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Die Prozesskostenrechnung - Grundlagen, Verfahrensweisen, Einsatz

Scholarly Research Paper, 2004, 34 Pages
Author: Marc Schühle
Subject: Economics / Business: Controlling

Details

Category: Scholarly Research Paper
Year: 2004
Pages: 34
Grade: 1,5
Language: German
Archive No.: V27116
ISBN (E-book): 978-3-638-29243-6

File size: 379 KB
Notes :
Nach einer Einführung in die Thematik der PKR werden u.a. die Ziele u. Aufgabenfelder aufgezeigt. Anschließend wird eine Abgrenzung zu ABC vorgenommen. Die einzelen Vorgehensschritte werden ausführlich erläutert (mit Beispiel). Nun werden noch die Einsatzmöglichkeiten der PKR in der Kalkulation, der Deckungsbeitragsrechnung sowie als Kostenplanungs- u. Steuerungsinstrument anhand von Bsp. erläutert. Im letzten Abschnitt wird ein Fazit gezogen sowie Weiterentwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt.



Excerpt (computer-generated)

Die Prozesskostenrechnung - Grundlagen, Verfahrensweisen, Einsatz

von: Marc Schühle

8. Semester

 


Inhaltsübersicht

1 Grundlagen  6

1.1 Einführung in die Thematik 6
1.2 Die Stellung der Prozesskostenrechnung im System der betrieblichen Kostenrechnung  8
1.3 Die Prozesskostenrechnung  9

1.3.1 Das Wesen der Prozesskostenrechnung 9
1.3.2 Ziele der Prozesskostenrechnung  9
1.3.3 Aufgabenfelder der Prozesskostenrechnung  10
1.3.4 Abgrenzung zu Activity Based Costing  10

1.4 Einsatzfelder von ABC und PKR  11

2 Systematik und Vorgehensweise  12

2.1 Faktoren der Prozesskostenrechnung  12

2.1.1 Prozess 12
2.1.2 Kostentreiber 13
2.1.3 Prozesskosten 13

2.2 Vorgehensweise 13

2.2.1 Auswahl der einzubeziehenden Bereiche und Festlegung des Projektzieles 14
2.2.2 Tätigkeitsanalyse und Aufstellung einer Prozesshierachie  14
2.2.3 Bestimmung prozessbezogener Kostentreiber  15
2.2.4 Ermittlung der Prozesskosten je Teilprozess  16
2.2.5 Ermittlung der Prozesskostensätze je Teilprozess 16
2.2.6 Hauptprozessverdichtung  17
2.2.7 Kalkulation mit Prozesskostensätzen 18

2.3 Die Funktionen-Prozess-Matrix  18

3 Einsatzmöglichkeiten der Prozesskostenrechnung  18

3.1 Prozesskosten in der Kalkulation  18

3.1.1 Voraussetzung und Wirkung  18
3.1.2 Kalkulation mit Prozesskosten 19
3.1.3 Effekte der prozessbezogenen Kalkulation  20
3.1.4 Variantenkalkulation  22

3.2 Prozesskosten in der Deckungsbeitragsrechnung  22
3.3 Prozesskosten als Kostenplanungs- und Steuerungsinstrument 23

4 Beispiel zur Prozesskostenstellenrechnung  24

4.1.1 Auswahl der einzubeziehenden Bereiche und Festlegung des Projektzieles 24
4.1.2 Tätigkeitsanalyse und Aufstellung einer Prozesshierachie  25
4.1.3 Bestimmung prozessbezogener Kostentreiber  25
4.1.4 Ermittlung der Prozesskosten je Teilprozess  26
4.1.5 Ermittlung der Prozesskostensätze je Teilprozess 27
4.1.6 Hauptprozessverdichtung  27
4.1.7 Kalkulation mit Prozesskostensätzen 27

5 Fazit und Weiterentwicklung  30

6 Anhang 34

Anlage 1: Abbildungsverzeichnis 34
Anlage 2: Abkürzungsverzeichnis  34
Anlage 3: Literaturverzeichnis 35

 


 

1 Grundlagen

1.1 Einführung in die Thematik

Die traditionellen Ansätze des Rechnungswesens gehen auf die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück. Zu dieser Zeit des Industriezeitalters galt das Prinzip der Massenproduktion. Heute, im Jahr 2004, sind fast alle Märkte „Käufermärkte“, d.h. der Kunde bestimmt, welche Eigenschaften ein Produkt haben muss. Die Unternehmen fertigen nicht für einen homogenen Markt, sondern individuell nach Kundenwunsch, was viele Produktvarianten bedeutet. Durch die Veränderung der Kostenstrukturen verloren die existierenden Kostenrechnungssysteme zunehmend an Aussagekraft. Grund dafür ist der gestiegene Anteil der Gemeinkosten an den Herstellungskosten. Dadurch verschärfte sich das Problem der Zurechnung von Kosten auf die Kostenträger. Hinzu kommt eine Verschiebung der Kosten von der Produktion zu den vor- und nachgelagerten Bereichen (z.B. F&E, Produktionsplanung, Logistik, Vertrieb, Kundenservice), auch indirekte Bereiche genannt. Die ausgeprägte Globalisierung und die Neustrukturierung der Märkte haben zu einer enormen Erhöhung der Wettbewerbsintensität geführt. Eine detaillierte Kenntnis der eigenen Produktkosten ist existenziell. Die Produktkosten reichen aber heute allein als Informationsbasis zu Kostensenkungsmaßnahmen nicht aus. Kostenreduktionen können nur dann erfolgreich sein, wenn vorher die Abläufe (Prozesse) im Unternehmen und insbesondere die Kostenzusammenhänge (Kostentreiber) klar erkannt werden.

Die Unternehmen sind heute viel stärker auf Prozesse ausgerichtet, das bestands- und aufbauorientierte Denken tritt in den Hintergrund. Anzeichen hierfür ist das Produktionsmanagement (z.B. Just-in-Time, Qualitätsmanagement) und das Finanzmanagement (z.B. Kapitalflussrechnung). Aus oben genannten Gründen entstand eine zunehmende Distanz zwischen Theorie und Praxis. Um diese Distanz überwinden zu können, wurden neue Instrumente entwickelt, wie z.B. die Prozesskostenrechnung1, die Wertanalyse oder das Target Costing. Die auf Vorgänge in der Produktion zugeschnittenen Kostenrechnungssysteme, wie z.B. die Deckungsbeitragsrechnung oder die Grenzplankostenrechnung, sind nicht in der Lage, Gemeinkosten indirekter Vorgänge den Produkten verursachungsgerecht zuzuordnen. Die in der Zuschlagskalkulation unterstellte Prämisse der Proportionalität von Gemeinkosten in Bezug zu den Einzelkosten vernachlässigt die bei inhomogener Material-, Produkt-, Auftrags- oder Vertriebsstruktur unterschiedlich hohe spezifische Leistungsinanspruchnahme.2

1.2 Die Stellung der Prozesskostenrechnung im System der betrieblichen Kostenrechnung

Abbildung 1: [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden] Stellung der Prozesskostenrechnung im System der betrieblichen Kosten- rechnung (eigene Darstellung) Die Prozesskostenrechnung (PKR) ist, wie in Abbildung 1 zu erkennen ist, kein völlig neues und eigenständiges Kostenrechnungssystem, sondern vielmehr eine andere Variante der bekannten Vollkostenrechnung. Sie kann, wie die traditionelle Vollkostenrechnung auc h, in drei Schritten durchgeführt werden:3

1. Kostenartenrechnung: Zuordnung der Kosten direkt (Einzelkosten) oder indirekt (Gemeinkosten).
2. Kostenstellenrechung: Stellt fest, in welchen Kostenstellen die einzelnen Kostenarten entstanden sind.
3. Kostenträgerrechnung: Sie stellt mittels einer Kalkulation fest, wie viel Kosten auf die einzelnen Kostenträger (Produkte, Produktgruppen) entfallen.
Teilgebiete des betrieblichen Rechnungswesens Finanzbuchhaltung Kostenrechnung Betriebswirtschaftliche

Auswertung

Vollkostenrechnung
· Kostenartenrechnung
· Kostenstellenrechnung
· Kostenträgerrechnung

Teilkostenrechnung Planungsrechnung „klassisch“ Prozesskostenrechnung

1.3 Die Prozesskostenrechnung

1.3.1 Das Wesen der Prozesskostenrechnung

Der Ansatz der Prozesskostenrechnung (PKR) bezieht sich vor allem auf die indirekten Bereiche und versucht, dort eine ähnliche Kostenerfassung der Tätigkeiten vorzunehmen, wie die traditionellen Verfahren in den produktiven Bereichen. Das heißt, die Planungs-, Steuerungs- und Kontrolltätigkeiten werden in Teilfunktionen zerlegt und die dabei anfallenden Kosten erfasst. Die daraus abgeleiteten Kosteneinflussgrößen werden ermittelt sowie quantifiziert und können somit Grundlage für eine beanspruchungsgerechtere Kostenzuordnung auf Kostenträger werden.4 Durch eine entsprechende Auswertung kann die PKR strategische Produkt- und Produktionsentscheidungen unterstützen und Potenziale für die Optimierung von Unternehmensprozessen aufzeigen.5

1.3.2 Ziele der Prozesskostenrechnung

Die PKR hat folgende Ziele 6:
· Die Gemeinkostenbereiche kostenmäßig transparent und damit steuerbar zu machen.
· Abteilungsübergreifende Prozesse (Hauptprozesse) und deren Einflussgrößen (Kostentreiber) zu identifizieren und kostenmäßig bewertbar zu machen.
· Teilprozesse in einzelnen Kostenstellen und Abteilungen zu analysieren und zu Hauptprozessen zusammen zu führen.
· Ineffizienzen aufzudecken, Einsparungspotenziale zu finden, Maßnahmen zu definieren, die Kalkulation zu verbessern und strategische Entscheidungen zu unterstützen.

1.3.3 Aufgabenfelder der Prozesskostenrechnung

[...]


1 In dieser Seminararbeit wird durchgehend der Begriff Prozesskostenrechnung oder die Abkürzung PKR verwendet. Synonyme Bezeichnungen sind z.B. Activity Accounting, Cost-Driver Accounting System sowie Vorgangskostenrechnung.

2 vgl. Buggert, W., 1994, S. 95

3 in Anlehnung an Waltermann, A.; Speth, H.; Schmitz, H., 1996, S.281 ff.

4 vgl. Arbeitskreis Mecklenburg-Vorpommern/Graßhoff, J., 2001, S. 4

5 vgl. Horváth, P., Gleich, R., 2003, S. 106

6 vgl. Horváth, P., Gleich, R., 2003, S. 108


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