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Termpaper, 2003, 20 Pages
Author: Kerstin Jähne
Subject: Nursing / Foster Care Management / Social Services
Details
Institution/College: Protestant University of Applied Sciences Berlin
Tags: Moralische, Konflikte, Pflegemanagement, Reflexion, Unternehmensethik
Year: 2003
Pages: 20
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-29265-8
File size: 266 KB
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Excerpt (computer-generated)
Moralische Konflikte im Pflegemanagement – eine ethische Reflexion
von: Kerstin Jähne
6. Semester
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
2. Wie soll ich leben- was muß ich tun? 2
3. Moralische Probleme und Konflikte 4
4. Situationsanalyse 5
5. Theoretische Ansätze für die Herleitung des richtigen Handelns und Entscheidens 6
5.1 tò déon = die Pflicht 6
5.2 tò télos = der Zweck 7
5.3 Verantwortungsethik 8
5.3.1 Prinzipien der Verantwortung im Pflegemanagement 9
6. Förderung des ethischen Verständnisses im Unternehmen Krankenhaus 13
6.1 Reflexion auf der Organisationsebene 15
7. Schlußbetrachtung 16
Einleitung
Pflegemanager können sich in der heutigen Zeit über einen Mangel an beruflichen Herausforderungen nicht beklagen. Zweckrationales ökonomisches Handeln, eine ausgezeichnete Pflegequalität, Patientenzufriedenheit und motivierte, zufriedene Mitarbeiter stellen den Pflegemanager vor Entscheidungsfragen, die nicht selten Konflikte und Probleme ethischer Natur in sich bergen. Selbst wenn es sich um Entscheidungen handelt, die rechtlich legitim und abgesichert sind, entstehen Situationen für die Person des Pflegemanagers, die für ihn selbst ethisch fraglich sein können und sein sollten. Ein moralisches Problem liegt immer dann vor, wenn die gewählte Entscheidung mit positiven oder negativen Konsequenzen für eine oder mehrere Personen verbunden ist1. Das würde bedeuten, daß nach dieser Definition jede Unternehmensentscheidung ethisch reflektiert werden sollte, da es kaum Entscheidungen im Unternehmen gibt, die nicht ohne Konsequenzen für eine oder mehrere Personen einher gehen. Doch diese Probleme überhaupt wahrzunehmen, erweist sich oft als schwierig, weil moralische Konflikte oder Probleme nicht objektiv greifbar sind, sondern subjektiv wahrgenommen werden. In dieser Arbeit wird vorab auf ethische Grundlagen und Begriffe eingegangen. Im Hauptteil wird anhand eines fiktiven Fallbeispiels der ethische Konflikt herausgearbeitet und auf Grundlage philosophischer Ansätze ethisch reflektiert.
2. Wie soll ich leben- was muß ich tun?
Das Thema Ethik, Moral und Moralität hat in den letzten Jahren wieder an Bedeutung gewonnen. In den Wirtschaftswissenschaften entwickelte sich ein regelrechter Ethikboom mit einer unüberschaubaren Vielfalt von Themenkomplexen2. Der Ruf nach mehr moralischer Verantwortung in der Wirtschaft wird zunehmend lauter. Für zahlreiche Probleme und Krisen wird der Wirtschaft die Mitverantwortung übertragen. Seien es Ungleichheiten in der Einkommens- und Vermögensverteilung, Arbeitslosigkeit, Armut in einer Wohlstandsgesellschaft oder unkontrollierte Effekte durch wirtschaftliches Handeln, um nur Einige zu nennen. Eine ethische Reflexion ist daher zwingend notwendig. Ethik, seit Aristoteles unter diesem Disziplinentitel bekannt, leitet sich vom griechischen “ethos“ her und bedeutet Gewohnheit, Brauch, Sitte, wie auch Charakter und Haltung3. Das Wort Moral (lateinisch: mos, Plural: mores) ist gleichbedeutend mit Brauch, Richtschnur, Sitte und weist damit eine Doppeldeutigkeit zum Wort Ethik auf. Dennoch werden beide Begriffe differenziert betrachtet. Ethik versteht sich als Wissenschaft vom moralischen Handeln, welche die Reflexion von Moral im Kontext menschlichen Handelns zum Gegenstand hat4. Moral bezeichnet die allgemein verbindlichen Normen, Werturteile, die in Klein- oder Großgruppen oder Kulturkreisen bestehen, in Form von akzeptierten Handlungsregeln und Wertmaßstäben5. Moralität ist ein Prinzipienbegriff und bezieht sich im Unterschied zur Moral nicht auf empirische Phänomene. Moralität ist das ethische Prinzip, mit dem eine Moral gerechtfertigt werden kann. Sie kann als Verhaltensdeterminante betrachtet werden, die das moralische Verhalten einer Person bestimmt6.
Die Ethik als differenzierte Betrachtung von der Moral wird mit dieser Unterscheidung mit einem wissenschaftlichen Anspruch versehen. Sie versteht sich als Moralphilosophie, die sich mit der Rechtfertigung von Normen befaßt. Drei Aussagetypen können innerhalb der Ethik unterschieden werden. Die deskriptive oder empirische Ethik untersucht moralische Phänomene an Hand von Personen, Institutionen und Kulturen. Sie versucht, diese Phänomene zu erfassen, zu beschreiben oder aber eine Theorie des menschlichen Verhaltens zu entwickeln, die für ethische Fragen von Belang ist7. Die normative oder präskrip tive Ethik befaßt sich mit dem, was richtig, gut oder moralisch geboten ist. Sie überprüft die Richtigkeit und Korrektheit der Aussagen über moralische Werte und Handlungsnormen8 und ist daher auch für die im Kapitel 3 skizzierte Fallbeschreibung relevant. Die Metaethik beschreibt mit metaethischen Aussagen ethische Systeme und Theorien. Unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten werden diese Theorien beschrieben, analysiert, erklärt und kritisch beurteilt9. Daher wird die Methaethik von einigen Autoren auch als Wissenschaftstheorie der Ethik bezeichnet10.
3. Moralische Probleme und Konflikte
[...]
1 Vgl. Jones, T. M., Ethical Decisions Making by Individuals in Organisation, 1991 o.O., S.367.
2 Vgl. Grabener-Kräuter, S., Ethisierung des Unternehmens, Wiesbaden 1998, S.1ff.
3 Vgl. Phillex, in: Internet.
4 Vgl. Pieper, A., Einführung in die Ethik, Tübingen 1991, S.17ff.
5 Vgl. Steinmann, H., Grundlagen der Unternehmensethik, Stuttgart 1991, S. 15ff.
6 Vgl. Vgl. Pieper, A., ebenda, S. 44ff.
7 Vgl. Kutschera, F., Grundlagen der Ethik, Berlin/ New York 1982, S. 39.
8 Vgl. Phillex, in: Internet.
9 Vgl. Pieper, A., ebenda, S.80.
10 Vgl. Hofmann-Riedinger, M., Metaethik, Tübingen/ Basel 1992, S.56.
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