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Auswirkungen der Computerfachsprache auf die Alltagssprache

Termpaper, 2004, 22 Pages
Author: Christian Stein
Subject: German Studies - Linguistics

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V27020
ISBN (E-book): 978-3-638-29170-5
ISBN (Book): 978-3-638-64928-5
File size: 273 KB

Abstract

Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, die Auswirkungen der Computerfachsprache auf die Alltagssprache zu untersuchen und im Zuge dessen neue sprachliche Tendenzen und Entwicklungen aufzuzeigen, die direkt durch den Einzug des Computers ins tägliche Leben entstanden sind. Darüber hinaus soll gezeigt werden, an welchen Stellen der Computer in unser tägliches Leben eingreift und welche sprachlichen Fähigkeiten diesbezüglich von den Nutzern abverlangt werden. Wichtig für die folgenden Ausführungen ist zunächst eine präzise Definition der Begriffe Computerfachsprache und Computerwortschatz. Unter Computerwortschatz verstehe ich in diesem Zusammenhang alle Termini, die eine auf den Computer bezogene Bedeutung haben. Da der Computer heute in nahezu allen Lebensbereichen präsent ist, kann man nicht mehr von einer reinen Gruppensprache reden, vielmehr haben inzwischen fast alle Sprachteilnehmer Teile des Computerwortschatzes in die Gemeinsprache aufgenommen. Während die Computerfachsprache also ursprünglich eine rein informatikinterne Fachterminologie ist, sind Teile davon heute allgemein als Computerwortschatz nicht mehr von der Gemeinsprache zu trennen. Wie unsere Alltagssprache nun durch den Computerwortschatz ergänzt und verändert wird, soll im Folgenden gezeigt werden.


Excerpt (computer-generated)

Technische Universität Carolo- Wilhelmina zu Braunschweig
Seminar für deutsche Sprache und Literatur
Proseminar: Einführung in das Studium historischer Sprachstufen

Auswirkungen der Computerfachsprache
auf die Alltagssprache

von: Christian Stein

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung  1

2 Die Geschichte der Computersprachentwicklung  1

2.1 Anfangsphase:  2
2.2 Öffnungsphase:  3
2.3 Publikumsphase:  4

3 Computer im Alltag  5

3.1 Handel / Einkaufen  6
3.2 Finanzen  6
3.3 Kommunikation  6
3.4 Unterhaltung  7
3.5 Information  7

4 Computeralltagswörter  9

5 Fachliteratur als Sprachspiegel  12

6 Die Chatsprache  15

7 Überblick und Ausblick  18

8 Literaturverzeichnis  19

 


 

1 Einleitung

Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, die Auswirkungen der Computerfachsprache auf die Alltagssprache zu untersuchen und im Zuge dessen neue sprachliche Tendenzen und Entwicklungen aufzuzeigen, die direkt durch den Einzug des Computers ins tägliche Leben entstanden sind. Darüber hinaus soll gezeigt werden, an welchen Stellen der Computer in unser tägliches Leben eingreift und welche sprachlichen Fähigkeiten diesbezüglich von den Nutzern abverlangt werden. Wichtig für die folgenden Ausführungen ist zunächst eine präzise Definition der Begriffe Computerfachsprache und Computerwortschatz. Unter Computerwortschatz verstehe ich in diesem Zusammenhang alle Termini, die eine auf den Computer bezogene Bedeutung haben. Da der Computer heute in nahezu allen Lebensbereichen präsent ist, kann man nicht mehr von einer reinen Gruppensprache reden, vielmehr haben inzwischen fast alle Sprachteilnehmer Teile des Computerwortschatzes in die Gemeinsprache aufgenommen. Während die Computerfachsprache also ursprünglich eine rein informatikinterne Fachterminologie ist, sind Teile davon heute allgemein als Computerwortschatz nicht mehr von der Gemeinsprache zu trennen. Wie unsere Alltagssprache nun durch den Computerwortschatz ergänzt und verändert wird, soll im Folgenden gezeigt werden.

2 Die Geschichte der Computersprachentwicklung

„Geschwindigkeit“ ist das Schlagwort, mit dem sich die Ausbreitung des Computers in unser Leben wohl am besten beschreiben lässt. Zum einen verlangt die zunehmende Geschwindigkeit unserer Zeit in Bezug auf Informationsbewältigung und -verarbeitung nach Medien, die diesem Tempo entsprechen können. Zum anderen tritt auch die Ausbreitung der Technologie selbst mit nie da gewesener Geschwindigkeit auf. So wird das Volumen des europäischen Marktes für Multimedia im Jahr 2000 auf über 37 Milliarden Dollar geschätzt, gegenüber 1,5 Milliarden Dollar im Jahr 19941. Mit der Ausbreitung einer neuen Technologie erweitert sich immer auch die Sprache, um präzise über sie kommunizieren zu können. Dabei muss zwischen den verschiedenen Benutzergruppen unterschieden werden, die mit der Technologie in Berührung kommen. Je weiter sich eine Technologie verbreitet, desto mehr unterschiedliche Benutzergruppen kommen mit ihr in Berührung; angefangen von den Experten bis hin zu verschiedenen Laiengruppen, die alle ihre eigenen Varietäten entwickeln. Allgemein für die Entwicklung von Sprache gilt:

- Die Sprachentwicklung folgt der Sachentwicklung
- Die Sprache folgt den kommunikativen Bedürfnissen innerhalb der Varietät
- Die Sprache folgt dem jeweiligen mentalen Modell, dem Technikleitbild oder der subjektiven Theorie über die Technologie2

Die Geschichte der Computerfachsprache ist demzufolge hauptsächlich im Zusammenhang mit der Geschichte des Computers selbst und seiner Verbreitung zu sehen. Die Ausbreitung der Computertechnologie und ihrer Sprache lässt sich in drei Phasen gliedern:

2.1 Anfangsphase:

Die so genannte Anfangsphase des Computerwortschatzes beginnt Mitte der 40er Jahre und verläuft bis Ende der 60er Jahre. Konrad Zuse baute 1938 den Z1, die erste speicherprogrammierbare Rechenmaschine und ging damit als „Vater des Computers“ in die Geschichte ein. Einen weitaus höheren Bekanntheitsgrad erreichte dann 1945 der amerikanische ENIAC, der mit seinen gigantischen Ausmaßen und der Verwendung von Elektronenröhren das Bild des Elektronengehirns prägte. Der nächste große Schritt war 1949 der EDSAC, der durch Miniaturisierung in integrierten Schaltkreisen und erstmals Transistoren unserem Bild eines modernen Computers schon vergleichsweise nahe kam.3 Innerhalb dieser Anfangsphase ist die Technologie noch sehr jung und zu großen Teilen experimentell. Dementsprechend sind Computerwissen und Wortschatz fast nur innerhalb des Fachs Informatik bzw. den Mutterdisziplinen Physik, Mathematik und Logik vorhanden.4 Der Wortschatz der einzelnen Teilbereiche der Informatik setzt sich zunächst größtenteils aus übernommenen Fachbegriffen der Ingenieurswissenschaften, angewandten Mathematik, Algebra, Formalsprachtheorie und Kalkültheorie zusammen. Fachexterne Berichte kommunizieren überwiegend laienhaft über das Thema mit Begriffen wie: Maschine, Gerät, Automat, Elektronengehirn, Maschinengehirn, ENIAC (Typbezeichnung) etc.

Die Bezeichnungen sind undifferenziert, mystifizierend, ungenau und allgemein. Über das Thema Informatik sind nur sehr wage Vorstellungen verbreitet, kaum ein Laie weiß zu diesem Zeitpunkt fachliche Aspekte präzise zu beschreiben. Dementsprechend werden Begriffe aus der Computerfachsprache auch allgemein als fachsprachliche Termini begriffen, die in der Alltagskommunikation paraphrasiert werden müssen, um verständlich über die Semantik kommunizieren zu können. Eine klare Trennung zwischen Computerfachsprache und Alltagssprache ist zu diesem Zeitpunkt also noch gegeben.

2.2 Öffnungsphase:

[...]


1 SAAKE / SATTLER 2002: Algorithmen und Datenstrukturen, S. 3

2 WICHTER 1991: Zur Computerwortschatz- Ausbreitung in die Gemeinsprache: Elemente der vertikalen Sprachgeschichte einer Sache, S. 23

3 YOUNG 1989: Steve Jobs -Der Henry Ford der Computerindustrie, S. 39ff

4 BUSCH 1998: Metaphern in der Informatik, S. 29


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