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Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit

Exzerpt, 1999, 22 Seiten
Autor: Nadine Wickert
Fach: Soziologie - Klassiker, Grundlagen und Theorierichtungen

Details

Kategorie: Exzerpt
Jahr: 1999
Seiten: 22
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V2871
ISBN (E-Book): 978-3-638-11740-1
ISBN (Buch): 978-3-638-69653-1
Dateigröße: 217 KB

Zusammenfassung / Abstract

In ihrem Werk "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie" beschäftigen sich die Autoren Berger und Luckmann mit dem alltäglichen Leben und der alltäglichen Wirklichkeit. Von Bedeutung sind für sie allerdings weniger theoretische Spezialfälle der Alltagswirklichkeit, sondern vielmehr die "Erklärung jener Wirklichkeit, die dem Verstand des gesellschaftlichen Normalverbrauchers zugänglich ist." Sie wollen die Konstruktion der Wirklichkeit begreiflich machen. Alltagswirklichkeit ist nicht statisch, sondern verändert sich fortlaufend. Da "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit" bereits 1966 geschrieben wurde, ist es also wenig verwunderlich, daß die Darstellung der damaligen Wirklichkeit nicht immer der unseren entspricht. So empfand ich einige der Beispiele Bergers und Luckmanns als recht veraltet. Um mir selbst den Text klarer zu machen, habe ich versucht, eigene Beispiele zu finden, die ich auch in dieser Arbeit verwendet habe.


Textauszug (computergeneriert)

Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit

von Nadine Wickert

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Lebensläufe der Autoren
1.1 Vita von Thomas Luckmann
1.2 Vita von Peter Berger 
1.3 Einleitung

2. Die Grundlagen der Alltagswirklichkeit
2.1 Interaktion. Vis-à-Vis-Situationen und an-dere Wechselbeziehungen
2.2 Zeichensysteme, Sprache und Wissen in der Alltagswirklicheit
 
3. Der Mensch in der Gesellschaft
3.1 Das Schaffen von Ordnung und Stabilität durch Institutionalisierung
3.2 Erinnerung und Tradition
3.3 Rollen
3.4 Verschiedene Formen von Institutionalisierung

4. Persönliche Meinung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In ihrem Werk "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie" beschäftigen sich die Autoren Berger und Luckmann mit dem alltäglichen Leben und der alltäglichen Wirklichkeit. Von Bedeutung sind für sie allerdings weniger theoretische Spezialfälle der Alltagswirklichkeit, sondern vielmehr die "Erklärung jener Wirklichkeit, die dem Verstand des gesellschaftlichen Normalverbrauchers zugänglich ist." Sie wollen die Konstruktion der Wirklichkeit begreiflich machen.
Alltagswirklichkeit ist nicht statisch, sondern verändert sich fortlaufend. Da "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit" bereits 1966 geschrieben wurde, ist es also wenig verwunderlich, daß die Darstellung der damaligen Wirklichkeit nicht immer der unseren entspricht. So empfand ich einige der Beispiele Bergers und Luckmanns als recht veraltet. Um mir selbst den Text klarer zu machen, habe ich versucht, eigene Beispiele zu finden, die ich auch in dieser Arbeit verwendet habe.

2. Die Grundlagen der Alltagswirklichkeit

Bevor Berger und Luckmann zur Analyse der Wirklichkeit kommen, wollen sie die Grundlagen des Alltags ergründen. Sie gehen nicht davon aus, daß die Alltagswelt bereits gegeben ist, sondern von jedem Akteur der Gesellschaft geprägt wird. Von Interesse sind daher weder genetische noch kausale Erklärungen, sondern "der allem Bewußtsein gemeinsame intentionale Charakter." Das heißt, daß alles Handeln und somit auch der Alltag aus den Wünschen, Intentionen und Vorstellungen der Akteure resultieren.
Jeder Mensch empfindet subjektiv und lebt sozusagen in seiner eigenen kleinen Wirklichkeit. Die Welt besteht also aus vielen verschiedenen Wirklichkeiten. Unter ihnen nimmt die Wirklichkeit der Alltagswelt eine besondere Stellung ein, sie gilt als "Wirklichkeit par excellence."
Der Mensch wird in die Alltagswelt hineingeboren, sie ist bereits vor seiner Geburt konstruiert. Aus diesem Grund wird sie als selbstverständlich wahrgenommen, und doch beeinflußt sie unser Bewußtsein stärker als jede andere Form von Wirklichkeit. Am wichtigsten sind hier zweifelsohne die Dinge der Alltagswelt, die mir am nächsten stehen, also "die Welt, in der ich mich betätige, deren Wirklichkeit ich modifizieren kann, die Welt, in der ich arbeite."
Jeder Mensch erlebt die Alltagswelt zwar anders und sie wird quasi zu seiner persönlichen Alltagswelt. Aber dennoch steht außer Frage, daß die Alltagswelt für jeden anderen Menschen einen ebenso wichtigen Stellenwert besitzt wie für mich persönlich.
Obwohl also jeder Akteur die Alltagswelt aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, ist klar, daß alle Akteure nach einem bestimmten gemeinsamen Schema leben. "Meine natürlichen Einstellungen zu dieser Welt [entsprechen] der natürlichen Einstellung anderer zu ihr." Das Wissen über die gemeinsame Ansicht der Alltagswelt entsteht durch Interaktion der Akteure, nämlich indem sie miteinander korrespondieren.
Im Allgemeinen nimmt jeder Mensch die Alltagswirklichkeit als wirklich an. Es ist uns zwar möglich, diese Wirklichkeit anzuzweifeln, doch könnten wir nicht existieren, wenn wir jede kleinste Routinehandlung hinterfragen würden. Routine vereinfacht das menschliche Leben, aber das Aufbrechen der Kontinuität läßt Probleme entstehen. Wenn ein Problem auftritt, versucht der Akteur, dieses mit altbewährten Methoden aus der Alltagswirklichkeit zu lösen. Erst wenn diese Methoden nicht zur Lösung führen, betritt der Akteur sozusagen eine neue Wirklichkeit.

[...]


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