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Examination Thesis, 2003, 78 Pages
Author: Bettina Hanke
Subject: English - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Tags: Psychologische, Aspekte, Spracherwerbs, Berücksichtigung, Fremdsprachenlernens, Englisch)
Year: 2003
Pages: 78
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-29498-0
File size: 280 KB
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Excerpt (computer-generated)
Erste Staatsprüfung für das Amt des Lehrers/L1
Wissenschaftliche Hausarbeit
Thema:
Psychologische und physiologische Aspekte des Spracherwerbs
unter besonderer Berücksichtigung des frühbeginnenden
Fremdsprachenlernens (Beispiel: Englisch)
Verfasserin:
Bettina Hanke
Studiengang: Englisch/Grundschulpädagogik
Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät II
Institut für Anglistik und Amerikanistik
Fachdidaktik Englisch
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 4
2. Entwicklungspsychologische Aspekte des Spracherwerbs ... 7
2.1. Grundlagen der Montessori-Pädagogik ... 7
2.1.1. Die sensiblen Phasen der Entwicklung und die Stufen der Erziehung ... 8
2.1.2. Montessoris Theorie von der Entwicklung der Sprache im Kind ... 17
2.1.2.1. Der Mechanismus der Sprache ... 18
2.1.2.2. Der zeitliche Ablauf der Sprachentwicklung ... 19
2.2. Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung ... 22
2.2.1. Adaptation und Organisation ... 22
2.2.2. Schema ... 23
2.2.3. Äquilibration ... 25
2.2.4. Die Entwicklungsstufen ... 25
2.2.5. Die Entwicklung der Sprache im Kind nach Piaget ... 27
2.2.5.1. Nachahmung ... 29
2.2.5.2. Symbolfunktion ... 30
3. Biologische Aspekte des Spracherwerbs ... 32
3.1. Umwelt ... 33
3.2. Entwicklungsstufen der sprachlichen Entwicklung ... 33
3.3. Alter und Aphasie ... 35
3.4. Alter und Lateralisation ... 36
3.5. Physische Reifung und Wachstum ... 37
3.6. Verstehen und Sprechen ... 38
3.7. Eine Theorie der Sprachentwicklung ... 38
4. Allgemeine Aspekte des Zweitspracherwerbs ... 44
4.1. Die Beziehungen zwischen Erst- und Zweitspracherwerb ... 44
4.1.1. Difference Hypothesis ... 44
4.1.2. Similarity Hypothesis ... 45
4.1.3. Second Language Learning Device (SLLD) ... 46
4.2. Einige Theorien zum Zweitspracherwerb ... 48
4.2.1. Acquisition-Learning Distinction ... 48
4.2.2. Natural Order Hypothesis ... 49
4.2.3. Monitor Hypothesis ... 49
4.2.4. Input Hypothesis ... 50
4.2.5. Affektive Filter Hypothesis ... 51
4.2.6. Eigenschaften des optimalen Inputs und die Rolle der affektiven Filter ... 52
4.2.6.1. Alter ... 52
4.2.6.2. Output ... 53
4.2.6.3. Optimaler Input ... 53
4.2.7. Bewusstes Lernen ... 55
4.2.7.1. Bewusstes Lernen als Monitor ... 56
4.2.7.2. Einfluss des bewussten Lernens ... 57
4.2.7.3. Bewusstes Lernen als “subject-matter” ... 57
4.2.8. Fehlerkorrektur ... 58
4.3. Neuere Erkenntnisse in der Zweitspracherwerbstheorie ... 59
4.3.1. Interaktions-Hypothese ... 60
4.3.2. Output-Hypothese ... 61
5. Frühbeginnendes Fremdsprachenlernen und der Einfluss der Spracherwerbstheorie ... 63
5.1. Ziele des Fremdsprachenunterrichts ... 63
5.2. Lerninhalte ... 63
5.2.1. Stellenwert der vier Fertigkeiten für das Fremdsprachenlernen ... 64
5.2.1.1. Hörverstehen ... 64
5.2.1.2. Sprechen ... 64
5.2.1.3. Lesen ... 65
5.2.1.4. Schreiben ... 65
5.2.2. Strukturen ... 66
5.2.3.. Erworbene Einsichten und Sprachfunktionen am Ende der Grundschulzeit ... 66
5.3. Unterrichtsgestaltung ... 67
5.4. Leistungsbeurteilung ... 68
5.5. Fehlerbehandlung ... 69
5.6. Der Einsatz von Spielen im Unterricht ... 69
6. Allgemeine Zusammenfassung und Schlussfolgerungen ... 71
Literaturverzeichnis ... 77
1. Einleitung
Sprache ist Bestandteil unseres Lebens. Jedes Individuum besitzt die Fähigkeit, eine Sprache zu erwerben. Doch was zeichnet diese Fähigkeit aus, eine Sprache zu erwerben? Zu dem Zeitpunkt, an dem wir bewusst über unsere Sprache nachdenken, haben wir sie bereits erworben. Wir können es uns selbst nicht erklären, wie wir sie erworben haben. Sie gehört zu unserem Leben, so wie auch das Gehen oder Sehen. Daher ist die Beantwortung der Frage, wie wir unsere Sprache erwerben so schwierig. Wir fangen in frühen Jahren an zu sprechen, zu gehen, zu denken. Diese Entwicklung ist bei allen Menschen auf der ganzen Welt gleich. Egal welches Land wir betrachten, ob nun Russland, Chile oder Irland, jedes Kind wird ab einem bestimmten Alter anfangen zu sprechen. Doch was löst dieses Verhalten aus? Sind es die Menschen in unserer Umgebung, die mit feinster und zarter Stimme auf uns einreden, uns zum lächeln bringen, uns in den Schlaf singen? Einerseits scheint die Umgebung des Kindes tatsächlich eine Rolle im Spracherwerbsprozess zu spielen, denn jedes Kind erwirbt die Sprache, die in seiner Umgebung gesprochen wird. Andererseits kann dies auch auf eine vererbte Veranlagung zum Spracherwerb zurückzuführen sein. Diese zwei unterschiedlichen Annahmen werden auch in der Literatur aufgenommen und diskutiert. Auf der einen Seite stehen die Vertreter des nativistischen Ansatzes. Dazu gehören, unter anderen, Lenneberg und Chomsky. Es wird angenommen, dass die Fähigkeit zum Spracherwerb angeboren ist. Es existiert ein Spracherwerbsmechanismus, der es ermöglicht, die Sprache zu entfalten. Dem gegenüber stehen die Anhänger, unter anderen Skinner, des lerntheoretischen Ansatzes. Sie vertreten die Annahme, dass Lernprozesse am Spracherwerbsprozess beteiligt sind. Sprache und Sprechen werden gelernt. Dies geschieht nach den Regeln des operanten Konditionierens. Es wird z. B. ein Laut zufällig produziert und dann unmittelbar belohnt. Dies führt zu einer vermehrten Wiederholung des Lautes. Auf diese Weise wird dann Sprache gelernt. Zusätzlich zu diesen Positionen besteht noch ein dritter Erklärungsansatz. Man ist der Auffassung, dass man Spracherwerb nicht losgelöst von der kognitiven Entwicklung betrachten kann. Spracherwerb wird als Teil der kognitiven Gesamtentwicklung gesehen, in der sich die Sprachentwicklung in verschiedenen Stufen vollzieht. Der wohl bekannteste Vertreter dieser Theorie ist Piaget. In dieser Arbeit werde ich mich speziell auf die erst- und letztgenannte Position beziehen, um meinen Standpunkt über den Spracherwerb darzulegen.
Der zweite Teil meiner Arbeit umfasst die Aspekte des Zweitspracherwerbs. Nun leben wir ja in einer Welt, in der sich verschiedene Sprachen entwickelt haben. Um miteinander in Kontakt treten und kommunizieren zu können, müssen wir uns verständigen. Dies geschieht zum größten Teil über die Sprache. Aus dieser Notwendigkeit heraus sind die meisten Menschen motiviert, eine zweite Sprache zu lernen. Doch wie ist es uns möglich, eine zweite Sprache zu erwerben bzw. zu lernen? Diese Fragestellung beinhaltet schon zwei Grundgedanken, mit denen sich hierbei auseinandergesetzt werden muss. Kann man die zweite Sprache ähnlich wie die Muttersprache erwerben oder braucht es dazu einer gezielten Anleitung? Bei der Beantwortung dieser Frage muss man verschiedene Faktoren berücksichtigen. Einerseits muss man bedenken, unter welchen Umständen die zweite Sprache erworben bzw. gelernt wird. Das kann entweder in einer natürlichen Umgebung geschehen, in welcher die Zweitsprache ausschließlich gesprochen wird z. B. im Falle der Immigration, oder in einer künstlichen Umgebung, in welcher die Sprache mit Hilfe eines/einer Lehrers/Lehrerin vermittelt wird. Weiterhin kommt der Einstellung zur Zweitsprache eine gewisse Bedeutung zu. Hierbei muss man unterscheiden, ob man die Zweitsprache lernt, weil es für das tägliche Leben in einem fremden Land notwendig ist, oder ob man sie um der Sprache willen lernt, um mit Menschen der Zielsprache zu kommunizieren. Auch das Alter spielt beim Zweitspracherwerb eine große Rolle. Je früher mit dem Erwerb einer zweiten Sprache begonnen wird, desto mehr Zeit steht zur Verfügung. Es gibt auch Gründe anzunehmen, dass Kinder wiederum anders lernen als Erwachsene. Um eine völlige Beantwortung dieser Fragen zu klären, wurden in der Literatur zahlreiche Hypothesen aufgestellt, die auch teilweise empirisch bestätigt wurden. Auch hier stehen sich zwei gegenseitige Positionen gegenüber. Einerseits wird angenommen, dass es, ähnlich wie beim Erwerb der Muttersprache, einen Mechanismus zum Erwerb einer Zweitsprache gibt. Dem gegenüber steht die Annahme, dass eine zweite Sprache nur gelernt werden kann, da sich die kognitiven Fähigkeiten bereits ausgebildet haben. Das Lernen der zweiten Sprache baut hier auf die Ergebnisse des Entwicklungsprozesses auf. Im zweiten Teil meiner Arbeit werde ich einige Hypothesen zu beiden Auffassungen vom Zweitspracherwerb bzw. Sprachenlernen vorstellen.
Der letzte Teil dieser Arbeit wird sich mit dem gezielten Fremdsprachenerwerb und speziell mit dem frühbeginnenden Englischunterricht beschäftigen. In den letzten Jahrzehnten wurde die Diskussion um die Einführung des Englischunterrichts ab Klasse drei in Deutschland immer lauter. Inzwischen wurde der Fremdsprachenbeginn in allen Bundesländern ab Klasse drei, in manchen sogar schon ab Klasse eins, eingeführt. In Berlin lernen die SchülerInnen ab dem Schuljahr 2002/2003 eine erste Fremdsprache. Dies verlangte eine Überarbeitung des Lehrplans, welcher in Berlin voraussichtlich Ende 2003 vorliegt. Bis dahin soll eineLerninhaltebeschreibung als Orientierung für den frühen Fremdsprachenunterricht dienen. Wie der Englischunterricht aussehen sollte, welche Ziele, Inhalte und Methoden vorgeschlagen werden und inwieweit die Aspekte der Spracherwerbstheorie in dieser Lerninhaltebeschreibung aufgegriffen werden, soll im letzten Teil dieser Arbeit untersucht werden.
Ziel dieser Arbeit ist es also, die unterschiedlichen Aspekte des Erst- und Zweitspracherwerbs aufzuzeigen und deren Bedeutung für das frühbeginnende Fremdsprachenlernen, und speziell des Englischunterrichts, hervorzuheben.
2. Entwicklungspsychologische Aspekte des Spracherwerbs
2.1. Grundlagen der Montessori-Pädagogik
Maria Montessori hat nicht nur durch ihren Wunsch, Medizin zu studieren und damit entgegen aller damaligen Konventionen als erste Frau den Doktorgrad der Medizin zu erwerben, an Berühmtheit gewonnen, sondern auch ihre bahnbrechenden pädagogischen Errungenschaften sind aus der heutigen Pädagogik nicht mehr wegzudenken. Maria Montessori verband ihre Kenntnisse als Ärztin und Pädagogin. Drei wichtige Eckpunkte ihres Lebensprogramms waren, unter anderem, die Emanzipation und soziale Lage der Frauen und Kinder, die Kenntnis und Beobachtung der physisch-psychischen Entwicklung des Kindes auf Grundlage medizinischen Wissens und die Pädagogik als Entwicklungshilfe für behinderte und normale Kinder.1 In dieser Arbeit werde ich mein Hauptaugenmerk auf den zweiten Punkt richten.
[....]
1 vgl. Raapke 2001: 178
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