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Termpaper, 2003, 15 Pages
Author: Diana Schmidt
Subject: Sociology - Classics, Basics and Theoretical Directions
Details
Institution/College: University of Marburg (Soziologie)
Tags: Kollektive, Identität, Deutschland, Japan, Exemplarische, Analyse, Theorien, Zivilisationstheorie, Shmuel, Eisenstadt
Year: 2003
Pages: 15
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-29447-8
File size: 201 KB
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Excerpt (computer-generated)
Kollektive Identität in Deutschland und Japan
von: Diana Schmidt
Inhalt
1. Einführung in die Thematik S. 2
2.1. Das Konzept kollektiver Identität S. 2
2.2. Die Konstruktion von Grenzen S. 3
3. Die Codes kollektiver Identität S. 3
3.1. Primordiale Codes S. 4
3.2. Traditionale/ Zivile Codes S. 5
3.3. Universalistische/ Kulturelle Codes S. 6
4. Kollektive Identität in Japan und Deutschland S 7
4.1. Kollektive Identität in Japan S. 7
4.2. Kollektive Identität in Deutschland S. 9
4.3. Gemeinsamkeiten und parallele Strukturen S. 12
5. Abschluss: Die Rolle der kollektiven Identität in Gegenwart und Zukunft S. 13
6. Literatur .S. 15
1. Einführung in die Thematik
Shmuel N. Eisenstadt hat sich intensiv mit der Beziehung zwischen der Geschichte der großen Zivilisationen und den vielfältigen Ausprägungen der Moderne beschäftigt. In dem Buch Die Vielfalt der Moderne (2000) untersucht er die Modernen an den Beispielen Westeuropa, USA und Japan. anhand verschiedener Analysepunkte. Neben den Merkmalen der Protestbewegungen, den Prämissen der sozialen und politischen Ordnungen in Gesellschaften und Herrscherverantwortlichkeit, spielt auch die kollektive Identität eine zentrale Rolle. Die nähere Betrachtung der kollektiven Identität trägt unter anderem dazu bei, Einzelheiten in den politischen Ordnungen und Verfassungen sowie kulturellen Besonderheiten besser verstehen zu können. Ich möchte nun das Konzept der kollektiven Identität herausgreifen und noch einmal etwas genauer auf deren einzelne Codes eingehen. Im Anschluss sollen mit Japan und Deutschland zwei recht unterschiedliche Kulturen in Bezug auf ihre kollektive Identität verglichen werden. Deutschland, das in seiner Entwicklung in die westeuropäische Moderne einzuordnen ist, und im Gegensatz dazu Japan, die „erste nichtwestliche und nichtaxiale moderne Kultur.“ (Eisenstadt 2000, S. 110)
2.1. Das Konzept kollektiver Identität
Die kollektive Identität ist als die soziale und kulturelle Identität, eine so genannte „Wir- Identität“ einer Gesellschaft zu verstehen. Sie entspricht dem Empfinden oder Bewusstsein von Individuen, gemeinsam einer bestimmten kollektiven Einheit oder sozialen Lebensgemeinschaft anzugehören. Die Individuen sind durch ganz bestimmte unverwechselbare Merkmale gekennzeichnet und unterscheiden sich dadurch von anderen Kollektiven. Diese Merkmale können sich auf die Kultur, Sprache, Geschichte und gegebenenfalls auch auf Religion und Rasse beziehen. In jedem Fall gründet sich kollektive Identität auf eine gemeinsame Vergangenheit an der Außenstehende nicht teilhaben, oder auf eine gemeinsame Vorstellung von Zukunft, die von Außenstehenden nicht geteilt wird. Dabei wird dieses Kollektivbewusstsein nicht natürlich erzeugt, sondern sozial konstruiert. Es resultiert absichtlich oder nichtabsichtlich aus Interaktionen die nach sozialen Mustern und Strukturen verlaufen. Im Kollektiv müssen zudem eine Gleichheit der Mitglieder und die gegenseitige Betrachtung mit gewissem Respekt gegeben sein. Nur so können sich Vertrauen und Solidarität entwickeln. (Vgl. Eisenstadt/ Giesen, S. 74)
2.2. Die Konstruktion von Grenzen
Die Konstruktion von Grenzen ist notwendig, um einzelne Bereiche voneinander abzugrenzen. Ziel ist es, eine „Innen- Außen- Differenz“ zu schaffen. Zwischen den „Insidern“, den Mitgliedern und den „Outsidern“, den Außenstehenden bestehen solche sozial konstruierte Grenzen. Jene Grenzen trennen und teilen die echten vielfältigen Prozesse und die sozialen Beziehungen. Sie stellen eine Abgrenzung zwischen „innen“ und „aussen“, Fremden und Bekannten, Freunden und Feinden, Kultur und Natur, Erleuchtung und Aberglauben sowie zwischen Zivilisation und Barbarei dar. Allerdings bringt diese Unterscheidung aber auch das Problem der Überschneidung von Grenzen mit sich und die Übergänge sind sehr oft fließend. So kann zum Beispiel ein Fremder eine Mitglied werden genauso wie ein Mitglied zum Außenseiter werden kann. Auch religiöse Konvertierung und Exkommunion sind diesem Prozess der Grenzüberschreitung zuzuordnen. (Vgl. Eisenstadt/ Giesen, S. 74- 77)
3. Codes kollektiver Identität
Um Grenzen überhaupt konstruieren zu können und Bereiche zu kennzeichnen werden symbolische Codes der Unterscheidung vorausgesetzt. Sie bilden zudem den Kern der Konstruktion kollektiver Identität, denn sie definieren genau, wo die Grenze zwischen dem Binnenraum einer Gesellschaft und der Außenwelt zu ziehen ist. Von Shmuel N. Eisenstadt und Bernhard Giesen werden im Grunde drei „Basic Codes“ als wichtig erachtet, die die räumliche, die zeitliche und die reflexive Dimension erfassen und die elementaren Unterschiede in sich bündeln. Jene Unterscheidungscodes beziehen sich in allen menschlichen Gesellschaften auf die grundlegenden Tatsachen des sozialen und kulturellen Lebens. Zentral ist bei allen Codes kollektiver Identität die Unterscheidung zwischen „uns“ und „den Anderen“.
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