Autor: Matthias Endlich
Fach: Gemeinschaftskunde / Sozialkunde
Details
Institution/Hochschule: Universität Rostock (Institut für Soziologie und Demografie)
Jahr: 2004
Seiten: 22
Note: 2,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 207 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-29007-4
Zusammenfassung / Abstract
In dieser Arbeit werden die methodischen Grundformen im Fach Sozialkunde aufgearbeitet. Sowie die definitorische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Methode im Allgemeinen, als auch die begriffliche Herleitung und Erörterung im Speziellen für die Unterrichtsmethode und die Erläuterung der Formen Fallmethode und Fallprinzip, Projektmethode, Planspiel und Rollen- und Simulationsspiele, sind Schwerpunkte. Die zu beschreibenden Großformen sind nicht die einzig vorkommenden, sollen aber stellvertretend für die komplexen und umfangreichen methodischen Möglichkeiten stehen. In der Beschreibung der Methoden wird vor allem auf Zielsetzungen, Kennzeichen und Ablauf, als schematische Herangehensweise, Wert gelegt.
Textauszug (computergeneriert)
Methodische Großformen im Fach Sozialkunde
von: Matthias Endlich
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 2
2. Grundlagen Seite 2
2.1 Definitionsversuche - Methode Seite 3
2.2 Definitionsversuche - Unterrichtsmethode Seite 3
2.3 Methodenkompetenz Seite 5
3. Methodenformen Seite 8
3.1 Methodenkonzeptionen Seite 8
3.1.1 Fallmethode und Fallprinzip Seite 8
3.1.2 Projektmethode Seite 11
3.1.3 Plan-, Rollen- und Simulationsspiele Seite 17
4. Problemgehalt der Großformen Seite 20
5. Schlusswort. Seite 21
6. Abbildungsverzeichnis Seite 22
7. Literaturverzeichnis Seite 22
1. Einleitung
In dieser Arbeit werden die methodischen Grundformen im Fach Sozialkunde aufgearbeitet. Sowie die definitorische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Methode im Allgemeinen, als auch die begriffliche Herleitung und Erörterung im Speziellen für die Unterrichtsmethode und die Erläuterung der Formen Fallmethode und Fallprinzip, Projektmethode, Planspiel und Rollen- und Simulationsspiele, sind Schwerpunkte. Die zu beschreibenden Großformen sind nicht die einzig vorkommenden, sollen aber stellvertretend für die komplexen und umfangreichen methodischen Möglichkeiten stehen. In der Beschreibung der Methoden wird vor allem auf Zielsetzungen, Kennzeichen und Ablauf, als schematische Herangehensweise, Wert gelegt.
2. Grundlagen
Der Sozialkundeunterricht unterliegt, wie jeder der andern Fächer, einer bestimmten Form der unterrichtlichen Bearbeitung von Inhalten. Diese Bearbeitung kann je nach Konzeption, Situation und Lernstoff unterschiedlich sein. Es wird keinem Lehrer vorgeschrieben, wie er seinen Unterricht zu gestalten hat. Diese Handlungsfreiheit beruht auf eine Vielzahl von möglichen Unterrichtsformen und –methoden. Sie bestimmen die Verlaufsstruktur, Kommunikationsformen und Organisation des Lernprozesses. Welche Methode für welchen Inhalt am besten geeignet ist, kann nicht allgemeingültig bestimmt werden. Diese Entscheidung trifft der Lehrer aufgrund seiner Erfahrungen, Ausbildung und Können. Zudem kann das Erlernen von Methoden selbst Unterrichtsinhalt sein (Methodenkompetenz). Problematisch ist die wissenschaftlich – theoretische Vielfalt und Komplexität, die dem Begriff Methode zugrunde liegt und die daraus resultierende begriffliche Unsicherheit. In Rahmen- bzw. Lehrplänen werden vereinzelt Methoden für die Erarbeitung von politischen Themen vorgeschlagen. Für das Fach Sozialkunde lassen sich eine Vielfalt von Unterrichtsmethoden zur Erschließung von Unterrichtsinhalten einsetzen. Unterrichtsmethoden im Politikunterricht formulierte Gagel als »Zielgerichtete Verfahrensweisen« und Giesecke als »Modalitäten zur Bearbeitung politischer Themen«.1
2.1 Definitionsversuche - Methode
Der Begriff Methode entstammt der philosophischen Tradition. Platons Methode der Mäeutik (Hebammenkunst) prägte diesen Begriff. Die Methode bezeichnet damit die Ordnung des Weges und des Vorgehens.2 „Als Methode wird das planmäßige Vorgehen, um theoretische und praktische Ziele in Wissenschaft und Forschung, aber auch im alltäglichen Leben sicher und bestmöglich zu erreichen, bezeichnet. [...] Experiment, teilnehmende Beobachtung, Beobachtung, psychologischer Test und Befragung (Fragebogen, Interview) sind Beispiele für sozialwissenschaftliche Methoden.“3 Im Allgemeinen gelten die Lehre von der Begriffsbildung und die Lehre von den Begründungsverfahren als Kennzeichen und Unterscheidungsmerkmal der einzelnen Wissenschaften und sind somit die wichtigsten Teile der wissenschaftlichen Methode. Mickel erörtert folgendermaßen: „Methode bezieht sich auf die Reflexion des Verhältnisses von Gegenstand und Erkenntnis (oder Begriff), d. h. auf die didaktische Frage nach dem Bedeutsam-Allgemeinen und den Inhalten, durch die es repräsentiert wird“4. Er unterscheidet zwischen der wissenschaftlichen Methode und der Unterrichtsmethodik. Weiterhin führt Mickel an, dass Methode nicht allein ein Instrument ist. Sie ist einerseits die gewollte Anordnung eines Wissensstoffes für seine wirksame Verwendung und andererseits gegenstands- und inhaltskonstitutiv, also bestimmt die wesentlichen Bedingungen und das Wesen vom Inhalt und Gegenstand.
2.2 Definitionsversuche - Unterrichtsmethoden
Unterrichtsmethoden sind demnach eine dem Inhalt, dem Wissensstoff, angepasste Art und Weise von Auseinandersetzung zwischen Lehrenden und Lernenden bzw. selbst Gegenstand des Unterrichts. Sie sind notwendig, um unter bestimmten Bedingungen das gewünschte Unterrichtsziel zu erreichen und stellen damit u.a. Vermittlungskonzeptionen dar. Sie strukturieren die Thematik des zu behandelnden Gegenstandes und integrieren die vielfältigsten Unterrichtstechniken. Dabei sind Selbsttätigkeit, Kreativität, Selbstbestimmung, politische Beteiligung, demokratisches Verhalten und Teamarbeit bestimmende Vorgaben bei der Auswahl einer Unterrichtsmethode; ein offenes Curriculum vorausgesetzt.5 Eine Unterrichtsmethode hat die Aufgabe für die Lernenden optimale Bedingungen zum Erschließen des Lernstoffes (Gegenstand/Problem) zu schaffen. Ihr stehen dabei bestimmte Verfahren und Mittel des Lehrens und Lernens sowie die ihnen zugeordneten Organisationsformen zur Verfügung. Sie ist laut Mickel „[...] nach lerntheoretischen, intentionalen, inhaltlichen, funktionalen oder medialen Implikationen“6 zu differenzieren. Eine Methode muss somit Bedingungen schaffen, unter denen der Lernende in die optimale Lage gebracht wird, Struktur und Gehalt eines Gegenstandes zu erkennen und zu verarbeiten. Diese Bedingungen umfassen ein strukturgerechtes und schrittweise Vorgehen, fachgerechte Arbeitsweisen und Techniken und den Einsatz entsprechender Medien und Unterrichtsformen. Somit bestimmt eine Unterrichtsmethode neben der Strukturierung von Lerninhalten auch die Planung von Unterrichts- und Organisationsformen, Untersuchungstechniken und Medieneinsatz. Sie ist vom Lernziel und weiter von der Art des Lehrens und Lernens abhängig. Methodenbestimmend ist somit die Wahl auf rezeptive, aktive oder kritische Lernart.
[...]
1 Vgl.: Bundeszentrale für politische Bildung: Politikdidaktik kurzgefaßt – Planungsfragen für den Politikunterricht. Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung; Band 326. Bonn, Neudruck 1995. Seite 140f.
2 Vgl.: Mickel, W.W. (Hrsg.): Handbuch zur politischen Bildung. Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung; Band 358. Bonn, 1999. Seite 333.
3 Aus: „Methode“, Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie. © 1993 – 1998 Microsoft Corporation.
4 Aus: Mickel, W.W., Seite 332.
5 Vgl.: Ebenda.
6 Aus: Ebenda., Seite 333.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: