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Kind und Pflanzen

Hausarbeit, 2002, 22 Seiten
Autor: Nicole Stüwe
Fach: Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)

Details

Institution/Hochschule: Universität Osnabrück
Tags: Kind, Pflanzen
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2002
Seiten: 22
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V29339
ISBN (E-Book): 978-3-638-30871-7

Dateigröße: 264 KB


Textauszug (computergeneriert)

Kind und Pflanzen

von: Nicole Stüwe

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

2. Kind und Natur 2

2.1. Naturwissenschaftliches Lernen in der Grundschule 2

3. Kind und Pflanzen 5

3.1. Die Aktualität des Themas „Kind und Pflanzen“ in der Grundschule 5
3.2. Bearbeitung des Themas „Kind und Pflanzen“ an einem Unterrichtsbeispiel 8
3.3. Einbindung in die niedersächsischen Rahmenrichtlinien 11

4. Didaktischer Hintergrund des Themas „Kinder und Pflanzen“ 13

4.1. Didaktische Analyse – „Kinder und Pflanzen“ 13
4.2. Ideen für eine möglich Unterrichtseinheit zum Thema „Kinder und Pflanzen“ 16

5. Literaturverzeichnis 21
 


 

1. Einleitung

In meiner Hausarbeit zum Thema „Kind und Pflanzen“ soll es darum gehen, auf welche Art und Weise dieses Thema im Grundschulunterricht behandelt und eingesetzt werden soll. Ich beginne zuerst mit dem allgemeinen Thema „Kind und Natur“. Da das Thema ein rein naturwissenschaftliches Thema ist, möchte ich mich hier zunächst mit dem naturwissenschaftlichen Lernen in der Grundschule befassen, bevor ich dann in das eigentlich Thema der Hausarbeit einsteige. Im 3.Kapitel möchte ich mich dann mit dem Thema „Kind und Pflanzen“ beschäftigen. Zunächst werde ich kurz darüber sprechen, welche Aktualität dieses Thema im heutigen Sachunterricht einnimmt und wie es im Gegensatz zu anderen Themen wie zum Beispiel „Kind und Tiere“ angesehen ist. Außerdem möchte ich mit Hilfe des Buches „Kind und Natur“ von Ulrich Gebhard darauf eingehen, wie die Schüler mit diesem Thema im Unterricht umgehen. Dabei werde ich dann auch einige Untersuchungsergebnisse von empirischen Studien aufgreifen. Anschließend soll dann kurz an einem Unterrichtsbeispiel gezeigt werden, wie das Thema „Kind und Pflanzen“ unter anderem im Sachunterricht behandelt werden kann. Des weiteren werde ich mich dann damit beschäftigen, wie das Thema „Kind und Natur“ bzw. das Thema „Kind und Pflanzen“ in den Rahmenrichtlinien Niedersachsens eingebunden ist. Im folgenden 4.Kapitel werde ich dann auf die didaktischen Hintergründe des Themas „Kind und Pflanze“ eingehen. Den Anfang macht hier eine didaktische Analyse über eine mögliche Unterrichtseinheit mit dem Thema „Kind und Pflanzen“. Das Ende meiner Hausarbeit soll dann das Teilkapitel 4.2. einnehmen, in dem ich verschiedene Beispiele für eine mögliche Unterrichtseinheit geben möchte.

2. Kind und Natur

2.1. Naturwissenschaftliches Lernen in der Grundschule1

Die Zeit bzw. unsere Zeit ist durch Naturwissenschaft und Technik bestimmt. Allerdings hat es sehr lange gedauert, bis die Naturwissenschaften Einzug in die Schulen erhielten. Erst Mitte des 17.Jahrhunderts wurde den Naturwissenschaften eine bedeutendere Rolle zugesprochen und sie wurden zu einem Teil des Unterrichts. (vgl. Bauer/Köhnlein, Seite 11) Aufgabe der Lehrer, die diesen Unterricht vermittelten, war es allerdings, nur das Nötigste der Naturwissenschaften an die Schüler weiterzugeben, damit der Aberglaube der Menschen in Bezug auf manche Naturphänomene bekämpft werden sollte. Ein Beispiel hierfür sind Blitz und Donner. Die Schüler sollten die Entstehung beider Phänomene vermittelt bekommen, damit sie nicht weiterhin davon ausgingen, dass diese Phänomene als eine Art Bestrafung durch die Götter auf die Erde gelangen. Im Mittelpunkt des Unterrichts stand aber hauptsächlich die Übermittlung von religiösen Inhalten. Erst im Laufe des 20.Jharhunderts wurde der Sachunterricht bzw. das naturwissenschaftliche Lernen mit in den Lehrplan aufgenommen. „Im Jahre 1957 ist es der Sowjetunion gelungen zwei Raumflugkörper in die Erdumlaufbahn zu bringen. Dieser Sputnik-Schock führte zu einer mehr naturwissenschaftlichen Umorientierung der Lehrpläne in den westlichen Ländern.“ (vgl. Lauterbach, Seite 87) Aufgrund der Bildungsreformbewegung im Jahre 1969, „die eine Angleichung des gesamten Schulwesens (Organisation, Inhalte und Methoden) an die gesellschaftlichen Entwicklungen, wirtschaftlichen Ziele und ein gewandeltes politisches Bewusstsein versuchte“ (vgl. Bauer/Köhnlein, Seite 23), kam es zur Einführung von naturwissenschaftlichem Sachunterricht in deutschen Grundschulen. Der Sachunterricht wurde in sieben Bereiche eingeteilt. In: Soziale Studien, Geographie, Physik, Chemie, Wetterkunde, Technik, Biologie, Sexualerziehung und Verkehrserziehung. (vgl. Bauer/Köhnlein, S.28) Wie hier deutlich wird, hat man neben den naturwissenschaftlichen Inhalten auch sozialwissenschaftliche Inhalte mit in den Sachunterricht aufgenommen, wobei jedoch die naturwissenschaftlichen Bereiche als Unterrichtsinhalte im Vordergrund standen, was sich im Laufe der Zeit allerdings geändert hat. Vor dieser Bildungsreformbewegung, also bis in die späten 60er Jahre war der Sachunterricht noch kein eigenständiger Bereich. Man hat diese Art Unterricht zuvor als Heimatkunde bezeichnet und mit in den übrigen Gesamtunterricht einbezogen. Typisch für die Heimatkunde war zum Beispiel unter anderem die Anthropomorphisierung – die Beseelung der Natur. Die „eigentliche Sache“ war häufig nicht der „eigentliche Unterrichtsgegenstand“.

Durch die Einführung des Sachunterrichts als eigenständigen Bereich, war es „die Aufgabe der Schule, vornehmlich der Grundschule und hier in erster Linie des naturwissenschaftlichen Aspekts des Sachunterrichts, das magische, animistische, anthropomorphisierende Denken der Kinder langsam abzubauen“. (vgl. Gebhard, Seite 64) Wagenschein betont jedoch in seinem Buch „Kinder auf dem Weg zur Physik“, dass das animistische Denken – das Beleben der Natur – auch als ein wichtiger Zugang zur Wissenschaft angesehen werden kann. (Wagenschein, „Kinder auf dem Weg zur Physik“, S.4) „Unsere Sprache belebt die Natur, auch die unbelebte – anders können wir nicht sprechen und verstehen.“ (Wagenschein, „Kinder auf dem Weg zur Physik“, S.4) Das animistische Denken, das gerade Kinder im Grundschulalter aufgebaut haben, ist für Wagenschein eine ebenso „nicht größere Gefahr“ als das vorzeitige Formellernen. (vgl. Wagenschein, „Kinder auf dem Weg zur Physik“, S.4) Es ist sehr wichtig, dass die Kinder ihre eigenen Erfahrungen an und mit den jeweiligen Naturphänomenen machen. Formelsprache muss zwar auch gelernt werden, aber es ist doch eben auch genauso wichtig, dass die Kinder den Vorgang eines physikalischen Phänomens mit eigenen Worten beschreiben und erklären können.

Für Wagenschein steht also die Begegnung mit den eigentlichen Naturphänomenen, also die sinnlich-wahrnehmbare Welt, das Fassen können der Phänomene im Vordergrund. (vgl. Wagenschein, „Kinder auf dem Weg zur Physik“, S.4) Wagenschein spricht hier vom phänomenologischen Denken. Darunter ist ein Aufstellen von Beobachtungen und Sammeln von Daten in der Realität und die Suche nach Ordnungsprinzipien, Regeln und Gesetzen gemeint. Gerade die phänomenologische Betrachtung macht den Anfang in Schulen. (vgl. Wagenschein, „Natur physikalisch gesehen“, S.18) Durch genaues Hinschauen, Experimentieren und Denken kommen die Kinder auf den eigenen Weg zur Erkenntnis.

[...]


1 Dieses Kapitel habe ich aus meiner Examensarbeit zum Thema „Wetter“ übernommen.


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