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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 36 Pages
Author: Andrea Deutsch
Subject: German Studies - Comparative Literature
Details
Institution/College: Technical University of Braunschweig (Seminar für deutsche Sprache und Literatur)
Tags: Homo, Faber, Vergleich, Frischs, Roman, Volker, Schlöndorffs, Adaption, Literatur, Verfilmungen, Beispiel, Theodor, Fontanes
Year: 2004
Pages: 36
Grade: 1,8
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-30185-5
File size: 293 KB
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Excerpt (computer-generated)
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Seminar für deutsche Sprache und Literatur
Hauptseminar: Literatur und ihre Verfilmungen am Beispiel Theodor Fontanes
„Effi Briest“ und seinen vielen Verfilmungen
Semester: 6
Homo Faber – Ein Vergleich von Max Frischs Roman
und Volker Schlöndorffs filmischer Adaption
von: Andrea Deutsch
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Roman „Homo Faber-Ein Bericht“ von Max Frisch
2.1 Inhaltsangabe „Homo Faber“
2.2 Rezeption des Buches
2.3 Aufbau des Romans
2.4 Erzählkonstruktion
2.5 Handlungsschwerpunkte und Motive im Buch
3. Zum Film „Homo Faber“ von Volker Schlöndorff
3.1.1 Arten der filmischen Adaption
3.1.2 Art der filmischen Adaption „Homo Faber“
3.2 Zur Verfilmung von Volker Schlöndorff und deren Rezeption
3.3 Vergleich von Buch und Film
3.3.1 Gemeinsamkeiten
3.3.2 Unterschiede
3.3.2.1 Die Struktur
3.3.2.2 Die Themen und Motive
3.3.2.3 Die Personen
4. Detailanalyse der Anfangs- und Schussszene des Films
4.1 Anfangsszene
4.2 Schlussszene
5. Fazit
6. Anhang
6.1 Sequenzinhaltsprotokoll des gesamten Films
6.2 Filmtranskript der ersten Filmszene
6.3 Filmtranskript der letzten Filmszene
6.5.1 Personenkonstellation- Buch
6.5.2 Personenkonstellation- Film
6.6 Filmische Daten
7. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
„Eine Literaturverfilmung ist ein bisschen so, als würde man noch mal Abitur machen. Jeder Kritiker, jeder Zuschauer kann ja hinterher vergleichen. Eine richtige Examenssituation ist das. Bei einem Originaldrehbuch hat man es einfacher. Denn da wird man nur für den Film an sich beurteilt.“1 Dieser Kommentar Volker Schlöndorffs, der bekannt ist für seine Verfilmungen von Klassikern der Literatur, zeigt die Schwierigkeit, die jedem Regisseur begegnet, der sich an die Verfilmung eines solchen Stoffes wagt. Die Verfilmung muss sich immer an dem Original messen lassen und nicht selten wird ihre eigene ästhetische Qualität als eigenständiges Werk nicht genug erfasst. Durch die Kenntnis des literarischen Stoffes ist die Erwatung des Zuschauers an den Film sehr hoch und wird nicht selten durch zu große Veränderung des Stoffes bei der Umsetzung oder durch zu große Werktreue, die den Film überflüssig macht, enttäuscht. Ziel dieser Hausarbeit ist die vergleichende Untersuchung von Max Frischs „Homo Faber“ und der filmischen Adaption durch Volker Schlöndorff. Es soll gezeigt werden, wie Schlöndorff die Aufgabe einer Verfilmung der Vorlage Frischs löst. In einem ersten Teil wird der Roman in Fabel, Struktur und Motivik vorgestellt, um in einem zweiten Teil die filmische Umsetzung durch Schlöndorff vergleichend betrachten zu können. Der dritte Teil der Arbeit enthält eine Detailanalyse zweier Szenen des Films, an welchen die Arbeit Schlöndorffs und der Einsatz filmsprachlicher Mittel im Detail untersucht werden soll und Bezüge zum Roman Frischs hergestellt werden.
2. Zum Roman „Homo Faber-Ein Bericht“ von Max Frisch
In einem ersten Schritt werden wichtige Elemente des Romans „Homo Faber“ von Max Frisch vorgestellt. Auf diese Elemente wird dann im verlauf der Arbeit vergleichend Bezug genommen. Dieser Teil ist demnach das Informations-Fundament auf welches die Vergleichende Betrachtung sich gründet.
2.1 Inhaltsangabe „Homo Faber“
In dem 1957 erschienen Roman „Homo Faber- Ein Bericht“ von Max Frisch geht es um die Entwicklung des Protagonisten Walter Faber, einem rational denkenden und den Typus des modernen technisch und mathematisch orientierten Menschen verkörpernden Mann, der jedoch durch eine Reihe von schicksalhaften Ereignissen und Zufällen in den Grundfesten seines Weltverständnisses erschüttert wird. Die Ereignisse, welche innerhalb weniger Monate des Jahres 1957 geschehen, werden von dem Protagonisten in zwei Etappen retrospektiv aufgezeichnet. Der weit gereiste Protagonist Walter Faber, ein Ingenieur der UNESCO, der an nichts glaubt, als an das, was er sieht sowie an Technik und Fortschritt, muss auf dem Weg nach Caracas mit seinem Flugzeug notlanden. Hierbei lernt er den Deutschen Herbert Henke kennen, der sich als der Bruder seines Jugendfreundes Joachim herausstellt, welcher seit einiger Zeit kein Lebenszeichen geäußert hat. Zusammen wollen Faber und Herbert Joachim in Guatemala suchen, wo sie ihn schließlich nach einigen Strapazen erhängt in seiner Hütte auffinden. Faber reist daraufhin zurück nach New York, wo der eigentlich in der Schweiz gebürtige Geschäft smann lebt, um sogleich mit dem Schiff weiter nach Paris zu einer Konferenz zu fahren. Auf dem Schiff lernt er die zwanzig Jahre alte Studentin Sabeth kennen, die ihn an seine Jugendliebe Hanna erinnert, und macht ihr einen Heiratsantrag. Der dreißig Jahre ältere Faber verliebt sich in das junge Mädchen, jedoch erst in Paris treffen sie sich zufällig wieder. Hier beschließen sie weiterhin gemeinsam die Heimreise nach Athen zu Sabeths Mutter zu bestreiten. Auf dem Weg dorthin, auf einer Art kleine n Hochzeitsreise, besichtigen sie verschiedene Sehenswürdigkeiten und erleben gemeinsam eine glückliche Zeit des Verliebtseins. Dies währt jedoch nicht lange, da Faber, nachdem er herausfindet, dass Sabeths Mutter sein Jugendliebe Hanna aus den dreißiger Jahren ist, immer mehr von der Gewissheit geplagt wird, dass es seine eigene Tochter ist, mit der er ein Verhältnis hat. Kurz bevor sie am Ziel der Reise ankommen, ereignet sich ein tragischer Unfall. Faber bringt Sabeth ins Krankenhaus und sein lange verdrängter Verdacht, dass Sabeth seine Tochter ist bestätigt sich. Schließlich verstirbt Sabeth an ihren Verletzungen im Krankenhaus. Faber und Hanna bleiben allein zurück. Nach einer Zeit des Reisens, in der Faber das Geschehene reflektieren kann, muss er nach Athen, um sich wegen seiner immer wieder auftretenden Magenschmerzen operieren zu lassen. Mit der Aussicht auf den Tod endet der Roman unmittelbar vor der Operation Fabers.
2.2 Rezeption des Buches
Max Frisch ist neben Friedrich Dürrenmatt einer der berühmtesten Schriftsteller der Schweizer Geschichte und der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. „Homo Faber“ muss sich an seinem Vorgängerroman „Stiller“ messen lassen. Die Erwartungen an Frisch sind sehr hoch. In Bezug auf Frischs „Stiller“ werden einige negative Kritiker laut, die in Frischs „Homo Faber“ ihre Erwartungen nicht erfüllt finden2. Sein Roman „Homo Faber“ findet sich jedoch nach nur einem Monat bereits auf den Bestsellerlisten und ist bald nach dem Erscheinen vergriffen, so dass es innerhalb kurzer Zeit mehrere Neuauflagen und Nachdrucke geben muss3. Die Rezensionen und Kritiken sind insgesamt positiv, so dass der Roman Frischs nach nur fünf Jahren in den Kanon moderner Klassiker aufgenommen wird und heute Standartlektüre an den Schulen ist.
2.3 Aufbau des Romans
Schon in dem Titel „Homo Faber- Ein Bericht“ zeigt sich ein ganz wesentliches Struktur bestimmendes Merkmal von Frischs Roman. Es handelt sich um den Bericht von Walter Faber, der zwei Stationen umfasst. Die Ereignisse der ersten Station schreibt Faber in der Zeit vom 21.06- 8.07.1957 in Caracas auf. Hier berichtet er vom von dem Beginn seiner Reise in New York, wo er Herbert Hencke kennen lernt und mit seiner Maschine in der Wüste von Tamaulipas notlanden muss (S. 7-33). Er berichtet von der gemeinsamen Suche nach Joachim, Fabers Rückreise nach New York (S. 33-69), von wo er gleich mit dem Schiff geschäftlich nach Paris weiterreist und seine Tochter Sabeth kennen lernt, mit ihr eine Affäre beginnt und sie nach Hause zu ihrer Mutter bringen will (S. 69-125). Schließlich endet der erste Teil des Berichts mit einem Unfall, der den Tod Sabeths zur Folge hat und dem Wiedersehen von Faber und Hanna, seiner Jugendliebe und Sabeths Mutter. Insgesamt ist der erste Teil im Wesentliche n von männlichem Selbstbewusstsein und dem technokratischen Forstschrittsoptimismus der Frühmoderne geprägt4. Die Ereignisse der zweiten Station werden von Faber in einem Athener Krankenhaus ab dem 19.07.1957 bis unmittelbar vor seiner Operation am 21.07.1957 aufgezeichnet. Hier berichtet er davon, was sich seit dem Tod Sabeths zugetragen hat. Faber reist nach seinem Aufenthalt in Griechenland nach Amerika, Guatemala und Caracas, wo er noch einmal seinen Freund Herbert Hencke besucht. Er verbringt einige Tage in Kuba, Düsseldorf und kehrt schließlich nach Athen zurück, wo er wegen seiner Magenschmerzen operiert werden soll. Faber fügt in diesen zweiten Teil seine neuesten Tagebuchnotizen ein, so dass schließlich Erzählzeit und erzählte Zeit ineinander aufgehen. Der zweite Teil des Romans zeigt eine Rückbesinnung des Erzählers auf das Unbekannte und verdrängte andere oder auch die weibliche Seite Fabers5. Faber hat hier ein größeres Bedürfnis nach Reflexion und seine Gedanken schweifen zu lassen. Der gesamte Bericht ist gekennzeichnet durch immer wiederkehrende Brüche in der Chronologie der Ereignisse, indem der Erzähler immer wieder mit Reflexionen der Handlung vorausgreift oder an Vergangenes zurück denkt. Diese längeren reflexiven Passagen sind im Text durch Leerzeilen und drei Gedankenstriche zwischen den Textteilen gekennzeichnet. Wenn es sich um kürzere Reflexionen handelt, die meist aus nur einem Satz oder Wort bestehen, heben sich diese dadurch ab, dass sie kursiv gedruckt sind. Auch die Tagebuche intragungen der zweiten Station sind kursiv gedruckt. Die Form des Berichts wird durch detaillierte Orts- und Datumsangaben, wissenschaftliche Exkurse und Literaturverweise verdeutlicht.
2.4 Erzählkonstruktion
[...]
1 Marci – Boehnke, Gudrun: Max Frisch/ Volker Schlöndorff: Homo Faber. In Gast, Wolfgang (Hrsg.): Film und Literatur: Analysen, Materialien, Unterrichtsvorschläge. Bd. 4. Frankfurt a.M., 1995, S. 34 (SIGLE: Marci- Boehnke, 1995), S. 43
2 vgl. Schmitz, Walter (Hrsg.): Frischs Homo Faber. Frankfurt a.M. 1983 (SIGLE: Schmitz, 1983), S. 253
3 vgl. Schmitz, Walter, 1983, S. 244
4 Lubich, 1990, S. 41
5 vgl. Lubich, 1990, S. 41
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