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Das Konsumistische Manifest von Norbert Bolz. Eine kritische Analyse. close

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Das Konsumistische Manifest von Norbert Bolz. Eine kritische Analyse.

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 31 Pages
Author: Magister Artium Roland Sonntag
Subject: Sociology - Consumption and Advertising

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 31
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V26409
ISBN (E-book): 978-3-638-28753-1

File size: 274 KB
Notes :
Eine kritische Analyse der provokanten Thesen des Konsumistischen Manifests.


Abstract

In dem, bereits kurz nach seinem Erscheinen im Jahre 2002 kontrovers diskutierten sozialphilosophischen Werk „Das Konsumistische Manifest“, proklamiert Norbert Bolz den modernen Konsumismus als das einzig erfolgversprechende System, das den Herausforderungen, den der fundamentalistische Terror an die Weltgesellschaft stelle, gewachsen sei. So deutet Bolz die modernen Konsumenten als friedfertige Antipoden der fundamentalistischen Fanatiker. In meiner Hauptseminararbeit werde ich zwei zentrale Thesen des "Konsumistischen Manifests" einer kritischen Analyse unterziehen.


Excerpt (computer-generated)

Albert Ludwigs Universität Freiburg
Institut für Soziologie
Hauptseminar: Weltgesellschaft

Das Konsumistische Manifest von Norbert Bolz.
Eine kritische Analyse.

von: Roland Sonntag

 


Einleitung S.1 - 2

1.These I S. 3

1.1. Argumentation von Norbert Bolz zu These I S. 3

1.1.1. Die Option des Krieges S. 3
1.1.2. Dialog der Religionen S. 4
1.1.3.Wertorientierung S. 4 - 6

1.2. Kritik und Analyse von These I S. 7

1.2.1 Die Option des Krieges S. 7
1.2.2. Dialog der Religionen S. 7 - 8
1.2.3. Exkurs: Ursachen desFundamentalismus S. 8 - 10
1.2.4.Wertorientierung S. 11 - 13
1.2.5. Der Staat S. 13
1.2.6. Der Marktfriede S. 13 - 15

2. These II S. 16

2.1. Argumentation von Norbert Bolz zu These II S. 16

2.1.1. Die zivilisierenden Effekte des kapitalistischen Konsumismus S. 16 - 17
2.1.2. Der Konsumismus als Ersatzreligion S. 17 - 18
2.1.3. Die positiven Effekte des modernen Geldverkehrs S. 18 - 19
2.1.4. Der Neid zugunsten des öffentlichen Wohles S. 19 - 20

2.2. Analyse und Kritik von These II S. 20

2.2.1. Die zivilisierenden Effekte des kapitalistischen Konsumismus S. 20
2.2.2. Der Konsumismus als Ersatzreligion S. 21
2.2.3. Die positiven Effekte des modernen Geldverkehrs S. 21 - 23
2.2.4. Der Neid zugunsten des öffentlichen Wohles S. 23

3. Fazit S. 24 - 25

Literaturverzeichnis

 


 

Einleitung:

In dem, bereits kurz nach seinem Erscheinen im Jahre 2002 kontrovers diskutierten sozialphilosophischen Werk „Das Konsumistische Manifest“, proklamiert Norbert Bolz den modernen Konsumismus als das einzig erfolgversprechende System, das den Herausforderungen, den der fundamentalistische Terror an die Weltgesellschaft stellt, gewachsen sei. So löse der Konsum all jene Befriedigungsprobleme, „die keine Religion, kein Humanismus, keine Rechtsordnung, geschweige denn ein Krieg je vollständig bewerkstelligen “1 könne. Bolz erkennt in den modernen Konsumenten friedfertige Antipoden der fundamentalistischen Fanatiker, denn ihnen gelinge mit dem Konsum „sich Anerkennung durch sichtbaren Erfolg zu verschaffen.“2 So lautet die Grundthese des Konsumistischen Manifest: „Das 21. Jahrhundert beginnt mit der Kritik der liberalen Vernunft, die von religiösen Fanatikern in der Weltsprache der Gewalt geschrieben wird. Im Terror islamischer Fundamentalisten manifestiert sich ein Antiamerikanismus, gegen den die westliche Welt keinen erfolgreichen Krieg führen kann, weil man – das war schon die Lektion von Vietnam – unter Bedingungen einer feminisierten Öffentlichkeit ohnehin keinen erklärten Krieg mehr führen kann. Doch wenn das zutrifft, bleibt dem Westen nur eine Hoffnung: der Marktfriede. Konkret besteht diese Hoffnung darin, dass sich der Virus – oder wie man im Anschluss an Richard Dawkins formulieren könnte: die Meme des kapitalistischen Wirtschaftens – auch in den heute noch vom antiamerikanischen Ressentiments besetzten Seelen reproduziert. Wirtschaftlicher Erfolg als Opium für die Fanatiker (...)“3 In meiner Hauptseminararbeit sollen daraus die zwei nachfolgenden zentralen Thesen analysiert und kritisiert werden: These 1: „Dem Westen bleibt nur eine Hoffnung: der Marktfriede. Konkret besteht diese Hoffnung darin, dass sich der Virus (...) des kapitalistischen Wirtschaftens – auch in den heute noch vom antiamerikanischen Ressentiment besetzten Seelen reproduziert.“4 These 2: „Der Konsumismus ist das Immunsystem der Weltgesellschaft gegen den Virus der fanatischen Religionen.“5

Im ersten und umfangreichsten Teil der Arbeit werde ich die wichtigsten Dimensionen der Argumentation, mit welcher Norbert Bolz These 1 begründet, vorstellen. So soll gezeigt werden, warum der Autor der Ansicht ist, dass der Marktfriede in Form des modernen Konsumismus, die einzige Hoffnung des Westens darstellt, der Herausforderung der fanatischen Religionen zu begegnen, und warum andere Handlungsmuster, wie etwa Krieg, ein Dialog der Religionen oder die stärkere Betonung einer Wertorientierung in unserer modernen Gesellschaft dazu nicht fähig seien. Anschließend soll These 1 einer kritischen Analyse unterzogen werden. Dabei werden einerseits die oben beschriebenen, von Norbert Bolz abgelehnten, alternativen Reaktionsmuster des Westens auf die Herausforderung des religiösen Fanatismus untersucht werden. Andererseits erfolgt eine Analyse der Ursachen des Fundamentalismus, die meines Erachtens für eine kritische Bewertung von These 1 unumgänglich ist. Zudem werde ich die Folgen des Konsumismus für die sogenannten Minimalwerte: „formale Demokratie, Liberalismus und soziale Marktwirtschaft“6 aufzeigen und die Rolle des Staates in unserer modernen Gesellschaft untersuchen. Im Abschnitt „Der Marktfriede“, der den ersten Teil der Arbeit beschließen wird, werde ich eine Analyse der Machtverhältnisse innerhalb des modernen Wirtschaftssystems vornehmen und die daraus resultierenden Folgen für die Beurteilung von These 1 vortragen. Im zweiten Teil der Arbeit werde ich die im Konsumistischen Manifest vorgetragenen, wichtigsten Begründungen für These 2 vorstellen, so die zivilisierende Wirkung des kapitalistischen Konsumismus, die Funktion des modernen Konsumismus als Ersatzreligion, die positiven Effekte des modernen Geldverkehrs, und den sogenannten Neid zugunsten des öffentlichen Wohles. Anschließend werde ich die vom Autor propagierten, positiven Effekte des modernen Konsumismus kritisch auf ihre Realitätskongruenz überprüfen und mit Hilfe der gewonnenen Ergebnisse These 2 analysieren. Mit dem dritten Teil der Untersuchung, dem Fazit, in dem die erarbeiteten Erkenntnisse zu einer abschließenden Beurteilung des Konsumistischen Manifests herangezogen werden, werde ich die Hausarbeit beschließen.

1.1. These I:

„Dem Westen bleibt nur eine Hoffnung: der Marktfriede. Konkret besteht diese Hoffnung darin, dass sich der Virus (...) des kapitalistischen Wirtschaftens – auch in den heute noch vom antiamerikanischen Ressentiment besetzten Seelen reproduziert.“7

1.1.1. Die Option des Krieges

Bolz argumentiert, dass gegen einen islamistischen Fundamentalismus, das sei „die Lektion von Vietnam – unter Bedingungen einer feminisierten Öffentlichkeit“8 kein erfolgreicher Krieg geführt werden könne. So ließe die Darstellung des Krieges in den modernen Medien eine „Paradoxie der Ethik der Medien“9 erkennen: „Erst kann man nicht mehr tatenlos zusehen, dann kann man den Krieg nicht mehr führen – Stichwort: body bag syndrom.“10 Im Krieg gegen den Terror, bei dem es ohnehin „im wesentlichen um Rhetorik“11 gehe, werde von Politikern und den Massenmedien immer wieder verlautbart, dass „die Weltgemeinschaft durch Fanatiker, Terroristen und Fundamentalisten von außen bedroht“12 werde. Fatalerweise sei dem politischen System des Westens „ ... nichts ferner als eine Deutung des Terrors als Selbstbedrohung der Weltgesellschaft“13, obgleich es sich beim Fundamentalismus, so Bolz, um „die präzise Reaktionsbildung gegen den Ausschluss der Konsum – und Kommunikationslosen“14 handele: In dieser Perspektive, erschienen „Fundamentalismus und Weltgesellschaft als Komplementärphänomene :“15 „Der spektakuläre Terror und die farblose Apathie der schweigenden Massen, die sogenannte Politikverdrossenheit, wären dann also die zwei Seiten derselben Medaille erkennbar: minimale Partizipationschancen in der modernen Gesellschaft.“16 „Dass der Fanatismus, vor dem die Weltgesellschaft erschrickt, ihr eigenes Produkt“17 sei, bleibe verborgen, weil er sie als ganze zu bedrohen scheine. Denn, so Bolz, die Politik des Westens missverstehe sich als Weltgesellschaft und brauche deshalb einen globalen Feind. So gehe „ ... der Staffelstab der Weltfeindschaft vom Faschismus an den Kommunismus und heute eben an den Fundamentalismus.“18 Denn hinter dem Spektakel des Fundamentalismus walte „die Supercodierung der modernen Gesellschaft: Inklusion – Exklusion.“19

1.1.2. Dialog der Religionen

[...]


1 Leander Scholz 2002 Rezension zu „Das konsumistische Manifest“, Deutschlandradio vom 25.10.2002, im Internet unter: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/165612/

2 Bolz, Norbert 2002 Das konsumistische Manifest, München, Wilhelm Fink Verlag, S.15

3 ebd., S.16

4 ebd, S.16

5 ebd, S.16

6 ebd, S.39

7 ebd, S.16

8 ebd, S.16

9 ebd, S.57

10 ebd, S.57

11 ebd, S.21

12 ebd, S.23

13 ebd, S.25

14 ebd, S.25

15 ebd, S.24

16 ebd, S.23

17 ebd, S.35

18 ebd, S.25

19 ebd, S.25


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