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Asymmetrische Information I: Das Moral Hazard Problem

Seminararbeit, 2004, 21 Seiten
Autor: Dipl. oec. Patrik Egeler
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre

Details

Veranstaltung: AVWL-Seminar, Angewandte Mikroökonomik
Institution/Hochschule: Universität Hohenheim (Volkswirtschaftslehre)
Tags: Asymmetrische, Information, Moral, Hazard, Problem, AVWL-Seminar, Angewandte, Mikroökonomik
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 21
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V28024
ISBN (E-Book): 978-3-638-29919-0
ISBN (Buch): 978-3-638-79913-3
Dateigröße: 227 KB
Anmerkungen :
Die Problematik, die bei asymmetrischer Informationsverteilung entsteht -insbesondere nach einem erfolgten Vertragsabschluss- wird behandelt. Hier also speziell das Moral Hazard-Problem. Als Lösung wird der optimale Vertrag in einem Modell hergeleitet. Außerdem wird noch auf Moral Hazard in der Krankenversicherung und das RAND-Krankenversicherungsexperiment eingegangen.


Zusammenfassung / Abstract

Diese Arbeit zum Thema Asymmetrische Information soll dem Leser einen Einblick in die ökonomische Problematik geben, die mit einer ungleichen Verteilung von Information zwischen verschiedenen Marktteilnehmern einhergeht. Individuen agieren am Markt häufig aufgrund vertraglich beschlossener Vereinbarungen. In der vorliegenden Arbeit wird ein spezieller ökonomischer Problembereich behandelt, der zeitlich gesehen nach einem erfolgten Vertragsabschluss entstehen kann: Moral Hazard. In vielen ökonomischen Modellen wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer, z.B. der Verkäufer und der Käufer eines Gutes, vollständig informiert sind, was die Qualität des zu handelnden Gutes oder das Verhalten des Vertragspartners betrifft. In der Realität ist es aber wahrscheinlicher anzunehmen, dass Marktteilnehmer nicht vollständig informiert sind, da die Informationsbeschaffung in der Regel mit Kosten verbunden ist. Sei es, dass Gutachten für die Qualitätsbeurteilung von Gütern in Auftrag gegeben werden müssten oder eine permanente Verhaltensüberwachung des Vertragspartners durchgeführt werden müsste. Diese Transaktionskosten tragen zu einer asymmetrischen Verteilung von Information bei. Dadurch wird grundsätzlich opportunistisches, also eigennütziges Verhalten (z.B. Betrug oder Täuschung) ermöglicht. In der Arbeit wird die Principal-Agent-Theorie erläutert und ein optimales Anreizschema für den Principal abgeleitet.


Textauszug (computergeneriert)

Universität Hohenheim
Fakultät: Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Seminararbeit im Fach AVWL

Asymmetrische Information I: Das Moral Hazard Problem

von: Patrik Egeler

 

INHALTSVERZEICHNIS

1 Überblick Asymmetrische Information 1

1.1 Einführung 1
1.2 Abgrenzung Asymmetrie vor und nach Vertragsabschluß  1

2 Die Principal-Agent Theorie 2

3 Das Principal-Agent Problem 4

3.1 Moral Hazard  4
3.2 Modellierung  6

3.2.1 Endliche Anzahl von Entscheidungen und Ergebnissen  6
3.2.2 Das optimale Anreizschema  7
3.2.3 Ergebnis 9

4 Moral Hazard in der Krankenversicherung  11

4.1 Zwei Formen von Moral Hazard 12
4.2 Selbstbeteiligungssatz und Prämie 13
4.3 Das RAND Krankenversicherungsexperiment  14

5 Schlussbemerkung 15

Literaturverzeichnis  17

 


 

1 Überblick Asymmetrische Information

1.1 Einführung

Diese Seminararbeit zum Thema Asymmetrische Information soll dem Leser einen Einblick in die ökonomische Problematik geben, die mit einer ungleichen Verteilung von Information zwischen verschiedenen Marktteilnehmern einhergeht. Zwischen diesen Individuen bestehe n in der Regel Vertragsbeziehungen, die im Folgenden besonders betrachtet werden. Im Speziellen wird dabei auf ein Problem eingegangen, das nach einem erfolgten Vertragsabschluss entstehen kann: das Moral Hazard Problem. In vielen ökonomischen Modellen wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer, z.B. der Verkäufer und der Käufer eines Gutes, vollständig informiert sind, was die Qualität des zu handelnden Gutes oder das Verhalten des Vertragspartners betrifft. In der Realität ist es aber wahrscheinlicher anzunehmen, dass die Marktteilnehmer nicht vollständig informiert sind, da z.B. Informationsbeschaffung in der Regel mit Kosten verbunden ist. Sei es, dass Gutachten für die Qualitätsbeurteilung von Gütern in Auftrag gegeben werden müssten oder eine permanente Verhaltensüberwachung des Vertragspartners durchgeführt werden müsste. Diese Transaktionskosten tragen zu einer asymmetrischen Verteilung von Information bei. Dadurch wird opportunistisches, also eigennütziges Verhalten (z.B. Betrug oder Täuschung) ermöglicht.1 „Die Vertragspartner verfolgen in diesem Fall Eigeninteressen unter Zuhilfenahme von List.“2

1.2 Abgrenzung Asymmetrie vor und nach Vertragsabschluß

Ein bekanntes Beispiel für einen Markt, auf dem Informationsasymmetrie herrscht, ist der von Akerlof betrachtete „Market for Lemons“3 Der Verkäufer eines Gebrauchtwagens kennt die Qualität seines Wagens besser als der Käufer. Dem Käufer ist nur eine durchschnittliche Qualität der gehandelten Autos eines Typs bekannt. Der Käufer wird deshalb nur bereit sein, einen Durchschnittspreis für einen Wagen zu bezahlen. Die Folge ist, dass alle Autos zu einem einheitlichen Preis gehandelt werden, der die durchschnittliche Qualität widerspiegelt.4 Der Verkäufer eines qualitativ schlechten Autos (schlechter als der Durchschnitt) wird weiterhin sein Auto zum Verkauf anbieten, der Verkäufer eines guten Autos (besser als der Durchschnitt) wird sein Auto nicht mehr zum Verkauf anbieten. Diese Verdrängung bezeichnet man als adverse Selektion bzw. Negativauslese, auf die aber im Weiteren nicht genauer eingega ngen wird. Sie wird der Vollständigkeit halber erwähnt, um eine Abgrenzung zwischen Problemen von Informationsasymmetrie vor und nach Vertragsabschlüssen zu bilden. Zu der Problematik, die im Gegensatz dazu nach einem erfolgten Vertragsabschluss auftaucht, soll im Folgenden zuerst anhand der Principal-Agent Theorie hingeführt werden. Danach wird anhand eines möglichst allgemein gehaltenen Modells eine detailliertere Betrachtung durchgeführt. Außerdem sollen Lösungsmöglichkeiten zur Vermeidung bzw. Minimierung des Problems aufgezeigt werden.

2 Die Principal-Agent Theorie

In der Principal-Agent Theorie werden „Auftragsbeziehungen zwischen wirtschaftlichen Akteuren in einer Welt partieller Interessenkonflikte und asymmetrischer Informationsverteilung“5 betrachtet. Ungleiche Informationsverteilung bewirkt, dass sich z.B. Marktteilnehmer in der Wirtschaft „Agents“ suchen, d.h. Personen, die besser informiert sind als sie, um deren Dienste für sich in Anspruch zu nehmen. Es entstehen dann oft Verträge zwischen dem schlechter informierten Auftraggeber (Principal) und einem besser informierten Beauftragten (Agent). Anschauliche Beispiele hierfür sind der Patient (Principal) eines Arztes (Agent) oder der Klient (Principal) eines Rechtsanwalts (Agent). Eine solche Principal-Agent Beziehung ist in unserer Gesellschaft häufig beobachtbar, denn Informationsasymmetrien bestehen auch in der Wirtschaft, in Unternehmen selbst, in der Politik und in Verwaltungen.6 Das zentrale Problem in solchen Beziehungen ist nun, dass der Principal das Verhalten des Agent nicht beobachten kann. In den meisten Unternehmen z.B. können die Eigentümer nicht alles beobachten, was ihre Angestellten tun, die Angestellten sind darüber besser informiert als die Eigentümer. Diese Informationsasymmetrie führt zu einem Principal-Agent Problem, auf das im Speziellen in Kapitel 3 eingegangen wird. Eine Principal-Agent Beziehung existiert generell immer dann, wenn es eine Vereinbarung gibt, bei der das Wohlergehen einer Person von dem Verhalten bzw. dem Tun einer anderen Person abhängt.7

Das Zustandekommen sowie die optimale Gestaltung eines Vertrags stellen nun die Herausforderungen in einer Principal-Agent Beziehung dar, da man annehmen muss, dass der besser informierte Agent seinen Nutzen sowie seinen Gewinn maximieren will und somit versucht seinen Informationsvorteil zu seinen Gunsten strategisch auszunutzen.8 Ein Arzt könnte z.B. seinem Patienten Medikamente zur Behandlung einer Krankheit verschreiben, die für einen Heilungsprozess gar nicht unbedingt notwendig wären, aber dem Arzt einen Zusatzverdienst bescheren. Der Patient ist ja schlechter informiert, er kann in der Regel nicht beurteilen, ob bestimmte Medikamente oder auch Behandlungsmethoden notwendig sind, der Arzt kann seinen Informationsvorteil somit auf relativ einfache Weise ausnutzen. Er schadet zwar in diesem Fall, wenn man davon ausgeht, dass der Patient krankenversichert ist, seinem Auftraggeber nicht direkt, aber es wäre auch möglich, dass eine Behandlung dadurch zum Nachteil des Patienten unnötig hinausgezögert würde.

[...]


1 Vgl. Pfahler, T.; Kraus, M., 2003, S. 89; auch Kaas, K. P., 1991, S. 363.

2 Pfahler, T.; Kraus, M., 2003, S. 89.

3 Vgl. Akerlof, G., 1970, S. 488-500.

4 Vgl. Emons, W.; von Hagen, J., 1991, S. 1529-1542.

5 Pfaff, D.; Zweifel, P., 1998, S. 184.

6 Vgl. Pfaff, D.; Zweifel, P., 1998, S. 184.

7 Vgl. Pindyck, R.; Rubinfeld, D., 1998, S. 632.

8 Vgl. Schumann, J.; Meyer, U.; Ströbele, W., 1999, S. 436.


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