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Seminararbeit, 2003, 21 Seiten
Autor: Christina König
Fach: Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Details
Institution/Hochschule: Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Romanisches Seminar)
Tags: Ambiguität
Jahr: 2003
Seiten: 21
Note: 1,5
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-30361-3
Dateigröße: 366 KB
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Universität Tübingen, Romanisches Seminar
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Ambiguität (Ambigüedad)
von: Christina König
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 2
I. Was ist Ambiguität NICHT 2
I.1 Unbestimmtheit (La indeterminación) 2
I.2 Vagheit (La vagüedad) 4
II. Ambiguität: Definitionsversuch und Arten von Mehrdeutigkeit 5
II.1 Definition von Ambiguität 5
II.2 Phonologische oder phonetische Mehrdeutigkeit (Ambigüedad fónica) 6
II.3 Syntagmatisch-syntaktische Mehrdeutigkeit (Ambigüedad sintagmático-sintáctica) 6
II.4 Syntagmatisch-Semantische Mehrdeutigkeit (Ambigüedad sintagmático-semántica) 7
II.5 Lexikalische Mehrdeutigkeit (Ambigüedad léxica) 8
III. Wie lexikalische Ambiguität entsteht 8
III.1 Polysemie 10
III.1.1 Unterschiedliche Verwendungsweisen 10
III.1.2 Fachsprachliche Besonderungen 10
III.1.3 Bildersprache 11
III.1.4 Umgedeutete Homonymie (Volksetymologien) 11
III.1.5 Fremdsprachlicher Einfluss 12
III.2 Homonymie 13
III.2.1 Konvergente Lautentwicklung 13
III.2.2 Divergente Bedeutungsentwicklung 14
III.2.3 Fremdsprachlicher Einfluss 14
IV. ,,Schutzmechanismen“ 15
IV.1 Polysemie 15
IV.2 Homonymie 17
V. Resümee 18
VI. Bibliografie 20
0. Einleitung
Was früher für die Dichter und Denker noch seinen besonderen Reiz hatte, wird heute ge- konnt von der Werbeindustrie für ihre Zwecke verwendet. Andererseits aber kommt es im Alltag immer wieder zu Missverständnissen oder Unklarheiten. Nicht selten sind Mehrdeu- tigkeiten daran schuld. Gerade weil diese Besonderheit der Sprache in Gesprächssituationen zu größeren Schwierigkeiten führen kann1, sollte das Thema Ambiguität für Linguisten äußerst interessant sein und nicht nur oberflächlich abgetan werden. Deshalb werde ich im Folgenden zunächst genau analysieren, in welcher Form Mehrdeutigkeit eigentlich auftritt, wie sie entsteht und schließlich, wie die Sprache sich vor zu viel Unklarheit schützt.
I. Was ist Ambiguität NICHT
Dass es sich bei Ambiguität um Mehrdeutigkeit handelt, also um eine mehrdeutige Botschaft als eine Folge von Zeichen, der wir außerhalb jedes Kontexts zwei oder mehrere Interpretationen zuweisen können (2vgl. Gutiérrez Ordoñez,1992: 138), sagt allein der Terminus. Jeder dürfte sich darunter auch grob etwas vorstellen können. Doch das genügt nicht. Um nun zu einer exakten Definition zu kommen, soll aber zunächst erst einmal geklärt werden, was Ambiguität nicht ist. So lassen sich von Vornherein Missverständnisse oder Verwechslungen ausschließen.
I.1 Unbestimmtheit (La indeterminación)
Ein völlig anderes Phänomen ist die Unbestimmtheit. Aber auf Grund dessen, dass es ebenso wie bei der Ambiguität zu Missverständnissen und Verständnisproblemen kommen kann, muss dies klar von Amiguität abgegrenzt werden. Wie Gutiérrez Ordoñez schreibt, gibt es hierbei nicht mehrere Bedeutungen eines Wortes (oder Lexems), sondern der signifié ist stets einzigartig. Überhaupt ist das Charakteristische an der Unbestimmtheit – anders als bei der Ambiguität -, dass die Menge an Information ungenügend bzw. nicht ausreichend ist : Der Hörer würde mehr Information wollen, als ihm mitgeteilt wird. Somit beruht das Ganze nicht auf einem Problem für den Sprecher, sondern ausschließlich für den Hörer. Weiterhin kann ein und dieselbe Aussage für manche Hörer als unbestimmt, für andere aber als völlig ausreichend gelten. Theoretisch könnte alles in einer Sprache als unbestimmt angesehen werden; denn jede Aussage könnte immer noch mehr präzisiert werden. Das Wichtigste aber im Vergleich zur Ambiguität ist, dass die Unbestimmtheit mehrere Interpretationen ein und derselben Aussage völlig ausschließt; es ist immer nur eine einzige Interpretation möglich. Um das Verständnis der theoretischen Definition von Unbestimmtheit zu erleichtern, folgen nun einige Beispiele, die dieses Phänomen veranschaulichen sollen. Der Satz Hace frío.
ergibt für jeden kompetenten Sprecher nur genau den einen Sinn ,,Es ist kalt.“ Das heißt nicht warm oder lauwarm, sondern kalt. Was allerdings nicht klar ist, ist, was ,,frío“ genau bezeichnet. Jemand, der aus dem Sommerurlaub zurück ins ,,kalte“ Deutschland, mit Temperaturen um die 10°C zurückkehrt, empfindet diese 10°C vermutlich als ,,kalt“. Im Winter hingegen würden sicher wenige 10°C als ,,kalt“ bezeichnen, -10°C aber schon. Ich wiederum sehe meist 20°C schon als ,,kalt“ an, für Paul L. aus meiner ehemaligen Parallelklasse, der sogar im Winter mit T-Shirt draußen herumlief, ist die Grenze für ,,kalt“ wohl unexistent. Da es sich bei vielen Begriffen um subjektive Empfindungen oder Denkweisen handelt, kommt es so zu Fällen von Unbestimmtheit, da es für den Hörer unmöglich ist, die Gedanken des Gegenübers exakt zu entschlüsseln. Ein weiteres Beispiel wäre Christina y David van a Tübingen.
Auch bei diesem Satz ist nur eine einzige Interpretation möglich: Es gibt 2 Personen – Christina und David – und diese beiden waren nicht in Tübingen, es spielt keine Rolle wo, aber auf keinen Fall dort; gehen nun aber genau dort hin. Dennoch kann auch dieser Satz als unbestimmt betrachtet werden: Es wird nicht gesagt, ob die beiden Personen gemeinsam oder getrennt gehen. Anhand dieser Aussage ist beides möglich.Weiterhin wird auch nichts darüber mitgeteilt, wo die beiden sich vorher befanden. Es wäre also denkbar, dass sich Person A an einem anderen Ort aufgehalten hat als Person B. Und dann könnte es weiterhin unbestimmt sein, um welche Christina oder welchen David es sich handelt. Wie hier, wenn Sprecher und Hörer nicht dasselbe Weltwissen haben, kann ein Fall von Unbestimmtheit auftreten. Nach diesen beiden Beispielen dürfte nun klar sein, dass das Wesentliche der Unbestimmtheit ein Mangel an Informationen für den Hörer ist; dass es sich bei diesem Phänomen der Sprache also keinesfalls um irgendeine Art von Mehrdeutigkeit handelt.
I.2 Vagheit (La vagüedad)
[...]
1 Also im Prinzip in einem Bereich der Pragmatik. Allerdings möchte ich hier keine neue Diskussion über die (Problematik der) Definition von Semantik und Pragmatik, die nun einmal sehr eng beieinander liegen, wenn nicht sogar fließend ineinander übergehen, eröffnen.
2 Salvador Gutiérrez Ordoñez (1992): Introducción a la semántica functional.Madrid, Sintesis, 138.
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