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Scholary Paper (Seminar), 2004, 22 Pages
Author: Tina Dutschmann
Subject: Economics / Business : Economic and Social History
Details
Tags: Innovation, Profitabilität, Elektrobranche, SIEMENS, Werkstatt, Weltunternehmen
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-30002-5
ISBN (Book): 978-3-640-09900-9
File size: 515 KB
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Abstract
2002 feierte der deutsche Elektrokonzern Siemens AG seinen 155. Geburtstag. Dieses Unternehmen verkörpert wie kein anderes „Made in Germany“. Die breite Produktpalette reicht heute von der Gasturbine bis zum Mikrochip, von der Glühbirne bis zum Ultraschallgerät, vom Computer bis zur Waschmaschine (Vgl. Decurtins, 2002: 9). Dies sollten ausreichende Gründe sein, sich im ersten Kapitel, der erfolgreichen Unternehmensgeschichte zu widmen. Der Zeitraum von der Unternehmensgründung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist besonders interessant. Warum konnte sich Siemens in den vergangenen 150 Jahren aus einer kleinen Zehn-Mann-Werkstatt zu einem der größten Konzerne der Elektroindustrie mit heute rund 386.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von nahezu 50 Milliarden Euro entwickeln (Vgl. Feldenkirchen, 2003: 11)? Welche Faktoren sind für diesen Unternehmenserfolg von Bedeutung gewesen? Bei der Darstellung ist eine Trennung in Siemens & Halske AG und Siemens-Schuckertwerke GmbH sinnvoll. Die Siemens & Halske AG konzentrierte sich auf die Schwachstromtechnik und die Siemens-Schuckertwerke GmbH auf die Starkstromtechnik. Siemens war somit in beiden Bereichen der Elektroindustrie vertreten. Im zweiten Kapitel werden die bedeutendsten Erfindungen des Hauses Siemens vorgestellt, die einen großen Beitrag zum technischen Fortschritt im 19. Jahrhundert geleistet haben. Auch hier liegt die Betrachtung auf den Zeitraum von der Unternehmensgründung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Im dritten Kapitel wird mit Hilfe der Regressionsanalyse zunächst der Zusammenhang zwischen Belegschaft und Innovationskraft untersucht, um danach den Zusammenhang zwischen Innovationskraft und Profitabilität zu bestätigen. Auch hier wird zwischen den beiden Stammgesellschaften Siemens & Halske AG und Siemens-Schuckertwerke GmbH unterschieden, weil die Indikatoren zur wirtschaftlichen Entwicklung wie z.B. Gewinn und Eigenkapital in verschiedenen Bilanzen archiviert sind.
Excerpt (computer-generated)
Innovation und Profitabilität in der Elektrobranche -
SIEMENS - von der Werkstatt zum Weltunternehmen
von: Tina Dutschmann
7. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 4
I. Die Unternehmensgeschichte der Firma Siemens von 1847 bis 1914 5
1. Die Siemens & Halske AG 5
2. Die Siemens-Schuckertwerke GmbH 7
II. Bahnbrechende Innovationen der Firma Siemens zwischen 1847 und 1914 8
III. Regressionsanalysen 12
1. Zusammenhang zwischen Belegschaft und Innovationskraft im Hause Siemens (1878 bis 1914) 13
2. Zusammenhang zwischen Innovationskraft und Profitabilität 15
2.1. Die Siemens & Halske AG (1897 bis 1918) 16
2.2. Die Siemens-Schuckertwerke GmbH (1904 bis 1918) 17
Schlussbetrachtung 18
Literaturverzeichnis 20
Anhang 20
Einleitung
2002 feierte der deutsche Elektrokonzern Siemens AG seinen 155. Geburtstag. Dieses Unternehmen verkörpert wie kein anderes „Made in Germany“. Die breite Produktpalette reicht heute von der Gasturbine bis zum Mikrochip, von der Glühbirne bis zum Ultraschallgerät, vom Computer bis zur Waschmaschine (Vgl. Decurtins, 2002: 9).
Dies sollten ausreichende Gründe sein, sich im ersten Kapitel, der erfolgreichen Unternehmensgeschichte zu widmen. Der Zeitraum von der Unternehmensgründung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist besonders interessant. Warum konnte sich Siemens in den vergangenen 150 Jahren aus einer kleinen Zehn-Mann-Werkstatt zu einem der größten Konzerne der Elektroindustrie mit heute rund 386.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von nahezu 50 Milliarden Euro entwickeln (Vgl. Feldenkirchen, 2003: 11)? Welche Faktoren sind für diesen Unternehmenserfolg von Bedeutung gewesen? Bei der Darstellung ist eine Trennung in Siemens & Halske AG und Siemens-Schuckertwerke GmbH sinnvoll. Die Siemens & Halske AG konzentrierte sich auf die Schwachstromtechnik und die Siemens-Schuckertwerke GmbH auf die Starkstromtechnik. Siemens war somit in beiden Bereichen der Elektroindustrie vertreten. Im zweiten Kapitel werden die bedeutendsten Erfindungen des Hauses Siemens vorgestellt, die einen großen Beitrag zum technischen Fortschritt im 19. Jahrhundert geleistet haben. Auch hier liegt die Betrachtung auf den Zeitraum von der Unternehmensgründung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Im dritten Kapitel wird mit Hilfe der Regressionsanalyse zunächst der Zusammenhang zwischen Belegschaft und Innovationskraft 1 untersucht, um danach den Zusammenhang zwischen Innovationskraft und Profitabilität2 zu bestätigen. Auch hier wird zwischen den beiden Stammgesellschaften Siemens & Halske AG und Siemens-Schuckertwerke GmbH unterschieden, weil die Indikatoren zur wirtschaftlichen Entwicklung wie z.B. Gewinn und Eigenkapital in verschiedenen Bilanzen archiviert sind.
I. Die Unternehmensgeschichte der Firma Siemens von 1847 bis 1914
1. Die Siemens & Halske AG
Die Firmengeschichte beginnt am 12. Oktober 1847, als der Ingenieur und Artillerie- Offizier Werner Siemens3 (1816-1892) und Mechanikermeister Johann Georg Halske (1814-1890) in einem Berliner Hinterhaus, in der Schöneberger Straße 19, eine feinmechanische Werkstatt eröffneten. Die „Telegraphen Bau-Anstalt von Siemens & Halske“, eine offene Handelsgesellschaft, war geboren. Das Startkapital betrug 6842 Taler 4 , welches Justizrat Johann Georg Siemens (1805-1879), ein Vetter Werners, gegen eine Gewinnbeteiligung über sechs Jahre, bereitstellte. Zunächst fertigte Johann Georg Halske mit einigen Mitarbeitern in mühsamer Handarbeit elektrische Telegrafen, Eisenbahnläutewerke mit elektrischer Auslösung und Pressen zur nahtlosen Isolierung elektrischer Leiter mit Guttapercha5. Der Kapitaleinsatz war gering.
Werner von Siemens nutzte seine Kontakte zur preußischen Telegrafenkommission, die er in seiner Militärzeit aufbauen konnte. Durch diese staatlichen Aufträge konnte „zunächst weitgehend unabhängig von Konjunkturschwankungen gearbeitet werden“ (Feldenkirchen, 2003: 29). Die Auftragslage der Firma war auf lange Zeit gesichert. Demzufolge war das finanzielle Risiko ebenfalls gering. Im Sommer 1848 erhielt die Firma den Auftrag für den Bau einer Telegrafenlinie von Berlin nach Frankfurt am Main6. Weitere Aufträge, wie beispielsweise alle wichtigen Großstädte Norddeutschlands mit Berlin zu verbinden und Telegrafenlinien im preußischen Rheinland zu verlegen, folgten. Die Bilanz des Geschäftsjahres 1848 wies einen Umsatz von 5.000 Euro aus.
Bereits 1851 lieferte Siemens & Halske die ersten Schreibtelegrafen nach Russland. Nur zwei Jahre später konnte mit dem Bau des russischen Staatstelegrafennetzes begonnen werden. Werners Bruder Carl Siemens verstand es, als Leiter der Firmenfiliale in St. Petersburg ab 1855, der Firma durch langjährige Wartungsverträge kontinuierliche Einnahmen zu sichern. Das Russlandgeschäft wurde „zu einer wichtigen Säule der Firma“ (Feldenkirchen, 2003: 33). „Als sich infolge des verlorenen Krimkrieges und der anschließenden politischen Unsicherheit die geschäftlichen Aussichten in Russland (...) verschlechterten, bemühte sich Siemens & Halske um die Erschließung neuer ausländischer Märkte“ (Feldenkirchen, 2003: 35f.). In England, wo bereits 1850 eine Agentur von Siemens & Halske unter der Leitung von Wilhelm Siemens (1823-1883) eingerichtet wurde, entwickelten sich die Geschäfte so günstig, dass am 01. Oktober 1858 die Umwandlung in eine selbständige Zweigstelle mit eigenen Werkstätten vorgenommen werden konnte. „Das Interesse der englischen Niederlassung galt vor allem dem Kabelgeschäft“ (Feldenkirchen, 1995: 55). 1863 eröffneten die Siemensbrüder in Charlton bei Woolwich in der Nähe von London eine eigene Kabelfabrik. 1867 zog sich Johann Georg Halske aus der Geschäftsleitung zurück. Zusammenfassend lässt sich über die Aufbauphase, die Zeit seit der Unternehmensgründung bis Mitte der 1860er Jahre, folgendes festhalten: Werner von Siemens war es gelungen „das weltweit operierende Telegrafengeschäft zusammenzuhalten und nunmehr rein auf Familienbasis weiter zu betreiben“ (Feldenkirchen, 2003: 42f.). Die wenig komplex gegliederte Organisationsstruktur des Unternehmens erlaubte ein Höchstmaß an Flexibilität.
[...]
1 im Sinne von Anzahl der Patente
2 im Sinne von Eigenkapitalrentabilität
3 seit 1888 Werner von Siemens
4 das entspricht in etwa 10.000 Euro
5 eingedickter Pflanzensaft des Guttaperchabaumes mit thermoplastischen Eigenschaften
6 die erste Ferntelegrafenlinie Europas
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