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Autor: Magistra artium Yvonne Rudolph
Fach: Deutsch - Literatur, Werke
Details
Institution/Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (Institut für deutsche Sprache und Literaturwissenschaft I)
Tags: Faust, Mephisto-, Figurenvergleich, Goethes, Faust, Paul, Valérys, Mein, Faust, Augenblick, Goethes, Faust, Deutschunterricht
Jahr: 2002
Seiten: 21
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 207 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-29482-9
Textauszug (computergeneriert)
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Institut für deutsche Sprache und Literatur I
S: Goethes Faust im Deutschunterricht
Faust und Mephisto- Ein Figurenvergleich von Goethes
"Faust I und II" und Paul Valérys "Mein Faust" und
"höchster Augenblick" versus "lebendiger Augenblick
von: Yvonne Manske
1. Vorbemerkung S. 3
2. Die Figuren Faust und Mephisto S. 4
2.1 Goethes Faust S. 4
2.2 Goethes Mephistopheles S. 6
2.3 Valérys Faust im Vergleich mit Goethes Faust S. 10
2.4 Valérys Mephistopheles im Vergleich mit Goethes Mephistopheles S. 11
3. Höchster Augenblick versus Lebendiger Augenblick S. 15
4. Bibliographie S. 21
1. Vorbemerkung
In der vorliegenden Arbeit soll Johann Wolfgang von Goethes „Faust“ mit Paul Valérys „Mein Faust“ verglichen werden. In Anbetracht des engen Rahmens einer Hausarbeit werden zentrale Aspekte der Werke oft nur gestreift oder gänzlich ausgespart, wodurch aber eine Vertiefung bestimmter Schwerpunkte möglich wird. Als solche hat sich die Verfasserin den Vergleich der Hauptfiguren J.W. v. Goethes und P. Valérys zur Aufgabe gemacht. Abschließend sollen die Begriffe „Höchster Augenblick“ versus „Lebendiger Auge nblick“ erläutert werden.
Bei allen Arbeitsteilen wird sich vorwiegend die werkimmanente Methode und die vergleichende Gegenüberstellung aufschlussreicher Passagen zu bewähren haben. Ein Bruchteil der Fülle an Sekundärliteratur zu Goethes Faust soll in erster Linie zur Erhärtung der eigenen Thesen herangezogen werden, um bloßer Wissensreproduktion produktiv entgegenzuwirken.
2. Die Figuren Faust und Mephistopheles
2.1 Goethes Faust
Besonders dem ersten Teil der Tragödie sind eine Vielzahl von Informationen über Biographie, Denkweise und Problematik von Goethes Faust-Figur entnehmbar. Als hervorzuhebende Tatsache ist zu erkennen, dass es sich bei Faust nicht um einen „individuellen Charakter“, sondern um den Typus des „neuzeitlichen Menschen“ handelt.1 Vor dem Hintergrund der Aufklärung, und der somit möglich gewordenen Forschungsfreiheit und Förderung der Wissenschaft, erfindet Goethe auf der Basis der mittelalterlichen Volksbuchsage vom Dr. Faustus, (gedruckt bei Johann Spieß in Frankfurt am Main 1587), einen Typus des Wissenschaftlers wie er allerorts anzutreffen ist, ohne ihm jedoch die detaillierte Ausformung eines Charakters zu verleihen. Diese Reduktion ist nötig, damit das Beispiel des Dr. Faust, gewissermaßen als menschliche Parabel, übertragbar bleibt. Faust sagt, in seinem ersten Monolog des Faust I, von sich, dass er die vier Disziplinen des mittelalterlichen Gelehrten: Philosophie, Jura, Medizin und Theologie intensiv studiert hat und seine Schüler nun schon seit Jahren selbst „an der Nase herumführt“. Die konventionellen Wissenschaften hat er als Erkenntnisquelle zu dem „was die Welt im Innersten zusammenhält“ längst verworfen und ist, trotz des eifrigen Studiums, das ein Leben lang gedauert hat, nach eigenen Aussagen, „so klug als wie zuvor“. Die einzige Disziplin, die er bisher gemieden hat ist die der schwarzen Magie; eine okkulte und verbotene Geheimwissenschaft, die ihm bei der Erforschung der letzten Gründe helfen soll:
FAUST. „ [...] Es möchte kein Hund so länger leben! Drum hab’ ich mich der Magie ergeben, Ob mir durch Geistes Kraft und Mund Nicht manch Geheimnis würde kund; [...]“2
Der Leser begegnet Faust also an einem Wendepunkt seines bisherigen Lebens, nämlich auf der Höhe seiner Lebens- und Wissenschaftskrise, welcher der von Selbstzweifeln und Lebensmüdigkeit gezeichnete Forscher ein Ende setzen will. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Ulrich Gaier im Kapitel „Magie“ einen ausführlichen Bericht zu diesem Leitthema Goethes liefert und im Kapitel „Geschic hte des Faust-Stoffs“ davon ausgeht, dass Faust eine Entwicklung vom klassischen Gelehrten, über den Meister der weißen Magie, hin zum Schwarzmagier erlebt, ein den dunklen Mächten Zugewandter wird, der sich, im Gegensatz zu dem im Sinne der Natur wirkenden Weißmagier, Dämonen für seine egoistischen und gottfernen Zwecke dienstbar macht. „Fausts Weg von der reinen Betrachtung des Makrokosmos-Zeichens bis zum Teufelspakt (in Faust I) zeigt die Schritte des Übergangs von der weißen zur schwarzen Magie als konsequenten Weg.“3
[...]
1 Vgl. Kröger, Wolfgang: Johann Wolfgang von Goethe: Faust I. Lektüreschlüssel für Schüler. Stuttgart 2001.
2 Johann Wolfgang von Goethe, Werke. Hamburger Ausgabe in 14 Bd. Bd. 3, Dramatische Dichtungen I. Textkritisch durchgesehen u. kommentiert v. Erich Trunz. München 1998, S.20.
3 Gaier, Ulrich: Goethes Faust-Dichtungen. Ein Kommentar. Urfaust. Stuttgart 1989, S.28.
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