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Die soziale bzw. politische Ordnung zur Zeit Schillers und ihre Realisierung in Kabale und Liebe

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 24 Pages
Author: Claudia Faschingbauer
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Event: HS: Schillers Dramen des Sturm und Drang
Institution/College: LMU Munich (Institut für deutsche Philologie)
Tags: Ordnung, Zeit, Schillers, Realisierung, Kabale, Liebe, Schillers, Dramen, Sturm, Drang
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2001
Pages: 24
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V27460
ISBN (E-book): 978-3-638-29505-5

File size: 508 KB


Excerpt (computer-generated)

Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für deutsche Philologie
Hauptseminar NdL, Schillers Dramen des Sturm und Drang
5. Semester (Lehramt Deutsch vertieft)

Die soziale bzw. politische Ordnung zur Zeit
Schillers und ihre Realisierung in Kabale und Liebe

von: Claudia Faschingbauer

 


Inhaltsverzeichnis

1. Schiller – ein Schüler der Karlsschule 3

2. Geschichtlicher Hintergrund 5

2.1. Ständegesellschaft 5
2.2. Das höfische Leben zur Zeit des Absolutismus 6
2.3. Das bürgerliche Leben 7

3. Umsetzung in Kabale und Liebe 9

3.1. Die bürgerliche Partei 9

3.1.1. Miller 9
3.1.2. Millers Frau 11
3.1.3. Luise 12

3.2. Wurm als Verbindungsstelle zwischen Bürgertum und Adel 13
3.3. Die adlige Partei 15

3.3.1. Fürst 15
3.3.2. Präsident 15
3.3.3. Hofmarschall von Kalb 17
3.3.4. Ferdinand 18

3.4. Lady Milford – eine Adlige mit bürgerlichen Wertvorstellungen 19

4. Resümee 22

5. Literaturverzeichnis 23

 


 

1. Schiller – ein Schüler der Karlsschule

„ `Die ersten Jugendjahre bestimmen vielleicht die Gesichtszüge des Menschen durch sein ganzes Leben, so wie sie überhaupt die Grundlage seines moralischen Charakters sind.`“1

Schillers Worte scheinen wie autobiographisch gezeichnet, betrachtet man seine Jugendjahre, die für sein ganzes Leben und auch für seine Werke bestimmend waren. Bereits mit vierzehn Jahren wurde Friedrich Schiller2 von dem damalig regierenden Herzog Karl Eugen von Württemberg in seine neu gegründete militärische Akademie berufen, um dort dem Studium der Jurisprudenz nachzugehen. Karl Eugen hatte die Absicht, begabte Schüler in seiner `Schule` nach seinen Vorstellungen zu erziehen, und sie später entweder als Offiziere oder Beamte einzusetzen. Sowohl Schiller als auch seine Eltern waren über diese Entwicklung bestürzt, wollte Schiller sich doch der Theologie widmen. Doch eine Widersetzung gegen die staatliche Gewalt wäre zu dieser Zeit undenkbar gewesen. Und so mußte Schiller, um seinen Eltern Schwierigkeiten zu ersparen, dem Befehl des Herzogs Folge leisten.

Schon nach drei Jahren wurde Schiller als der schlechteste Schüler der Karlsschule vorgeführt, mitunter eine Folge seiner Resignation. Doch Herzog Karl Eugen dachte nicht im geringsten daran, einen seiner Schützlinge gehen zu lassen, und so überwies er Schiller, nach dem Umzug der Akademie nach Stuttgart, der Fakultät der Medizin, da er als Jurist unbrauchbar geworden war. Friedrich Schiller glaubte, daß das Studium der Medizin ihm mehr Freiheiten zu Selbststudien gewähren würde und es „`der Poesie verwandter` sei“3, und fügte sich somit in sein Schicksal. Dieses Ereignis stellte einen Wendepunkt in seinem Leben dar. Zwar war ihm der militärische Drill auf der Pflanzschule immer noch ein Dorn im Auge, doch sein stilles Hinnehmen hatte ein Ende und seine Stimmung schlug mir der Zeit in Haß gegen das politische System um. Sein Dichterwesen begann in ihm aufzubegehren, und er hörte nicht auf, eigene Gedichte zu schreiben und sich oft nächtens der verbotenen Privatlektüre bekannter Schriftsteller, wie beispielsweise Shakespeare, zu widmen. Die Idee zu dem bürgerlichen Trauerspiel Kabale und Liebe, um das es im Folgenden gehen wird, hatte Schiller anscheinend schon während seines vierzehntägigen Arrestes, den er aufgrund der unerlaubten Reise nach Mannheim der Räuber wegen absitzen mußte. Herzog Karl Eugen hatte von Schillers heimlicher Unternehmung erfahren und ließ ihm nun seinen Mißmut spüren.

Im Laufe der Zeit war es Schiller unmöglich geworden, die Bevormundung des Herzogs weiter über sich ergehen zu lassen. Obwohl er alles versucht hatte, den Herzog, unter anderem durch Bittschriften, umzustimmen, konnte er seine eigentliche Profession nicht ausleben und beschloß mit seinem Freund Andreas Streicher aus Stuttgart zu fliehen. Seine Flucht ging über Mannheim nach Frankfurt, weiter über Oggersheim bis er zuletzt in Bauerbach, auf dem Gut der mütterlichen Freundin Henriette von Wolzogen, angekommen war, auf dem er sich sicher fühlen konnte. An diesem Ort schrieb er eines seiner wichtigsten Werke, nämlich die Luise Millerin, die später auf Anraten Ifflands hin in Kabale und Liebe umbenannt wurde. Dieses `bürgerliche Trauerspiel` ist Schillers Abrechnung mit dem absolutistischen System und seine Rache an dem Herzog Karl Eugen. „Ämterschacher, Menschenhandel, Mätressenwirtschaft und Dekadenz von Höflingen sind nur die wichtigsten Kritikpunkte“4, die Schiller in Kabale und Liebe dem Publikum vor Augen führen möchte. Sein Leben war gekennzeichnet durch Freiheitsberaubung. „Leiblicher Zwang, Gebundenheit, die Nichterfüllung seiner sehnlichsten Wünsche, und die gewaltsame Trennung von dem elterlichen Hause“5 machten Schiller zu einem Rebell seiner Zeit. In der folgenden Arbeit sollen die sozialen beziehungsweise politischen Zustände zur Zeit Schillers aufgezeigt werden, um verstehen zu können, was um ihn herum geschah. Außerdem wird darauf eingegangen werden, wie Schiller versucht hat, die damalige gesellschaftliche Ordnung in sein Werk einzuflechten und sie in seinen Figuren widerspiegeln zu lassen.

2. Geschichtlicher Hintergrund

2.1. Ständegesellschaft

[...]


1 Burschell, Friedrich Schiller, Seite 7

2 vgl. Burschell, Friedrich Schiller, Seite12 ff.

3 Burschell, Friedrich Schiller, Seite 19

4 Mader, Friedrich Schiller, Seite 57

5 Loohuis, Analyse von `Kabale und Liebe`, Seite 71


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