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Überwinterungsstrategien einheimischer Vögel

Lesson Plan, 2003, 75 Pages
Author: Jennifer Moczko
Subject: Biolology - Didactics

Details

Event: Einheimische Wirbeltiere
Institution/College: University of Münster (Didaktik der Biologie)
Tags: Vögel, Einheimische, Wirbeltiere
Category: Lesson Plan
Year: 2003
Pages: 75
Grade: sehr gut
Language: German
Archive No.: V27194
ISBN (E-book): 978-3-638-29307-5

File size: 2665 KB
Notes :
Ein ausgearbeitetes Referat mit Handout. Zusätzlich enthalten: eine Präsentation mit 49 Folien.



Excerpt (computer-generated)

Überwinterungsstrategien einheimischer Vögel
(Stand-, Strich-, Teil- und Zugvögel)

von

Jennifer Moczko

Sozialwissenschaften, Erziehungswissenschaften 
Sek. I/II, Biologie Sek. I
4. Semester

 

1. Von Abenteuern und Reisemuffeln  3
1.1. Standvögel  3
1.2. Strichvögel  3
1.3. Teilvögel  4
1.4. Zugvögel  5
1.4.1. Langstreckenzieher  5
1.4.2. Kurzstreckenzieher  6

2. Lebensraum und Biologie des Weißstorchs (Ciconia ciconia)  6
2.1. Die Brutzeit  8
2.2. Storchenzug und Überwinterung – Zugweg, Winterquartiere  11
2.3. Vom Aussterben bedroht – Die Gefährdung und die Ursachen  14

3. Orientierung und Navigation beim Vogelzug  14

4. Vogelzug und Physiologie  14
4.1. Endogene Rhythmen  14
4.2. Innere Kontrollorgane  15
4.3. Energiereserven-Energieverbrauch  16
4.4. Wasserbedarf  17

5. Künstliche Fütterung  18
5.1. Vogelfutter – Regeln zur Vogelfütterungen  18
5.1.1. Körnermischungen  18
5.1.2. Körner-Fett-Mischung  19
5.1.3. Weichfutter  19
5.1.4. Ungeeignetes Futter  19
5.2. Fütterungsgeräte- und Methoden  20
5.2.1. Futterhäuser  20
5.2.2. Futterautomaten  20
5.2.3. Fettfutterspender  20

6. Pro & Contra Vogelfütterung – Diskussion  21

7. Thema im Unterricht  21

 

1. Von Abenteuern und Reisemuffeln

Für einige einheimische Vogelarten sind die winterlichen Bedingungen nicht optimal, lange Frostperioden, dicke Schneeschichten und Nahrungsmangel setzen ihnen zu. Daher haben sie unterschiedliche „Überwinterungsstrategien“ entwickelt: „Vögel aus arktischen Gegenden und solche, die sich von Insekten ernähren, müssen wegziehen. Andere ziehen nur dann, wenn die Futterbasis zu gering wird.“1

Dieses Referat soll einen Überblick über die Überwinterungsstrategien der einheimischen Vögel geben. Intensiver wird auf das Zugverhalten und exemplarisch auf den Weißstorch eingegangen. Abschließend wird das Füttern der Vögel im Winter kritisch betrachtet und in einer Diskussion geklärt, ob es sich bei der Winterfütterung um einen sinnvollen Naturschutz oder um einen unsinnigen Eingriff in das natürliche Gleichgewicht handelt.

1.1. Standvögel

Standvögel sind Vögel, die das ganze Jahr in der Nähe ihres Brutgebietes bleiben,2 Fast alle tropischen Arten gehören zu dieser Gruppe. In den gemäßigten Zonen zählen nur einige Minderheiten dazu.3 z.B. Rebhuhn (Perdix perdix) und Wachholderdrossel (Turdus pilaris).

1.2. Strichvögel

„Als Strichvögel werden Arten bezeichnet, die außerhalb der Brutsaison innerhalb oder in nächster Umgebung ihres Brutareals umherwandern.“4 Z.B. Hausmeise (Gattung: Parus).

1.3. Teilvögel

„Man spricht von Teilzug, wenn ein Teil der Individuen einer Art oder Population wandert und ein anderer Teil ständig im Brutgebiet bleibt.“5 Folgen mehrere milde Winter aufeinander, bleiben mehr Individuen einer Art zurück, folgen viele strengere Winter aufeinander ziehen größere Teile in den Süden. Da die Überlebenschancen bei milden Wintern für die Vögel bessere in der Heimat sind, als auf dem gefährlichen Zug in den Süden. Es ziehen mehr junge und weibliche Vögel in den Süden, da sie im Futterkampf häufiger unterliegen.6 Mit dem Teilzugverhalten reagieren die Vögel nicht nur auf die jahreszeitlich wechselnden Lebensbedingungen, sondern auch auf die von Jahr zu Jahr unterschiedlichen Überwinterungsbedingungen. Zu ihnen gehören Buchfink (Fringilla coelebs), Amsel (Turdus merula) und das europäisches Rotkehlchen (Erithacus rubecula). „Die meisten der hiesigen Vögel sind Teilzieher: sie stellen rund 80% der deutschen Vogelfauna.“7

„Beim Buchfinken hat das Teilzieherverhalten sogar zu seiner Namensgebung beigetragen. In Schweden, in der der Systematiker Linné lebte, verbleiben im Winter vor allem Buchfinkenmännchen, und aufgrund dieser „Winterwitwerschaft“ gab er der Art den Namen „coelebs“, lateinisch ehelos.“8 

Immer mehr Teilzieher zeigen Standvogelverhalten. So galt z.B. die Amsel (Turdus merula) vor einigen Jahrzehnten noch als Zugvogel, heute bleibt sie jedoch überwiegend in ihren Brutgebieten. Gründe dafür können die milderen Winter sein und dass die Amsel (Turdus merula) die Städte für sich erobert hat und dort Nahrung und Schutz vor der Kälte findet.9

1.4. Zugvögel

„Als Zugvögel bezeichnet man üblicherweise periodische Wanderungen zwischen dem Brutgebiet und einem davon getrennten außerbrutzeitlichen Aufenthaltsbereich […].“10

Man vermutet, dass die Zugbewegung der Vögel daher kommt, dass mit dem Ende der Eiszeit Gebiete im Norden eisfrei wurden, die für die Vögel im Sommer beste Brut- und Futterbedingungen boten. Im Winter mussten sie jedoch aufgrund der wiederkehrenden Kälte in den Süden zurückkehren. Der Vogelzug findet statt, „weil das Brüten im Winterquartier ebenso unmöglich oder mindestens schwierig ist wie das ganzjährige Überleben im Sommerquartier, wo gebrütet wird.“11

Einige Vögel legen auf ihrem Zug enorme Strecken zurück, so zieht z.B. der Weisstorch bis nach Afrika. Dabei legt er bis zu 400 km bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 km/h täglich zurück.12

[....]


1 Reichholf, Dr. Josef (Hrsg.): Die Welt der Vögel. Verlag Herder KG, Freiburg im Breisgau 1976. S. 132 (Im Folgenden: Reichholf 1976.)

2 Vgl. Berthold, Peter: Vogelzug. Eine kurze, aktuelle Gesamtübersicht. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1990. S. 33 (Im Folgenden: Berthold 1990)

3 Vgl. Curry-Lindahl, Kai: Das große Buch vom Vogelzug, Verlag Paul Parey, Berlin Hamburg 1982. S. 19 (Im Folgenden: Curry-Lindahl 1982)

4 Curry-Lindahl 1982, S. 19

5 Berthold 1990. S. 52.

6 Vgl: Reichholf 1976. S. 132.

7 http://www.quarks.de. Stand: 01.10.02, abgerufen am 10.06.03, 18.11 Uhr (Im Folgenden: www.quarks.de )

8 Berthold 1990. S. 52f.

9 vgl. www.quarks.de 10 Vgl. Bezzel, Einhard und Roland Rinzigner: Ornithologie. Gustav Fischer Verlag München 1990. S. 376 (Im Folgenden: Bezzel 1990)

11 Reichholf 1976, S. 133.

12 Vgl. http://www.br-online.de/wissenbildung/ collegeradio/medien/hsu/vogelflug/hintergrund/#modul3. abgerufen am: 10.06.03 17:20 Uhr


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