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Funktionelle Lebensmittel unter besonderer Berücksichtigung gesundheitlicher Effekte

Diploma Thesis, 2004, 101 Pages
Author: Nina Kitter
Subject: Nutritional Science

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2004
Pages: 101
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V27271
ISBN (E-book): 978-3-638-29362-4

File size: 495 KB
Notes :
Umfassendes Werk über aktuelle Studien über Funktionelle Lebensmittel



Excerpt (computer-generated)

DIPLOMARBEIT

Institut für Ernährungswissenschaft
Fachbereich 09: Fachbereich Agrarwissenschaften,
Ökotrophologie und Umweltmanagement

FUNKTIONELLE LEBENSMITTEL
UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG
GESUNDHEITLICHER EFFEKTE

Eingereicht von: 

 Nina C. Kitter

Mai 2004

 

 

Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis ... IV
Abbildungsverzeichnis ... VI
Abkürzungsverzeichnis ... VII

1 Einleitung ... 1

2 Begriffsbestimmung und Abgrenzung von funktionellen Lebensmitteln ... 3
2.1 Begriffsbestimmung ... 3
2.2 Rechtliche Einordnung von funktionellen Lebensmitteln ... 5
2.2.1 Rechtliche Einordnung in Deutschland und in der EU ... 5
2.2.2 Rechtliche Einordnung in Japan und den USA ... 6
2.3 Abgrenzung der funktionellen Lebensmittel von herkömmlichen Lebensmitteln ... 8
2.4 Abgrenzung der funktionellen Lebensmittel von Arzneimitteln ... 8
2.5 Abgrenzung der funktionellen Lebensmittel von Nahrungsergänzungsmitteln ... .....10
2.6 Abgrenzung der funktionellen Lebensmittel von Novel Food ... 11
2.7 Diskussion ... 12

3 Funktionelle Lebensmittel, ihre Inhaltsstoffe und ihre Effekte auf den Gesundheitszustand ... 14
3.1 Probiotische funktionelle Lebensmittel ... 16
3.1.1 Inhaltsstoffe ... 16
3.1.2 Effekte der Probiotika ... 18
3.1.2.1 Einfluss auf das Immunsystem ... 18
3.1.2.2 Wirkung auf die Blutlipide ... 24
3.1.3 Diskussion ... 29
3.2 Prebiotische funktionelle Lebensmittel ... 33
3.2.1 Inhaltsstoffe ... 34
3.2.1.1 Fructooligosaccharide ... 34
3.2.1.2 Inulin ... 34
3.2.1.3 Oligofructose ... 35
3.2.2 Effekte der Prebiotika ... 35
3.2.2.1 Einfluss auf die Besiedlung der Darmflora ... 35
3.2.2.2 Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von Calcium ... 41
3.2.2.3 Wirkung auf Blutlipide ... 47
3.2.2.4 Antikanzerogene Wirkung ... 53
3.2.3 Diskussion ... 59
3.3 Funktionelle Lebensmittel mit sekundären Pflanzenstoffen ... 65
3.3.1 Inhaltsstoffe ... 65
3.3.2 Phytosterine ... 66
3.3.3 Effekte der sekundären Pflanzenstoffe ... 66
3.3.4 Einfluss auf den Cholesterinspiegel ... 66
3.3.5 Diskussion ... 74

4 Schlussbetrachtung ... 77

5 Zusammenfassung ... 80

6 Literaturverzeichnis ... 82

Tabellenverzeichnis
Tab. 3.1: Übersicht über die auf dem Markt befindlichen Produkte und ihre Inhaltsstoffe ... 15
Tab. 3.2: Übersicht der Studien, die den Einfluss von Probiotika auf das Immunsystem untersuchen ... 23
Tab. 3.3: Übersicht der Studien, die den Einfluss von Probiotika auf die Blutlipide untersuchen ... 28
Tab. 3.4: Übersicht der Studien, die den Einfluss von Prebiotika auf die Darmflora untersuchen ... 40
Tab. 3.5: Mineralstoffaufnahme durch die verschiedenen Diätformen in mg/g ... 41
Tab. 3.6: Mineralstoffabsorption durch die verschiedenen Diätformen in mg/g ... 42
Tab. 3.7: Einfluss der Mineralstoffabsorption durch Inulin, Fructooligosaccharide oder Galactooligosaccharide in Prozent ... 43
Tab. 3.8: Übersicht der Studien, die den Einfluss von Prebiotika auf die Calciumabsorption untersuchen ... 46
Tab. 3.9: Einfluss von Inulin auf die Blutlipide in Prozent ... 48
Tab. 3.10: Übersicht der Studien, die den Einfluss von Prebiotika auf Blutlipide untersuchen ... 52
Tab. 3.11: Auftreten von ACF bei Mäusen, denen unterschiedliche Diäten verabreicht wurden ... 54
Tab. 3.12: Übersicht der Studien zur antikanzerogenen Wirkung der Prebiotika ... 58
Tab. 3.13: Blutlipide nach Beendigung der Testphase mit verschiedenen Margarinen in mmol/l ... 68
Tab. 3.14: Blutlipide nach Beendigung der Testphase mit verschiedenen Margarinen in mmol/l ... 69
Tab. 3.15: Blutlipide nach Beendigung der Testphase mit verschiedenen Margarinen in mmol/l ... 70
Tab. 3.16: Blutlipide während der Studie mit verschiedenen Margarinen in mmol/l ... 72
Tab. 3.17: Übersicht der Studien zur Wirkung von sekundären Pflanzenstoffen ... 73

Abbildungsverzeichnis
Abb. 2.1: Fliesender Übergang zwischen Arzneimittel, funktionellem Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel ... 9
Abb. 3.1: Probiotische Bakterienspezies der Lactobacillen ... 17
Abb. 3.2: Probiotische Bakterienspezies der Bifidobakterien ... 17
Abb. 3.3: Probiotische Bakterienspezies unterschiedlicher Bakterienstamme  ... 17
Abb. 3.4: Anstieg des (?);¿-Interferons und der Phagocytoseaktivität durch den Konsum von Milch mit B.lactis ... 19
Abb. 3.5: Einfluss auf T-Lymphocyten, B-Lymphocyten, natürliche Killerzellen und Antigenzellen durch B.lactis-Gabe ... 20
Abb. 3.6: Prozentuale Veränderung der intestinalen Microflora vor und nach einer Oligofructose/Inulin Diät ... 36
Abb. 3.7: Veränderung der Anzahl von Bifidobakterien wahrend der siebentägigen Gabe von Fructooligosacchariden ... 39
Abb. 3.8: Verlauf der TAG-Konzentration nach Konsum von Inulin bzw. einem Placebo wahrend der Studie ... 50
Abb. 3.9: Verlauf des LDL-Cholesterins und des Gesamtcholesterins im Plasma wahrend der Inulin- und Kontrollperiode ... 51
Abb. 3.10: Verlauf der Mortalität nach der Transplantation von Krebszellen bei den unterschiedlich behandelten Tieren ... 55
Abb. 3.11: Krebserkrankung pro Ratte in vier unterschiedlich ernährten Gruppen ... 56
Abb. 3.12: Verlauf des LDL-Cholesterins wahrend und nach der 30-tagigen Studie der Probanden ... 71

Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz
ACF abberant crypt foci (Läsionen im Darm)
AMG Arzneimittelgesetz
ApBetrO Apothekenbetriebsordnung
Art. Artikel
BgVV Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin
Ca Calcium
cfu colony-forming units
DSHEA Dietary Supplement Health and Education Act
EG Europäische Gemeinschaft
EU Europäische Union
FDA Food and Drug Administration
Fe Eisen
FOSHU Food for Specified Health Use
FUFOSE Functional Food Science in Europe
GIT Gastrointestinaltrakt
HDL High Density Lipoprotein
hyperchol Probanden mit Hypercholesterinämie
IgA Immunglobulin A
ILSI International Life Science Institute
J Jahre
LDL Low Density Lipoprotein
LMBG Lebensmittel und Bedarfsgegenstände Gesetz
MESC Ministry of Education, Science and Culture
Mg Magnesium
MO Mikroorganismen
NLEA Nutrition Labelling and Education Act
Nr Nummer
n.s. nicht signifikant
(?);Ö-3-FS Omega-3-Fettsaure
TAG Triacylglycerid
TOS Transgalactooligosaccharide
USA United States of Amerika
VLDL Very Low Denisity Lipoprotein
Zn Zink

 

 

1 Einleitung

"Nahrung soll eure Medizin und Medizin eure Nahrung sein" (Milner 1999). So forderte der griechische Philosoph und Naturgelehrte Hippokrates vor rund 2500 Jahren. Auch wenn er nicht der Erfinder von so genannten funktionellen Lebensmitteln ist, zeigt dies, dass die Idee von Nahrungsmitteln mit gesundheitlichem Nutzen nicht erst in den letzten Jahrzehnten entstanden ist. Im 19. Jahrhundert war die Philosophie "Lebensmittel als Medizin" durch die moderne Arzneimitteltherapie in Vergessenheit geraten, indessen gewann im Laufe des 20. Jahrhunderts die wichtige Rolle der Ernährung als Prävention gegen Krankheiten wieder an Bedeutung (Hasler 2002, Palou et al. 2003). Gesundheitsbezogene Effekte von bestimmten Lebensmittelinhaltsstoffen wurden weiter untersucht und ruckten wieder in den Blickpunkt der Forschung. Um diese positiven Eigenschaften von Lebensmittelinhaltsstoffen zu nutzen und der breiten Masse zugänglich zu machen, wurden so genannte funktionelle Lebensmittel entwickelt. Vielverzehrte Lebensmittel wurden durch Zusatze wie Vitamine oder probiotische Mikroorganismen sowie durch Neuzüchtung von beispielsweise hypoallergenem Reis mit einem zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen versehen.

Lebensmittel mit einem positiven Effekt auf die Gesundheit liegen im Trend und wachsen zu einer immer groser werdenden Produktschiene heran (Wolters et al. 2001). Zudem ist das Bewusstsein für funktionelle Lebensmittel in der Gesellschaft gestiegen. Das Umsatzvolumen von funktionellen Lebensmitteln liegt in Deutschland bei ca. 715 Millionen Euro und einem Marktanteil von 5-10% des Lebensmittelmarktes (Wolters et al. 2001). Experten prognostizieren bis zum Jahr 2010 einen Anstieg des Produktangebots im Bereich der funktionellen Lebensmittel auf 20% (Kiefer et al. 2002). Probiotische Lebensmittel wurden 1996 als erste funktionelle Lebensmittel auf dem deutschen Lebensmittelmarkt eingeführt und wiesen 1999 bereits einen Marktanteil von 14% bei Joghurt- und Milchgetränken auf. Im Laufe der Zeit kamen weitere funktionelle Lebensmittel wie Prebiotika oder Lebensmittel mit sekundären Pflanzenstoffen, Vitaminen, (?);Ö-3-Fettsauren oder Ballaststoffen auf den Markt (Wolters et al. 2001).

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Gesamtüberblick über den aktuellen Wissensstand von funktionellen Lebensmitteln zu vermitteln. Neben der Abgrenzung von funktionellen zu herkömmlichen Lebensmitteln, Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Novel Food soll die nationale und internationale Rechtssituation vorgestellt werden.

Besonderes Augenmerk wird auf die Inhaltsstoffe von funktionellen Lebensmitteln und deren Effekte auf den Gesundheitszustand gerichtet. Einige ausgewählte funktionelle Lebensmittel werden vorgestellt und deren unterschiedliche Wirkung diskutiert. So werden neben Pro- und Prebiotika auch Lebensmittel mit sekundären Pflanzenstoffen behandelt. Effekte wie der Einfluss auf das Immunsystem, die Besiedlung der Darmflora, der Einfluss auf die Calciumabsorption, die Wirkung auf Blutlipide sowie die antikanzerogene Wirkung von funktionellen Lebensmitteln sollen diskutiert werden.

Abschließend werden in einer kurzen Schlussbetrachtung Zukunftsaussichten und Erfolgschancen von funktionellen Lebensmitteln vorgestellt und zusammenfassend auf die entscheidenden Schwerpunkte dieser Arbeit eingegangen.

2 Begriffsbestimmung und Abgrenzung von funktionellen Lebensmitteln

2.1 Begriffsbestimmung

Der Terminus „funktionelle Lebensmittel“ (englisch: functional food) tauchte erstmals in den 70er Jahren in Japan und in den USA auf. In beiden Ländern wurde nach spezifischen Effekten von Lebensmittelinhaltsstoffen und ihrem gesundheitsfördernden Nutzen geforscht (Verschuren et al. 2001).

Funktionelle Lebensmittel können nicht in genau definierte Produktgruppen eingeteilt werden. Sie sind vielmehr als ein Lebensmittelkonzept zu verstehen (Wörner 2001). Es existiert noch keine allgemeingültige Definition für funktionelle Lebensmittel weder national noch international. Dennoch können sie als Lebensmittel bezeichnet werden, die neben dem Nährwert und der Genussfunktion einen kurz- oder langfristigen positiven Einfluss auf die Gesundheit, die physische Leistungsfähigkeit und das geistige Wohlbefinden haben (Stanton et al. 2001). Zusätzlich wirken funktionelle Lebensmittel präventiv und senken somit das Risiko für manche Erkrankung oder therapieren bereits bestehende Leiden (Kiefer et al. 2002). Ungeachtet von diesen Eigenschaften sind sie jedoch keine Arzneimittel (Wörner 2001).

Goldberg (1994) definierte als funktionelles Lebensmittel generell jedes Lebensmittel, das neben seinem ernährungsphysiologischen Zweck einen positiven Nutzen auf die physische sowie die psychische Gesundheit des Menschen ausübt. Hierbei muss es sich um Lebensmittel mit natürlichen Inhaltsstoffen handeln, die als Teil der täglichen Nahrung aufgenommen werden. Kapseln oder Tabletten zählen nicht dazu. Die Funktionen funktioneller Lebensmittel erstrecken sich über die Regulierung von verschiedenen Stoffwechselprozessen, wie z.B. Verbesserung der biologischen Abwehrkräfte, Prävention von ernährungsabhängigen Erkrankungen, Rekonvaleszenz von bestimmten Krankheiten, Beeinflussung der physischen und psychischen Verfassung oder Verlangsamung des Alterungsprozesses (Goldberg 1994). Nach der viel zitierten Definition von Goldberg können selbst unverarbeitete, natürliche Lebensmittel zu funktionellen Lebensmitteln gezählt werden (Groeneveld 1998, Wolters et al. 2001).

Japan

Das japanische Ministry of Health and Welfare definiert funktionelle Lebensmittel als verarbeitete Lebensmittelprodukte, welche Inhaltsstoffe enthalten, die neben ihrem Nährwert positiv auf Körpervorgänge wirken. Des Weiteren werden Lebensmittel, die von Allergenen befreit wurden, dem Begriff funktionelle Lebensmittel zugeordnet. Überdies sollten funktionelle Lebensmittel als Bestandteil der täglichen Nahrung in Form von Lebensmitteln aufgenommen werden und die Wirkstoffe müssen natürlichen Ursprungs sein (Wolters et al. 2001).

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