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Sprachgesetzgebung Kataloniens in Geschichte und Gegenwart

Termpaper, 2004, 21 Pages
Author: Jost Fromhage
Subject: Romance Languages - Catalan Studies

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 21
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V28275
ISBN (E-book): 978-3-638-30101-5

File size: 639 KB
Notes :
In der Arbeit wird die Sprachgesetzgebung Kataloniens in Geschichte und Gegebwart, insbesondere seit dem Ende der Francodiktatur beleuchtet.



Excerpt (computer-generated)

Sprachgesetzgebung Kataloniens in
Geschichte und Gegenwart

von: Jost Fromhage

 


Inhalt

1. Einführung 3

1.1 Vorwort 3
1.2 Verbreitung des Katalanischen 4

2. Geschichte Kataloniens und des Katalanischen 5

2.1 Wurzeln der Unabhängigkeitsbewegung 5
2.2 Beginn der Emanzipation 6
2.3 Die e rste autonome Verwaltung nach den Decretos de Nueva Planta 7
2.4 Katalanisch unter Franco 8
2.5 Die ersten Wahlen 8
2.6 Die Position der politischen Parteien zur Sprachfrage 9
2.7 Ziele der einzelnen Parteien 10

2.7.1 Convergència i Unión (CIU) 10
2.7.2 Esquerra Republicana de Catalunya (ERC) 11

3. Aktuelle Gesetzgebung 11

3.1 Die Kooffizialität 11
3.2 Beziehungen zwischen Zentralstaat und Region 12
3.3 Die Kompetenzen der Regionen 13
3.4 Die Normalisierung 14
3.5 Die Normalisierung in der Sprachgesetzgebung 14
3.6 Die Verwaltung 15
3.7 Die Llei 1/1998 de Política Lingüística (LPL) 16

3.7.1 Gerichtssprache 17
3.7.2 Katalanisch in den Medien 17
3.7.3 Katalanisch in der privaten Wirtschaft 18
3.7.4 Das Problem der Produktetikettierung 18
3.7.5 Die Pflicht, das Katalanische zu beherrschen 19
3.7.6 Katalanisch in der EU 19

4. Schlusswort 20

5. Literatur 21

 


 

1. Einführung

1.1 Vorwort

Seit dem Ende des Francoregimes hat das lange unterdrückte Katalanisch immer mehr an Bedeutung gewonnen. Obwohl der Zentralstaat auch heute noch stets versucht, allzu regionalistische Tendenzen zurückzudrängen und die Befugnisse der Autonomien gering zu halten, sind die Regionalsprachen ein selbstverständlicher Teil des demokratischen Spanien geworden. In den traditionell wirtschaftlich stärksten Regionen Katalonien und dem Baskenland haben Sprache und Identität den Faschismus überdauert. Seitdem ist man bemüht, wieder eine sprachliche Normalität herzustellen. Besonders in Katalonien hat die Sprache ihren Weg wieder zurück in die Gesellschaft gefunden. Dies ist allerdings nicht von allein geschehen; eine Reihe von Gesetzen wurde erlassen, um die Sprache in Medien, Bildung, Justiz und Verwaltung zu etablieren. Dabei kam es oft zu Kontroversen zwischen dem spanischen Zentralstaat und der Region. Der Konflikt zwischen Katalonien und Spanien ist allerdings nicht neu. Seit Jahrhunderten versucht die Zentralregierung, die Machtbefugnisse Kataloniens durch Gesetzte oder militärische Maßnahmen zurückzudrängen, während Katalonien nach mehr Unabhängigkeit strebt. Nicht zuletzt durch ihre wirtschaftliche Stärke hat die heutige Autonomie es geschafft, die eigene Sprache und Identität zu erhalten. Auch nach dem Ende der Diktatur stehen Barcelona und Madrid sich als Kontrahenten gegenüber, jetzt aber bemüht einen Kompromiss zu finden. Mit der EU kommt neuerdings ein weiterer Akteur hinzu, und das Katalanische muss sich in einem noch größeren Kontext behaupten. Nun hat das Katalanische durch eine Reihe von Gesetzen und Regelungen einen rechtlichen Rahmen erhalten. Wie die aktuelle Gesetzgebung dazu aussieht und wie es dazu kam, versucht diese Arbeit zu erläutern.

1.2 Verbreitung des Katalanischen

Die genaue Ausbreitung des Katalanischen ist schwer zu ermitteln, da einerseits die politischen Grenzen nicht mit den Sprachgrenzen übereinstimmen, und andererseits verschiedene Definitionen des Katalanischen existieren. In Spanien wird in dem ehemaligen Fürstentum Katalonien, den heutigen Països Catalans, Katalonien, Valencia und den Balearen Katalanisch gesprochen. Zusätzlich spricht man in den Oststreifen Aragoniens, der Franja D’Aragó und der Franja de Ponent Katalanisch. In den Provinzen Valencia und den Balearen tritt jeweils eine etwas abgewandelte Form des Katalanischen auf. Im französischen Roussillon Quelle: Pidelaserra 1989, S. 18 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden] gibt es noch eine Gemeinde von 200.000 Katalanischsprechern1, Tendenz fallend, die über keinerlei rechtliche Garantien verfügen. Einzig in Andorra ist das Katalanisch Staatsprache; die gesamte Verwaltung wird einsprachig auf Katalanisch abgewickelt. Sonst wird nur noch in der Stadt Alghero, in Italien und im Umland der Nordwestküste Sardiniens als Relikt aus der katalonisch-aragonesischen Herrschaft Katalanisch gesprochen. 2 Schenkt man den Lehrbüchern und amtlichen Mitteilungen glauben, beläuft sich die Gesamtzahl der Sprecher auf bis zu 9 Millionen wobei etwa 7 Millionen im geschlossen Sprachgebiet leben.3 In Valencia gibt es Tendenzen, das Valenzianische als unabhängige Sprache zu sehen, was oft einer Kooperation der Països Catalans entgegensteht. Deshalb ist dort das Valenzianische, neben dem Kastilischen, Amtssprache. Auf den Balearen ist sowohl Kastilisch als auch Katalanisch Amtssprache.4 In dieser Arbeit wird wegen der dort am stärksten vorhandenen Emanzipationsbestrebungen nur Katalonien untersucht.

2. Geschichte Kataloniens und des Katalanischen

2.1 Wurzeln der Unabhängigkeitsbewegung

Katalonien wurde im Jahre 987 unabhängig, nachdem es lange Zeit die Marca Hispanica des Frankenreiches gewesen war. Im 11. Jahrhundert entstand wegen des starken Adels und der Zersplitterung des Landes ein eigenes Rechtssystem, das sich von dem spanischen hinsichtlich der Organisationsform und den politischen Institutionen unterschied. Nach der Vereinigung mit Aragonien 1137 und der Eroberung Valencia und den Balearen im 13. Jahrhundert war Katalonien eine bedeutende Territorial- und Seemacht geworden. Schon früh verlangte die durch den regen Handel entstandene Bürgerklasse nach politischer Mitbestimmung. In den Cortes, den Ständeversammlungen, waren Adel Kirche und Bürgertum vertreten. 5 Entgegen der landläufigen Meinung, Spanien sei mit der Heirat Isabellas von Kastilien und Ferdinands von Aragón als „unidad na cional“ mit seinen heutigen Grenzen entstanden, wurden Kastilien und die katalanisch-aragonesische Konföderation nach dem Tod Isabellas 1504 wieder von einander getrennt.6 Einige Jahre später fiel Kastilien zwar erneut unter die Regentschaft Ferdinands, die Unabhängigkeit Kataloniens blieb jedoch in wichtigen Bereichen erhalten. So kommt es, dass Katalanisch Amtssprache im katalanisch-aragonesischen Reich blieb und auch weiterhin das katalanische Rechtssystem gültig war.

[...]


1 Petrella (1976), S. 139.

2 Gergen (2000), S. 4-6.

3 Commission of the European Communities (1990), S. 10.

4 Gergen (2000), S. 9-10.

5 Brinck (1996), S. 45-48.

6 Bernecker (2000), S. 78-80.


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