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Autor: Nicole Doreen Becker
Fach: Kunst - Kunsttheorie, Allgemeines
Details
Institution/Hochschule: Technische Universität Dresden (Musik- und Kunstwissenschaften)
Tags: Tamara, Lempicka, Kunst, Theorien, Gestaltens
Jahr: 2004
Seiten: 20
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 385 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-29493-5
Textauszug (computergeneriert)
Tamara de Lempicka –
Überleben in der Kunst und für die Kunst
von: Nicole Doreen Becker
Inhaltsverzeichnis
1. Überleben in der Kunst und für die Kunst Seite 2
1.1. Die Theorie der Persönlichkeitswesenszüge Seite 3
1.2. Die Persönlichkeit Tamara de Lempicka Seite 4
2. Tamara de Lempicka – Leben und Werk Seite 4
2.1. Kindheit und Jugend Seite 5
2.2. Flucht nach vorn Seite 7
2.2.1. Anfangzeit in Paris Seite 7
2.2.2. Mystifizierung Seite 9
2.3. Selbstportrait „St. Moritz“ Seite 10
2.4. Übersiedlung nach Amerika Seite 13
3. Die funktionelle Autonomie der Malerei Seite 15
4. Wirken ihres Werkes Seite 16
5. Bibliographie Seite 17
6. Abbildung 1 Seite 18
7. Abbildung 2 Seite 19
1. Überleben in der Kunst und für die Kunst
„Ikone des Art Déco“ „eine der größten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts“ „Femme fatale der 20er Jahre“ „Göttin des Autozeitalters mit den stahlharten Augen“ „Malerin der lasziven, weiblichen Grazie“:
Die Namen, die Zeitgenossen und Nachgeborene für die exzentrische Polin Tamara de Lempicka gefunden haben, bezeugen die außerordentliche Wirkung einer faszinierenden Künstlergestalt und eines unverwechselbaren schöpferischen Werkes.1 Diese Beschreibungen der Tamara de Lempicka, die sowohl die ihr eigene Anerkennung, aber auch ihre Dekadenz widerspiegeln, weckt durchaus das Interesse des geneigten Lesers. So beginnt die Auseinandersetzung mit der Künstlerin, deren Lebensgeschichte sich ähnlich einem Dossier in einer der sogenannten Frauenzeitschriften unserer Zeit lesen lässt. Ebenso faszinierend, wie ihr ausschweifendes Leben, waren ihre Werke, die eine unheimlich anstößige Anziehungskraft und gleichzeitig eine kühle Sympathie, gepaart mit dem Hang zum Voyeurismus ausstrahlen.
Klare Formen, helle, leuchtende Farben und Motive wie „Jeunes filles“, eben die graziösen, leidenschaftlichen Frauenportraits, die eine sexuell machtvolle Ausstrahlung besitzen und die einen Großteil ihres gesamten Werkes einnehmen. Ebenso ihre geradezu androgyn oder non-sexuell wirkenden Männer, die nahezu ausdruckslosen Gesichter der dargestellten Personen zeugen von einer äußerst pragmatischen und exzentrischen Herangehensweise an das Malen und werfen unweigerlich die Frage nach dem Selbstzweck in ihrer Rolle als Künstlerin auf.
1.1. Die Theorie der Persönlichkeitswesenszüge
Eine psychologische Theorie der Persönlichkeitswesenszüge Gordon Willard Allports (1897 – 1967) besagt, dass eine Art Abkoppelung im Sinne einer Selbst-Bezugnahme und Selbst- Erfahrung statt finden muss, um Motive funktionell autonom zu machen. So dass der Mensch selbst als Wissender sich dem Besitz seiner erlernten Fähigkeiten bewusst ist und die Möglichkeit besitzt, sich etwas, was zunächst zum Fremdzweck diente, als Selbstzweck anzueignen. 2
Im Falle von Tamara de Lempicka, die immer wieder betonte, dass ihre Motivation zum Malen der dringend benötigte Verdienst in den ersten Jahren in Paris war, ist anhand der späteren Selbstdarstellung durch die Malerei, sowie auch mit Hilfe der Mystifizierung ihrer Künstlerpersönlichkeit aufzuweisen, dass durchaus Geldmangel Anlass war, sich als Produzentin zu etablieren, sich jedoch der persönliche Aspekt des Aufsteigens innerhalb gesellschaftlicher Strukturen immer mehr durchsetzte. Bereits an dieser Stelle ist zu betonen, dass Tamara de Lempicka niemals zu einem reinen Selbstzweck, also allein für sich, sondern ausschließlich zu repräsentativen Zwecken gemalt hat. So äußerst sie sich selbst kurz vor ihrem Tod und präzisiert den Beweggrund, der sie zur Künstlerin aus Not machte, folgendermaßen:
„Ich habe des Überlebens wegen angefangen, Bilder zu malen. Wenn mein Mann ein tüchtiger Ernährer für die Familie gewesen wäre, dann hätte die Malerin Tamara de Lempicka niemals das Licht der Welt erblickt.“ Tamara de Lempicka
1.2. Die Persönlichkeit Tamara de Lempicka
[...]
1 Entnommen der Buchbeschreibung von Laura Claridges Biografie Tamara de Lempickas.
2 Die Theorie der Persönlichkeitswesenszüge von Gordon Willard Allport war Inhalt meiner Arbeit zum Seminar „Differentielle und Persönlichkeitspsychologie“ im Wintersemester 2003 / 2004
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