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Hauptseminararbeit, 2004, 23 Seiten
Autor: Anne-Katrin Thierschmidt
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Details
Tags: Faktoren, Wohlbefindens, Alter
Jahr: 2004
Seiten: 23
Note: gut
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-29039-5
Dateigröße: 292 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Faktoren des Wohlbefindens im Alter
von: Anne-Katrin Thierschmidt
Inhalt
1 Einleitung
2 Begriffe
2.1 Altern und Alter
2.2 Wohlbefinden
3 Entwicklungsaufgaben im Alter
4 Faktoren zum Wohlbefinden im Alter
4.1 Gesundheit und Wohlbefinden
4.2 Persönlichkeitsmerkmale
4.3 Soziale Netzwerke
4.3.1 Die Rolle der Familie
4.3.2 Produktivität und Engagement älterer Menschen
4.4 Wohnsituation
4.5 Mobilität
4.6 Freizeit und Aktivität 4.6.1 Sportliche Aktivität 4.6.2 Reisen
5. Fazit 21
1 Einleitung
„Seit 1855 hat sich die Lebenserwartung der Deutschen von 37 Jahren auf 77 Jahre mehr als verdoppelt“ (Opaschowski 1999, S.91). Opaschowski legt als Neuerung für die ältere Generation im 20. Jahrhundert unter anderem dar, dass aus dem Erwerbsleben ausscheiden muss, wer die dazu bestimmte Altersgrenze erreicht hat. Somit mündet die „Erwerbsphase“ nahtlos in die „Nacherwerbsphase“ (Opaschowski 1999, S.91). Wer nun mit 65 Jahren oder noch früher aus dem Erwerbsleben austritt, hat noch viele Jahre vor sich, die es zu gestalten gilt, denn: „Gewonnene Jahre sind nicht automatisch erfüllte Jahre“ (Opaschowski 1999, S.92). Was aber sind „erfüllte Jahre“ im Zusammenhang mit Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden und welche Faktoren spielen möglicherweise eine Rolle? In der vorliegenden Arbeit möchte ich einige Faktoren des Wohlbefindens und der „Erfüllung“ im Alter herausstellen und näher beleuchten. Dabei ist zunächst einmal von Interesse, was die Begriffe Alter und Altern sowie Wohlbefinden meinen können. Darüber hinaus wird kurz dargestellt, welche Entwicklungsherausforderungen sich im hohen Lebensalter stellen. Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich nur mit einigen Faktoren, die Wohlbefinden und Lebensqualität im Alter beeinflussen. Es wurden Aspekte wie Gesundheit und physisches Wohlbefinden, die Rolle von Persönlichkeitsmerkmalen, soziale Netzwerke, Wohnsituation, Mobilität und Freizeit ausgewählt, um deren Bedeutung im Ansatz darzustellen. Die Darstellung erfolgt wissend, dass es noch eine Reihe mehr einflussnehmender Größen gibt. Aufgrund der Komplexität des Themas ist hier nur ein Teil der Faktoren angeführt, die ich für nachhaltig auf das Wohlbefinden älterer Menschen einflussnehmend erachte.
2 Begriffe
2.1 Altern und Alter
Soll von “Alter“ gesprochen werden, kann der Prozess des Alterns nicht ganz außer Acht gelassen werden. Ich spreche dabei von einem zunächst einmal primär biologischen Prozess, beginnend mit der Geburt. Gesellschaftlich bedingt wird dieser Prozess durch verschiedenste Entwicklungsaufgaben, Erwartungen und Zwänge und nicht zuletzt beeinflussen auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen individuelle Entwicklungsbedingungen im Lebenslauf und somit auch Ressourcen und Einschränkungen. Der Alterungsprozess wird demnach durch eine Vielzahl verschiedener Faktoren beeinflusst mit denen die Menschen unterschiedlich umgehen. Durch das subjektive Erleben eines jeden Einzelnen laufen Alterungsprozesse individuell und verschieden ab. Daher ist für mich zunächst einmal klarzustellen, dass Altern meiner Auffassung nach nicht unbedingt gleichbedeutend ist mit dem Nachlassen geistiger und sozialer Fähigkeiten. Eine Definition für das “Alter“ ist in der neueren Literatur darüber hinaus nur schwer zu finden. Das mag darin begründet liegen, dass auch das Alter eine Lebensphase voller Vielfalt ist, was die Notwendigkeit einer Differenzierung mit sich bringt. So gibt es nicht nur „die Alten“, sondern im Alter von 60 bis 70 Jahren die „jungen Alten“ und von 70 bis 80 Jahren die „mittleren Alten“ (vgl. Staudinger, U. M.; Schindler, I 2002, S. 69). Personen, die das durchschnittliche Lebensalter überschritten haben, gelten als „Hochaltrige“. Dies sind zur Zeit die über 80jährigen, da Frauen im Durchschnitt 79 Jahre und Männer 73 Jahre alt werden (vgl. Opaschowski 1999, S.92).
Darüber hinaus wird chronologisches und biologisches Alter unterschieden. Unter chronologischem Alter versteht sich demnach, wie vorhergehend beschriebene bisherige Lebensdauer. Biologisches Alter bezeichnet dagegen vielmehr die individuelle Leistungsfähigkeit eines Menschen. Beide Alterungsprozesse müssen hierbei nicht deckungsgleich verlaufen, da gerade das biologische Alter und die Leistungsfähigkeit bedingt wird durch verschiedene Faktoren (vgl. Cohen, A. 2002, S. 293) – eine Wechselwirkung, die auch im Folgenden an mehreren Stellen deutlich wird. In der folgenden Auseinandersetzung werde ich jedoch keine Differenzierung vornehmen und von „älteren“ oder „betagten“ Menschen und „Senioren“ als den Personen reden, die das 60. Lebensjahr erreicht haben und aus dem Erwerbsleben bereits ausgeschieden sind. Gerechtfertigt sehe ich dies durch die „[...] Tendenz zum frühen Ruhestand schon ab 60 Jahren [...]“ (vgl.: Staudinger, U. M.; Schindler, I 2002, S. 69) und früher, auch wenn das Rentenalter derzeit bei 65 liegt.
2.2 Wohlbefinden
Bei dem Versuch, “Wohlbefinden“ zu definieren, fällt bei genauerer Betrachtung auf, dass viele Ansätze sich an „Defizit-Paradigmen“ orientieren. Die meisten Definitionen gehen beispielsweise von einem Nichtvorhanden sein von Gebrechen und Beschwerden aus. Des weiteren scheint fraglich, ob Wohlbefinden gleichzeitig auch psychische Gesundheit meint, sowie Glück, Zufriedenheit und Lebensqualität (vgl. Höpflinger, F.; Stuckelberger, A. 1999, S. 207). Es ist eine Frage der Sichtweise: Ich meine, die Begriffe überschneiden sich inhaltlich, können aber nicht genau das gleiche meinen. Wohlbefinden erscheint mir abhängig von verschiedenen Faktoren - sowohl von objektiven Lebensbedingungen wie von subjektiven Bewertungen. So ist Wohlbefinden auch von unterschiedlichen entwicklungsbedingten Beurteilungen je nach Lebensphase, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft abhängig. Multiperspektivisch lassen sich zur Begriffsklärung soziologische, psychologische und medizinische Sichtweisen zusammenfassen. Aus soziologischer Perspektive meint soziales Wohlbefinden etwa das Vorhandensein von Autonomie und die Möglichkeit zu Partizipation. Auch materielle ‚objektive’ Kriterien wie Wohnsituation, Gesundheitsversorgung, soziale und familiäre Aktivitäten und finanzielle Lage sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Psychisches Wohlbefinden umfasst darüber hinaus eher subjektive Kriterien wie positive oder negative Gefühlerlebnisse und die individuelle Bewertung des eigenen Lebens – Lebenszufriedenheit und Lebenssinn. Das Fehlen von Krankheit und Gebrechen, körperliche Zufriedenheit und Beschwerdefreiheit bedienen schließlich die medizinische Sichtweise des Begriffs sowie physisches Wohlbefinden selbst (vgl. online in Internet. URL: www.dza.de/download/11Gutes_Altern.pdf+alter+wohlbefinden&hl=de; 24.06.04).
3 Entwicklungsaufgaben im Alter
[...]
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