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Das Lesetagebuch im Deutschunterricht

Termpaper, 2004, 17 Pages
Author: Siena Jahn
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Event: Kinder- und Jugendliteratur
Institution/College: University of Hildesheim
Tags: Lesetagebuch, Deutschunterricht, Kinder-, Jugendliteratur
Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 17
Grade: 2,8
Language: German
Archive No.: V27315
ISBN (E-book): 978-3-638-29397-6

File size: 193 KB


Excerpt (computer-generated)

Das Lesetagebuch im Deutschunterricht

von: Siena Jahn

 


Inhalt

1. Einführung

2. Was ist ein Lesetagebuch und wozu wird es eingesetzt?

3. Welches Unterrichtsarrangement passt zum Lesetagebuch?

4. Verschiedene Formen des Lesetagebuchs

a) Freie Aufgabenstellung in Lesetagebüchern
b) Vorstrukturierte Aufgabenstellung in Lesetagebüchern

5. Exemplarische Aufgaben

6. Literaturverzeichnis
 


 

1. Einführung

Die empirische Studie der „Stiftung Lesen“ (2000) hat ergeben, dass die Deutschen nicht weniger lesen als früher, es aber den jugendlichen Lesern meist an Durchhaltevermögen fehlt ein Buch bis zum Ende zu lesen. Das überfliegende Lesen hat laut dieser Studie im Vergleich zu 1992 um 20 % zugenommen.1

Die Begegnung mit Texten ist eine individuelle Erfahrung, daher sollten den SchülerInnen möglichst mehrere Bücher zur Bearbeitung zur Verfügung stehen, damit jedes Kind seine Vorlieben für Lesestoff finden kann. Andrea Bertschi- Kaufmann legt Wert darauf, dass die Erfahrungen der Identifikation der Kinder mit dem Buch, die Lust am Gelesenen und die Neugier auf weitere Lektüre auch in der Schule ermöglicht und erweitert werden. Gerade die Schule bietet doch die Möglichkeit miteinander zu lesen und über das Gelesene zu sprechen. Die SchülerInnen können hier Anregungen, Lesestoff und Hilfe erhalten. Andrea Bertschi- Kaufmann erklärt weiterhin, dass die aktuelle Jugendliteratur Heldinnen und Helden zum einen in Alltagssituationen, zum anderen aber auch in Umgebungen, in die sich Jugendliche hineinwünschen, zeigt. Diese Fremderfahrung verbindet sich oft mit der eigenen Erfahrung der Kinder und Jugendlichen.2 Ein Weg, um das Gelesene für sich und andere festzuhalten ist ein „Lesetagebuch“ oder auch „Lesejournal“, in dem die SchülerInnen das Gelesene zum Beispiel passagenweise in eigenen Worten aufschreiben, eigene Erfahrungen preisgeben oder auch zu einzelnen Kapiteln zeichnen können.

2. Was ist ein Lesetagebuch und wozu wird es eingesetzt?

Bei allgemeinen Tagebucheinträgen handelt es sich um ganz persönliche Gedanken, Erlebnisse, Wünsche und Sehnsüchte, Gefühle, Stimmungen und Erfahrungen, welche aus eigener Motivation aufgezeichnet werden und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Oft sind diese Einträge in Tagebüchern unterschiedlicher Art. Sie sind an keine bestimmte Form gebunden, sondern haben ihren eigenen Schreibstil, der auch von Eintrag zu Eintrag verändert werden kann. Der Schreiber unterwirft sich keiner sprachlichen Norm und oft werden auch orthografische Regeln außer Acht gelassen. Das Lesetagebuch kann als eine besondere Form des Tagebuchs angesehen werden.3 Das Lesetagebuch ist formal betrachtet ein DIN- A 4 oder DIN - A 5 Heft, das jeder Schüler, begleitend zum gelesenen Buch, führt und in dem er seine persönlichen Leseeindrücke schriftlich oder bildlich festhält. „Das Lesetagebuch wird zu einem Ort, an dem Leser ihr Verhältnis zum Text verhandeln, indem sie Beziehungen zwischen der Welt des Textes und der eigenen Welt herstellen, sich mit Differenzen auseinandersetzen und zu Wertungen gelangen. Dabei erfüllt der Text zweifellos eine wichtige Anregungsform, die Bedeutungsarbeit aber bleibt dem Leser überlassen.“.4

Die Schüler können in ihrem Lesetagebuch festhalten, was sie besonders spannend fanden, was sie ärgert oder an welcher Stelle sie ratlos sind. Sie halten fest, womit sie sich gerade lesend beschäftigen und können so immer wieder zurückblättern und eigene Lernschritte beobachten. Ebenso teilen sie diese auch dem Lehrer mit und zeigen so, wo sie noch Hilfe brauchen. Dieser kann so teilnehmen an den zunehmenden Leseerfahrungen der Kinder und ersehen für welche Angebote sie sich entschieden haben. Lesetagebücher weisen auf Fortschritte und Stockungen im Lernprozess der Schüler hin.5 Ich selber kann mich nicht daran erinnern, in meiner Schulzeit je ein Lesetagebuch angefertigt zu haben und habe auch in meinem Studium noch nie eines durch Kinder anfertigen lassen. So kann ich nur von mir selber ausgehen, wenn ich sage, dass ich es doch etwas fragwürdig finde, ob wir als Lehrer an einem Lesetagebuch wirklich feststellen können, wie sich der einzelne Schüler entwickelt. Ich kann mir gut vorstellen, dass SchülerInnen, die von vornherein keine Lust haben ein ganzes Buch zu lesen und dann auch noch etwas darüber zu schreiben, auch in der Anfertigung ihres Lesetagebuches nicht sehr kreativ sein könnten. Ich zumindest weiß noch aus meiner Schulzeit, dass ich mich mit einem (vorgeschriebenen), für mich uninteressanten Buch nicht mehr als nötig beschäftigen wollte. Daher finde ich es sinnvoll, wie später noch einmal erwähnt, dass die Kinder sich selber ein Buch nach ihren Interessen wählen können, um dazu zu arbeiten. Trotzdem sehe ich auch hier das (mehr oder weniger) gleiche Problem wie bereits erwähnt. SchülerInnen, die lesefaul sind, werden sich wahrscheinlich durch das Buch “schlagen“, wenn sie aber gleichzeitig noch ungern schreiben, kann es sein, dass auch hier wahrscheinlich kein Lernprozess erkennbar wird.

[...]


1 Cromme, G. und Lange, G. 2001: Kinder- und Jugendliteratur: Lesen- Verstehen- Vermitteln, Baltmannsweiler 2001, S. 48

2 Bertschi- Kaufmann, A. und Gschwend- Hauser, R. : Jugendliteratur in der Lesewerkstatt, in Praxis Deutsch Heft 127, 1994

3 Vgl. Hintz, Ingrid 2002: Das Lesetagebuch- intensiv lesen, produktiv schreiben, frei arbeiten, Baltmannsweiler, S. 88 f

4 Krück/ Loeser 1997, S. 2, in: www.geographiedidaktik.uni-bremen.de/lesetagebuch.htm, aufgerufen am 05.01.2004

5 Vgl. Bertschi- Kaufmann, A. (Hrsg) 1998: Lesen und Schreiben im offenen Unterricht, Zürich 1998


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