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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 16 Pages
Author: Tanja Meyerhofer
Subject: Psychology - Developmental Psychology
Details
Institution/College: University of Augsburg (Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Tags: Theorien, Moral, Carol, Gilligan, Moralentwicklung, Verhalten
Year: 2003
Pages: 16
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-30196-1
File size: 176 KB
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Excerpt (computer-generated)
Die Theorien der "weiblichen Moral" von Carol Gilligan
von: Tanja Meyerhofer
Inhaltsverzeichnis
1 EINIGES ZUR PERSON CAROL GILLIGAN 3
2 DEFINITION MORAL 3
3 DAS 6-STUFEN-MODELL VON KOHLBERG 4
4 CAROL GILLIGANS KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT KOHLBERGS MODELL 5
5 DIE THEORIEN DER „WEIBLICHEN MORAL“ VON CAROL GILLIGAN 7
5.1 DIE VON CAROL GILLIGAN DURCHGEFÜHRTEN STUDIEN 8
5.2 DAS STUFENMODELL VON CAROL GILLIGAN 10
5.2.1 PRÄKONVENTIONELLES STADIUM 10
5.2.2 KONVENTIONELLES STADIUM 11
5.2.3 POSTKONVENTIONELLES STADIUM 12
6 KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT DEN THESEN VON CAROL GILLIGAN 13
7 FAZIT 14
8 LITERATURVERZEICHNIS 16
1 Einiges zur Person Carol Gilligan
Carol Gilligan wurde 1936 in New York geboren. Bevor sie 1979 Professorin für Psychologie an der „Graduate School of Education“ in Harvard wurde, war sie Schülerin bei Erik Erikson sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Lawrence Kohlberg. Basierend auf Kohlbergs Theorie zur menschlichen Moralentwicklung versucht Gilligan in ihren Studien eigene Thesen zum moralischen Urteilen von Frauen aufzustellen.
2 Definition Moral
Unter Moral wird ein System von Norm- und Wertvorstellungen verstanden, das beim Urteilen über richtige und falsche Handlungen Anwendung findet. Da sie von der Mehrheit der Gemeinschaft anerkannt und als verbindlich erachtet werden, stellt Moral sicher, dass Menschen ihre Verpflichtungen gegenüber der Gemeinschaft einhalten, um so die Rechte und Interessen der einzelnen Mitglieder der Gemeinschaft durch ein Handeln nicht verletzen. Die Entwicklung zwischenmenschlicher Verantwortung, und damit der Fähigkeit zum moralischen Handeln, entfaltet sich im Laufe der Sozialisation (vgl. Zimbardo, 1995, S. 86). Carol Gilligan kritisiert an derartigen Definitionen von Moral, dass ein Verständnis von Moral im Sinne von rigiden Regeln und allgemeinen Prinzipien einer typisch männlich-abstrakten Denkweise entspricht. Sie ist der Ansicht, Moral sollte in die jeweils konkreten Lebensformen integriert werden (vgl. Nunner- Winkler, 1991, S. 147). Carol Gilligan befasst sich mit dem moralischen Urteilen und Handeln von Frauen. Zudem versucht sie die Unterschiede zur männlichen Moralentwicklung herauszuarbeiten. Sie ist der Meinung, Frauen handeln nicht weniger moralisch denn Männer, sie fällen ihre moralischen Urteile lediglich auf eine andere Art. „Die Entwicklung durchlaufe bei den Frauen vor der Stufe der Selbstverwirklichung eine Stufe des Urteilens auf der Grundlage eines Standards der Fürsorge für andere, während Männer ihre Urteile auf einen Standard der Gerechtigkeit gründeten“ (Zimbardo, 1995, S. 88).
3 Das 6-Stufen-Modell von Kohlberg
Ausgangspunkt der Dissertation Kohlbergs war die Erweiterung Piagets Modells zur moralischen Urteilsfindung beim Kinde auf die Adoleszenz. Während seiner Arbeit stellte er fest, dass Piagets Einteilung der moralischen Entwicklung in eine vormoralische, heteronome und autonome Stufe nicht ausreichte. Sein Ziel war dieses Modell zu vervollständigen und die gesamte Entwicklung der moralischen Urteilsfähigkeit von der Kindheit bis zum Erwachsenen zu beschreiben. In einer 20jährigen Längsschnittstudie forderte er insgesamt 84 US-amerikanischen Jungen auf, das Heinz’sche Dilemma1 bezüglich der Fragen: „Hätte Heinz das Medikament stehlen sollen? Warum (nicht)?“ zu lösen. Die Gründe, welche die Jungen für oder gegen das Stehlen des Medikaments aufführten, halfen Kohlberg, sein 6-stufiges Modell zur Moralentwicklung aufzustellen. Nach Kohlbergs Auffassung existieren drei Stadien der moralischen Entwicklung: das präkonventionelle, das konventionell und das postkonventionelle Stadium. Jedes dieser drei Stadien enthält zwei Stufen: Präkonventionelle Ebene
Stufe 1: Beim fällen eines moralischen Urteils handelt ein Individuum gehorsam, um einer ihr drohenden Strafe zu entgehen. Die Interessen anderer bleiben dabei unberücksichtigt. Stufe 2: Zwar orientiert sich das Individuum nach wie vor an eigenen Bedürfnissen, doch werden in Form eines Tauschhandels ebenso die Bedürfnisse anderer berücksichtigt. Das Individuum handelt dabei stets zweckorientiert.
Konventionelle Ebene
[...]
1 „Heinz‘ Frau ist todkrank. Für das einzige wirksame Medikament verlangt der Apotheker, der es selbst entwickelt hat, doppelt so viel Geld wie Heinz zahlen kann, obwohl die Herstellungskosten nur ein Zwanzigstel der verlangten Summe betragen. Der Apotheker weigert sich, es Heinz günstiger zu verkaufen oder ihn später zahlen zu lassen. Daraufhin stiehlt Heinz das Medikament.
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