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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 20 Pages
Author: Florian Hoffarth
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Institution/College: Technical University of Darmstadt (Inst. für Sprach- und Literaturwissenschaft)
Tags: E-Mail-, Textlingustik, SMS
Year: 2004
Pages: 20
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-28653-4
File size: 174 KB
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Excerpt (computer-generated)
"Bin bei mir hab dich lieb Schlüssel bei dir" –
Ein Vergleich von E-Mail- und SMS-Texten
von: Florian Hoffarth
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Technische Grundlagen 3
2.1 E-Mail 3
2.2 SMS (Short Message Service) 5
3 Textvergleich von E-Mail und SMS 7
3.1 Mediale Bedingungen 7
3.2 Konzeptionelle Bedingungen 10
3.3 Kommunikative Bedingungen / Textfunktionen 13
4 Schlussbetrachtung 16
Literaturverzeichnis 18
1 Einleitung
Die rasante Entwicklung der Computertechnologie in den letzten Jahren brachte eine tief greifende Veränderung der Medien mit sich, die ohne Zweifel schon jetzt als ‚revolutionär’ bezeichnet werden kann. Dieser Wandel – vor allem begünstigt durch das Internet – ermöglicht uns heute nahezu unbegrenzte Möglichkeiten der Kommunikation über alle Distanzen hinweg. Zu diesen weit verbreiteten Internet-Diensten wie E-Mail, Chat und Newsgroups gesellt sich nun eine neue, weitere Form der elektronischen Kommunikation hinzu: Der ‚Short Message Service’ (oder kurz: ‚SMS’). Längst hat sich das Mobiltelefon im kommunikativen Alltag der Bevölkerung etabliert. „Alle Welt im SMS-Fieber“, so titelte eine Internetseite von T-Online. Vor allem bei Jugendlichen ist das ‚Handy’ populär und als „Grundausstattung der Kids in Deutschland“ schlichtweg unverzichtbar. Laut einer vorliegenden Studie des Münchner Instituts für Jugendforschung „liegt das Durchschnittsalter der Kinder, die ihr erstes Handy bekommen, bei knapp zehn Jahren. In der Altersgruppe von 13 bis 22 Jahren haben 84 Prozent der 1.718 Jugendlichen ein eigenes Mobiltelefon“1. Während das Handy seinen Siegeszug quer durch alle gesellschaftlichen Schichten angetreten hat, bleibt der Zugang zum Cyberspace den sozial Schwächeren sowie „Personen mit niedrigem Bildungsstand“ und älteren Menschen zumeist verwehrt: Nach einer Studie aus dem Jahr 2003 „ist die Hälfte der Deutschen im Internet. Um 5,4 Millionen neue Internet- Nutzer steigt die Zahl der Onliner in Deutschland damit auf insgesamt 32,1 Millionen Bundesbürger über 14 Jahre. […] Den 50,1 Prozent Onlinern stehen heute 42,7 Prozent Offliner gegenüber“2. Hierbei „stellt das private Senden und Empfangen von E-Mails mit 52 % die häufigste Form der Internetnutzung dar“ (Dürscheid 2002: 9). Die unaufhaltsame Verbreitung und Massennutzung der ‚neuen Medien’ hat eine eklatante Veränderung der Sprachgewohnheiten bewirkt, die von vielen als Bedrohung empfunden wird. Nicht nur Pädagogen und selbsternannte Sprachwächter warnen vor einer vermeintlichen Invasion von Anglizismen und der daraus resultierenden „Verflachung des Deutschen zum ‚Denglisch’“. Derartige Sorgen seien jedoch unbegründet, vermeldet der Sprachwissenschaftler Peter Schlobinski: „An Ausdruckskraft und Verständlichkeit ist die Kommunikation per Computer anderen sprachlichen Registern keineswegs unterlegen“ (Asendorpf 2001). Seit Mitte der neunziger Jahre beschäftigt sich die linguistische Forschung mit den Sprachgewohnheiten in E-Mails, Chats resp. Instant Messaging, Newsgroups und elektronischen Gästebüchern. Während zur Internet-Kommunikation bereits zahlreiche wissenschaftliche Publikationen existieren, sind im Bereich der SMS-Sprache aufgrund der Neuartigkeit des Mediums noch weitgehende Forschungsdesiderate zu verzeichnen. Verwiesen sei hier auf die soziologisch-kommunikative Studie von HÖFLICH et al. (2001), die Motive und Nutzungsverhalten sowie die Aneignung des mobilen Dienstes SMS durch Jugendliche untersuchten. Innerhalb der linguistischen Disziplin haben sich vor allem SCHLOBINSKI et al. (2001) und ANDROUTSOPOULOS/ SCHMIDT (2001) im Rahmen zweier explorativer Studien mit den sprachlichen Besonderheiten der SMS-Kommunikation beschäftigt. Während Androutsopoulos/Schmidt die Nutzung der elektronischen Kurzmitteilungen anhand einer Kleingruppe von fünf Personen untersuchten, führte Schlobinski eine groß angelegte Befragung von 150 Schülern, Studierenden und Angehörigen eines Sportvereins in Hannover durch; der Studie lag zudem ein umfangreiches Korpus von 760 SMS-Nachrichten zugrunde (vgl. Schlobinski et al. 2001: 5f.). Neuere Publikationen von DÖRING (2002 a+b) beschäftigen sich mit den kommunikativen Funktionen von SMS sowie der Bedeutung von Akronymen und Kurzformen, wobei DÜRSCHEID (2002) in ihrem Beitrag die Kommunikationsformen E-Mail und SMS unter linguistischen Gesichtspunkten vergleicht.
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist ebenfalls ein Vergleich der Textsorten E-Mail und SMS. Nach einer knappen Vorstellung der technischen Grundlagen und medialen Nutzungsbedingungen jener Kommunikationsformen soll im weiteren Verlauf der Untersuchung der Frage nachgegangen werden, in welchen sprachlichen Merkmalen auf syntaktischer, lexikalischer und graphostilistischer Ebene sich beide Medien unterscheiden bzw. welche Gemeinsamkeiten zugrunde liegen. Hierbei orientiert sich jene Arbeit an den bereits genannten sprachwissenschaftlichen Beiträgen von Schlobinski et al., Androutsopoulos/Schmidt sowie Döring und Dürscheid, deren Ergebnisse anhand ausgewählter Aspekte mit einem kleinen, eigens für diese Arbeit erstellten Korpus von E-Mails und SMS-Mitteilungen verglichen werden sollen.3
2 Technische Grundlagen
2.1 E-Mail
[...]
1 http://www.2.onhandy.t-online.de/dyn/c/15/24/89/1524896.html
2 http://www.glossar.de/glossar/1frame.htm?http%3A//www.glossar.de/glossar/z_intrzahl2000.htm
3 Jenes Korpus, bestehend aus 40 E-Mails und 35 SMS, bildet die Untersuchungsgrundlage dieser Arbeit. Die geringe Zahl der zu diesem Zwecke archivierten Kurzmitteilung mag verwundern, lässt sich jedoch durch die Tatsache erklären, dass der Autor weitaus weniger SMS schreibt, als er bislang von sich dachte (dementsprechend ist die Zahl der empfangenen SMS auch gering).
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