Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Diploma Thesis, 2002, 123 Pages
Author: Carmen Trautmann
Subject: Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
Details
Tags: Kooperation, Vernetzung, Faktoren, Ausgestaltung, Schule, Arbeitswelt, Bezug, Berufsanfänger, Behinderung, Beispiel, Hessens
Year: 2002
Pages: 123
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-29045-6
File size: 2651 KB
Other users also were interested in the following titles:
Excerpt (computer-generated)
Johann Wolfgang Goethe – Universität
Frankfurt am Main
Institut für Sonder- und Heilpädagogik
Diplomarbeit
Thema der Arbeit
Kooperation und Vernetzung als wesentliche Faktoren zur Ausgestaltung des Übergangs Schule /
Arbeitswelt im Bezug auf jugendliche Berufsanfänger mit geistiger Behinderung dargestellt am Beispiel Hessens
vorgelegt von
Carmen Trautmann
Abgabetermin: 09.01.2002
Inhaltsverzeichnis
1.) Zielsetzung und Problemstellung der Arbeit ... 6
2.) Die Übergangsphase Schule/Arbeitswelt als krisenanfällige Orientierungsphase in Hinblick auf einen neuen Lebensabschnitt ... 10
2.1.) Übergangsphasen sind stets krisenbehaftet – eine grundsätzliche Betrachtung ... 10
2.2.) Der Übergang von der Kindheit zur Jugend – eine Phase neuer Identitätsfindung und -bildung ... 15
2.3.) Die Übergangsphase Schule / Arbeitswelt ... 19
2.3.1.) Aus dem Schonraum Schule in den Ernst des Lebens - neue Lebensgestaltungsanforderungen an das Individuum ... 19
2.3.2.) Der Hauptschulabschluss als Mindestvoraussetzung für eine berufliche Ausbildung im dualen Berufsbildungssystem ... 20
2.3.3.) Soziale Schlüsselqualifikationen – soziale Kompetenz als unverzichtbare Ausgestaltungsfaktoren der Übergangsphase Schule / Arbeitswelt ... 22
2.3.4.) Gesellschaftlich bedingte Benachteiligungsfaktoren für jugendliche Berufsanwärter mit geistiger Behinderung im Berufsvorbereitungsprozess ... 25
2.3.4.1.) Geistige Behinderung als Arbeitskraft minderer Güte ... 25
2.3.4.2.) Die defizit- und defektorientierte Sichtweise des jugendlichen Berufsanwärters mit geistiger Behinderung (medizinisch – defizitäres Menschenbild) ... 28
2.3.4.3.) Der immer noch traditionell praktizierte Automatismus „Schülerschaft auf der Schule für Geistigbehinderte führt zur Mitarbeiterschaft der Werkstatt für behinderte Menschen" ... 31
2.3.4.4.) Das alleinige Planen und Handeln im eigenen Zuständigkeitsbereich ohne Kooperations- und Informationskontakte zu anderen am beruflichen Kooperationsprozess Beteiligten ... 32
3.) Kooperation und Vernetzung – ein neuer Weg zur verbesserten Ausgestaltung der Übergangsphase Schule /Arbeitswelt im Hinblick auf effiziente berufliche Qualifizierungs- und Integrationsprozesse von jugendlichen Berufsanfängern mit geistiger Behinderung ... 35
3.1.) Kooperation ... 35
3.1.1.) Kooperation was ist das? ... 35
3.1.2.) Das Kooperationsfeld der beruflichen Rehabilitation und Integration ... 36
3.1.3.) Kooperationsformen ... 40
3.1.3.1.) Interdisziplinäre Aspekte ... 40
3.1.3.2.) Personale Aspekte ... 41
3.1.4.) Bedingungen verbesserter Kooperation ... 45
3.2.) Vernetzung – Begriffsklärung, Ziele und Inhalte ... 47
3.3.) Die am beruflichen Rehabilitationsprozess und am Aufbau eines Systems von Kooperation und Vernetzung beteiligten Institutionen ... 49
3.3.1.) Die Werkstufe der Schule für Praktisch Bildbare ... 49
3.3.2.) Die regional zuständige Berufschule ... 54
3.3.3.) Der Berufsbildungsbereich der Werkstatt für behinderte Menschen ... 57
Exkurs: Detmolder-Lernwege-Modell ... 60
3.3.4.) Das örtlich zuständige Arbeitsamt ... 62
3.3.5.) Der regionalansässige Integrationsfachdienst ... 64
3.3.6.) Der jugendliche Berufsanwärter mit geistiger Behinderung ... 71
3.3.7.) Die Eltern ... 73
3.3.8.) Der Psychosoziale Dienst (nach erfolgter beruflicher Eingliederung) ... 76
3.3.9.) Das Integrationsamt ... 77
3.4.) „Runde Tische“ innerhalb der Region als eine Möglichkeit der Kooperation der am beruflichen Qualifizierungs- und Integrationsprozess beteiligten Institutionen ... 80
4.) Welche Möglichkeiten und Chancen bietet uns das SGB IX im Hinblick auf die Umsetzung von Kooperations- und Vernetzungsstrategien im Rahmen beruflicher Qualifizierungs- und Integrationsprozesse... 83
5.) Kooperation und Vernetzung in der modernen Informationsge-sellschaft: Eine zukunftsszenarische Ideensammlung zur verbesserten Ausgestaltung von beruflichen Qualifizierungs- und Integrationsprozessen für Menschen mit geistiger Behinderung - thesenhaft formuliert ... 89
6.) Literaturverzeichnis ... 98
7.) Anhang ... 112
1.)Zielsetzung und Problemstellung der Arbeit
Menschen mit geistiger Behinderung sind in ihrem Leben auf unterschiedlichste Hilfssysteme und Institutionen angewiesen, die durch unterschiedliche Schwerpunkte bezüglich der beruflichen Qualifikation und Integration gekennzeichnet sind.
Die viele Institutionen, die ihren Beitrag zur Qualifikation und Integration von jungen Menschen mit geistiger Behinderung leisten, tun dies jedoch oft ausschließlich in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich (vgl. PBI 1995, S.42).
So bereitet die Schule für Praktisch Bildbare ihre Schüler auf ein beruflich-integratives Leben vor (Selbstverwirklichung in sozialer Integration), das Arbeitsamt berät und fördert den Übergang in das Berufsleben. Dies alles wird gestützt durch das einzelfallorientierte Vorgehen der Integrationsfachdienste mit unmittelbaren Kontakten zum Berufsanwärter mit geistiger Behinderung sowie zu dessen Eltern.1 Zur Aufrechterhaltung eines sich etablierten Arbeitsverhältnisses trägt dann das Angebot des Psychosozialen Dienstes bei, und das Integrationsamt sorgt für den Kündigungsschutz von Menschen mit Behinderung und für begleitende Hilfen im Arbeits- und Berufsleben. Und falls eine direkte Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt noch nicht möglich ist, sollte die Teilnahme an einer Maßnahme im Berufsbildungsbereich den Menschen mit geistiger Behinderung die Möglichkeit bieten, auf eine weiterführende Ausbildung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereitet zu werden, in den Arbeitsbereich der Werkstatt für behinderte Menschen übergehen zu können oder eine Übergangsqualifikation erwerben zu können, die ihnen eine weiterführende Ausbildungsmaßnahme ermöglicht.
Der Mensch mit geistiger Behinderung macht hierbei jedoch die Erfahrung, dass er von jedem Teilsystem unterschiedlich gesehen und angesprochen wird.
Doch das System Mensch ist unteilbar, daher müssen die unterschiedlichen Teilsysteme kooperativ zusammenarbeiten, um den Menschen als Ganzes möglichst optimal zu fördern und voranzubringen (vgl. SPECK 1998, S. 531).
Daher ermöglicht erst die Entwicklung gemeinsamer Aufgaben und Ziele aller am Qualifikations- und Integrationsprozess beteiligter Institutionen und Personen ein verzahntes und erfolgreiches Arbeiten zu Gunsten des Berufsanwärters mit geistiger Behinderung. Kooperation ist somit ein unverzichtbarer Bestandteil im beruflichen Rehabilitations- bzw. Integrationsprozess.
Sie sollte jedoch kein einmaliges Handeln, sondern grundlegendes Arbeitsprinzip im Bereich der Rehabilitation, wie z.B. in beruflichen Qualifizierungs- und Integrationsprozessen sein. Daher setzt sie institutionelle und individuelle Rahmenbedingungen voraus.
Mit Einführung des SGB IX hat der Gesetzgeber nun endlich für alle Rehabilitations-Träger eine gemeinsame "Plattform" erschaffen, mit der durch Koordination und Kooperation ein gemeinsames Recht und eine einheitliche Praxis ermöglicht wird.
Das Ausmaß der jeweils notwendigen Unterstützungsleistungen durch das Rehabilitationssystem ergibt sich aus Art und Umfang der individuellen Beeinträchtigung des Menschen mit geistiger Behinderung. Aus diesem Grund ist es wichtig, stets den gesamten Lebenszusammenhang des Berufsanwärters mit geistiger Behinderung wahrzunehmen.
Doch um eine am Individuum orientierte ganzheitliche Unterstützungsleistung zu erreichen, spielt neben der Bereitschaft der Beteiligten zur Kooperation auch die Vernetzung der Kooperationspartner eine entscheidende Rolle.2
Das Rückgrat jeglicher Berufsvorbereitung sollte die soziale Kompetenz sein, da diese unabhängig vom unmittelbaren beruflichen Könnenspotential ist und somit für Menschen mit geistiger Behinderung, aufgrund der hohen Zugangsschwelle zu herkömmlichen Ausbildungsberufen, die Chance für das Gelingen eines beruflichen Integrationsprozesses bedeuten kann. Eine solche berufliche Integration bedeutet wiederum eine Absage an den immer noch praktizierten Automatismus „Schülerschaft auf der Schule für Geistigbehinderte führt zur Mitarbeiterschaft der Werkstatt für behinderte Menschen“ (JACOBS 1992, S. 16).
Die Entwicklung sozialer Kompetenz ist jedoch häufig ein Prozess, der bei jungen Menschen Zeit und Geduld erfordert, vor allem in der krisenhaften Phase der Adoleszenz, die mit natürlichen Irritationen und Schwankungen in der Selbstfindung einhergeht. Eine möglichst weitgehende Identitätsfindung ist jedoch eine grundlegende Voraussetzung für eine selbständige Entscheidung des jungen Menschen mit geistiger Behinderung.
Ich beabsichtige im Nachfolgenden, aufgrund der dringenden Notwendigkeit, dass Menschen mit geistiger Behinderung endlich einen gleichberechtigten Platz neben Menschen ohne Behinderung in unserer Gesellschaft einnehmen können, die Wichtigkeit und Effizienz der Kooperation und Vernetzung aller an der beruflichen Qualifikation und Integration von Berufsanwärtern mit geistiger Behinderung beteiligter Institutionen und Personen für den Übergang Schule / Arbeitswelt herauszustellen.
Das Normalisierungsprinzip hat zu einem anthropologischen Paradigmenwechsel3 geführt, der die `Theorie der Andersartigkeit von Menschen mit Behinderung` durch die `Theorie der Dialektik von Gleichheit und Verschiedenheit aller Menschen` immer mehr ablöst (vgl. HINZ 1997: Online im Internet: URL: http://bidok.uibk.ac.at/texte/hinz-betrieb.html) [Stand: 12.01.2001].
Im Zuge dieses Paradigmenwechsels wird das medizinisch-defizitäre Menschenbild bezüglich eines Menschen mit geistiger Behinderung immer mehr durch ein egalisierendes Menschenbild abgelöst.
Auch ich vertrete eine solche egalisierende Sichtweise dieser Menschengruppe und werde daher in meiner Arbeit, im Sinne des SGB IX, weitest möglich die Terminologie „Menschen mit geistiger Behinderung“ und nicht „Geistigbehinderte“ verwenden.
Ich möchte ebenfalls an dieser Stelle anmerken, dass aus Gründen der Übersichtlichkeit und Leserfreundlichkeit in dieser Diplomarbeit auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung in der Schreibweise verzichtet wurde und stets wenn die männliche Form benutzt wird automatisch auch die weibliche Form mitgemeint ist sowie umgekehrt.
2.) Die Übergangsphase Schule / Arbeitswelt als krisenanfällige Orientierungsphase im Hinblick auf einen neuen Lebensabschnitt
2.1.) Übergangsphasen sind stets krisenbehaftet – eine grundsätzliche Betrachtung
Das Wort Krise deutet im heutigen Verständnis nicht mehr nur auf einen drohenden Schicksalsschlag hin. Es wird nun vielmehr als ein Begriff für einen Wendepunkt anerkannt, an dem die menschliche Entwicklung den einen oder anderen Weg einschlagen muss, um sich Hilfsquellen des Wachstums, der Verbesserung und weiteren Differenzierung zu eröffnen (vgl. ERIKSON 1998 a, S. 12).
[...]
1 Sowie zu Praktikums- und Arbeitgebern.
2 Die Notwendigkeit und Effizienz von Kooperation und Vernetzung wurde mir erstmals durch die Teilnahme an dem projektbegleitenden Seminar „Berufliche Integration: Projektseminar zum Forschungsprojekt `Berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen`“ vor Augen geführt. Seit dieser Zeit bin ich für dieses Thema sensibilisiert und interessiere mich für Kooperationsformen und –möglichkeiten.
3 „Unter einen Paradigma wird die gemeinsame Überzeugung einer wissenschaftlichen Gemeinschaft verstanden“ (MOSER 1998, S. 279).
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Endstation WfbM? - Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung
Author: Alexandra FrankePedagogy - Orthopaedagogy and Special Education, 2004 Download as PDF-file for 29,90 EUR
Berufliche Qualifikation und Integration von Berufsanwärtern mit geistiger Behinderung
Author: Carmen TrautmannPedagogy - Orthopaedagogy and Special Education, 2001 Download as PDF-file for 34,90 EUR
Selbständigkeit und Selbstbestimmung bei geistig behinderten Menschen
Authors: Alexander Kahr, Martina LeichterPedagogy - Orthopaedagogy and Special Education, 2003 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Von der Schule in die Arbeitswelt - Möglichkeiten und Maßnahmen zur Verbesserung der beruflichen Qualifizierung und Integration von Menschen mit geistiger Behinderung am Beispiel der Region Südhessen
Author: Thomas WeberPedagogy - Orthopaedagogy and Special Education, 2002 Download as PDF-file for 34,90 EUR
Humanes Leben, Wohnen und Arbeiten von Menschen mit geistiger Behinderung
Author: Kathrin SchiborrSocial Pedagogy / Social Work, 2003 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Soziale Ungleichheit durch Behinderung
Author: Sven SzaliesSociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification, 1999 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Der Mensch mit geistiger Behinderung im Spannungsfeld zwischen Autonomie und Fürsorge am Beispiel des Persönlichen Budgets
Author: Joachim WöhrleSocial Pedagogy / Social Work, 2005 Download as PDF-file for 34,90 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: