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Scholary Paper (Seminar), 2004, 35 Pages
Author: Michael Guntschnigg
Subject: Romance Languages - French Linguistics
Details
Tags: Jugendsprachliche, Wortbildungsmittel, Jugendzeitschriften
Year: 2004
Pages: 35
Grade: Sehr gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-30670-6
File size: 635 KB
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Excerpt (computer-generated)
Jugendsprachliche Wortbildungsmittel
im Französischen
Eine Untersuchung an Hand von ausgewählten Jugendzeitschriften
Seminararbeit
am Institut für Romanistik
der Karl-Franzens-Universität Graz
zur Lehrveranstaltung
Sprachwissenschaft: Französische Wortbildung
WS 2003
vorgelegt von
Michael Guntschnigg
am 15. 3. 2004
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Welche Sprache spricht die Jugend? 4
2.1. Bestimmung des Begriffes Jugend 4
2.2. Zur Problematik einer Definition von Jugendsprache 5
2.3. Der Forschungsstand 5
3. Eigenständige Untersuchung verschriftlichter Jugendsprache 7
3.1. Vorhaben, Arbeitshypothese, Vorgehensweise 7
3.2. Die untersuchten französischen Jugendzeitschriften 8
3.3. Linguistische Analyse 9
3.3.1. Lexikon 9
3.3.1.1. Wortentlehnung: Fremdwörter - Lehnwörter 9
3.3.1.2. Wortbildung 14
3.3.1.2.1. Komposition 14
3.3.1.2.2. Derivation 15
3.3.1.2.3. Wortkürzungen 17
3.3.1.2.4. Onomatopoetika 18
3.3.2. Semantik 19
3.3.2.1. Das Jules Phänomen 19
3.3.2.2. Français argotique et populaire 21
3.3.2.3. Verlan 25
3.3.2.4. Sprachliche Bilder 26
3.3.2.5. Wortspiele 27
3.4. Ergebnisse zusammengefaßt 28
3.4.1. Was unterscheidet Jugendsprache von Erwachsenensprache? 28
3.4.2. Bestehende Probleme 30
3.4.2.1. Wie schnell erfolgt der jugendsprachliche Wandel? 30
3.4.2.2. Welche Sprache spricht die Jugend? 30
3.4.2.3. Sprechen alle Jugendlichen dieselbe Sprache? 31
4. Schlußbetrachtungen 33
Literaturverzeichnis 34
1. Einleitung
Die Franzosen sind berühmt - oder auch berüchtigt - dafür, sehr stolz auf ihre Sprache zu sein. Der Frankreichurlauber, der dazu in der Lage ist auch nur ein paar Wörter Französisch zu sprechen, ist viel mehr willkommen als jener, welcher sich mit seinem Schulenglisch zu helfen versucht; dreht er das Radio auf, so wird er bemerken, daß überwiegend Lieder in französischer Sprache gespielt werden, obwohl zumindest die österreichischen Jugendlichen derzeit englische Lieder viel „cooler“ finden. Da der Geschmack zwischen Erwachsenen und Jugendlichen in sehr vielen Bereichen oft getrennte Wege geht, stellt sich die Frage, welchen Wert die französischen Jugendlichen ihrer Sprache beimessen und wo sie selbst sich im Sprachsystem bewegen.
2. Welche Sprache spricht die Jugend?
2.1. Bestimmung des Begriffs Jugend
Zu Beginn meiner Seminararbeit möchte ich mich zunächst mit der Frage: Was ist Jugendsprache? beschäftigen. Eigentlich ist die Erklärung ganz einfach: Jugendsprache ist die Sprache der Jugend. Doch diese Definition veranlaßt mich zu glauben, es gäbe eine Sprache, deren Besitzer ausschließlich die Jugend wäre und die nur von Jugendlichen gesprochen würde. Von Sprachwissenschaftlern wird Jugendsprache jedoch heute als komplexes sprachliches Register betrachtet (Vgl. Schlobinski, Kohl, Ludewigt 1993, 12). Diese Definition wirft eine weitere Frage auf: Was ist Jugend selbst überhaupt? Je nachdem, was in der Jugendzeit im Vordergrund steht, verwendet man in der Wissenschaft verschiedene Begriffe, um diese Lebensphase zu beschreiben. Psychologen sprechen eher von der Adoleszenz, Biologen von der Pubertät, Jugend ist ein soziologischer Begriff. In der Soziologie steht „die historische Bedingtheit einer nach Alter sortierten Gruppe von Menschen“ (Fend 2000, 22) im Vordergrund. Kinder, Jugendliche, Erwachsene usw. werden als soziale Gruppen voneinander unterschieden (Vgl. Fend 2000, 22f.). Von dieser Theorie geht die Jugendsprachforschung aus. Viele Wissenschaftler bezeichnen den Lebensabschnitt zwischen zwölf und 25 Jahren als Jugendphase (Vgl. z. Bsp. Fend 2000, 91-93). Diese Phase ist vor allem von der Suche nach der eigenen Identität und der Ausbildung individueller Persönlichkeit geprägt.
2.2. Zur Problematik einer Definition von Jugendsprache
Es ist bereits kompliziert, den Begriff Jugend zufriedenstellend abzuklären. Dazu kommt noch, daß oft übersehen wird, daß Jugend in unserer heutigen Gesellschaft einen ganz besonderen Stellenwert innehat. Viele Menschen, die im entwicklungspsychologischen Sinne nicht mehr als Jugendliche gelten, fühlen sich dennoch jung und jugendlich, was sie durch ihre Kleidung, ihre Umgangsformen und auch durch ihre Sprache ausdrücken. Somit ist es vorstellbar, daß das Streben nach ewiger Jugend die Benutzergruppe der Jugendsprache erweitert. Fragwürdig ist nur, ob die Jugendsprache der Erwachsenen mit der Sprache, die Jugendliche tagtäglich verwenden und auch ständig abwandeln (schließlich ist ein Zweck der Jugendsprache die Abgrenzung von den Erwachsenen), überhaupt vergleichbar ist. Tatsache ist, daß man sich die kommerzialisierte Form von Jugendsprache sogar schon aus eigens angelegten Wörterbüchern – welche in großer Anzahl sogar im Internet angeboten werden - aneignen kann.
Hinzu kommt noch, daß Jugendliche (wie auch alle anderen sozialen Gruppen) ihren sprachlichen Ausdruck je nach Gesprächspartner variieren, womöglich ihre Jugendsprache innerhalb ihrer Gruppe noch intensivieren. Die Sprache einiger Gruppen von Jugendlichen könnte stärker von der Sprache der Erwachsenen abweichen, als die von anderen Gruppen von Jugendlichen. Weiters ist der mit Jugend bezeichnete Lebensabschnitt sehr weit gesteckt, woraus sich ergeben könnte, daß sich auch altersbedingte Unterschiede in der Jugendsprache ergeben.
Hier wurden nur einige Probleme aufgezeigt, welche die Definition von Jugendsprache erschweren. Zusammenfassend ist festzuhalten, daß es – auch in der Wissenschaft - keine einheitliche Definition von Jugendsprache gibt.
2.3. Der Forschungsstand
Untersuchungen zum Thema Jugendsprache stimmen generell darin überein, daß sich der Sprachgebrauch im sozialen Alter der Jugend von dem Sprachgebrauch anderer Altersgruppen sowie von der Standardvarietät der jeweiligen Einzelsprache in der einen oder anderen Weise unterscheidet.
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