hybride Finanzierungen 1991], S. 13ff; Drukarczyk [Finanzierung 1993], S. 581

20 Vgl. Cramer [Lexikon 1999], S. 1330f

21 Vgl. Nelles [Basel II 2003], S. 6

22 Vgl. Krumnow [Gabler 1999], S. 691

23 Vgl. Nathusius [Gründungsfinanzierung 2001], S. 20

24 Vgl. Grabherr [Private Equity 2003], S. 222

25 Vgl. Dörscher [Wachstumskapital 2004], S. 161

26 Die Abgrenzung zwischen typischem Venture Capital bzw. Mezzanine Kapital wird auch in der Literatur nicht eindeutig beantwortet. Vgl. Hierzu etwa: Gerke [Venture Capital 2001], S. 2130; S. 2132; Janeba-Hirtl [Venture Capital 2003], S. 129

27 Vgl. Cramer [Lexikon 1999], S. 1331

28 Vgl. Haun [Finanzierungsinstrumente 1996], S. 7ff


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