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Hausarbeit, 1997, 22 Seiten
Autor: Jan Jansen
Fach: Geschichte - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Details
Institution/Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin (Institut für Geschichtswissenschaften)
Tags: Gründer, Anfänge, Illuminaten, Adam, Weishaupt, Ordenskonzept, Aufklärung, Deutschland
Jahr: 1997
Seiten: 22
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-29181-1
Dateigröße: 209 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Der Gründer und die Anfänge der "Illuminaten":
Adam Weishaupt und sein Ordenskonzept
von: Jan Jansen
4. Fachsemester
INHALTSVERZEICHNIS
I. Einleitung: Themenstellung und Vorgehensweise 3
II. Der Entstehungszusammenhang: Bayern und die Universität Ingolstadt gegen Ende des 18. Jahrhunderts 5
III. Die Biographie Adam Weishaupts bis zur Gründung des Illuminatenordens 7
IV. Das System des Illuminatenordens bis zur Kniggeschen Reform 11
1. Die Zielsetzung der Illuminaten in der Anfangsphase 11
2. Die Strategie und Methode: Das Gradsystem 13
2.1. Das Noviziat 13
2.2. Die Minervalklasse 17
2.3. Die Mysterien 18
V. Zusammenfassung: Die Einflüsse der Biographie Weishaupts auf sein Konzept des Illuminatenordens 18
Literaturliste 22
I. Einleitung: Themenstellung und Vorgehensweise
Die vorliegende Hausarbeit befaßt sich mit dem Illuminatenorden - einem radikal-aufklärerischem Geheimbund, welcher nur knapp ein Jahrzehnt Bestand hatte, jedoch insbesondere durch die anschließende Verfolgungsgeschichte breite Spuren hinterlassen hat1. Hierbei focussiert sie den Blick auf den Gründer Adam Weishaupt und die von ihm konzipierte Ordensstruktur. Freiherr von Knigge, welcher Weishaupt kennengelernt hatte wie kaum ein anderer (durch intensive Ordenstätigkeit in hoher Position)und das von diesem erarbeitete System reformierte, charakterisierte ihn als „vortreflichen Kopf“ und „tiefen Denker“, der mit glühendem Eifer daran arbeitete, „etwas Großes und der Menschheit wichtiges zu unternehmen“2. In der verwendeten Sekundärliteratur zu dem Geheimorden wird Weishaupt beschrieben als ein „ehrgeiziger Gelehrter von seltsamer Weltfremdheit“ 3, seine „empfindliche, hochmütige und intrigante Wesensart“4 und seine „Kampfnatur“ 5 wird hervorgehoben, wobei sich „ein ausgeprägter nüchtern-konstruktiver Rationalismus mit kleinlicher Pedanterie und bisweilen grotesk anmutender Selbstüberschätzung“6 verband. Gerade der Aspekt der Selbstüberschätzung wird immer wieder hervorgehoben, und insgesamt fällt die Beurteilung seiner Persönlichkeit deutlich negativ aus7.
Bei der Auseinandersetzung mit Weishaupts Leben und seiner Ordensgründung fiel auf, daß eine selbständige Biographie bisher nicht verfaßt wurde. Agethen begründet dies damit, daß „für den His- toriker vornehmlich der Abschnitt seines Lebens interessant ist, der in Verbindung mit dem Illuminatenbund steht; diese Phase kann über Quellen und Literatur hinreichend erschlossen werden“ 8. Da ich aber die biographische Komponente meines Themas mit dem von Weishaupt erarbeiteten Ordenssystem in Verbindung bringen wollte, fehlte mir eine Darstellung, die diese beiden Teilbereiche zusammenhängend erläutert. Dies soll im folgenden versucht werden. Hieraus ergibt sich die Gliederung der Arbeit: Zunächst einmal sollen die Zusammenhänge, in denen Weishaupt lebte und arbeitete, also die Verhältnisse in Bayern und speziell in Ingolstadt, dargestellt werden. Dies ergibt sich schon aus der Forderung an den Historiker, „den Spielraum von Möglichkeiten, den die verschiedenartigen Strukturen in ihrem Zusammenwirken ( strukturelle Konstellation) begrenzen, so eng wie irgend möglich zu ziehen“9; in der Literatur wird auch explizit auf den bayrischen Bezug der Gründung des Illuminatenordens verwiesen10. Dann soll der biographische Lebenslauf Weishaupts, eine „für katholische Aufklärer typische Sozialisationsgeschichte“11, dargestellt werden; sie stützt sich maßgeblich auf die Arbeit Le Forestiers12 zu den Illuminaten. Bei der sich anschließenden Darstellung des Systems des Illuminatenbundes wird das Blickfeld auf die Anfangsphase des Ordens, also von der Gründung bis zum Eintritt Knigges 1780, beschränkt, da Weishaupt in diesem Zeitraum noch sein eigenes Konzept in Reinkultur (ohne fremde Einmischung) durchziehen konnte13. Dieser Teilbereich stützt sich weitgehend auf eine selbständige Analyse des Dokumentationsteils von Dülmens grundlegender Arbeit zum Illuminatenbund14; anhand dieser Quellensammlung soll versucht werden, die Ordensstruktur für diesen Zeitraum weitgehend zu rekonstruieren. Auf Probleme der Ordensentwicklung, etwa bzgl. der Ausbreitung und der sozialen Zusammensetzung, wird ausdrücklich nicht eingegangen - aus dem einfachen Grund, weil Weishaupt zwar Instruktionen und Pläne erstellte, „indes er zu Ausführung seines Plans eigentlich gar nichts that“15. Er beschäftigte sich also lediglich mit der inhaltlichen und methodischen Entwicklung des Ordens, war aber nicht aktiv werbend unterwegs. Im letzten Teil der Arbeit sollen die Fäden zusammengezogen werden - es soll verdeutlicht werden, wo subjektive biographische Erfahrungen Weishaupts ihren Niederschlag in Die Darstellung der Biographie Weishaupts und der von ihm erarbeiteten Organisationsstruktur, sowie das Aufzeigen ihrer Zusammenhänge sind somit Hauptanliegen der vorliegenden Arbeit.
II. Der Entstehungszusammenhang: Bayern und die Universität Ingolstadt gegen Ende des 18. Jahrhunderts
[...]
1 Hammermayer, L., Illuminaten in Bayern. Zu Geschichte, Fortwirken und Legende des Geheimbundes, in: Glaser, H. (Hg.), Krone und Verfassung. König Max I. Joseph und der neue Staat, München 1980, S.146; Dülmen, R. v., Die Gesellschaft der Aufklärer, Frankfurt/M. 1986 (im folgenden: Dülmen, Aufklärer), S.100
2 Philo’s endliche Rede und Antwort, auf verschiedene Anforderungen und Fragen, die an ihn ergangen, seine Verbindung mit dem Orden der Illuminaten betreffend, 1788 (im folgenden: Philo’s Rede und Antwort), S.59, abgedruckt bei Dülmen, R. v., Der Geheimbund der Illuminaten, Stuttgart/Bad Cannstatt 1977 (im folgenden: Dülmen, Geheimbund), S.342
3 Dülmen, Aufklärer, S.101
4 Agethen, M., Geheimbund und Utopie, München 1984, S.70
5 Lennhoff, E., Politische Geheimbünde, Wien/München/Zürich 1966,S.18
6 Schindler, N., Der Geheimbund der Illuminaten - Aufklärung, Geheimnis und Politik, in: Reinalter, H. (Hg.), Freimaurer und Geheimbünde im 18. Jahrhundert in Mitteleuropa, Frankfurt/M. 1983, S.301
7 insbesondere bei Weis, E., Der Illuminatenorden (1776-1786). Unter besonderer Berücksichtigung der Fragen seiner sozialen Zusammensetzung, seiner politischen Ziele und seiner Fortexistenz nach 1786, in: Reinalter, H. (Hg.), Aufklärung und Geheimgesellschaften, München 1989, S.87-109
8 Agethen, S.70
9 Kocka, J. Sozialgeschichte. Begriff - Entwicklung - Probleme, Göttingen 1986, S.76 f.
10 Dülmen, Geheimbund, S.23 ff.; Schindler, S.301 f.; Lennhoff, S.18 f.; Fischer, M. W., Die Aufklärung und ihr Gegenteil, Berlin 1982, S.215 f.
11 Dülmen, Aufklärer, S.101
12 Le Forestier, R., Les Illumines de Baviere et la Franc-Maconnerie Allemande, Paris 1915
13 vgl. Dülmen, Geheimbund, S.23-42
14 Dülmen, Geheimbund, S.147-438
15 Philo’s Rede und Antwort, S.62, abgedruckt bei Dülmen, Geheimbund, S.343 seinem Ordenssystem fanden.
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