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Termpaper, 2004, 14 Pages
Author: Susanne Linsel
Subject: Sociology - Gender Studies
Details
Tags: Mädchenerziehung, Nationalsozialismus, Beispiel
Year: 2004
Pages: 14
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-29540-6
File size: 233 KB
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Excerpt (computer-generated)
Mädchenerziehung im Nationalsozialismus
am Beispiel des BDM
von: Susanne Linsel
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
1. Einleitung 2
2. Hitlers Erziehungsziele 3
3. Die Hitlerjugend 4
3.1 Zum strukturellen Aufbau der Hitlerjugend 5
3.2 Inhalt der Hitlerjugend Arbeit 7
4. BDM, der „Bund Deutscher Mädel“ 7
4.1 Entstehung des BDM 7
4.2 Erziehungsansprüche des BDM 8
4.3 Aufgaben bzw. Aktivitäten der „Mädel“ 9
4.3.1 Die Körpererziehung 9
4.3.2 Die Bundestracht 9
4.3.3 „Erziehung am Erlebnis“ 10
4.3.4 Mädchen im Kriegdienst 10
4.4 Identität beim BDM 11
5. Reflexion 12
6. Literaturverzeichnis 14
1.Einleitung
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten rückte die Erziehung des deutschen Volkes immer mehr in das Interesse des innenpolitischen Geschehens. Die Nationalsozialisten sahen die Erziehung nicht nur als pädagogische, sondern auch als politische Aufgabe an. Die Jugend war die Zukunft des Staates, so hieß es im Gesetz über die Hitler-Jugend vom 1. Dezember 1936: „Von der Jugend hängt die Zukunft des Deutschen Volkes ab."1 Im Dritten Reich sollte kein junger Mensch der Formationserziehung der NSDAP entgehen, denn gerade die Heranwachsenden waren aus Sicht des Hitler-Regimes die Hauptgaranten für den Aufbau und die Erhaltung des nationalsozialistischen Staates. Im Rahmen der Gleichschaltung sollten alle Individuen und Organisationen in Deutschland unter Kontrolle des nationalsozialistischen Totalitarismus gebracht werden. Im Rahmen meiner Hausarbeit versuche ich dieses Thema näher zu beleuchten. Im 1. Teil meiner Arbeit geht es um die generellen Erziehungsziele und -motivation Hitlers. Eine kurze Darstellung der Hitlerjugend soll auf den zweiten Teil, der auch den Hauptteil der Hausarbeit darstellt, vorbereiten. Es geht in diesem Abschnitt speziell um die Mädchenerziehung am Beispiel des BDM.
2. Hitlers Erziehungsziele
„Diese Jungend, die lernt ja nichts anderes, als deutsch denken, deutsch handeln, und wenn diese Knaben mit zehn Jahren ihn unsere Organisation hineinkommen und dort oft zum ersten Male überhaupt frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitlerjugend, und dort behalten wir sie wieder viele Jahre, und dann geben wir sie erst recht nicht zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standeserzeuger sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei, in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK usw. Und wenn sie dort zwei Jahre oder eineinhalb Jahre sind und noch nicht ganz nationalsozialistisch geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs und sieben Monate geschliffen, alles mit einem Symbol, dem deutschen Spaten. Und was dann nach sechs oder sieben Monaten noch an Klassenbewusstsein oder Standesdünkel da oder da noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre, und wenn sie nach zwei, drei oder vier Jahren zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf gar keinen Fall rückfällig werden sofort wieder in die SA, SS usw., und sie werden nicht mehr frei Ihr ganzes Leben.“ (Rede am 4.12.1938 in Reichenberg)2
Diese Worte von Hitler am 4.12.1938 in Reichenberg sind charakteristisch für Hitlers Erziehungsvorstellung. Hitlers Absicht wird deutlich: ein möglichst lückenloser Erziehungsstaat. Das Augenmerk wurde dabei auf Körperertüchtigung und Charakterstärkung gerichtet. Doch diese Erziehung, die Hitler sich vorstellte, konnte nicht nur auf das Kindes- und Jugendalter beschränkt werden, sondern musste alle Generationen einschließen. Denn nach Hitler sollte „das deutsche Blut wieder rein“3 werden, d.h. dass das ganze Leben daraufhin umorganisiert werden sollte.4 Wie man also an dem Zitat gut erkennt wollte Hitler den Menschen in eine lebenslange Erziehungsschleuse lenken. Von einer lebenslangen Erziehung erhoffte er sich lebenslange Unmündigkeit. In "Mein Kampf" stellte er ein komplexes Erziehungsprogramm dar, dass eine verräterische Sprache erkennen lässt. "Er [der Staat] hat seine Erziehungsarbeit so einzuteilen, daß die jungen Körper schon in ihrer frühesten Kindheit zweckentsprechend behandelt werden..." 5 Das nationalsozialistische Erziehungsprogramm war totalitär im Sinne einer vollständigen Unterordnung aller Lebensbereiche unter den erzieherischen Grundsätzen der NSDAP, sowie im Sinne einer völligen Verneinung jeglicher Individualität des zu erziehenden Kindes. Alles unterlag einem totalitären Zwang, den Kindern sollte jegliche Freiheit genommen werden. „So muß die ganze Erziehung darauf eingestellt werden, die freie Zeit des Jungen zu einer nützlichen Ertüchtigung seines Körpers zu verwenden. Er hat kein Recht, in diesen Jahren müßig hermuzulungern, Straßen und Kinos unsicher zu machen, sondern soll nach seinem sonstigen Tageswert den jungen Leib stählen und hart machen, auf daß ihn dereinst das Leben nicht zu weich finden möge.“6 Hitler hatte für Jungen und Mädchen unterschiedliche Ziele, die Art und Weise, wie er dies verwirklichen wollte, war jedoch fast identisch. Im weiteren Verlauf meiner Hausarbeit werden diese Punkte näher beleuchtet.
3. Die Hitlerjugend
[...]
1 http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/hjgesetz/index.html, Zugriff: 19.07.2004
2 Gieseke, Hermann, Hitlers Pädagogen: Theorie und Praxis nationalsozialistischer Erziehung, Weinheim, München: Juventa Verlag, 1993, S. 17
3 ebd., S.21
4 vgl.ebd., S. 18-21
5 Hitler, Adolf, Mein Kampf, München: Eher Verlag, ungek. Ausg. 112. - 113. Aufl., 1934, S. 453
6 Hitler, Adolf, Mein Kampf, München: Eher Verlag, ungek. Ausg. 112. - 113. Aufl., 1934, S. 278
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