Anforderungen an das Krankenhaus und Krankenhausmanagement nach dem KTQ-Modell

Autoren: Kerstin Jähne, Katrin Lippki
Fach: Pflegemanagement / Sozialmanagement

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Details

Veranstaltung: Controlling im Gesundheitswesen
Institution/Hochschule: Evangelische Fachhochschule Berlin - Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2002
Seiten: 40
Note: 2.3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 494 KB
Archivnummer: V27150
ISBN (E-Book): 978-3-638-29271-9
Anmerkungen :
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand

Textauszug (computergeneriert)

Anforderungen an das Krankenhaus und
Krankenhausmanagement nach dem KTQ-Modell

von: Kerstin Jähne

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung (Jähne, Lipki)  4

1 Definitionen und Erläuterungen.(Jähne)  5

1.1 Zertifizierung (Jähne)  6
1.2 Qualität (Jähne)  7

2 Gesetzliche Anforderungen zu Qualität, Humanität, Transparenz und Wirtschaftlichkeit (Lipki) 8

3 Was ist KTQ® (Lippki)  9

3.1 Entstehung Entwicklung (Jähne)  10
3.2. Definition Graphik (Lipki)  11
3.3 Ziele (Jähne)  12
3.4 Organisation KTQ® Graphik (Lippki)  13

4 Voraussetzungen zur Zertifizierung nach KTQ®  14

5 Das KTQ®-Manual  15

5.1 Strukturerbebungsbogen (Lippki)  16
5.2 Kriterienkatalog (Lippki)  17
5.3 Selbstbewertung (Jähne)  18

5.3.1 Bewertungssystematik (Jähne)  19

5.4 Fremdbewertung, Visitoren .(Lipki)  20
5.5 Zertifizierungsverfahren .(Jähne)  21

6 Anforderungen aus betriebswirtschaftlicher Sicht am Beispiel des  22

6.1 Existiert ein mehrjähriger Finanz-und Investitionsplan? (Jähne)  23

6.1.1 Finanzplan (Jähne)  24
6.1.2 Beispiel zur Umsetzung (Jähne)  25
6.1.3 Investitionsplan (Jähne)  26
6.1.4 Beispiele zur Umsetzung (Jähne)  27

6.2 Finden Qualitätsziele Berücksichtigung bei der Finanz-und  Investitionsplanung? (Jähne). 28
6.3 Existieren klare Regelungen bezüglich der Budgetverantwortung? .(Lipki)  29

6.3.1 Beispiele zur Umsetzung . .(Lipki)  30

6.4 Fördert die Krankenhausleitung den sparsamen Umgang mit Ressourcen durch Kostentransparenz? .(Lipki) 31

6.4.1 Beispiele . .(Lipki)  32

7 Schlussbetrachtung (Jähne, Lipki)  33

Literaturverzeichnis  34

Anhang  35
 

 


 

Einleitung

»Qualität ist, wenn der Kunde wiederkommt und nicht das Produkt«.1 Für das Dienstleistungsunternehmen Krankenhaus könnte dieser Spruch aktueller nicht sein. Steigen doch die Erwartungen an das Qualitätsniveau der Krankenhäuser in den letzten Jahren stetig. Das traditionelle Bild des Patienten2 als Leidender und vom Krankenhaus völlig Abhängiger, hat sich gewandelt. Heute sieht man im Patienten den anspruchsvollen Kunden.3 Dieser wünscht eine qualitativ hochwertige Behandlung in medizinischer und in pflegerischer Hinsicht. Er ist nicht nur Empfänger der Krankenhausleistung, sondern er begutachtet, beurteilt und entscheidet, ob er dieses Krankenhaus erneut aufsuchen würde. Hinzu kommt, dass sich das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung geändert hat. Der Kunde steht heute dem Krankenhaus als kritischer und teilweise auch wissender Nachfrager gegenüber. Doch nicht nur die Kunden, auch die Gesundheitspolitik hat Erwartungen an den Leistungserbringer Krankenhaus. Schlagworte sind Wirtschaftlichkeit und Qualität. In Industrieunternehmen wird seit langem die Möglichkeit genutzt, sich in dieser Hinsicht von unabhängigen Institutionen prüfen und bewerten zu lassen. Das Ergebnis dieser Bewertung ist ein Zertifikat, dass dem Unternehmen bescheinigt, eine bestimmte Qualität unter Einhaltung bestimmter Normen zu erreichen. Die Möglichkeit der Zertifizierung wird in den letzten Jahren auch zunehmend von Krankenhäusern genutzt. Die Verfahren, die auf dem Markt existieren, haben ihren Ursprung in der Rüstungsindustrie und wurden auf Dienstleistungsunternehmungen sowie Krankenhäuser übertragen. Hierzu zählen unter anderen DIN EN ISO4 oder EFQM5. Jedoch erschienen die aus der Wirtschaft stammenden Bewertungskriterien für das hoch spezialisierte Dienstleistungsunternehmen Krankenhaus zu ungenau und zu unspezifisch. Die Forderung nach einem eigenen, speziell für Krankenhäuser entwickelten und zugeschnittenen Zertifizierungsverfahren stieg. Seit Anfang 2002 kann sich ein Krankenhaus nach einem speziell für Krankenhäuser entwickelten Verfahren, dem KTQ®-Modell zertifizieren lassen. KTQ® steht für Kooperation Transparenz und Qualität im Krankenhaus. Ziel dieser Hausarbeit ist, unter allgemeinen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten die Anforderungen an ein Krankenhaus und Krankenhausmanagement darzustellen, die erfüllt werden müssen, sich nach dem KTQ®-Verfahren unter den gegenwärtigen Bedingungen im Gesundheitswesen zertifizieren zu lassen. In der Arbeit wird die Entstehung von KTQ® beschrieben, der Inhalt des KTQ®-Modells dargestellt und die allgemeinen Anforderungen herausgearbeitet. Im weiteren wird aus dem KTQ®-Kriterienkatalog der Punkt „Entwicklung eines Finanz- und Investitionsplans“ aus betriebswirtschaftlicher Sicht betrachtet. Die theoretischen Ergebnisse wurden durch einzelne Beispiele aus Krankenhäusern ergänzt.

1. Definitionen und Erläuterung

Bevor näher auf das Zertifizierungsverfahren KTQ® und dessen betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten eingegangen werden kann, ist es notwendig einige grundlegende Begriffe zu erläutern.

1.1 Zertifizierung

Nach DIN-EN-Norm 45013 ist Zertifizierung eine »Maßnahme durch einen unparteiischen Dritten«6, die darlegt, dass sich »ein Erzeugnis, Verfahren, oder eine ordnungsgemäß bezeichnete Dienstleistung in Übereinstimmung mit einer bestimmten Norm«7 befindet. Unter Zertifizierung im Krankenhaus wird eine Qualitätssicherungsmaßnahme verstanden, welche als umfassendes Audit eines Qualitätsmnagementsystems durch eine unabhängige dritte Institution definiert wird.8 Ein Audit ist eine systematische Überprüfung eines Objekts durch interne oder externe Prüfer.9 Zur Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen im Krankenhaus müssen grundsätzlich zwei Forderungen erfüllt werden: · Die Organisation des Krankenhauses arbeitet nach einer zugrundeliegenden Norm, erfüllt deren Regeln und Verfahren und passt diese selbständig den individuellen Situationen an. · Alle Mitarbeiter der Organisation befolgen die Regeln und wenden diese in der Praxis an. Von der Organisation werden Ressourcen (Personal und Mittel) zur Realisierung der Prozesse zur Verfügung gestellt.10 Den Krankenhäusern stehen zur Erlangung einer Zertifizierung verschiedene Verfahren zur Verfügung, zum Beispiel eine Zertifizierung nach DIN-EN-ISO oder nach EFQM. 11 Seit Anfang 2002 ist auch eine krankenhausspezifische Zertifizierung nach KTQ® möglich.

1.2 Qualität

Qualität, lateinisch qualitas, bedeutet Eigenschaft und Beschaffenheit. Nach einer Definition des deutschen Institutes für Normung12, aus dem Jahre 1984 bezog sich der Qualitätsbegriff auf die technisch-funktionale Dimension eines Produktes. Qualität umfasst nach dieser Definition die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produktes, oder einer Tätigkeit auf deren Eignung zur Erfüllung gegebener Erfordernisse. Die Beurteilung von Qualität bezog sich dabei nur auf das Endprodukt selbst, ohne die zum Ergebnis führenden Arbeitsprozesse mit einzubeziehen. Aufgrund einer hohen Fehlerquote der Endprodukte wurde jedoch Mitte der 80-er Jahre in Japan ein Quality-Controll-System eingeführt. Dies führte zu einer drastischen Fehlerreduktion. Dieses Quality-Controll-System entspricht einer Qualitätssicherung und gliedert sich in Qualitätsplanung, Qualitätslenkung und Qualitätsprüfung.13 Durch Umwelteinflüsse und einer zunehmenden Marktorientierung der Unternehmen veränderte sich der Qualitätsbegriff weg von der reinen Herstellersichtweise hin zu den subjektiven Bedürfnissen der Kunden. Als Folge änderte 1987 das Deutsche Institut für Normung seine Definition von Qualität. Die Qualität ist nach neuer Definition »die Beschaffenheit einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen. Qualität an sich gibt es nicht, man müsste sie sonst messen können, in bezug auf Wünsche, Erwartungen oder Forderungen des Kunden«.14 Das Messen von Qualität ist nur durch die Festlegung von Standards möglich.15 Nur dadurch können Vergleiche angestellt werden. Ob ein Standard tatsächlich erreicht wurde, definieren messbare Faktoren, die als Kriterien bezeichnet werden. Mit Hilfe dieser Instrumentarien kann die vorhandene Qualität (= Ist-Qualität) mit der erwünschten Qualität (= Soll-Qualität) verglichen werden (= Qualitätskontrolle). Qualitätssicherung wird dadurch erreicht, dass die Ist-Qualität mit der Soll-Qualität übereinstimmt. Ist dies nicht der Fall, so sind Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung notwendig. Zur Qualitätsmessung im Gesundheitswesen wurden von DONABEDIAN16 folgende drei Kategorien eingeführt:

· die Strukturkategorie
· die Prozesskategorie
· die Ergebniskategorie.

Die Strukturkategorie beinhaltet die angewandten Systeme und Organisationsformen, wie die Personalausstattung, das Material und das Informationssystem eines Krankenhauses. Sie bildet gewissermaßen die Voraussetzung zur erwünschten Qualität. Die Strukturkategorie hat keinen direkten Einfluss auf die Ergebnisqualität, sondern spiegelt die Fähigkeiten einer Organisation zum Erreichen einer bestimmten Qualität wieder. Die Prozesskategorie umfasst alle Maßnahmen während einer Behandlung, unter Berücksichtigung der spezifischen Situation und individuellen Krankheitsmerkmale. Mit Hilfe von Standards und Kriterien wird die Qualität des Behandlungsverlaufs und der Behandlungsausführung beschrieben und beurteilt. Die Prozesskategorie bildet die wichtigste und aussagekräftigste Kategorie. Ergebniskategorie bezeichnet die Wiederherstellung und/oder die Verbesserung der physischen, psychischen und sozialen Gesundheit des Patienten, von der Aufnahme bis zur Entlassung. Auch wenn der Prozesskategorie große Bedeutung zukommt, ist die Ergebnisqualität als wichtigste Bezugsgröße zur Beurteilung von Qualität anzusehen. Für eine umfassende Qualitätsmessung reicht die Ergebnisqualität nicht aus. Erst im Zusammenhang mit dem Struktur- und Prozessergebnis lässt sich ein ganzheitliches Qualitätsergebnis darstellen.17

2. Gesetzliche Grundlagen in Bezug auf Qualität, Humanität, Transparenz und Wirtschaftlichkeit

[...]


1 HOLZBAUER;U., Management, in: Olfert, K. (Hrsg.), Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft, Ludwigshafen, 2000, S.235.

2 Patient: lat. patiens = erleidend, erduldend.

3 Kunde: althochdeutsch Kundo = Bekannter, Einheimischer, regelmäßig wiederkommender Käufer.

4 Vgl. HOLZBAUER,U., a.a.O., S.244 ff.

5 Vgl. HOLZBAUER; U., a. a. O. S.263ff.

*) Anmerkung, in dieser Arbeit sind beide Geschlechter in dem jeweiligen Begriff wie zum Beispiel: Mitarbeiter integriert

6 Vgl. GRAEBIG, K., Qualitätsmanagement, Statistik, Umweltmanagement: Anwendungshilfen und Normensammlung. Teil B/C Normensammlung, Qualitätsmanagement und Zertifizierungsgrundlagen, in : DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Loseblattsammlung, Grundwerk 1995, Berlin, Wien, Zürich S.4ff.

7 Vgl. ebenda.

8 Vgl. EICHHORN, S., Integratives Qualitätsmanagement im Krankenhaus, Stuttgart, Berlin, Köln, 1997, S.307.

9 Vgl. HOLZBAUER, U., a.a.O. S. 175 ff.

10 Vgl. GRAIBIG; K., Qualitätsterminologie, in:PINTER, E., Vitt, K. D., (Hrsg), Umf assendes Qualitätsmanagement für das Krankenhaus, Perspektiven und Beispiele, Frankfurt/M. 1996, S.339.
 
11 Vgl. WENDEL, V., Controlling in Nonprofit Unternehmen des stationären Gesundheitssektors, in: EICHHORN, P., (Hrsg.) Schriften zur öffentlichen Verwaltung und öffentlichen Wirtschaft, Band170, Baden-Baden, 1. Auflage 2001, S.190ff.

12 Vgl. BENKENSTEIN, M:, Dienstleistungsqualität, Ansätze zur Messung und Implikationen für die Steuerung, in: ZfB, 63Jg.,1993, Nr.11, S.1100.

13 Vgl. MÖLLER, J., SCHRÖDER, J. P., Das Modulare Konzept für Qualität im Krankenhaus, in: ZWEIERLEIN, E., (Hrsg.), Klinikmanagement, Erfolgsstrategien für die Zukunft, München, Wien, Baltimore,1997, S195.

14 DEUTSCHES INSTITUT FÜR NORMUNG, (Hrsg.), Definitionsänderung 1987, Anwendungshilfen und Normensammlungen, Berlin, 1996, 4. Ergänzungslieferung.

15 nach WHO ist ein Standard ein professionell abgestimmtes Leistungsniveau.

16 Vgl. DONABEDIAN, A., The quality ol Care: How can it be assessed?, in: Journal of the American Medical Association ,1988, Nr.12, S.1745 ff.

17 Vgl. WENDEL, V., a.a.O., S.190ff.

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