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Das Frauenbild in der Lyrik Erich Kästners

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 16 Pages
Author: Fabian Otto
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2002
Pages: 16
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V29263
ISBN (E-book): 978-3-638-30822-9

File size: 185 KB
Notes :
Das Frauenbild, von dem Kästners Gedichte aus der Zeit der Weimarer Republik geprägt sind.



Excerpt (computer-generated)

Universität Koblenz-Landau
Abteilung Koblenz
Literaturwissenschaftliches Hauptseminar:
Exemplarische Gedichtanalysen
Sommersemester 2002

Hausarbeit:

Das Frauenbild in der Lyrik Erich Kästners

Fabian Otto

Magisterstudiengang

Inhalt

I.         (Einleitung)

II.        Mütter

  • Mehr oder weniger Gesellschaftskritik
  • Die Frau als das andere Geschlecht

III.      (Resümee)

Anhang: Literaturangaben

 

 

I. Einleitung

Der Journalist und Schriftsteller Erich Kästner, der heute noch vor allem als Kinderbuchautor bekannt ist, hatte sich Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts besonders wegen seiner umfangreichen Gedichtproduktion einen Namen gemacht. Bis zum Beginn der NS-Diktatur 1933 erschienen vier Gedichtbände: Herz auf Taille (1928), Lärm im Spiegel (1929), Ein Mann gibt Auskunft (1930) und Gesang zwischen den Stühlen (1932).[1] Auffällig an diesen Gedichten aus der Epoche der Neuen Sachlichkeit ist die überdurchschnittlich häufige Auseinandersetzung mit Frauen als solchen, die hier immer wieder mit bestimmten – oft negativen – Charaktereigenschaften, Verhaltensmustern, etc. versehen werden. Tatsächlich wurde das von Kästner in seinen Werken vermittelte Frauenbild vielfach angegriffen – und zumeist auf seine Biographie zurückgeführt.[2] Ein Internetartikel, der zu Kästners hundertstem Geburtstag erschienen ist, spricht von dessen Verhältnis zu Frauen: „Keine entsprach letztlich seinen Vorstellungen, und aus vielen seiner Verse spricht tatsächlich eine empörende Geringschätzung des weiblichen Geschlechts.“[3] Hermann Kesten schreibt Kästners Werk einen immer wieder auftauchenden „gewissen koketten Antifeminismus“[4] zu, ohne diesen aber näher zu erläutern. Man scheint mit einiger Berechtigung fragen zu dürfen, ob Kästner in seinen Gedichten das weibliche Geschlecht differenziert realistisch – und gemäß der Gesinnung der Neuen Sachlichkeit – sachlich darstellt, oder ob hauptsächlich persönliche Vorurteile widergespiegelt werden. Klaus Kordon stellt außerdem fest, daß Kästner zumindest in seinen Kinderbüchern an seine weiblichen Hauptfiguren keine hohen Anforderungen stellt.[5] Läßt sich etwas Ähnliches auch für die Lyrik feststellen?

In seiner Prosaischen Zwischenbemerkung, enthalten im Gedichtband Lärm im Spiegel, fordert Kästner, ein lebendiges Gedicht müsse nützlich, „seelisch verwendbar“ sein, derart, daß es den Leser innerlich bewege, weil der Dichter es „im Umgang mit den Freuden und Schmerzen der Gegenwart“[6] geschrieben habe; weil diese Dichter „wie natürliche Menschen empfinden und die Empfindungen (und Ansichten und Wünsche) in Stellvertretung ausdrücken“.[7] In Kästners Augen soll gute Lyrik also einen praktischen Nutzwert für den Leser besitzen, indem sie dessen Innenleben spiegelt. Ziel dieser Arbeit ist es, eine Antwort darauf zu versuchen, inwieweit das Frauenbild, das  Kästner in seinen Gedichten zeichnet, zu vereinbaren ist mit seinen selbstformulierten Ansprüchen an gute Lyrik. Spiegeln Kästners Gedichte normale Ansichten – von männlichen und weiblichen Lesern – wider? Behandeln seine Gedichte Frauen und Männer gleich, oder gibt es tatsächlich eine partielle oder gar generelle Geringschätzung des weiblichen Geschlechts? Diese Arbeit wird sich im zweiten Teil anhand von Beispielen konkret mit dem Frauenbild in der Kästnerschen Lyrik befassen. Diese Beispiele zeigen eine große Bandbreite der unterschiedlichsten Darstellungen und sollen einen möglichst repräsentativen Überblick über die Gedichte Kästners verschaffen, die im Sinne der Fragestellung dieser Arbeit als verwertbar erscheinen. Im dritten Teil der Arbeit soll dann schließlich eine Antwort auf die gestellten Fragen versucht werden, wobei sich zeigen wird, daß diese nicht auf eine klare Richtung hinauslaufen kann. Es soll übrigens bewußt möglichst wenig auf Kästners Biographie eingegangen und der Blick hauptsächlich auf die Gedichte selbst gelenkt werden.

II. Mütter

[...]


[1] Alle Gedichtbände enthalten in: KÄSTNER, Erich: Zeitgenossen, haufenweise. Gedichte, herausgegeben von Harald Hartung in: Erich Kästner. Werke, herausgeg. von Franz Josef Görtz, München 1998.

[2] Vgl. Internetartikel unter http://www.welt.de/daten/1999/02/20/0220lw61459.htx

[3] Vgl. Internetartikel unter http://www.jungewelt.de/frameit.php?/1999/02-23/020.shtml

[4] KESTEN, Hermann: Erich Kästner. In: VOGEL, Harald und Michael Gans: Erich Kästner lesen. Lesewege – Lesezeichen zum literarischen Werk, Reihe Leseportraits, Band 4, Baltmannsweiler 1999, S. 198.

[5] Vgl. KORDON, Klaus: Die Zeit ist kaputt. Die Lebensgeschichte des Erich Kästner, Weinheim 1994, Neuausgabe 1996, S. 130.

[6] KÄSTNER, Erich: Prosaische Zwischenbemerkung. In: Zeitgenossen, haufenweise. Gedichte, herausgegeben von Harald Hartung in: Erich Kästner. Werke, herausgeg. von Franz Josef Görtz, München 1998, S. 88.

[7] KÄSTNER, Erich: Prosaische Zwischenbemerkung. A. a. O.,  S. 88.


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