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Die Maske als kulturelles Phänomen und ihre Verwendung in Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut" und Arthur Schnitzlers "Traumnovelle"

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 27 Pages
Author: Magistra artium Yvonne Rudolph
Subject: Theater Studies

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 27
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 16  Entries
Language: German
Archive No.: V27424
ISBN (E-book): 978-3-638-29478-2
ISBN (Book): 978-3-638-68208-4
File size: 228 KB

Abstract

In der vorliegenden Arbeit wird zunächst die Maske als kulturelles Phänomen vorgestellt und kulturgeschichtlich eingeordnet. Von ihrem erstmaligen Erscheinen zu Beginn der frühen Menschheitsgeschichte bis hin zu ihrer Funktion im Theater und den verschiedenen Epochen, wird schließlich auf ihre spezielle Bedeutung und Verwendung in Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut" Bezug genommen. Bei der Analyse des Maskenthemas im Film möchte ich bevorzugt die Szenen in "Der Landsitz" untersuchen (Siehe DVD-Szenenindex Nr. 16 "Der Landsitz" aus "Eyes Wide Shut". Mit Tom Cruise und Nicole Kidman. Warner Home Video GmbH, 2001."). An dieser Stelle werden die Orgie und das Ritual, aber auch der Geheimbund und die Initiation als besondere Momente der Maskenhandlung thematisiert und in Zusammenhang mit ihrer Darstellung im Film gebracht. Abschließend wird die literarische Vorlage des Films, Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" und der darin enthaltene Maskengebrauch mit den Maskenszenen in der filmischen Version von Kubrick verglichen.


Excerpt (computer-generated)

Die Maske als kulturelles Phänomen und ihre Verwendung in
Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut" und Arthur Schnitzlers
"Traumnovelle"

von: Yvonne Manske

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung S.3

2 Kulturgeschichtliche Einordnung der Maske als kulturelles Phänomen S.4

3 Die Verwendung von Masken in Stanley Kubricks „Eyes Wide Shut“

3.1 Der Hofstaat der Masken S. 12
3.2 Geheimbund und Initiation S. 14
3.3 Orgie , Ritual und Opfer S. 16

4 Vergleich der Maskenszenen in Stanley Kubricks „Eyes Wide Shut“ und Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ S. 22

5 Abschließender Kommentar S. 24

6 Bibliographie S. 26


 

 

Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit soll zunächst die Maske als kulturelles Phänomen vorgestellt und kulturgeschichtlich eingeordnet werden. Von ihrem erstmaligen Erscheinen zu Beginn der frühen Menschheitsgeschichte, bis hin zu ihrer Funktion im Theater und den verschiedenen Epochen, wird schließlich auf ihre spezielle Bedeutung und Verwendung in Stanley Kubricks „Eyes Wide Shut“ Bezug genommen. Bei der Analyse des Maskenthemas im Film werden bevorzugt die Szenen in „Der Landsitz“1 untersucht. Ebenso wird die Orgie und das Ritual einbezogen und in Zusammenhang mit theatralischer Darstellung im Film gebracht. Abschließend soll die literarische Vorlage des Films, Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ herangezogen werden, um die Besonderheiten und Unterschiede zwischen den Maskenszenen in der literarischen und der filmischen Version herauszuarbeiten.

2 Kulturgeschichtliche Einordnung der Maske als kulturelles Phänomen

Die Maske ist nach Wahrigs deutschem Wörterbuch definiert als „künstl., hohle Gesichtsform (bei den Naturvölkern) als Zauber- u. Beschwörungsmittel, (bei den antiken Schauspielern zur Kennzeichnung ihrer Rolle (heute) das durch Schminke u. Perücke veränderte Gesicht des Schauspielers.“2 In Brauneck und Schneilins Theaterlexikon heißt es: „Die Maske ist ein theatralisches Mittel zur Verstärkung des mimischen Ausdrucks und zur Unterstützung der imaginativen Darstellungsmöglichkeiten.“3 Die Verwendung der Maske geschah ursprünglich im Kult, welcher als „öffentlich geregelter Gottesdienst oder verehrungsvolle, übertrieben sorgfältige Behandlung von lat. cultus: Pflege, Bildung, Verehrung (einer Gottheit)“ zu charakterisieren ist.4

Die Ursprünge des Maskengebrauchs sind erstmals dokumentiert in Form von Höhlenmalereien. Zu den vergleichsweise späteren Darstellungen von maskentragenden Menschen gehört das „Bild des Zauberers in Stierverkleidung“ und der „Kriegstanz“5, welche beide aus Spanien stammen und in der Mittelsteinzeit, etwa 10000 vor Christus entstanden sind. Im Theaterlexikon von Brauneck und Schneilin erfolgt ein Verweis auf den Zusammenhang zwischen Maske und der Assoziation des Todes: „Das Gesicht des Toten ist starr, ohne Mimik; dies ist die erste und tiefverwurzelte Maskenerfahrung der Menschheit. Vor mehr als 20000 Jahren erkannten Jäger die täuschende Wirkung der Maskerade mit Tierfellen und Schädelknochen, die Tarnmaske. Erste Maskentänze und schamanistische Rituale sind aus dieser Zeit durch Höhlenzeichnungen bekannt.“6 Seit es Menschen gibt, existiert die Maske, das Spiel mit Identität, Verhüllung und Enthüllung der eigenen Person. Hierzu habe ich versucht die wichtigsten Maskentypen in die nachfolgende Tabelle einzuordnen, welche im Laufe der Arbeit an einigen Stellen herangezogen wird, um sich die Funktion der verschiedenen Masken zu verdeutlichen. Verschiedene Maskentypen und ihre Funktion

A Rituelle Maske magische Riten, Initiation, Dämonen,- Naturbeschwörung, Maskenträger wird von göttlichen Kräften erfasst, Fähigkeiten des dargestellten Wesens gehen auf ihn über B Schandmaske/Scharfrichtermaske als Erkennungszeichen, Strafe und Sühne, Teil der Rechtssprechung des Mittelalters.Der Scharfrichter wird durch Maskentragen von seiner Schuld befreit. C Theatralische Maske verabredetes Rollenspiel, Film, Theater, Darstellung, Die Maske als Hohlform oder Schminkmaske dient dazu eine andere Gestalt besser darstellen und imaginieren zu können. D Repräsentative Maske Barocke Herrscherrepräsentation (Bsp. Sonnenkönig), oder die Maske als Stammeswappen und Zugehörigkeitssymbolik E Verhüllende Maske Karneval, verabredete Maskierungsspiele. Maske zur Unterstreichung oder Verhüllung der eigenen Person, ermöglicht eine andere Rolle spielen zu können. Lust am Spiel und der Verkleidung, an unerkannter Agitation, Gesellschaftliches Triebventil F Soziale Maske Mode, Frisur, Sprechart, Körpersprache, Statussymbole, Beruf. Die Maske wird nicht als solche ausgewiesen, man gibt mit der sozialen Maske vor, man selbst zu sein. Anhand der Masken und ihrer Funktion in den verschiedenen Epochen der Menschheit, ließe sich die Kulturgeschichte selbst erläutern. Hierzu zitiere ich Gehard Kubik einen Ethnologen und Afrika-Forscher: „Die Idee sich zu maskieren, drückt in verschiedenen Gesellschaften oft ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Anliegen aus. Man maskiert sich jedoch immer, um vorübergehend seine Identität zu verbergen, um vor der größeren Gemeinschaft eine andere Identität zur Schau zu stellen, mit der man mehr oder weniger verschmilzt; oder man maskiert sich einfach, um einer Entdeckung zu entgehen und in diesem Zusammenhang auch; um gegenüber der Gemeinschaft oder einzelnen Angehörigen derselben, Handlungen auszuführen, die man als erkennbare Person nicht ausführen würde oder könnte.“

[...]


1 DVD-Szenenindex Nr. 16 „Der Landsitz“ aus: Eyes Wide Shut. Mit Tom Cruise und Nicole Kidman. Regie: Stanley Kubrick. DVD, Warner Home Video GmbH, 2001.

2 Wahrig, Gerhard et al.: Deutsches Wörterbuch. Hrsg. von Renate Wahrig-Burfeind. Gütersloh/München: Bertelsmann, 2000, S. 853.

3 Theaterlexikon: Begriffe und Epochen, Bühnen und Ensembles. M. Brauneck/G. Schneilin (Hg.). Hamburg 1992, S. 584.

4 Wahrig: Deutsches Wörterbuch (2000), S. 787.

5 Siehe Abbildung in: Lützeler, Heinrich: Weltgeschichte der Kunst. Hrsg. v. Lexikon-Institut Bertelsmann, Gütersloh 1960/ 1966, S. 45.

6 Brauneck/Schneilin: Theaterlexikon (1992), S. 580.


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