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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 37 Pages
Author: Christoph Fenner
Subject: Economics / Business: Economic Policy
Details
Institution/College: University of Freiburg (Institut für Allgemeine Wirtschaftsforschung)
Tags: Willkommen, Klub, Empirische, Analyse, Erwartungen, Bürger, EU-Beitritt, Methoden
Year: 2002
Pages: 37
Grade: 1.7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-30653-9
File size: 353 KB
Eine Faktorenanalyse zu den Einstellungen der Bürger in den 8 neuen mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittsländern. Emp. Grundlage waren in erster Linie Eurobarometer-Rohdaten.
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Excerpt (computer-generated)
Institut für Allgemeine Wirtschaftsforschung
Abteilung Empirische Wirtschaftsforschung und Ökonometrie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
Sommersemester 2002
» Willkommen im Klub ? «
Erwartungen der Bürger in den Ländern Mittel- und Osteuropas
bezüglich des Beitritts zur Europäischen Union
Eine empirische Analyse anhand des Candidate Countries Eurobarometer 2001
von
C h r i s t o p h F e n n e r
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
1. EINLEITUNG 3
2. DIE OSTERWEITERUNG DER EU – EINE KURZE BESTANDSAUFNAHME 5
2.1 VORBEREITUNGEN DURCH DIE EUROPÄISCHE UNION 6
2.2 VORBEREITUNGEN DER BEITRITTSKANDIDATEN 7
2.3 MÖGLICHE AUSWIRKUNGEN DER EU-OSTERWEITERUNG AUS SICHT DER KANDIDATEN 9
3. DIE ÖFFENTLICHE MEINUNG IN AUSGEWÄHLTEN BEITRITTSLÄNDERN 11
3.1 DAS EUROPABILD IM ALLGEMEINEN 11
3.2 GEWINNER UND VERLIERER IM EIGENEN LAND 14
3.3 WEITERE RESULTATE - EINE FAKTORENANALYSE 16
3.3.1 Auswahl geeigneter Variablen 16
3.3.2 Ergebnis der Faktorenanalyse 18
3.3.3 Ergebnisinterpretation 19
4. SCHLUSSBETRACHTUNGEN 22
5. LITERATUR 24
1. EINLEITUNG
Die Erweiterung der Europäischen Union (EU) in Richtung Mittel- und Osteuropa ist auf diesem Kontinent eines der am meist diskutierten politischen Themen der letzten zehn Jahre. Nimmt die – in erster Linie ökonomische – Verflechtung innerhalb der bestehenden EU immer komplexerere Ausmaße an und gewinnt nicht zuletzt durch die Einführung der gemeinsamen Währung an Stabilität, stehen insbesondere hinter der östlichen Grenze der Union eine Vielzahl von Ländern, die einerseits mit enormen inneren Umstrukturierungs- und Erneuerungsprozessen zu kämpfen haben, andererseits aber auch befürchten müssen, dass die Kluft zwischen Ost und West immer weiter wächst, wenn nicht bald sichtbare und nachhaltige Maßnahmen ergriffen werden, die den Willen zu einer gemeinsamen Lösung aller beteiligten Staaten zum Ausdruck bringen.
Dabei geht es schon seit längerem nicht mehr um die Frage, ob die EU überhaupt erweitert werden soll. Über diesen Schritt scheint man schon hinaus zu sein. Vielmehr drängen sich aber damit andere Fragen und Probleme in den Vordergrund: Wer genau soll wann und auf welche Art und Weise die Erlaubnis bekommen, den Kreis der Mitgliedsländer der europäischen Union zu erweitern, welche Bedingungen muss ein Kandidat vorher erfüllen, was hat er nach Beitritt zu leisten, was kann ihm geboten werden? Desweiteren gilt es einerseits zu überlegen, wie die Erweiterung auf die bestehende Union1 und ihre bisherigen Mitgliedsländer einwirkt und welche Konsequenzen sich für diese daraus ergeben.2
Andererseits wird sich auch für die Beitrittskandidaten nicht alles schnell nur zum Besseren wenden: So sinkt zum Beispiel die Möglichkeit zum staatlichen Eingriff, heimische Märkte werden einer verstärkten und oft hoch spezialisierten Konkurrenz ausgesetzt und müssen sich gegenüber dieser behaupten, desweiteren werden viele Sektoren (z.B. die Agrarwirtschaft) einer massiven Umgestaltung bedürfen. Die tiefgreifenden Veränderungen insbesondere politischer und wirtschaftlicher Strukturen werden sich auch auf die Gewohnheiten und Lebensumstände der Menschen in den Anwärterländern auswirken. Viel Neues wird nur schwer verständlich sein und oft sogar für den einzelnen existenzbedrohende Ausmaße annehmen.
Doch diese Prozesse sind schon spätestens seit dem Zusammenbruch des Ostblockes im Gang und werden bei der Transformation hin zu Demokratie und Marktwirtschaft kaum noch aufzuhalten sein – auch unabhängig von einem schnellen Beitritt zur EU. Aber die in Aussicht gestellte Mitgliedschaft im Club Europa gilt für viele als Ziel und Verheißung, für das es sich zu leiden lohnt. Sie ist für viele der eigentliche Motor für Fortschritt und Veränderung, denn eine zukünftige Zugehörigkeit zur EU verkörpert ein langfristiges Ziel jenseits kurzfristiger Gewinnmitnahmen. Allerdings ist in den Beitrittsländern die Geduld nicht unbegrenzt und Äußerungen von enttäuschten Hoffnungen werden laut, die die Menschen zum Teil über 40 Jahre lang an ein zukünftiges, besseres (und idealisiert-verklärtes) Leben glauben lassen haben.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, das Bild zu betrachten, dass eben diese Bürger in den Ländern der sogenannten ersten Beitrittsrunde3 von Europa haben. Im ersten Teil der Arbeit wird zunächst auf den Verlauf der Annäherung zwischen der Europäischen Union (EU) und den Mittel- und Osteuropäischen Ländern (MOEL), sowie auf die in der Fachliteratur angegebenen Vor- und Nachteile einer Erweiterung eingegangen. Danach soll im zweiten Teil untersucht werden, was aus der Sicht der Bevölkerung der first wave five für einen Beitritt spricht, welche Zweifel bestehen und wer für sie die Gewinner und Verlierer dieses Schrittes zu sein scheinen.
Die Analyse stützt sich dabei auf empirisches Datenmaterial des Candidate Countries Eurobarometer (CCEB), sowie vergleichend auf die Central and Eastern Eurobarometer (CEEB),4 die in den 1990er Jahren im Auftrag der Europäischen Kommission erhoben wurden und im letzten Jahr durch das CCEB ersetzt worden sind. Die gewichteten Daten basieren auf Erhebungen, zu denen pro Kandidatenland um die 1.000 Personen befragt wurden und können damit als repräsentativ betrachtet werden.5 Alle Zahlen entstammen soweit nicht anders angegeben eigenen Berechnungen. Für die Datenverarbeitung wurde SPSS 11.0 verwendet.
[....]
1 Diskutiert werden vorallem Auswirkungen auf die “Regierungsfähigkeit” einer noch größeren EU, sowie eine Vielzahl rechtlicher Probleme, z.B. bezüglich möglicher Legitimationsdefizite, etc.
2 Hier sei als ein Beispiel für viele auf die Diskussion um die Neuregelung der Agrarsubventionszuteilungen - insbesondere zwischen Spanien, Frankreich und Deutschland - verwiesen.
3 Hier sind Estland, Polen, Slowenien, Tschechien und Ungarn gemeint. Spätestens seit Dezember 2001 sprechen sich allerdings zahlreiche Politiker für einen größeren Kreis aus, dem in Mittel- und Osteuropa alle Länder außer Rumänien und Bulgarien angehören sollen. Vgl. dazu z.B. Jasper, J. / Hübner, S. (2002): Die Finanzierung der EU-Osterweiterung nach Göteborg und Laeken, in Wirtschaftsdienst 06.2002, S. 335f.
4 Vgl. Fenner, C. (2001): The forthcoming Enlargement of the EU. Images of Europe and the Process of Creating an European Identity in Hungary.
5 Vgl. dazu die Hinweise auf http://www.europa.eu.int/comm/dg10/infcom/epo/eb.htm.
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