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Hauptseminararbeit, 2004, 20 Seiten
Autor: Anonym
Fach: Pädagogik - Allgemein
Details
Tags: Rationalisierung, Entmenschlichung
Jahr: 2004
Seiten: 20
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-29075-3
Dateigröße: 165 KB
Untertitel: Auswirkungen des "flexiblen Kapitalismus" auf den Menschen. Achtung!!! Diese Arbeit enthält Inhalte, die zum Teil auch in meiner Arbeit "Siegeszug der Rationalisierung - Die McDonaldisierung der Gesellschaft" vorkommen.
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PH Freiburg
Rationalisierung und Entmenschlichung
2004
Inhaltsverzeichnis
1. Der flexible Kapitalismus und Rationalisierung
1.1. Definitionsversuch: „flexibler Kapitalismus“
1.2. Definition: Rationalisierung
2. Merkmale der neuen Gesellschaftsordnung (nach R. Sennett)
2.1. Drift
2.2. Routine
2.3. Flexibilität
2.4. Unlesbarkeit
2.5. Risiko
2.6. Das Arbeitsethos
2.7. Scheitern
2.8. Das gefährliche Pronomen
3. Die McDonaldisierung der Gesellschaft (nach G. Ritzer)
3.1. Vorläufer
3.2. Kernpunkte
3.3.Vor- und Nachteile
3.4. Leben in der McDonaldisierten Gesellschaft
3.5. Kritik an Ritzer
4. Abschließende Gedanken
5. Literaturverzeichnis
1. Der flexible Kapitalismus und Rationalisierung
Richard Sennett nennt das „neue Regime“ in dem wir leben „flexiblen Kapitalismus“1. Die globale Ökonomie der Wirtschaft ist auf Kurzfristigkeit und Elastizität angelegt und die Auswirkungen sind drastisch. Sie fordert einen flexiblen Menschen, der immer bereit ist für neue Aufgaben, Arbeitsformen, eine neue Arbeitsstelle oder einen anderen Wohnort.
Sennett beschreibt in seinem Buch „Der flexible Mensch“ die wesentlichen Merkmale dieses neuen Arbeits- und Lebensstils und stellt die Frage, wie diese Eigenschaften mit dem menschlichen Charakter vereinbart werden können. Denn dieser ist auf Langfristigkeit, Verlässlichkeit und Entwicklung angewiesen.
Ein weiteres Merkmal des „flexiblen Kapitalismus“ ist die zunehmende Rationalisierung. Während Sennett diese nicht explizit beschreibt, so ist sie Thema von George Ritzers Buch „Die McDonaldisierung der Gesellschaft“. Er beschreibt die zunehmende Rationalisierung der modernen Gesellschaft. Als exemplarisches Beispiel für die verschiedenen Elemente der Rationalisierung dient ihm dabei die weltweit expandierende Fast-food-Kette McDonald`s. Diese sei, so Ritzer, Ausdruck einer sich ausbreitenden Produktions- ,Wirtschafts- , ja sogar Lebensform. Die Vorläufer der Rationalisierung, deren Kernpunkte, Vor- und Nachteile und Tipps zum Leben in der McDonaldisierten Gesellschaft führt Ritzer anschaulich anhand zahlreicher Beispiele auf.
Während Richard Sennett die Schattenseiten der Flexibilität beschreibt und von deren schädlichen Wirkung auf den menschlichen Charakter, warnt Ritzer vor den negativen Auswirkungen zunehmender Rationalisierung und spricht sogar von „Entmenschlichung“.
Es folgt zunächst eine knappe Definition der Begriffe. In Punkt 2. werde ich die wesentlichen Inhalte des Buches „Der flexible Mensch“ darstellen, um dann in den folgenden Punkten den Schwerpunkt auf G. Ritzers Buch zu legen. Zum einen scheint es mir persönlich provokanter und kritikwürdiger, zum anderen hat es bei mir auch größeres Interesse geweckt. Aus diesen Gründen lege ich den Schwerpunkt der Kritik ebenfalls auf Ritzers Buch.
1.1. Definitionsversuch: „flexibler Kapitalismus“
Sennett gibt keine klare Definition für diesen Begriff, sondern erklärt lediglich dessen Bedeutung. Demnach geht es im „flexiblen Kapitalismus“ darum, sich flexibel zu verhalten, offen für kurzfristige Veränderungen zu sein, ständig Risiken einzugehen und gleichzeitig weniger abhängig von Regeln und Formalitäten zu sein. Starre Routine und Bürokratie haben hier keinen Platz mehr.
1.2. Definition: Rationalisierung
„[...] mit vielfältigen Bedeutungen gebrauchter Begriff mehrerer Sozialwissenschaften, meist im Sinne von Prozessen der Vereinfachung, der Effektivierung, der klareren Strukturierung.
[...] Bei M. Weber und anderen Autoren Bezeichnung für einen Teilprozess oder ein Moment der Herausbildung der kapitalistischen Gesellschaft bzw. der industriellen Gesellschaft: R. als Einrichtung der Lebensführung auf geplante Zweck – Mittel – Beziehungen, als Durchsetzung rationaler Rechnungsführung und Betriebsführung, als Aufkommen einer rationalistischen ökonomischen Gesinnung und als Verbreitung rationaler Verwaltung.“2
„[...] Der Prozess der abendländischen R. beinhaltet einen wiss. orientierten Fortschritt der Technik, die Ausbreitung der Zweck – Mittel – Rationalität, einer rationalen, erfolgsorientierten Wirtschaftsweise, des formalen Rechts u. der bürokratischen Verwaltung sowie einer rationalen Lebensführung.
[...] R. ist zwangsläufig verbunden mit Arbeitsteilung, Normierung u. Standardisierung, Organisation und Bürokratisierung.
[...] Ökonom. u. techn. R. wirkt immer auch als Veränderung der soz. Beziehungen, so dass beachtet werden muss, welche Spannungen zw. den individuellen Lebensbedürfnissen der Menschen u. den neuen Systemnormen von R.prozessen durch welche R.fortschritte erkauft werden. Hauptproblem im Sinne von modernen Humanitätsvorstellungen fortschrittl. R. ist darum die Verbindung optimal wirksamer Kooperationssysteme mit einer optimalen Erhöhung der subjektiven Befriedigungserlebnisse der beteiligten Personen.“3
2. Merkmale der neuen Gesellschaftsordnung (nach R. Sennett)
2.1. Drift
Unter Drift versteht Sennett ein „zielloses Dahintreiben“. Gemeint ist damit häufiges Umziehen, Stellenwechsel, flüchtige Freundschaften, keine Ortsgemeinde und die damit einhergehende Angst, die Kontrolle über das Leben (und über das Gefühlsleben) zu verlieren.
[....]
1 Definition siehe 1.1.
2 Lexikon zur Soziologie. Opladen 1994, S. 324
3 Hillman, K.-H.: Wörterbuch der Soziologie. Stuttgart 1994, S. 716
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