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Scholary Paper (Seminar), 2000, 12 Pages
Author: Claudia Faschingbauer
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Details
Institution/College: LMU Munich (Institut für deutsche Philologie)
Tags: Liebe, Mittelalter, Liebe, Wiene`, Paris, Wiene
Year: 2000
Pages: 12
Grade: 2
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-29502-4
File size: 155 KB
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Excerpt (computer-generated)
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für deutsche Philologie
Proseminar II, Mediävistik
3. Semester (Lehramt Deutsch vertieft)
Liebe im Mittelalter - Liebe in `Paris un Wiene`
von: Claudia Faschingbauer
Inhaltsverzeichnis
I. `Paris un Wiene` - eine mittelalterliche Erzählung 3
II. Liebe im Mittelalter – Liebe in `Paris un Wiene`
1. Die Sprache der Liebe/ Liebesfetischismus 5
2. Heimliche Ehe statt heimlicher Liebe 7
3. Die Ausblendung von Sexualität 9
4. Die Aufopferung für den Geliebten 10
III. Resümee 11
IV. Literaturverzeichnis 12
I. `Paris un Wiene` - eine mittelalterliche Erzählung
>Paris un Wiene< ist eine jüdische Erzählung, die, wie man vermutet, zwischen 1532 und 1553 entstanden ist.1 Allerdings spielt die Handlung im 13.Jahrhundert. Diese Erzählung ist eine Art Liebesroman, die von den Protagonisten Paris und Wiene handelt, die gegen die Gesellschaft für ihre Liebe kämpfen. Typisch für diese Zeit ist, daß sich Paris, ein adliger und tugendreicher Ritter in die schöne Königstochter Wiene verliebt. Er wirbt um sie, indem er ihr vor ihrem Fenster in der Nacht Ständchen vorbringt und für sie in einem Turnier alle anderen Ritter niederkämpft, um „ihren Ruf als schönste Jungfrau der Welt zu bestätigen“2. Allerdings weiß Wiene nicht, wer dieser Unbekannte ist, obwohl sie sich schon längst in ihn verliebt hat. Erst als Wiene zufällig seinen Vater im Schloß besucht, findet sie in Paris` Kammer die von ihr für das Turnier gestifteten Trophäen. Daraufhin verlangt Wiene Paris zu sich und gesteht ihm ebenso ihre Liebe. Paris bittet nun seinen Vater bei König Dolphin, dem Vater von Wiene, um ihre Hand anzuhalten. Dieser Versuch schlägt allerdings fehl, da Dolphin sehr wütend auf dieses Heiratsgesuch reagiert. Die einzige Möglichkeit, ihre Liebe zu leben, sehen Paris und Wiene einzig und allein in der Flucht, die sie aber bald aufgeben müssen, da die Verfolger ihnen zu dicht auf den Fersen sind. Nur Paris hat die Chance ihnen zu entkommen, Wiene aber wird zu ihrem Vater zurückgebracht. Zwar kann sie ihren Vater von ihrer gewahrten Unschuld überzeugen, aber trotz allem wird sie mit ihrer Freundin Isabele im Kerker eingeschlossen. Dolphin versucht nun, sie endgültig mit jemandem, der für ihn von Vorteil ist, zu verheiraten, doch Wiene gelingt es mit einem Trick, die Anwärter abzuweisen. Paris hingegen reist über viele Jahre hinweg in die verschiedensten Länder, bis er zuletzt im Orient landet und die Gunst des dortigen Sultans erwirbt. Als eines Tages Dolphin als Spion im Heiligen Land festgenommen wird, kann ihn Paris aufgrund seiner Sprachfertigkeiten und seiner Beziehungen zum Sultan befreien. Als Belohnung wünscht er sich vorab aber die Hand seiner Tochter Wiene. Da Dolphin nicht weiß, wer vor ihm steht, weil Paris nicht wiederzuerkennen ist, willigt er sofort ein. Nun steht der glücklichen Wiedervereinigung zwischen Paris und Wiene nichts mehr im Wege. Als Paris nach vielen Jahren wieder in seine Heimat zurückkehrt, kann Wiene ihre Treue und ihre Unschuld, die sie über Jahre bewahrt hat, nochmals unter Beweis stellen, da selbst sie ihren Geliebten nicht wiedererkennt. Erst durch einen Hinweis seitens Paris durchschaut sie, wer er wirklich ist, und sie fallen sich überglücklich in die Arme.
In der folgenden Seminararbeit soll vor allem die Liebe in >Paris un Wiene<, die einen sehr hohen Stellenwert in der zeitgenössischen Literatur einnimmt, behandelt werden. Wie hat Wiene es geschafft, sich für Paris aufzusparen und wie geht in der Geschichte dieser Liebesdiskurs überhaupt vonstatten – das sind Themen, die unter anderem geklärt werden sollen. Auch soll in manchen Kapiteln darauf hingewiesen werden, wie die Realität im Mittelalter im Gegensatz zur Darstellung in der Literatur aussah.
II. Liebe im Mittelalter – Liebe in `Paris un Wiene`
1. Die Sprache der Liebe/Liebesfetischismus
[...]
1 Timm, Paris un Wiene, Seite 137
2 Bachorski, Posen der Liebe, Seite 109
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