Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Medien und Demokratisierung in Ägypten - Dargestellt anhand der Muslimbruderscha... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Medien und Demokratisierung in Ägypten - Dargestellt anhand der Muslimbruderschaft

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 20 Pages
Author: B.A. Malte Gaier
Subject: Communications: Intercultural Communication

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 20
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V28198
ISBN (E-book): 978-3-638-30049-0
ISBN (Book): 978-3-638-78923-3
File size: 377 KB

Abstract

Im Folgenden soll untersucht werden, auf welche Weise die Muslimbruderschaft, auf die im ersten Teil näher eingegangen wird, in Ägypten den Status einer Massenbewegung erhielt. Wie stehen die Muslimbrüder zu Demokratie, Volkssouveränität und Parlamentarismus? Wie ist es zu erklären, dass die Bruderschaft von ihrem radikalen Weg zur Errichtung eines islamischen Staates abkam und nun sogar Bestrebungen zeigt, als legale Partei im Rahmen des demokratischen Parlamentarismus politisch mitzuwirken? Als weiterer Schwerpunkt soll veranschaulicht werden, inwieweit für die Muslimbruderschaft in der ägyptischen Medienlandschaft Möglichkeiten bestehen als nicht parlamentarische Opposition wirkungsvoll zu agieren und welcher medialer Instrumente sich die Bruderschaft bedient, um ihre Ideen als Randgruppe im ägyptischen politischen Prozess zu vermitteln.


Excerpt (computer-generated)

Medien und Demokratisierung in Ägypten –
Dargestellt anhand der Muslimbruderschaft

von: Malte Gaier

 


Gliederung

Einleitung  3

1. Geschichte der Muslimbruderschaft 3

1.1 Hasan al- Banna 3
1.2 Die Gründung der Muslimbruderschaft  5
1.3 Von der Reform- zur Massenbewegung  6
1.4 Radikalisierung 7
1.5 Mäßigung der Bruderschaft 9

2. Die Muslimbruderschaft 11

2.1 Ideologie und Aufbau der Bruderschaft 11
2.2 Finanzierung  13

3. Medien und Demokratisierung  14

3.1 Islamisches Demokratieverständnis  14
3.2 Staat und Medien 15
3.3 Die Muslimbruderschaft und die Medien  16

Resümee  18

Bibliographie 19


 

 

Einleitung

Im Folgenden soll untersucht werden, auf welche Weise die Muslimbruderschaft, auf die im ersten Teil näher eingegangen wird, in Ägypten den Status einer Massenbewegung erhielt. Wie stehen die Muslimbrüder zu Demokratie, Volkssouveränität und Parlamentarismus? Wie ist es zu erklären, dass die Bruderschaft von ihrem radikalen Weg zur Errichtung eines islamischen Staates abkam und nun sogar Bestrebungen zeigt, als legale Partei im Rahmen des demokratischen Parlamentarismus politisch mitzuwirken? Als weiterer Schwerpunkt soll veranschaulicht werden, inwieweit für die Muslimbruderschaft in der ägyptischen Medienlandschaft Möglichkeiten bestehen als nicht parlamentarische Opposition wirkungsvoll zu agieren und welcher medialer Instrumente sich die Bruderschaft bedient, um ihre Ideen als Randgruppe im ägyptischen politischen Prozess zu vermitteln.

1. Die Geschichte der Muslimbruderschaft

1.1 Hasan al- Banna

Da Hasan al- Banna als der geistige Vater und Gründer der Muslimbruderschaft verstanden wird, soll hier näher auf seine Person, seine Einflüsse und sein Wirken eingegangen werden. Geboren wurde Hasan al- Banna im Oktober 1906 in Mahmudiyya in der Provinz Buhayra. Sein Vater Shaykh Ahmad ‘Àbd al- Rahman al- Bana al- Sa ‘ati hatte die Funktion eines örtlichen Imam inne. Er war als Lehrer an der Moschee tätig und Autor verschiedener Werke des hadith. Das Studium hatte er an der Azhar- Universität absolviert. Er erzog seinem ältesten von fünf Söhnen Hasan das traditionelle, klassisch breitgefächerte Lernen an und vermittelte ihm auch das Ideal der Pietät.1

Im Alter von acht Jahren beginnt Hasans Erziehung an der Kuttab- Schule. Dort wird Shaykh Muhammad Zahran sein Lehrer, der ihn neben seinem Vater als erster nachhaltig prägte.2 Mit zwölf kam Hasan al- Bassan an eine weiterführende Schule, wo er schnell mit der religiösen „ Gemeinschaft für moralisches Verhalten“3 in Kontakt kam. Ziel dieser Gemeinschaft war es, seine Mitglieder für moralische Verstöße wie zum Beispiel maßlose Lebensweise etc. zu sensibilisieren. Auch hier fand Hasan wieder in Gestalt seiner Lehrer den Halt, den ihm in Bezug auf Erziehung und traditionelles Gedankengut auch schon sein Vater gegeben hatte. Innerhalb kürzester Zeit wurde Hasan al- Banna der Führer der Gemeinschaft. Er lernte schnell, die ihm auferlegte Verantwortung gegen Neider und Gegner zu verteidigen. In dieser Zeit bekam er auch Einblick in den mystischen Zirkel des Ordens der Hasafydischen Brüder. „ Tief beeindruckt“ näherte er sich dem Orden mehr und mehr an, bis er selbst eintrat und in der darauf folgenden Zeit im Alter von 13 Jahren Sekretär der Splittergruppe „ Hasafydische Gemeinschaft der Güte“ wurde. Die Gemeinschaft sah sich selbst angesichts des starken ausländischen Einflusses im Land als eine Art „ Bollwerk“ zur Bewahrung der islamischen Moralvorstellung, gleichzeitig sollte aber auch die christliche Missionierung in den Städten aktiv bekämpft werden. Al- Banna bezeichnete die Gemeinschaft später als „ Wurzel und Vorläufer“ der Gemeinschaft der Muslimbrüder.

1919 beteiligte sich Hasan al- Banna an den Demonstrationen und Unruhen, die der Ausweisung des Wafd- Führers Saad Zaghlul durch die Briten folgten. Mit besonderem Unmut nahm er die Besetzung seiner Heimatstadt durch die britischen Truppen wahr. 4 Unter diesem neuen Einfluss, aber auch einem erwachten Interesse am Sufismus schrieb er sich in die „ Primary Teacher’s Training School“ in Damanhur ein. Neben dem Sufismus setzte sich al- Banna auch mit den Lehren des Abu Hamid al- Ghazzali ( 1058- 1111) auseinander. Im Alter von 16 schließlich wechselte al- Banna an die Dar al- Ulum in Kairo: Hier sollten moderne Lehrweisen und modernes Wissen mit der Tradition der Al- Azhar verbunden werden, die Moderne nahm jedoch in den Folgejahren einen stärkeren Schwerpunkt ein. Mitchell konstatiert in dieser Zeit die maßgebliche Denkweise, die Hasan al- Banna die nächsten Jahre bis hin zur Gründung der Bruderschaft prägen sollten. Dabei war für ihn aber der Einfluss seines Vaters und seiner Lehrer im Gegensatz zum traditionellen Islamischen Studium für ihn stets nachhaltiger ( S. 3). Neben dem Studium las er neben sufischer Literatur Biografien des Propheten, national angehauchte Werke über das Heldentum und die Verteidigung der Heimat. In Kairo sah sich al- Banna als eine Art Außenstehender, der die Missstände mit den Augen eines „ religiösen Dörflers“5 deutlich erkannte. Auch in Kairo knüpfte er Kontakte zu den Hasafyden und trat der „ Islamischen Gemeinschaft für die Würde des Charakters“ ein. In der Auffassung, „ die Moschee allein genüge nicht“ ( S. 5), den Menschen den Glaube an den Islam zu vermitteln, sandte Hasan al- Banna Studenten der Universitäten in die ländlichen Regionen Ägyptens, um zu „ Beten und Führen“ und die Idee der Bruderschaft hinauszutragen.

[...]


1 Mitchell, Richard: The Society of the Muslim Brothers, London, 1969, S. 2.

3 Mitchell, S.2 ff.

4Mitchell, S. 3.

5 Mitchell, S. 4.


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Ägypten: Demokratie unter Diktatoren

Author: Magister Artium Mathieu Schade
Politics - International Politics - Region: Near East, Near Orient, 2002 Download as PDF-file for 8,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/28198/medien-und-demokratisierung-in-aegypten-dargestellt-anhand-der-muslimbruderschaft
please wait Please wait