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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 24 Pages
Author: Sven Ebel
Subject: Politics - International Politics - Topic: Globalisation, Political Economics
Details
Institution/College: University of Leipzig
Tags: Empire, Eine, Debatte, Empire, Philosophie, Welt
Year: 2004
Pages: 24
Grade: 1.7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-30849-6
ISBN (Book): 978-3-638-65021-2
File size: 367 KB
Überblick zur Debatte zum Buch "Empire. Die neue Weltordnung." von Michael Hardt und Antonio Negri.
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Abstract
Schafft die Globalisierung eine neue imperiale Weltordnung fernab von staatlicher Souveränität? Eine Antwort auf diese Frage liefert das vielbeachtete, umfangreiche und komplexe Buch "Empire - Die neue Weltordnung" des Philosophen Antonio Negri und des Literaturwissenschaftlers Michael Hardt Dieses bescheidene Büchlein gibt einen Überblick über das etwas schwer verständliche Empire-Konzept und die damit verbundene weltweite Empire-Debatte. Die Welt verändert sich. Nun ist dies keine neue oder überraschende Erkenntnis, ist sie doch in stetem Wandel begriffen. Panta rhei – alles fließt. Trotzdem glauben viele Menschen, ob Philosophen, Pädagogen, Politiker, Arbeiter oder Stammtischbesucher, dass die Veränderungen heute grundlegender, weitreichender sowie die Gesellschaft und das Leben an sich stärker beeinflussender sind, als in früheren Zeiten. Das Stichwort zu diesen Veränderungen heißt Globalisierung. Es ist in aller Munde. Aber so groß wie die Welt selbst, so groß ist auch der Unterschied in der Kenntnis, der Meinung, dem Verständnis oder dem Überblick zu diesem Begriff, der verschiedenste Entwicklungen in einer Vielzahl von Bereichen, etwa Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik unter einem Dach zusammenfasst. Nähere Untersuchungen und Analysen tun not. Die Aufgabe scheint riesig. Michael Hardt und Antonio Negri nehmen sich ihrer an. In ihrem Buch „Empire. Die neue Weltordnung“, welches im englischsprachigen Original erstmals im Jahre 2000 erschien, versuchen sie, den vielfältigen Wandel in unserer Zeit genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie beziehen z.B. Geschichte, Philosophie, Wirtschaftswissenschaft, Sozialwissenschaft, Politik darin mit ein. Im Rahmen dieses bescheidenen Buches soll versucht werden, zunächst einen Überblick über den Inhalt sowie die wichtigsten Begriffe, Thesen und Schlussfolgerungen des Werks der beiden Autoren zu geben. Außerdem soll der Frage nachgegangen werden, auf welches Echo das Buch in der (westlichen) Welt stieß, wie es rezensiert, rezipiert und aufgenommen wurde.
Excerpt (computer-generated)
„Empire“ – Eine Debatte im Überblick
von: Sven Ebel
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 2
2. „Empire“ – Ein Konzept im Überblick Seite 3
2.1. Inhalt Seite 3
2.2. Begriffe Seite 5
2.3. Thesen Seite 8
3. Reaktionen, Reflexionen, Rezensionen Seite 9
4. Fazit Seite 18
5. Literatur und Internetquellen Seite 22
1. Einleitung
Die Welt verändert sich. Nun ist dies keine neue oder überraschende Erkenntnis, ist sie doch in stetem Wandel begriffen. Panta rhei – alles fließt. Trotzdem glauben viele Menschen, ob Philosophen, Pädagogen, Politiker, Arbeiter oder Stammtischbesucher, dass die Veränderungen heute grundlegender, weitreichender sowie die Gesellschaft und das Leben an sich stärker beeinflussender sind, als in früheren Zeiten. Das Stichwort zu diesen Veränderungen heißt Globalisierung. Es ist in aller Munde. Aber so groß wie die Welt selbst, so groß ist auch der Unterschied in der Kenntnis, der Meinung, dem Verständnis oder dem Überblick zu diesem Begriff, der verschiedenste Entwicklungen in einer Vielzahl von Bereichen, etwa Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik unter einem Dach zusammenfasst. Nähere Untersuchungen und Analysen tun not. Die Aufgabe scheint riesig. Michael Hardt und Antonio Negri nehmen sich ihrer an. In ihrem Buch „Empire. Die neue Weltordnung“, welches im englischsprachigen Original erstmals im Jahre 2000 erschien, versuchen sie, den vielfältigen Wandel in unserer Zeit genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie beziehen z.B. Geschichte, Philosophie, Wirtschaftswissenschaft, Sozialwissenschaft, Politik darin mit ein. Im Rahmen dieser Hausarbeit soll versucht werden, zunächst einen Überblick über den Inhalt sowie die wichtigsten Begriffe, Thesen und Schlussfolgerungen des Werks der beiden Autoren zu geben. Im Hauptteil soll der Frage nachgegangen werden, auf welches Echo das Buch in der (westlichen) Welt stieß. Wie es rezensiert, rezipiert und aufgenommen wurde.
Für diese Untersuchung werden vor allem die Reflexionen des „Empire“- Konzepts herangezogen, die sich in der virtuellen Welt des World Wide Web finden. Das ist zwei Tatsachen geschuldet. Zum einen dem bereits erwähnten Wandel, der es verbietet, dieses inzwischen so allgegenwärtige Medium unberücksichtigt zu lassen, und zum anderen weil das Buch der beiden Autoren erst vor relativ kurzer Zeit (in der deutschen Übersetzung erst 2002) erschienen ist und sich deshalb Literatur, die sich die „imperiale neue Weltordnung“ beziehen noch recht rar gesät ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich diese Arbeit nur auf die Recherche im Medium Internet stützt. Literatur, Fernseh- und Hörfunkdokumentationen werden ebenfalls mit einbezogen. Am Schluß der Arbeit möchte ich ein persönliches Fazit aus der Rezeption des Buches selbst und seiner Reflexion in der Welt ziehen.
2. „Empire“ – Ein Konzept im Überblick
2.1. Inhalt
Auf das Buch selbst möchte ich an dieser Stelle eingehen, weil es bereits vor der Veröffentlichung eine große „Aufregung“ um das Buch gab. Es wurde als „Kultbuch der Globalisierungsgegner“ von den einen, als ein „kommunistisches Manifest“ von den anderen und als „Modephänomen“ wiederum von Dritten betitelt.1
Ich möchte schauen, welche Inhalte des Buches zu diesen so unterschiedlichen Einschätzungen führten. Des weiteren ist es für das Verständnis der Reflexionen wichtig, dem Leser noch einmal kurz die wichtigsten Begriffe, Thesen und Schlussfolgerungen aus der Analyse von Hardt und Negri vorzustellen bzw. in Erinnerung zu rufen. Bereits bevor man die erste Seite der Untersuchung der beiden Autoren aufschlägt begegnet man dem zentralen Ausdruck des Buches: „Empire“. Freilich ist er uns nicht unbekannt, denken wir doch spontan an das britische Weltreich oder das Imperium Romanum. Doch die Autoren weisen uns sogleich darauf hin, diesen Begriff nicht metaphorisch zu denken, sondern ihn von einem spezifisch theoretischen Ansatz her wissenschaftlich zu erfassen: „Der Begriff Empire charakterisiert maßgeblich das Fehlen von Grenzziehungen.“2 Dieser Herrschaft fehlen, nach Hardt und Negri, nicht nur die räumlichen Schranken, sondern auch die zeitlichen Begrenzungen: „Das Empire stellt [...] seine Herrschaft nicht als vergängliches Moment im Verlauf der Geschichte dar, sondern als Regime ohne zeitliche Begrenzung und in diesem Sinne außerhalb oder am Ende der Geschichte.“3 Das Empire lässt kein außen mehr zu. Was aber genau meinen nun die Autoren mit dem Begriff? Zunächst erfahren wir, was sie damit nicht meinen, nämlich Imperialismus. Außerdem erfahren wir, das Empire sei eine dezentrierte und deterritorialisierende Herrschaftslogik, eine „neue Form der Souveränität“.4 Empire – das ist für die Autoren die mit aller Unausweichlichkeit kommende neue Weltordnung.
Sie plädieren dafür, sich von eingefahrenen Denkgewohnheiten zu verabschieden und neue oder mit neuem Inhalt gefüllte Begriffe zu verwenden um Dinge neu denken zu können. Diese Begriffe stellen sie in den insgesamt vier großen Hauptteilen vor, in die das Werk gegliedert ist.
[...]
1 Die Zeit vom 21.03.2002 - Literaturbeilage
2 Empire S.12
3 Empire S.13
4 Empire S.10f.
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