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Seminararbeit, 2003, 20 Seiten
Autor: Antje König
Fach: Archäologie
Details
Institution/Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Institut für Ur- und Frühgeschichte)
Tags: Handel, Kulturtransfer, Nordische, Bronzezeit
Jahr: 2003
Seiten: 20
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-30278-4
Dateigröße: 861 KB
Hausarbeit im Rahmen des Mittelseminars "Die Nordische Bronzezeit" am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
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Textauszug (computergeneriert)
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Institut für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie
WS 2002/2003
Mittelseminar: Die Nordische Bronzezeit
Handel und Kulturtransfer
von
Antje König
Inhalt:
I. Einleitende Überlegungen zum Handel in der Urgeschichte im allgemeinen und in der Nordischen Bronzezeit im besonderen 3 – 4
Abriß der Geschichte des Handels in der Nordischen Bronzezeit: Periode I 4 – 5
Abriß der Geschichte des Handels in der Nordischen Bronzezeit: Periode II 5 – 8
Abriß der Geschichte des Handels in der Nordischen Bronzezeit: Periode III 8
Abriß der Geschichte des Handels in der Nordischen Bronzezeit: Periode IV 8 – 10
Abriß der Geschichte des Handels in der Nordischen Bronzezeit: Periode V 10 – 14
Abriß der Geschichte des Handels in der Nordischen Bronzezeit: Periode VI 14
Karten und Tafeln 15 – 19
Literaturangaben 20
I. Einleitende Überlegungen zum Handel in der Urgeschichte im allgemeinen und in der Nordischen Bronzezeit im besonderen:
Beschäftigt man sich mit dem Thema Handel und Kulturtransfer in der Urgeschichte, so muß man sich zunächst von einigen modernen Vorstellungen, wie ein solcher Güter- und Ideenaustausch stattzufinden hat, trennen. Im folgenden möchte ich versuchen, einige allgemeingültige Aussagen über den Handel in der Nordischen Bronzezeit, aber auch allgemein in der Urgeschichte zu treffen.
Zunächst einmal muß man sich bewußt machen, daß man nicht alle Objekte, die eindeutig in einem bestimmten Gebiet hergestellt, aber in einem anderen Gebiet gefunden wurden, Handelsgüter darstellen müssen. Es gibt noch eine Reihe anderer Möglichkeiten, wie ein Gegenstand von A nach B gelangen kann, z. B. als Heirats- oder Beutegut oder als Gastgeschenk. Sowohl echtes Handelsgut, als auch Dinge, die unter die letzten drei Oberbegriffe fallen, können aber zum Kulturtransfer gehören, sofern die fremden Einflüsse in die eigene Kultur aufgenommen, integriert und weiterentwickelt werden.
Ferner ist die Rekonstruktion von Handelsrouten aus Fundkartierungen grundsätzlich in Frage zu stellen, denn hinter diesen Fundkartierungen verbirgt sich oftmals einfach nur eine spezifische archäologische Quellenüberlieferung, mit anderen Worten ausgedrückt: Wo viel gegraben wird, wird auch viel gefunden.
Trotzdem hat Ernst Sprockhoff versucht, anhand von Funden eine Karte mit möglichen Handelswegen zu erstellen (Karte 11). Die Routen orientieren sich logischerweise hauptsächlich nach Flußläufen und an natürlichen Senken entlang. Bei aller Vorsicht kann man sich dem im großen und ganzen sicher anschließen.
Sprockhoff vermutet also folgendes: Der Transport von Handelsgütern über die Alpen sei hauptsächlich über den Brenner verlaufen, weil andere Pässe erst in späterer Zeit erschlossen worden seien. Danach bewegte man sich, wenn man nach Norden gelangen wollte, erst einmal an der Donau entlang und in der Gegend von Wien bog man ab, durchquerte die mährische Pforte und zog an der Oder entlang durch Polen und das östliche Deutschland. Zwei andere Routen führen an Elbe und Rhein entlang nach Norden.
Die Frage, inwieweit mit den fremden Gegenständen auch die Idee von deren Nutzung mitgebracht wurde, stellt sich natürlich unmittelbar. Das Beispiel von aus dem Karpatenbecken in den Nordischen Kreis importierten Schutzwaffen und Bronzegefäßen der jüngeren Urnenfelderzeit zeigt, daß die Gegenstände bei der Deponierung in Horten in beiden Gegenden ganz ähnlich behandelt wurden. Daraus kann man vielleicht – bei aller Vorsicht - schließen, daß eine Vorstellung vom „richtigen“ Gebrauch der Gegenstände gleich mit importiert wurde. Fahrende Händler, die ja eher am Rande der Gesellschaft stehen, können einen solchen Ideenimport wohl schwerlich bewerkstelligen. Vielleicht ist es richtiger, von einem organisierten Gabenaustausch einer Oberschicht zu sprechen, die definierte, wie Bestattungen und Depots auszusehen haben, als von Handel im heutigen Sinne, d. h. profitorientierten Unternehmungen unabhängiger Privatleute. Vielleicht handelte es sich in einigen Fällen auch um Tributleistungen, also um Schutzgelder ähnlich dem späteren Danegeld.
Mit anderen Worten: Es ist eher unwahrscheinlich, daß es einen systematischen Exporthandel mit einem bestimmten Absatzgebiet gegeben hat. Oft dürften Gegenstände auch durch viele Hände gegangen sein, ehe sie ihren Zielort erreichten.
[....]
1 E. Sprockhoff (1930), Tafel 45.
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