Autor: Dipl. Betriebswirtin Tanja Singh
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre
Details
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (VWL)
Jahr: 2004
Seiten: 21
Note: 1.0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 379 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-29582-6
Textauszug (computergeneriert)
Die gesundheitspolitischen Reformbestrebungen im
Spannungsfeld zwischen Machtstrukturen und
Finanzierungsinteressen
von: Tanja Mohrdiek
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1. Gesundheitssystem der Bundesrepublik Deutschland 2
1.1 Gesundheitsbegriff und Gesundheitsreform 2
1.2 Ausgewählte Probleme des Gesundheitssystems 3
2. Die Gesundheitsreform im Spiegel unterschiedlicher Interessen 4
2.1 Verbraucher/Konsumenten 4
2.2 Anbieter/Produzenten 7
3. Finanzierungsprobleme im Gesundheitswesen 8
Fazit 14
Literaturverzeichnis IV
Einleitung
Das deutsche Gesundheitssystem weist erhebliche Mängel in der Qualität und Effizienz auf. Hinzu kommt eine starke Fehlversorgung beziehungsweise Über- bzw. Unterversorgung. Diese Mängel sollen durch gesundheitspolitische Reformen behoben werden. Problem ist, dass diese durch Fehleinnahmen entstandenen Mängel nicht gedeckt werden können. Hinzu kommt, dass es im Gesundheitswesen starke Machtverhältnisse und unterschiedliche Interessen gibt. Durch Reformen soll das Gesundheitssystem verbessert werden. Die letzte zum 1. Januar 2004 in Kraft getretene neue Gesundheitsreform zeigt jedoch, dass eine generelle Umstrukturierung nötig ist. Der erste Teil dieser Arbeit wird die Begriffe Gesundheit und Gesundheitsreform definieren. Im Anschluss daran wird auf die Probleme im Gesundheitswesen eingegangen, wobei hier speziell auf die chronisch Kranken eingegangen wird. Das darauf folgende zweite Kapitel beschäftigt sich mit den Interessen von Verbrauchern und Anbieter Interessen. Das letzte Kapitel geht auf die Finanzierungsprobleme des Gesundheitssystems ein.
1. Gesundheitssystem der Bundesrepublik Deutschland
Erst seit den fünfziger Jahren beschäftigt sich die Wirtschaftswissenschaft verstärkt mit der Gesundheit der Individuen. Die Gesundheit des Volkes wurde zunehmend als ein wichtiger Faktor am Bruttosozialprodukt darstellt.1 Im Folgenden soll dargestellt werden, was der Begriff der Gesundheit besagt und welche Problematik das Deutsche Gesundheitssystem aufweist. Das darauf folgende Kapitel setzt sich mit den Interessen der einzelnen Interessensgruppen auseinandergesetzt.
1.1 Gesundheitsbegriff und Gesundheitsreform
Der Begriff der Gesundheit ist schwer zu definieren, da er subjektiv betrachtet und von jedem unterschiedlich ausgelegt wird. Im Sozialgesetzbuch V (SGB) ist zwar von „Gesundheit“ die Rede, doch wird dieser Begriff nicht näher erläutert. Viel mehr wird auf den Begriff „Krankheit“ näher eingegangen, wodurch im Umkehrschluss ermöglicht wird, den Begriff „Gesundheit“ abzustecken. 2 Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde 1948 der Begriff der Gesundheit als „Zustand vollkommenen physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheiten und Gebrechen”3 definiert. Diese Definition sehr vage ist und kann unterschiedlich ausgelegt werden. Insgesamt kann man sagen, dass überall auf der Welt die Gesundheit der Individuen eine sehr wichtige Rolle spielt. Den einzelnen Staaten ist die Gesundheit der Menschen deswegen wichtig, da jeder einzelne als Arbeitskraft eine wichtige Rolle spielt und man unter anderem an der Gesundheit des Volkes die Wirtschaftlichkeit messen kann. Für Individuen ist die Gesundheit insofern wichtig, als dass sie das Kapital jedes einzelnen darstellt.4 Ist die Gesundheit des einzelnen gefährdet, ist auch dessen Verdienstmöglichkeit gefährdet. In diesem Zusammenhang ist auch das Solidaritätsprinzip zu nennen. Gemäß § 1 SGB V hat „die Krankenversicherung als Solidargemeinschaft [..] die Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern.“
Innerhalb des deutschen Gesundheitssystems steht auch den wirtschaftlich schwachen Bundesbürgern eine Grundversorgung im Krankheitsfall zu. 5 Die medizinische Grundversorgung soll in Deutschland durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gedeckt sein. Neben der GKV gibt es noch die private Krankenversicherung (PKV), deren Mitgliedschaft den höheren Einkommensschichten, den Selbstständigen und Beamten vorbehalten ist. Geringverdiener haben dagegen keine Entscheidungsfreiheit und sind gesetzlich pflichtversichert. Demnach können die Besserverdiener entscheiden, ob sie sich in der GKV oder PKV versichern. Eine Pflichtversicherung besteht für diese Personengruppe jedoch nicht, sodass sie sich aus der Solidarität des Gesundheitssystems zurückziehen können. 6 Reformen im Gesundheitswesen sollen zu Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung führen. Die bisherigen Mängel sollen durch eine Reform beseitigen oder zumindest gemindert werden. Das Ziel dabei ist, „die grundlegende Aufgabe einer angemessenen und solidarischen Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung auf einem Kostenniveau zu halten, das den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht gefährdet.“7 Verbesserungen sind jedoch meistens mit Kosten verbunden, sodass in anderen Gebieten aufgrund des finanziellen Ausgleichs die Versorgung verschlechtert wird.
1.2 Ausgewählte Probleme des Gesundheitssystems
[...]
1 Vgl. Thiede (1998). S. 36-37
2 Vgl. ebd., S. 32-33
3 Übersetzt ins deutsche aus: WHO (1948), http://www.who.int/about/en
4 Vgl. Hajen et. al. (2000), S. 2-4
5 Vgl. Böcken et. al. (2001), S. 16
6 Vgl. Barth/Baur (2001), S. 152
7 Böcken et. al. (2001), S. 14
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