Betreibermodelle in der Automobilindustrie

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Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 112
Note: 2,7
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 2403 KB
Archivnummer: V27969
ISBN: 978-3-638-29874-2
Anmerkungen :
großer Anhang




Textauszug

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Produktionswirtschaft

Betreibermodelle in der Automobilindustrie

Diplomarbeit

vorgelegt von

Michael Thinnes

Sommersemester 2004

[...]

“Wenn Ihr Produkt und Ihre Dienstleistungen alle diese Verfahrensvorteile bietet, die Sie ihm nachsagen, warum wollen Sie diese Vorteile nicht selbst nutzen, indem Sie das Produkt behalten und mir nur dessen Dienste anbieten?
Wenn Sie es mir verkaufen und mir damit die Verfahrenskosten überlassen, muss doch irgendetwas daran falsch sein!“2

 

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis ... IV
Tabellenverzeichnis ... VII
Abkürzungsverzeichnis ... VIII

1 Ziel und Aufbau der Arbeit ... 1

2 Wettbewerbssituation und Wettbewerbsdruck in der Automobilindustrie ... 3
2.1 Allgemeine Definition von Wettbewerb und Wettbewerbskräften ... 3
2.2 Wettbewerbsherausforderungen in der Automobilindustrie ... 5
2.3 Produktion als Wettbewerbsfaktor ... 6
2.4 Historischer Abriss der Entwicklung der Automobilindustrie ... 7
2.4.1 Epoche der handwerklichen Produktion ... 7
2.4.2 Die erste Revolution – Massenproduktion ... 8
2.4.3 Die zweite Revolution – schlanke Produktion ... 9
2.4.4 Aktuelle Produktionsmodelle  ... 10
2.5 Aktuelle Rahmendaten der Automobilindustrie ... 11
2.5.1 Automobilkonjunktur ... 11
2.5.1.1 Weltweite Automobilkonjunktur ... 11
2.5.1.2 Deutsche Automobilkonjunktur ... 11
2.5.2 Aktuelle Wettbewerbssituation und strukturelle Veränderungen ... 12
2.5.3 Volkswirtschaftliche Bedeutung der Automobilindustrie ... 13
2.6 Folgerungen ... 14

3 Treiber für Betreibermodelle in der Automobilindustrie ... 15
3.1 Innovation ... 15
3.1.1 Definition von `Innovation´ ... 15
3.1.2 Bedeutung von Innovation für die Automobilindustrie ... 16
3.1.3 Marktsegmentierung: Triumph der Nische ... 16
3.1.4 Konklusion ... 18
3.2 Produktivität und Flexibilität ... 19
3.2.1 Einordnung von Produktivität und Flexibilität in die taktische Planung ... 19
3.2.2 Definition von Produktivität und Flexibilität ... 19
3.2.3 Charakteristika der Automobilfertigung ... 21
3.2.4 Problemfeld Produktivität / Flexibilität ... 22
3.2.5 Konklusion ... 23
3.3 Fertigungs- und Wertschöpfungstiefe ... 24
3.3.1 Definition und Überblick ... 24
3.3.2 Veränderungen der Wertschöpfungsstruktur ... 25
3.3.3 Strategische Ansatzpunkte für die Fremdvergabe produktiver und produktionsnaher Leistungen ... 26
3.3.4 Insourcing-/Outsourcing-Strategien ... 27
3.3.4.1 Definition von `Insourcing´ / `Outsourcing´ und Überblick ... 27
3.3.4.2 Fremdvergabe von Fertigungsumfängen an Zulieferer ... 28
3.3.4.3 Fremdvergabe von Fertigungsfunktionen an Ausrüstungslieferanten ... 29
3.3.4.4 Trend: Insourcing vs. Outsourcing ... 30
3.3.5 Beurteilung der Fertigungstiefe aus Konsumentensicht ... 31
3.3.6 Konklusion ... 31
3.4 Netzwerkbildung ... 32
3.4.1 Definition von `Netzwerkbildung´ ... 32
3.4.2 Koordination von Netzwerken ... 33
3.4.3 Paradigmenwechsel: Vom Teilelieferanten zum Systemintegrator ... 33
3.4.4 Global Sourcing ... 35
3.4.5 Konklusion ... 35
3.5 Folgerungen ... 36
3.5.1 Zusammenfassung der Treiber ... 36
3.5.2 Veränderung der Wertschöpfungsstrukturen ... 37
3.5.3 Lösungsstrategien ... 38

4 Betreibermodelle als ein innovatives Geschäftsmodell ... 39
4.1 Übersicht über innovative Geschäftsmodelle ... 39
4.2 Überblick über Betreibermodelle ... 39
4.2.1 Betreibermodelle in öffentlichen Infrastrukturprojekten ... 39
4.2.2 Definition von Betreibermodellen in der (Privat-) Wirtschaft ... 40
4.2.3 Angebot von Betreibermodellen in der deutschen Investitionsgüterindustrie ... 41
4.3 Einordnung von Betreibermodellen in die Wertschöpfungskette und Eignung ... 41
4.4 Lebenszyklus von Betreibermodellen ... 42
4.4.1 Überblick und Definition von Anlagen ... 42
4.4.2 Phasen von Betreibermodellen mit phasenspezifischen Risiken ... 43
4.5 Vertragsbeziehungen in Betreibermodellen ... 44
4.5.1 Beteiligte an Betreibermodellen ... 44
4.5.2 Rechtliche Details ... 44
4.6 Funktionen von Betreibermodellen ... 45
4.6.1 Überblick ... 45
4.6.2 Leistungsfunktion: Projektierung, Herstellung, Betriebsführung ... 45
4.6.3 Finanzierungsfunktion ... 46
4.6.3.1 Überblick und Definition ... 46
4.6.3.2 Implikationen durch Basel II ... 47
4.6.3.3 Off-Balance-Finanzierung ... 47
4.6.3.4 Off-Rating-Finanzierung ... 48
4.6.3.5 Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ... 48
4.6.3.6 Spezielle Kostenaspekte ... 50
4.7 Darstellung der theoretischen Modellkonstrukte ... 50
4.7.1 Überblick ... 50
4.7.2 Neuere Modellansätze ... 51
4.7.2.1 Leasingmodell ... 51
4.7.2.2 Betriebsführungsmodell ... 52
4.7.2.3 Eigentümermodell (Betreibermodell) ... 52
4.7.2.4 “Pay on Production“-Modell ... 53
4.7.3 Modellüberblick und Konklusion ... 53
4.8 Chancen und Risiken von Betreibermodellen (insbes. PoP-Modell) ... 55
4.8.1 Betriebswirtschaftliche Chancen ... 55
4.8.1.1 Chancen des Dienstleistungsnehmers (OEM) ... 55
4.8.1.2 Chancen des Dienstleistungsanbieters (Betreiber) ... 56
4.8.2 Betriebswirtschaftliche Risiken ... 56
4.8.2.1 Risiken des Dienstleistungsnehmers (OEM) ... 56
4.8.2.2 Risiken des Dienstleistungsanbieters (Betreiber) ... 57
4.9 Handlungsrahmen mit strategischer Empfehlung ... 58
4.9.1 Kritische Erfolgsfaktoren bei Betreibermodellen ... 58
4.9.2 Kriterien zur Eignung von Betreibermodellen mit Handlungsempfehlung ... 59
4.10 Überblick über realisierte Betreibermodelle in der Automobilindustrie ... 61
4.10.1 Überblick ... 61
4.10.2 Seat - Eisenmann ... 61
4.10.3 Ford - Eisenmann ... 61
4.10.4 Smart - Eisenmann ... 62
4.10.5 Opel – Hörmann Industrietechnik ... 63

5 Kritische Würdigung und Überlegungen zur Zukunft ... 63
5.1 Modellfazit ... 63
5.2 Kritische Würdigung ... 65
5.3 Überlegungen zur Zukunft ... 67

Anhang ... IX

Literaturverzeichnis ... XXXIV

 

1 Ziel und Aufbau der Arbeit
Das aktuelle wirtschaftliche Umfeld ist gekennzeichnet durch eine steigende Wettbewerbsintensität. Wirtschaftliche Herausforderungen wie die Globalisierung der Märkte und des Wettbewerbs zwingen die Unternehmen zum Handeln. Der rasante technologische Fortschritt führt zu neuen Produkten und immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen. Im Marketing dominiert zunehmend eine kundenorientierte Denkweise. Eine flexible Reaktion auf Kundenwünsche führt zu einer steigenden Produktdifferenzierung und einer kundenindividuellen Massenproduktion (Mass Customization).3

Neben diesen allgegenwärtigen Herausforderungen existiert in der Automobilindustrie eine Vielzahl von weiteren speziellen Herausforderungen und Problemstellungen. So steigt bedingt durch die Kundennachfrage die Zahl der Modellvarianten sukzessive an und es findet ein Triumph der Nische statt.4

Die Ziele des Ausbaus und der Festigung von Marktpositionen führen nach Meinung von Marktforschern zu einer Erhöhung der Fertigungsvolumen. Bei bereits bestehenden hohen Überkapazitäten bewirkt dies selbst bei einem Anziehen der Nachfrage ein Überangebot. Zur Generierung zusätzlicher Kaufanreize für den Konsumenten wird der Preisdruck daher anhalten. Dies findet in einer Verschärfung von Preiskämpfen und Rabattschlachten auf den Märkten statt.5 So verkauft z.B. die Adam Opel AG den ab März 2004 erhältlichen neuen Astra bereits heute mit einem “Frühbucherrabatt“.6 Die Folge ist eine Reduktion der Gewinnmargen bei den Automobilherstellern.7

Diese Problemfelder zwingen die Automobilhersteller zum Handeln und erfordern die Notwendigkeit einer schnelleren Reaktionsfähigkeit und höheren Flexibilität der Unternehmen auf den Märkten. Nach Bellmann haben die ökonomisch-organisatorischen Fragestellungen bei Produktions- und Logistiksystemen eine zentrale Bedeutung im Bereich der Produktionswirtschaft.8

Das aktuelle wirtschaftliche Umfeld ist gekennzeichnet durch eine steigende Wettbewerbsintensität. Wirtschaftliche Herausforderungen wie die Globalisierung der Märkte und des Wettbewerbs zwingen die Unternehmen zum Handeln. Der rasante technologische Fortschritt führt zu neuen Produkten und immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen. Im Marketing dominiert zunehmend eine kundenorientierte Denkweise. Eine flexible Reaktion auf Kundenwünsche führt zu einer steigenden Produktdifferenzierung und einer kundenindividuellen Massenproduktion (Mass Customization).3

Als möglicher Lösungsansatz zur Bewältigung dieses Finanzierungsproblems bei gleichzeitiger Verbesserung von Flexibilität und Produktivität hat sich als innovatives Geschäftsmodell der Modellansatz des Betreibermodells herauskristallisiert (vgl. Abbildung 2).

!! Abbildung 2 befindet sich in der Downloaddatei !!

Abbildung 2: Kausalkette für Herleitung von Betreibermodellen

Unter Betreibermodellen11 versteht man eine “Form des internationalen Anlagengeschäfts mit Komplettlösungen zumeist hoch technischer Systeme. Im Kern beinhaltet die Abwicklung internationaler Projekte nach dem B. neben Planung, Bau und Finanzierung der Anlage Betrieb und Vermarktung des Outputs des Systems.“12 Ziel ist eine Optimierung der Beziehung zwischen dem Hersteller der Produktionsmittel und dem Hersteller der Automobile.

Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es, sowohl die theoretischen und neuen Modellkonstrukte der Betreibermodelle aufzuzeigen, als auch einen groben Überblick über in der Praxis angewandte Modellformen zu geben.

Im Mittelpunkt soll dabei der Fertigungsbereich mit der primären Aktivität Produktion von Automobilen aus Sicht der Automobilhersteller stehen. Dabei steht insbesondere der deutsche Markt mit den deutschen Automobilherstellern im Fokus der Betrachtung.

Die Arbeit ist wie folgt gegliedert: In Kapitel 2 wird die Wettbewerbssituation und der Wettbewerbsdruck in der Automobilindustrie aufgezeigt. Neben der Definition von Wettbewerb und den Wettbewerbskräften werden die Herausforderungen des Wettbewerbs und die Produktion als Wettbewerbsfaktor aufgezeigt. Nach einem kurzen historischen Abriss der Entwicklung der Automobilindustrie folgen aktuelle Rahmendaten der Automobilindustrie.

Hinführend zu Kapitel 4 beschreibt Kapitel 3 die Treiber für Betreibermodelle in der Automobilindustrie. Im Mittelpunkt stehen hierbei Innovation, Produktivität und Flexibilität, Fertigungs- und Wertschöpfungstiefetiefe und Netzwerkbildung. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung dieser Treiber und eine Darstellung von möglichen Lösungsstrategien.

Den Schwerpunkt dieser Diplomarbeit bildet Kapitel 4 mit Betreibermodellen als ein innovatives Geschäftsmodell. Zunächst wird ein Überblick darüber und dann eine Definition und Überblick über Betreibermodelle gegeben. Danach erfolgt eine Einordnung von Betreibermodellen in die Wertschöpfungskette. Nach dem Lebenszyklus von Betreibermodellen werden die Vertragsbeziehungen und Funktionen von Betreibermodellen erläutert. Anschließend werden die theoretischen Modellkonstrukte und die Chancen und Risiken von Betreibermodellen dargestellt. Ein Handlungsrahmen mit strategischer Empfehlung und letztlich ein Praxisbezug mit in der deutschen Automobilindustrie verbreiteten Betreibermodellen folgen danach.

Im fünften und letzten Kapitel erfolgen eine kritische Würdigung des Konzepts und Überlegungen zur Zukunft.

2 Wettbewerbssituation und Wettbewerbsdruck in der Automobilindustrie
2.1 Allgemeine Definition von Wettbewerb und Wettbewerbskräften
Unter Wettbewerb versteht man die Existenz von Märkten mit mindestens zwei Anbietern oder Nachfragern, die sich nicht kooperativ verhalten. Durch den Einsatz eines oder mehrerer Aktionsparameter wollen die Wirtschaftssubjekte ihren Zielerreichungsgrad zu Lasten anderer verbessern.13

[...]


2 Stender, Siegfried; Lehmann, Frank: Wandel in der Produktion - Netzwerkkonzepte und Betreibermodelle, in: Skript des Management Circle Seminars: Betreibermodelle in der Produktion, Eschborn 2003, S. 24.

3 Vgl. Picot, Arnold; Reichwald, Ralf; Wigand, Rolf T.: Die grenzenlose Unternehmung, 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Wiesbaden: Gabler 2001, S. 2f.

4 Vgl. Geiger, Thomas: Triumph der Nische, Online im Internet: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,280921,00.html, 08.01.2004.

5 Vgl. o.V.: Rabatte auf Rekordniveau, Online im Internet: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,288053,00.html, 28.02.2004.

6 Vgl. Peitsmeier, Henning: Die beste Autowelt, in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.01.2004, S. 28.

7 Vgl. o.V.: Rabatte auf Rekordniveau, a.a.O., 28.02.2004.

8 Vgl. Bellmann, Klaus: Grundlagen der Produktionswirtschaft, Edingen: Winkler 2000, S. 1.

9 Vgl. Hawranek, Dietmar: Zürcher Zahlenspiele, in: DER SPIEGEL, 3/2004, S.66.

10 Vgl. Adam Opel AG: Das Unternehmen, Online im Internet: http://www.opel.de/meetopel/opelag/content.act, 21.012004.

11 Im Gegensatz zum Schwerpunkt der in dieser Diplomarbeit genannten Betreibermodelle gibt es eine weitere Form von Betreibermodellen. Diese findet oft in Form von Infrastrukturpolitik statt. Es kennzeichnet einen “privaten Betrieb von Einrichtungen der Infrastruktur, häufig in Form eines Joint Ventures zwischen Privatunternehmen und öffentlichen Körperschaften (Public-Private-Partnership).“ O.V.: Betreibermodelle, in: Gabler Wirtschafts-Lexikon, Hrsg.: o.V., 15., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage, Wiesbaden: Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH 2000, S. 427.

12 O.V.: Betreibermodelle, a.a.O., S. 427.

13 Vgl. o.V.: Wettbewerb, in: Gabler Wirtschafts-Lexikon, Hrsg.: o.V., 15., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage, Wiesbaden: Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH 2000, S. 3477f.

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