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Interpretierende Betrachtung der Topographischen Karte 1 zu 50000, Blatt L 4508 Essen

Scholary Paper (Seminar), 2003, 13 Pages
Author: Fabian Otto
Subject: Geography / Earth Science -Cartography

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 13
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V29265
ISBN (E-book): 978-3-638-30824-3

File size: 188 KB
Notes :
Interpretation der Karte hinsichtlich der kulturgeographischen wie physisch-geographischen Aspekte



Excerpt (computer-generated)

Universität Koblenz-Landau
Abteilung Koblenz
Seminar: Geographisches Zeichnen und Skizzieren

Interpretierende Betrachtung der Topographischen
Karte 1 zu 50000, Blatt L 4508 Essen

von: Fabian Otto

 


Inhalt

I. Einleitung

II. Physisch-geographische Betrachtung

Kulturgeographische Betrachtung

III. Zusammenfassung

Quellennachweise

Anhang: Tabellarische Zusammenfassung
Profilschnitt der Landoberfläche
Skizze der naturräumlichen Gliederung

 


I. Einleitung

Die Topographische Karte 1:50000 Blatt L 4508 Essen zeigt einen Ausschnitt des mittleren Ruhrgebietes einschließlich der beiden für diesen Industrieraum wichtigsten Flüsse Ruhr und Emscher. Das Klima in diesem Gebiet ist ozeanisch geprägt, das Niederschlagsmaximum fällt in den August, das Jahresmittel beträgt in Essen 829 mm. Die mittlere Jahrestemperatur in Essen beträgt 9,6°C und die relative Luftfeuchtigkeit im Jahresmittel um 14.00 Uhr 69 % (Klimadaten vgl. DIERCKE WELTATLAS 1974, S. 24). Auffällig bei einer ersten Betrachtung des Blattes ist vor allem die starke kultur-geographische Überprägung des Raumes, aber auch die unterschiedliche Gestalt der Geländeoberfläche im Norden bzw. Süden des Kartenausschnittes, leicht erkennbar an Verlauf und Umgebung der beiden großen Flüsse. Die folgenden eingehenderen Betrachtungen widmen sich zunächst der physisch-geographischen Beschaffenheit des dargestellten Raumes und im Anschluß der kulturgeographischen Überprägung. Zum leichteren Auffinden erwähnter Objekte auf der Karte werden in Klammern Ost- und Nordwert (Ostwert E/ Nordwert N) in km nach den – in der Karte blau eingetragenen – UTM-Koordinaten der Zone 32 angegeben.

II. Physisch-geographische Betrachtung

Bezüglich einer naturräumlichen Grobgliederung lassen sich auf dem Kartenausschnitt recht deutlich drei größere Räume voneinander trennen: Der Süden des Blattes wird bestimmt von der Ruhr und einer relativ waldreichen Zone beiderseits des Flusses; der Raum beiderseits der Emscher im Norden ist ebenfalls wald- und außerdem grünlandreich; der Bereich dazwischen dagegen zeigt sich eher waldarm und wird, trotz der dichten Besiedelung, in starkem Maße landwirtschaftlich genutzt (vgl. SCHÖLLER, P. und A. Mayr, 1968, S. 15). Auch eine Betrachtung der Höhenverhältnisse und des Isohypsenbildes bestätigt eine solche Gliederung in drei große Naturräume, wobei im äußersten Nordwesten noch ein vierter angeschnitten wird. Den Naturraum I im Süden bildet ein niederes, hügeliges Bergland; hier finden sich auch die größten Höhen des Kartenblattes: Im Südosten, südlich von Herbede, sind 205 m ü. NN angegeben (381/5697). Raum II, der sich nördlich anschließt, weist durchschnittliche Höhen zwischen etwa 80 und 100 m ü. NN auf und ist nach dem Höhenlinienbild wellig bewegt. Naturraum III besteht aus einer breiten, flachen Tieflandzone zu beiden Seiten der Emscher. Dort, wo die Emscher im Westen den Kartenausschnitt verläßt, befinden sich die niedrigsten Höhenlagen der Karte – beim Hafen von Heßler sind 30 m auf dem Wasserspiegel des Rhein-Herne-Kanals angegeben (365/5710). Als einen Raum IV kann man schließlich noch das Gebiet im äußersten Nordwesten der Karte ausgrenzen; hier steigt das Gelände wieder merklich an. Läßt man den nur peripher angeschnittenen Raum IV einmal außer Betracht, so läßt sich allgemein eine Abdachung der gesamten dargestellten Geländeoberfläche von Südosten nach Nordwesten hin feststellen, da die Höhen sowohl von Osten nach Westen, als auch von Süden nach Norden abnehmen.

Eine genauere Betrachtung des Naturraumes I, der als Ruhrhügelland (vgl. SCHÖL-LER, P. und A. Mayr, 1968, S. 16) bezeichnet werden soll, führt zu einer weiteren Unterteilung in das tief eingeschnittene und bis zu 800 m breite Tal der Ruhr (Ia) mit steilen Prall- und flachen Gleithängen (z. B. 382/5698) und die beiderseits davon gelegenen Ruhrhöhen (Ib). Das Hügelland weist auf den Ruhrhöhen im Westen durchschnittliche Höhen um 120 m auf, nach Osten hin steigen die mittleren Höhen auf etwa 170 m an. Dem relativ dichten Isohypsenbild entsprechend ist dieser Raum kleinförmig reliefiert, es wechseln sich langgestreckte, schmale Rücken, die vielfach bewaldet sind, mit flachen Mulden ab, die als Hauptstreichrichtung SW-NO bzw. WSW-ONO aufweisen, besonders gut erkennbar südlich von Herbede (381/5697) oder auch entlang der B 51 zwischen Weitmar und Linden im Südwesten Bochums. Diese varistische Streichrichtung ist kennzeichnend für das Ruhrhügelland als nördlichem Ausläufer des paläozoisch gefalteten Rheinischen Schiefergebirges. Die Aufeinanderfolge von Kämmen und Mulden auf den Ruhrhöhen, aber in gewisser Weise auch die Prall- und Gleithänge des Ruhrtales, deuten auf einen Wechsel von härteren und weicheren Gesteinen hin, die als Bildner der Schichtrippen und Mulden dienen. Das Relief im Ruhrhügelland ist somit gesteinsbedingt (vgl. SCHÖLLER, P. und A. Mayr, 1968, S. 17). Es finden sich auf dem Kartenblatt vereinzelt indirekte Hinweise darauf, daß die ruhrgebietsprägende Steinkohle im Ruhrtal bzw. im Hügelland an der Oberfläche – d. h. über Tage – abgebaut wurde. Ein Naturdenkmal („ND“) in Form eines geologischen Aufschlusses am Rande einer großen Grube nördlich des Ostendes des Kemnader Sees (380/5700) weist auf eine Abbaustelle hin, außerdem findet man direkt bei Stiepel eine Zechensignatur (378/5697), um die herum weder größere Gebäude noch Ausraumhalden zu finden sind, was auf einen Abbau der Kohle über Tage schließen läßt. In diesem Naturraum steht also das Steinkohlengebirge des produktiven Karbons direkt an der Oberfläche an, woraus man schließen kann, daß die Kammbildner hier die zum produktiven Karbon gehörigen Sandsteine und Konglomerate sind, die Muldenbildner dagegen Tonschiefer und Schiefertone (vgl. SCHÖLLER, P. und A. Mayr, 1968, S. 17).

[...]


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