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Canberra - Inszenierung einer Stadt über 90 Jahre

Hauptseminararbeit, 2003, 17 Seiten
Autor: Nadine Sohn
Fach: Theaterwissenschaft

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 17
Note: 2,3
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V27575
ISBN (E-Book): 978-3-638-29588-8

Dateigröße: 231 KB


Textauszug (computergeneriert)

Canberra - Inszenierung einer Stadt über 90 Jahre

von: Nadine Sohn

5. Semester

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung Seite 1

2. Die politische Situation 1

3. Das Gebiet 2

4. Der Wettbewerb 4

5. Walter Burley Griffin 4

6. Griffins Vorbilder 5

a) Die Gartenstadt 5
b) Washington 6

7. Griffins Design 6

a) Die Struktur 6
b) Der See 7
c) Die Gebäude 7
d) Die Wohngebiete 7

8. Die Umsetzung Griffins Plan: 8

a) Unter Griffin 8
b) 1920-1931 9
c) 2. Weltkrieg bis 1960 10
d) Entwicklung des Großraums Canberra von 1960 an 11
e) 1960 - 1990 11
f) Canberra heute 12

9. Canberra und seine Inszenierung über 90 Jahre 13


 

 

1. Einleitung:

Seit der Mensch begann seßhaft zu werden und erste Siedlungen gründete, versuchte er auch, sie in bestimmter Weise zu planen und in die Entwicklung dieser Siedlungen bewußt einzugreifen. So sind bereits in der Renaissance Bestrebungen, eine Idealstadt zu bauen bekannt ( Bsp.: Sabionetta, Sforzinda). Durch die Industrialisierung entstanden allerdings sehr viele neuartige Probleme in natürlich gewachsenen Städten: Luftverschmutzung, Wasserverschmutzung, Probleme in der Verkehrsführung, die Bildung von Slums, etc. Stadtplanung wurde zu einer eigenständigen Disziplin, doch beschäftigte sie sich nicht nur mit den funktionellen Probleme der Städte. Zunehmend wurden auch Fragen zu ästhetischen Aspekten gestellt. Es wurde versucht, verschiedene Werte und Traditionen durch die Architektur zu vermitteln, Bürger sollten durch die Bauten inspiriert und Völker durch ihre Städte repräsentiert werden. Auch Canberra wurde mit einem sehr ehrgeizigen Bestreben gebaut: „I hope ... that the children of our children will see an Australian Federal city that will rival London in population, Paris in beauty, Athens in culture, and Chicago in industry.”1 Ob sich Canberra heute in die Liste der Metropolen einreihen kann, und wie sich die Stadt heute inszeniert wird in dieser Arbeit dargestellt.

2. Die politische Situation:

1901 schlossen sich die britischen Kolonien Neusüdwales, Victoria, Queensland, Westaustralien, Südaustralien und Tasmanien zum Federal Commonwealth of Australia zusammen. Sie erhielten die Selbständigkeit und eine liberale, an den USA und Großbritannien orientierte Verfassung. Staatsoberhaupt der parlamentarischen Monarchie war weiterhin die britische Königin, ihr Vertreter in Australien war der von ihr ernannte Generalgouverneur. Sitz der Bundesregierung wurde vorübergehend Melbourne. Wie auch aus der Geschichte anderer Föderationen bekannt, erwieß es sich allerdings als beinahe unmöglich, sich auf eine gemeinsame Hauptstadt zu einigen. Bereits vor Gründung des Commonwealth bestand eine sehr große Konkurrenz zwischen den verschiedenen Kolonien, die jeweils auf ihre eigenen Hauptstädte hin ausgerichtet waren. Die Infrastrukturen der jeweiligen Kolonien sowie Eisenbahnnetze und ähnliches erstreckten sich jeweils nur über das eigene Gebiet. Um eine Einflußnahme durch die Nachbarkolonien zu vermeiden, bestand meist keinerlei Verbindung.

Besonders zwischen den beiden wichtigsten Hafenstädten des Landes, Melbourne (im Staate Victoria) und Sydney (im Staate New South Wales) entbrannte der Streit. Die einzige Lösung erschien die Neugründung einer Hauptstadt. Diese Stadt sollte die gesamte, noch junge Nation repräsentieren und sich einer Hauptstadt für würdig erweisen, d.h. sie sollte sich von anderen (australischen) Städten abheben. Der mit der Auswahl des Gebietes beschäftigte Sachverständige Robert Scivener formulierte 1909: „the federal capitol should be a beautiful city, occupying a commanding position with expensive views, which will lend themselves to the evolution of a design worthy of the object, not only for the present but for all times. Consequently, the potentialities of the site will demand most careful consideration from a hygienic standpoint of view to secure pituresqueness and also with the object of beautification and expansion.“2

3. Das Gebiet:

Die Bemühungen um die zukünftige Hauptstadt gewann New South Wales. Allerdings konnte Victoria zwei wichtige Einschränkungen anfügen: Die neue Stadt sollte sich in einer Entfernung von mindestens 100 Meilen von Sydney befinden, und bis zur Fertigstellung der Stadt würde Melbourne Sitz des Parlaments bleiben. In der Verfassung wurde New South Wales verpflichtet, ein 900 Quadratmeter großes Gebiet zur Verfügung zu stellen, das sogenannte ACT (Australian Capital Territory), welches in Zukunft nur der Bundesregierung unterstellt sein würde. Es dauerte zehn Jahre, bis zum 01.01.1911 bis eine Kommission aus 40 vorgeschlagenen Gebieten die Canberra-Yass-Region aussuchte und das ACT ins Leben gerufen wurde.

[...]


1 National Capital Planning Authority, Seite 12

2 F. Fischer, S.12


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