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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 24 Pages
Author: Nina Krull
Subject: Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
Details
Institution/College: University of Dortmund (Fakultät Rehabilitationswissenschaften)
Tags: Sexueller, Missbrauch, Thema, Unterricht, Sexualpädagogische, Bildungsangebote, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Beeinträchtigungen
Year: 2003
Pages: 24
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-29537-6
File size: 1026 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Dortmund SoSe 2003
Seminar: Sexualpädagogische Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche
und Erwachsene mit kognitiven Beeinträchtigungen
Sexueller Missbrauch - ein Thema für den Unterricht?
von: Nina Krull
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sexualerziehung im Primarstufenbereich
2.1 Sexualerziehung – Warum?
2.2 Sexualerziehung und ihre Ziele
3. Sexueller Missbrauch – ein Thema in der Sexualerziehung?
3.1 Sexueller Missbrauch – Was ist das?
3.1.1 Sexueller Missbrauch – gesetzliche Definition
3.1.2 Definitionen einer Betroffenen
3.1.2.1 Der sanfte Missbrauch
3.1.2.2 Der gewaltsame Missbrauch
3.1.2.3 Der seelische Missbrauch
3.1.3 Sexueller Missbrauch ‚allgemein’
3.2 Begründungsversuch
4. Didaktische Aufbereitung des Themas ‚Sexueller Missbrauch’ 11
4.1 Was ist Präventionsarbeit?
4.1.1 Sekundärprävention
4.1.2 Primärprävention
4.2 Was muss der Primärprävention vorangehen?
4.3 Möglichkeiten zur Umsetzung im Unterricht
5. Fazit
6. Anhang
6.1 Geschichte: ‚Lisa ist traurig’
6.2 Wie fühlst du dich?
6.3 Gefühlsbarometer
6.4 Körperumrisse
6.4.1 Umriss 1
6.4.2 Umriss 2
6.5 Miras Geheimnis
7. Literatur
1. Einleitung
Sexueller Missbrauch – ein Thema im Unterricht? Keine leichte Frage. Zur Beantwortung dieser heiklen Frage werde ich im Folgenden zunächst Grundsätzliches zur Sexualerziehung in der Schule sagen, um später die Begrifflichkeit des ‚sexuellen Missbrauchs’ zu definieren um ihre Wichtigkeit im Unterricht zu unterstreichen. Abschließend stelle ich in dieser Arbeit einen möglichen Ansatz für die Präventionsarbeit im Primarstufenbereich vor. In der vorliegenden Arbeit nenne ich immer nur allgemein den ‚Primarstufenbereich’, meine damit aber selbstverständlich auch den Primarstufenbereich einer Lernbehindertenschule!
2. Sexualerziehung im Primarstufenbereich
2.1 Sexualerziehung – Warum?
Warum schon im Primarstufenbereich Sexualerziehung? Früher galt das Prinzip ‚Im Elternhaus erfahren die Kinder den richtigen Umgang mit Sexualität – im Sinne der Eltern. Außerdem ist Sexualität erst ab der Pubertät relevant.’. Darin zeigt sich, dass Sexualität untrennbar mit Fortpflanzung zusammenhing, woraus sich der Schluss ergeben würde: Kinder sind asexuelle Wesen. Doch das Gegenteil ist der Fall: „Kinder sind vom ersten Tag ihres Leben an sexuelle Wesen, wenn auch auf andere Weise als Menschen ab der Pubertät.“1. ETSCHENBERG schreibt in >Sexualerziehung in der Grundschule<2, das die Fortpflanzung zwar erst nach der Pubertät eine Rolle im Leben eines jeden Menschen spielt, doch sie sagt auch, das die „Sexualität an sich (...) ein Thema [ist], das den Menschen ‚von der Wiege bis zur Bahre’ begleitet.“3 Teilt man diesen Standpunkt, so ergibt sich der logische Schluss, dass der Mensch sich auc h „von der Wiege bis zur Bahre“ aktiv mit seiner eigenen Sexualität auseinandersetzen sollte. Durch die allgegenwärtige Präsens von Sexualität in den Medien sind aber gerade SchülerInnen des Primarstufenbereichs mit Themen konfrontiert, mit denen sie noch nicht alleine umgehen können. Das heißt sie brauchen unterstützende Begleitung im Umgang mit ihrer eigenen Sexualität, um die gesehen, gehörten und evtl. auch erfahrenen Facetten der Sexualität verstehen zu können. Ein weiterer Grund um mit der Sexualerziehung so früh wie möglich zu beginnen, nennt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in ‚Sexualerziehung die ankommt...’: „Kinder sind Wesen aus Fleisch und Blut, mit Wünschen und Ängsten, Erfahrungen und Empfindungen, die ihre Rolle als Schüler beeinflussen. (...) Kinder sind Wesen aus Fleisch und Blut. Sie geben weder ihr Geschlecht noch ihren Körper an der Schulgarderobe ab.“4 So geht es in der Schule nicht alleine um das schulische Lernen, sondern die SchülerInnen werden tagtäglich auch mit neuen Erfahrungen in den Bereichen Freundschaft, Beliebtheit, Emotionalität und Körperkontakt konfrontiert. Den Umgang mit diesen neuen Erfahrungen müssen die SchülerInnen ebenso lernen wie den Umgang mit Mengen, Zahlen und Größen.
2.2 Sexualerziehung und ihre Ziele
Sexualität ist heutzutage in den Medien allgegenwärtig: in den Nachrichten wird über sexuellen Missbrauch berichtet, in Fernsehserien und Filmen werden Beziehungen und damit verbundene Beziehungskonflikte dargestellt, in Talkshows wird offen über bevorzugte Sexpraktiken u.ä. gesprochen, in der Werbung werden verstärkt nackte Menschen gezeigt.... Die Kinder im Grundschulalter erleben, neben den in den Medien dargestellten Facetten von Sexualität, auch verschiedenste Formen von Beziehungen und Sexualität innerhalb der Familie und des Bekanntenkreises.
Die Aufgabe der Sexualerziehung ist es deshalb den Kindern Werte zu vermitteln, um sich im ‚Dschungel der Sexualität’ zurecht zu finden. Die Sexualerziehung soll Ordnung bringen in die vielfältigen Eindrücke vom Zusammenleben der Geschlechter und in die vielfältigen Bilder von sexueller Lust5. Dabei soll die Sexualerziehung klare Zielvorstellungen vermitteln, welches Geschlechter- / Sexualverhalten gefördert bzw. nicht gefördert werden sollte. Außerdem sollen die Kinder, laut den Richtlinien und Lehrplänen zur Sexualaufklärung NRW (zum 1. August 2000) grundsätzliches über ihren Körper, die Fortpflanzung, etc. lernen6.
[...]
1 ETSCHENBERG (in Anlehnung an MÖNKEMEYER 1993 und NEUBAUER 1996) in: Sexualerziehung in der Grundschule, 2000, S. 9
2 2000
3 ebd. S. 9
4 BZgA: Sexualerziehung die ankommt..., 1999: Kapitel 1 Basisinformationen, S. 10
5 vgl. ETSCHENBERG in: Sexualerziehung in der Grundschule, 2000, S. 12
6 vgl. BZgA: Sexualerziehung die ankommt, 1999: 3. Kapitel Richtlinien der Länder, S. 6
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