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Termpaper, 1998, 19 Pages
Author: MA. Mansoon Ahn
Subject: Sociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification
Details
Tags: Geschmäcker, Lebensstile, Welt, Klassenkämpfe
Year: 1998
Pages: 19
Grade: 1.7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-30874-8
ISBN (Book): 978-3-638-78933-2
File size: 195 KB
Bei der vorliegenden Hausarbeit handelt sich um die Ausarbeitung eines Referates, das im Rahmen des Seminars Sozialstruktur und Lebensstile zum Thema Geschmäcker und Lebensstile in der Welt der Klassenkämpfe. Grundzüge von Bourdieus Theorie der Distinktion vorgetragen wurde. Der Haupttext dieser Arbeit ist das Hauptwerk Bourdieus Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft , das eine empirisch und theoretisch sehr aufwendige Studie ist.
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Abstract
Bourdieus Konzeption geht von der Annahme aus, dass die verschiedenen Lebensstile vor allem Ausdruck verschiedener Klassenzugehörigkeiten sind und die „Geschmäcker“ und Lebensstile mit der Klassenzugehörigkeit korrelieren. Um diese Korrelation zwischen den Geschmäckern und Lebensstilen mit der Klassenzugehörigkeit zu erfassen, wird diese Arbeit wie folgt aufgebaut: Zunächst wird Bourdieus These im Vergleich zu zwei anderen Thesen von Beck und Schulz diskutiert. Als Kultursoziologe beschäftigt sich Bourdieu mit der subjektiven Alltagpraxis konkreter Individuen, die er jedoch ausschließlich als Repräsentantinnen und Repräsentanten einer Gruppe mit bestimmten sozioökonomischen Merkmalen versteht. Er bindet objektive Strukturen immer an die Alltagspraxis zurück. Bourdieu hat daher den Versuch in seiner Habitustheorie unternommen, die herkömmliche Sozialstrukturanalyse mit den verschiedenartigen Lebensstilen zu kombinieren. Dabei richtet er seine Aufmerksamkeit vor allem auf die drei Geschmacks-Dimensionen, die mit entsprechenden sozialen Räumen bzw. Klassenzugehörigkeiten verbunden sind. Als Unterscheidungskriterium für die Klassenzugehörigkeit dient hierbei der Besitz der Kapitalformen des kulturellen Kapitals, d.h. der Schulausbildung, und des sozialen Kapitals, der förderlichen Beziehungen, überlagert das ökonomische Kapital. In diesem Sinne wird anschließend die Kultursoziologie Bourdieus dargestellt. Dieser Schritt ist in drei Teile Struktur, Habitus und Praxis/Geschmack aufgeteilt. Struktur-Habitus-Praxis ist die allgemeine Formel, die Bourdieu unterschiedslos auf alle Gesellschaftstypen anwendet. In einem letzten Schritt wird über die Schlussfolgerung der These Bourdieus und deren Kritik diskutiert.
Excerpt (computer-generated)
Westfälische Wilhelms- Universität
Institut für Soziologie
Sommersemester 98
Hausarbeit mit dem Thema:
Geschmäcker und Lebensstile in der Welt der Klassenkämpfe
Grundzüge von Bourdieus Theorie der Distinktion
Seminar zum Thema
Sozialstruktur und Lebensstile
vorgelegt von :
Ahn, Mansoon
Inhalt
1. EINLEITUNG 2
2. EINSTIEG 4
3. DIE KULTURSOZIOLOGIE BOURDIEUS 5
3.1. Struktur 5
3.1.1 Kapitalsorten 6
a) Ökonomisches Kapital (die grundlegende Kapitalsorte) 6
b) Soziales Kapital 6
c) Kulturelles Kapital 6
1) Inkorporiertes Kulturkapital 7
2) Objektiviertes Kulturkapital 7
3) Institutionalisiertes Kulturkapital 8
3.1.2 Dimension 8
3.2. Habitus 10
3.3. Praxis/Geschmack 13
3.3.1 Der legitime Geschmack 14
3.3.2 Der mittlere Geschmack 14
3.3.3 Der populäre Geschmack 15
4. ZUSAMMENFASSUNG 16
5. LITERATURVERZEICHNIS 18
1. Einleitung
Bei der vorliegenden Hausarbeit handelt sich um die Ausarbeitung eines Referates, das im Rahmen des Seminars Sozialstruktur und Lebensstile zum Thema „Geschmäcker und Lebensstile in der Welt der Klassenkämpfe. Grundzüge von Bourdieus Theorie der Distinktion“ vorgetragen wurde. Der Haupttext dieser Arbeit ist das Hauptwerk Bourdieus „Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft“1, das eine empirisch und theoretisch sehr aufwendige Studie ist.
Was und wie man ißt, wie man sich einrichtet, usw., ist nach dem französischen Soziologen Pierre Bourdieu keine persönliche Geschmacksache mehr. Nach ihm muß Geschmack nicht als etwas Individuelles, sondern immer als etwas Gesellschaftliches gesehen werden. Mit seiner Geschmacktheorie gründet er ein neues Klassifikationssystem, eine neue Klassentheorie. Er vertritt die These, daß Klassenzugehörigkeit am deutlichsten in differentiellen Lebensstilen zum Ausdruck kommt und sich deshalb „Geschmack“ als bevorzugtes Merkmal von `Klasse´ anbietet.2
In der westdeutschen Soziologie hat erst seit Ende der 80er Jahre eine intensivere Rezeption Bourdieus begonnen. In den letzten Jahren wurden nach Bourdieu systematisch und vielschichtig die Zusammenhänge zwischen Sozialstruktur und Kultur analysiert. Kultur ist für ihn das entscheidende Medium zur Reproduktion der Klassenstrukturen in spätkapitalistischen Konsumgesellschaften. Sein Interesse gilt dem Verhältnis von Kultur, Herrschaft und sozialer Ungleichheit. Um den Zusammenhang zwischen Kultur, Herrschaft und Ungleichheit im einzelnen aufzudecken, muß der Zusammenhang zwischen Klasse und Klassifikation vertieft und abschließend seine Erkenntnissoziologie und ästhetische Theorie betrachtet werden.3
Seine Gesellschaftstheorie ist daher als soziokulturelle Klassentheorie angelegt, die den Zusammenhang zwischen Klassenlagen und -positione n, Bildungspartizipation, Kulturkonsum und Lebensstilen zum Gegenstand hat. Es dient also die Kultur und der Lebensstil als Mittel zur Identitätsfindung und zur Distinktion. Man unterscheidet sich von anderen durch seinen Geschmack und Lebensstil. Da die in der Kindheit geprägte „Lebensstilkultur“ als ziemlich konstant angesehen wird, werden Kultur und Lebensstil zum „hauptsächlichen Medium der Reproduktion von Klassenstrukturen“. 4 Dabei hat Bourdieu sich mit der Frage beschäftigt, wie die Ungleichheit der schulischen Leistungen von Kindern aus verschiedenen sozialen Klassen entsteht.
Bourdieus Konzeption geht von der Annahme aus, daß die verschiedenen Lebensstile vor allem Ausdruck verschiedener Klassenzugehörigkeiten sind und die „Geschmäcker“ und Lebensstile mit der Klassenzugehörigkeit korrelieren. Um diese Korrelation zwischen den Geschmäckern und Lebensstilen mit der Klassenzugehörigkeit zu erfassen, wird diese Arbeit wie folgt aufgebaut:
Ich halte es für sinnvoll, zunächst Bourdieus These im Vergleich zu zwei anderen Thesen von Beck und Schulz zu diskutieren. Als Kultursoziologe beschäftigt sich Bourdieu mit der subjektiven Alltagpraxis konkreter Individuen, die er jedoch ausschließlich als Repräsentantinnen und Repräsentanten einer Gruppe mit bestimmten sozioökonomischen Merkmalen versteht. Er bindet objektive Strukturen immer an die Alltagspraxis zurück. Bourdieu hat daher den Versuch in seiner Habitustheorie unternommen, die herkömmliche Sozialstrukturanalyse mit den verschiedenartigen Lebensstilen zu kombinieren. Dabei richtet er seine Aufmerksamkeit vor allem auf die drei Geschmacks-Dimensionen, die mit entsprechenden sozialen Räumen bzw. Klassenzugehörigkeiten verbunden sind. Als Unterscheidungskriterium für die Klassenzugehörigkeit dient hierbei der Besitz der Kapitalformen des kulturellen Kapitals, d.h. der Schulausbildung, und des sozialen Kapitals, der förderlichen Beziehungen, überlagern das ökonomische Kapital. In diesem Sinne wird anschließend die Kultursoziologie Bourdieus dargestellt. Dieser Schritt ist in drei Teile Struktur, Habitus und Praxis/Geschmack aufgeteilt. Struktur-Habitus-Praxis ist die allgemeine Formel, die Bourdieu unterschiedslos auf alle Gesellschaftstypen anwendet. In einem letzten Schritt wird über die Schlußfolgerung der These Bourdieus und deren Kritik diskutiert.
2. Einstieg
Die allgemeine Erhöhung des Lebensstandards der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten wird von keinem Soziologen in Frage gestellt. Beck spricht von dem „Fahrstuhl- Effekt“, 5 Schulze bezeichnet dies als „Vermehrung der Möglichkeiten“ 6 und Bourdieu als „Verschiebung der Struktur“. 7 Die Konsequenzen aus dieser Strukturveränderung werden jedoch sehr unterschiedlich gedeutet.
[....]
1 Original erschien das Buch „Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft“ auf französisch im Jahr 1979.
2 Vgl.Müller, 1986: S. 162
3 Vgl. Müller, 1986: S. 172
4 Müller, 1995: S.929
5 Beck: S. 122
6 Schulze: S. 54
7 Bourdieu, FU: S.72
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