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Scholary Paper (Seminar), 2000, 15 Pages
Author: Hans-Joachim Frölich
Subject: History - Early and Ancient History
Details
Tags: Parthenon, Wahrzeichen, Demokratie
Year: 2000
Pages: 15
Grade: Noch sehr gut (1,3)
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-29381-5
ISBN (Book): 978-3-638-80990-0
File size: 187 KB
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Abstract
Im Jahre 447 vor Christus legten die Athener den Grundstein für ein außergewöhnliches Gebäude. Schon 15 Jahre später waren die Bauarbeiten in der Innenstadt abgeschlossen - Der Parthenon, der größte Tempel auf der Akropolis, war entstanden. Zu Agora und Pnyx, den Mittelpunkten des Lebens in der Polis, strahlten die frischen bunten Farben seiner Skulpturen und Metopen herüber. Die Bürger, die rund um den prachtvollen Bau ihre Wohnungen hatten, waren Zeugen einer glorreichen Zeit. Ihre Stadt war das Zentrum einer Großmacht, und sie alle (d.h. die Männer) hatten an dieser Macht teil. Rund 80 Jahre zuvor hatte Kleisthenes die Demokratie neu geordnet und den Einfluss der Volksversammlung gestärkt. Nun befand sich die demokratische Gesellschaft auf einem Höhepunkt. Mit der innenpolitischen Stabilität gingen außenpolitische Erfolge einher. Aus den „Mitkämpfern” Athens im Seebund waren Untergebene geworden, die mit ihren Tributen zum Reichtum der Metropole am Saronischen Golf beitrugen. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht bauen die Athener auf dem damals höchsten Punkt ihrer Stadt den Parthenon. Bestehen über die bloße Gleichzeitigkeit hinaus Zusammenhänge zwischen dem öffentlichen Bau und der Politik? Welche Botschaft ging von den Skulpturen des Parthenon aus? Wie wirkte er auf Athener, wie auf Fremde? Es sind diese Fragen, die sich stellen, will man urteilen, ob der Parthenon ein „Wahrzeichen der Demokratie” war. Der Schwerpunkt soll hierbei auf der Betrachtung der Giebel, der Metopen und des Frieses liegen.
Excerpt (computer-generated)
Der Partheon - Wahrzeichen der Demokratie?
von: Hans-Joachim Frölich
1. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 01
2 Von Grund auf demokratisch? Die Baudebatte (Plutarch, Perikles 12-14) 01
2.1 Die mangelnde Historizität der Schilderung 02
2.2 Die Grundaussage stimmt 02
3 Die Funktion des Parthenon 03
3.1 Kein Tempel 03
3.2 „The central bank of Athens” 04
3.3 Ein Denkmal des Volkes 04
3.4 Erst die Athener, dann Athena 05
4 Die Bauskulpturen und ihre Aussagen 05
4.1 Die Giebel 05
4.1.1 Der Ostgiebel 05
4.1.2 Der Westgiebel 06
4.2 Die Metopen 06
4.2.1 Die Nordmetopen 07
4.2.2 Die Südmetopen 07
4.2.3 Die Ostmetopen 07
4.2.4 Die Westmetopen 07
4.3 Der Fries 08
4.3.1 Der Festzug - mythisch, symbolisch oder historisch zu verstehen? 08
4.3.2 Eine Menschenmasse - das Volk in Marmor 08
4.3.3 Selbstbewußtsein oder Hybris? 09
4.3.4 Der Staat im Bild: die Phylenheroen 09
4.3.5 Der Imperialist bittet zum Altar - die Panathenäen und der Seebund 10
5 Schluß 11
1 Einleitung
Im Jahre 447 vor Christus legten die At hener den Grundstein für ein außergewöhnliches Gebäude. Schon 15 Jahre später ware n die Bauarbeiten in der Innenstadt abgeschlossen - Der Parthenon, der größte Tempel auf der Akropolis, war entstanden. Zu Agora und Pnyx, den Mittelpunkten des Lebens in der Polis, strahlten die frischen bunten Farben seiner Skulpturen und Metopen herüber. Die Bürger, die rund um den prachtvollen Bau ihre Wohnungen hatten, waren Zeugen einer glorreichen Zeit. Ihre Stad t war das Zentrum einer Großmacht, und sie alle (d.h. die Männer) hatten an dieser Macht teil. Rund 80 Jahre zuvor hatte Kleisthenes die Demokratie neu geordnet und den Einfluß der Volksversammlung gestärkt. Nun befand sich die demokratische Gesellschaft auf einem Höhepunkt. Mit der innenpolitischen Stabilität gingen außenpolitische Erfolge einher. Aus den „Mitkämpfern” Athens im Seebund waren Untergebene geworden, die mit ihren Tributen zum Reichtum der Metropole am Saronischen Golf beitrugen. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht bauen die Athener auf dem damals höchsten Punkt ihrer Stadt den Parthenon. Bestehen über die bloße Gleichzeitigkeit hinaus Zusammenhänge zwischen dem öffentlichen Ba u und der Politik? Welche Botschaft ging von den Skulpturen des Parthenon aus? Wie wirkte er auf Athener, wie auf Fremde? Es sind diese Fragen, die sich stellen, will man urteilen, ob der Parthenon ein „Wahrzeichen der Demokratie” war. Der Schwerpunkt soll hierbei auf der Betrachtung der Giebel, der Metopen und des Frieses liegen.
2 Von Grund auf demokratisch? Die Baudebatte (Plutarch, Perikles 12-14)
In seiner Biographie des Perikles schildert Plutarch sehr anschaulich eine Debatte um das so genannte Bauprogramm des Perikles. Die Volksversammlung entscheidet schließlich - im Sinne Perikles´ und aufg rund dessen rhetorischen Geschickes - zugunsten der Bauten, zu denen der Parthenon gehörte. Doch so schön sich die Debatte mit ihrer lebhaften wörtlichen Rede liest - historisch ist sie wohl nur teilweise.1
2.1 Die mangelnde Historizität der Schilderung
Die Gründe hierfür, zwei im wesentlichen, liegen beim Autor. Erstens schreibt Plutarch mit einem Abstand von über 500 Jahren. Unstrittig ist einzig, dass Thukydides, Sohn des Oloros, zu seinen Quellen zählte. 2 Doch dieser schreibt in seiner Schilderung des Peloponnesischen Krieges nichts über eine Baudebatte, kaum etwas über die Bauten selbst. Über weitere Quellen herrscht Unklarheit. 3 Woran aber zweitens die Historizität der Schilderung noch deutlicher krankt, ist die nicht verheimlichte Intention des Autors Plutarch. Seine griechisch-römischen Parallelbiographien, Perikles vergleicht er mit Fabius Maximus, sollen Leitbilder darstellen, nicht historische Wahrheiten. Plutarch schreibt: „Die Tugend hingegen vermag uns durch das Vorbild (...) zu bewegen, dass wir ihre Taten bewundern und (...) den Männern nacheifern, die diese vollbracht haben.” 4 Der naheliegende Verdacht, Plutarch instrumentalisiere Perikles als pädagogisch wertvolle Lichtgestalt, bestätigt sich insbesondere in seiner Schilderung der Auseinandersetzung mit Thukydides, Sohn des Melesios. Nur ein Argument der um diesen gescharten Baugegner führt Plutarch aus, von dem er obendrein schreibt, Perikles habe es „über sich ergehen lassen” müssen5. Und Perikles erwidert nicht schlicht darauf, nein, er „macht dem Volke klar”6, dass seine Position richtig ist. Die Sympathie des Plutarch für seinen Protagonisten ist unverkennbar.
2.2 Die Grundaussage stimmt
[...]
1 Für viele: Jeffrey M. Hurwit, Acropolis, S.310.
2 Weiter zur Quellenproblematik Walter Ameling, Historia 34, 1985, S.50.
3 Eine Aufzählung der erwogenen Quellen findet sich ebd., S.48.
4 Plut.Per. 2,2, übers. v. Walter Wuhrmann.
5 Plut.Per. 12,1, übers. v. Walter Wuhrmann.
6 Plut.Per. 12,3, übers. v. Walter Wuhrmann.
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