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José Ortega y Gaset: Miseria y esplendor de la traducción

Termpaper, 2004, 17 Pages
Author: Christina König
Subject: Romance Languages - Spanish Studies

Details

Event: Wissenschaftliche Übung Literatur / EPG 2
Institution/College: University of Tubingen (Romanisches Seminar)
Tags: José, Ortega, Gaset, Miseria, Wissenschaftliche, Literatur
Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 17
Grade: 1,5
Language: German
Archive No.: V28636
ISBN (E-book): 978-3-638-30362-0

File size: 200 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Tübingen
Romanisches Seminar
EPG 2: Lebensphilosophie bei José Ortega y Gasset
3. Semester

José Ortega y Gaset: Miseria y esplendor de la traducción

von: Christina König

 


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung 2

I. La miseria – das Elend – der Übersetzung  2

I.1. Grundproblematik: Übersetzen ist ein utopisches Unterfangen 2
I.2. Übersetzungstheoretische Überlegungen hinsichtlich Ortegas Standpunkt  4

II. Los dos utopismos – Die zwei Utopismen 5

II.1. Der Mensch erreicht nie, was er sich vornimmt, doch das muss nicht negativ sein  5
II.2. Der Mensch kann doch erreichen, was er will, und kann sich auch über andere Dinge freuen 6

III. Sobre el hablar – Über das Sprechen 8

III.1. Sobre el hablar y el callar: Über das Sprechen und das Schweigen 8
III.2. No hablamos en serio  10
III.3. Linguistische Überlegungen zur Utopiehaftigkeit der Sprache 12

IV. El esplendor – der Glanz – der Übersetzung 14

V. Bibliographie 16


 

0. Einleitung

Beim Studium einer Sprache werden die einzelnen Gebiete meist streng von einander getrennt. Die Linguisten grenzen sich häufig stark von den Literaturwissenschaftlern ab, und die Philosophie wird davon meist völlig separat abgehandelt. Deswegen ist es besonders interessant, einmal ein Thema wie das Übersetzen, das man sowohl der Literatur- als auch der Sprachwissenschaft zuschreiben könnte, aus philosophischer Sicht zu betrachten. Ortega, den man wahrlich als hervorragenden Literaten bezeichnen kann, setzt sich in seinem Buch Miseria y esplendor de la traducción intensiv damit auseinander, wie problematisch das Übersetzen sei, welche Möglichkeiten aber auch darin verborgen liegen. Zunächst werde ich mich mit Ortegas Auffassung, das Übersetzen sei ein utopisches Unterfangen, beschäftigen, bevor ich dazu übersetzungstheoretische Überlegungen in Betracht ziehen werde. Im Anschluss wird seine These, alles, was der Mensch tut, sei utopisch, auf den Prüfstand gelegt werden, bevor es zur Erläuterung seiner Überlegungen über das Sprechen einer Sprache allgemein und dann basierend auf linguistische Ansätze kommen wird. Nach all diesen eher theoretischen Abhandlungen soll es dann abschließend noch um Ortegas Auffassung, was für Vorzüge das Übersetzen habe, gehen.

I. La miseria – das Elend- der Übersetzung

I.1. Grundproblematik: Übersetzen ist ein utopisches Unterfangen

Der Ausgangspunkt der Überlegungen zur Übersetzung ist die Behauptung einiger Wissenschaftler, dass gewisse (deutsche) Denker übersetzbar seien, andere hingegen nicht. Dem zu Grunde liegt die Annahme, es gebe Philosophen oder ganz allgemein Schriftsteller, die man übersetzen könne. Ortega hingegen sieht dies anders. Er vertritt die Auffassung, dass alles, was der Mensch unternimmt, utopisch sei. Er vertrete diese These aber nicht, da er sich als Moralapostel aufspielen wolle, sondern da er überzeugt sei, aufzeigen zu müssen, dass der Mensch stets zum Scheitern verurteilt sei und nichts dafür könne. Für Ortega bedeutet also utopisch sein, ein Ziel zu verfolgen, das nicht erreicht werden kann. Dabei verwendet er diesen Begriff eher so, wie es in der Volkssprache üblich ist, als gemäß der strengeren Definition der Philosophie: So wird allgemein utopisch als ,, unerfüllbar, unwirklich; wirklichkeitsfremd“ (Ahlheim: 1966, 741)1 verstanden. In der Philosophie hingegen ist folgende Definition üblich: Utopie gilt als eine

In Anlehnung an Thomas Mores Utopia (1516) entwickelte Bezeichnung für literarische Gegenentwürfe zur gesellschaftlich-politischen Ordnung. (...) Mit der Ausweitung des Utopiebegriffs von der literarischen Gattungsbezeichnung zur allgemeinen politischen Kategorie erhält Utopie neben der Bedeutung einer ortslosen Kritik an bestehenden Verhältnissen die Konnotation einer positiven Zukunftsvorstellung.(Prechtl,Burkhard:19962) Ortega begründet seine Auffassung dadurch, dass jedes Tier von Natur aus eine bestimmte Ausstattung habe. Im Gegensatz zu allen anderen Tieren sei der Mensch melancholisch, da er sich Ziele stecke, die er nicht erreichen könne, er verfolge also ,,Wahnideen“ (Ortega: 1956, 113), sei ,,maniático“ (S.10). Und dies sei bei allen Dingen der Fall, weswegen er auch beim Übersetzen nie vollkommene Perfektion erreichen könne. Schriftsteller hielten nämlich nicht immer die Normen ihrer Sprache ein, sondern handelten oft zuwider der geltenden Grammatik und Konventionen. Übersetzer hingegen würden dies oft nicht wagen und anstatt gewisse Nuancen beizubehalten, würden sie lieber auf die sichere Seite gehen und die Regeln kleinlichst beachten.

Auch bei ,,Werke[n] der exakten und der Naturwissenschaften“ (S. 13) (,,libros de ciencias exactas y naturales“ (S.12)) sei dies nicht anders. Zwar seien in diesen Bereichen die Schwierigkeiten geringer, aber dennoch vorhanden. Auch hier gibt es Begriffe, die keine hundertprozentig entsprechende Übersetzung haben. Wenn man allerdings auf einer Unterscheidung zwischen zu übersetzender und nicht übersetzbarer Literatur beharren würde, ließe man unter den Tisch fallen, dass bei bestimmten wissenschaftlichen Büchern der Grund dafür, dass sie scheinbar mühelos zu übersetzen sind, darin liege, dass ihr Vokabular zu großen Teilen aus Fachtermini besteht, die aber keine Sprache im eigentlichen Sinn seien, da Sprache auch ohne vorherige Begriffsdefinitionen funktioniere, was im Falle von Sachbüchern nicht der Fall ist. Allgemein sei es für einen Autor grundsätzlich wichtig, dass er seine Muttersprache beherrscht , dabei stets verständlich ist, aber nicht immer auf die bloße Alltagssprache zurück- . greift, was ein weiteres Problem für das Übersetzen aufwirft: jeder Literat hat einen eigenen persönlichen Stil. Schon alleine deswegen, weil er ab und zu geringfügig von den konventionellen Bedeutungen mancher Wörter abweicht. Zudem hat auch jede Sprache seinen eigenen sprachlichen Stil, insofern nur wenige Begriffe exakt dieselben semantischen Grenzen aufweisen wie andere, die ihnen in der Fremdsprache gleichgesetzt werden.

I.2 Übersetzungstheoretische Überlegungen hinsichtlich Ortegas Standpunkt

[...]


1 Karl-Heinz Ahlheim (Hrsg., 1966), Duden: Fremdwörterbuch, 2.Auflage (Mannheim: Bibliographisches Institut AG) 741.

2 Peter Prechtl, Franz-Peter Burkhard (Hrsg., 1996), Metzler Philosophie Lexikon: Begriffe und Definitionen, (Stuttgart/Weimar: Metzler)

3 José Ortega y Gasset (1956), Miseria y Esplendor de la traducción: Elend und Galnz der Übersetzun,.dt.: Gustav Kilpper (Ebenhausen: Langwiesche-Brandt KG) 11. (Alle weiteren Zitate, für die nicht extra eine Referenz angegeben wird, beziehen sich ebenfalls auf dieses Buch).


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