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Vergleich der Großstadtlyrik Georg Heyms und Thomas Klings

Termpaper, 2004, 21 Pages
Author: Melanie Schauer
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 21
Grade: 1,5
Language: German
Archive No.: V26650
ISBN (E-book): 978-3-638-28923-8

File size: 286 KB
Notes :
Eine gute bis sehr gute Arbeit, gut strukturiert und den gedanklichen Leitfaden von Anfang bis Ende gut umgesetzt.



Excerpt (computer-generated)

Technische Universität Berlin
PS Lyrische Formen

Vergleich der Großstadtlyrik Georg Heyms
und Thomas Klings

von: Melanie Schauer

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Definition von Großstadtlyrik 3

3. Die Stadt zur Zeit der Jahrhundertwende 3

3.1 Die Lyrik in dieser Zeit 4
3.2 Die Menschheitsdämmerung 5

4. Die Stadt bei Georg Heym  5

4.1 Zur Person Georg Heyms 5
4.2 Interpretation Georg Heyms Gedicht „Der Gott der Stadt“ 6

5. Die Stadt heute 9

6. Die Lyrik heute 10

7. Thomas Kling 11

8. Die Stadt in „Manhattan Mundraum“  11

9. Fazit 15

10. Literaturverzeichnis  17

11. Anhang 19


 

 

1. Einleitung

„Der Laie hat für gewöhnlich, sofern er ein Liebhaber von Gedichten ist, einen lebhaften Widerwillen gegen das, was man das Zerpflücken von Gedichten nennt, ein Heranführen kalter Logik, Herausreißen von Wörtern und Bildern aus diesen zarten blütenhaften Gebilden.“1 Dieses Zitat von Bertolt Brecht über die Interpretation von Gedichten aus den 30er Jahren spricht vielen Menschen aus der Seele. Wie oft hört man, dass der romantische Sinn eines Gedichtes zerstört wird, wenn man es seziert wie einen Toten. Doch gehört die Interpretation genauso dazu wie etwa das richtige Lesen, denn: „Gedichte sind, wenn sie überhaupt lebensfähig sind, ganz besonders lebensfähig und können die eingreifendsten Operationen überstehen. […] das Gedicht [ist] (Veränderung durch den Verfasser) eben etwas zum Verweilen gebrachtes Flüchtiges […]“2

So soll auch in dieser Arbeit ein genauer Blick auf zwei Gedichte geworfen werden, um einerseits ihre scheinbar undurchdringliche Sprache zu untersuchen und zu entdecken, um ihnen dadurch andererseits die Aufmerksamkeit zu widmen, die sie verdienen. Dabei möchte ich sie jedoch nicht zerpflücken, sondern unter dem Thema „Großstadtlyrik“ einen Blick auf sie werfen. Das Stadtgedicht stellt zum einen oftmals ein Loblied auf die eigene Heimatstadt dar, zum anderen ist es gleichzeitig ein Zeugnis der genauesten Beobachtung der Geschehnisse, Menschen und deren Lebensart in eben dieser. In dieser Arbeit sollen die Beobachtungen der Autoren Georg Heym, Vertreter des Expressionismus und Thomas Kling, Vertreter der Gegenwartslyrik im Mittelpunkt des Interesses stehen. Im Vordergrund der Arbeit steht der Vergleich der Art und Weise wie die Stadt in den Gedichten der unterschiedlichen Epochen formuliert wird, um den lyrischen Formen auf den Grund zu gehen und zu erkennen wie diese Lyrik die Stadt fühlbar macht wenn sie denn fühlbar ist. So stellt sich für diese Arbeit im Rahmen des Seminars „Textinterpretation: Lyrische Formen“ für mich die Frage: Inwiefern veränderte sich die Großstadtlyrik in den letzten Jahrzehnten unter dem Aspekt der Veränderung der Großstädte selbst und ihrer Auffassung und Verarbeitung durch die Autoren.

2. Definition von Großstadtdichtung

Laut des Metzler Literaturlexikons ist Großstadtdichtung eine „inhaltsbezogene Bezeichnung für eine Literatur, die das Verhältnis des Individuums zur […] Komplexität und Anonymität der modernen Weltstadt thematisiert.“3 Dabei ist das Verhältnis der Menschen zu ihrer Stadt zum größten Teil negativ besetzt, denn im riesigen Gebilde der Großstadt ist Anonymität an der Tagesordnung und jeder ist sich selbst der Nächste. Dieses Phänomen wird natürlich auch in der Literatur verarbeitet. Im 18. Jahrhundert wird die Großstadtdichtung immer populärer und prägt ab dem 20. Jahrhundert vor allem die Romanstruktur, z.B. „Berlin Alexanderplatz“ von A. Döblin. Aber auch in der Lyrik findet sie immer mehr Anklang. Dieses Genre geht vor allem auf das Individuum selbst und dessen Entfremdungserlebnis in der Namenlosigkeit der Großstadt ein. Im Expressionismus schließlich findet die Großstadtdichtung ihren Höhepunkt und verbindet die Stadt unweigerlich mit der Bedrohung und Lebensangst des einzelnen. Klein oder groß?

Natürlich schließt die Großstadtdichtung nicht mit dem Ende des Expressionismus ab, sondern wird auch in der Moderne und Postmoderne weitergeführt. Allerdings rückt sie weiter in den Hintergrund. Aber auch heute drücken immer wieder einzelne Autoren ihre Erlebnisse in der Großstadt in Lyrik aus.

3. Die Stadt zur Zeit der Jahrhundertwende

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts nimmt die Bedeutung der Stadt als Zentrum von Politik, Kultur und Wirtschaft mehr und mehr zu. Sie bietet einer immer größer werdenden Zahl von Menschen einen Lebensraum.4 Viele ziehen aus Dörfern in die pulsierenden Metropolen, da sie in der Landwirtschaft keine Zukunft mehr sehen, sondern in der Industrialisierung, die sich in den letzten Jahrzehnten enorm entwickelt hat die neue große Chance für ein besseres und vor allem leichteres Leben suchen. In Deutschland und Frankreich setzt die Zuwanderungswelle etwas später ein, aber schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebt auch hier mehr als die Hälfte der Bevölkerung in den Städten. Besonderer Anziehungspunk t sind selbstverständlich die Hauptstädte und die Industriezentren, da in diesen Gebieten die größten Zukunftschancen gesehen werden. Diese Bewegung, die durch die Bevölkerung geht, spiegelt sich auch in der Literatur wieder.

3.1 Die Lyrik in dieser Zeit

[...]


1 Brecht, Bertolt: Über Lyrik. 4. Auflage. Suhrkamp Verlag. Frankfurt/Main 1971. S. 123.

2 Ebd. S. 123.

3 Schweikle, Günther und Irmgard: Metzler Literatur Lexikon. Begriffe und Definition. 2. überarbeitete Auflage. J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung. Stuttgart 1990. S. 185 u. 186.

4 Vgl. Meckseper, Cord/ Schraut, Elisabeth (Hrsg.): Die Stadt in der Literatur. Vandenhoeck und Ruprecht. Göttingen 1983. S. 5 & 6.


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