Aspekte der Unternehmensnachfolge in mittelständischen Unternehmen

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Details

Titel: Aspekte der Unternehmensnachfolge in mittelständischen Unternehmen
Autoren: Christian Ernst, Kornelia Kis
Fach: Wirtschaft - Unternehmensführung, Management, Organisation
Institution/Hochschule: Universität Kassel
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 42
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 327 KB
Archivnummer: V29481
ISBN: 978-3-638-30975-2
Anmerkungen :
Viele mittelständische Unternehmen stehen seit einigen Jahren und wahrscheinlich noch für die nächsten Jahre vor einer großen Aufgabe. Sie müssen ihre Unternehmensnachfolge vollziehen. Diese Arbeit beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten der Unternehmensnachfolge in mittelständischen Familienunternehmen.




Zusammenfassung / Abstract

Viele mittelständische Unternehmen stehen seit einigen Jahren und sicherlich noch für die nächsten Jahre vor einer großen Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. In den 50er und 60er Jahren wurden sehr viele Unternehmen im Mittelstand gegründet. Die meisten dieser Unternehmen bereiten sich heute auf einen Generationswechsel vor oder haben ihn bereits vollzogen. Jährlich gibt es ca. 71.000 übergabereife Unternehmen mit ca. 902.000 Beschäftigten. Gut 7% dieser Unternehmen werden geschlossen, weil kein Nachfolger zu finden ist. Dies hat auch enorme Folgen für den Arbeitsmarkt, denn bei den 5000 Unternehmen, die stillgelegt werden, fanden etwa 30000 Menschen einen Arbeitsplatz.1 In 63% der Fälle liegt die Ursache der Unternehmensnachfolge in Altersgründen. Das bedeutet ca. 45.000 Unternehmen mit ca. 573.000 Beschäftigten. In 11% der Fälle wechselt der Unternehmer seine Tätigkeit und somit kommt es zur Frage der Nachfolge. Von 100 Familienunternehmen erreichen 67% die zweite Generation. Den Sprung in die dritte Generation schaffen gerade mal nur noch 27% und die vierte Generation nur noch 6%.2 Hierbei wird deutlich, wie aktuell das Thema der Unternehmensnachfolge auch aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist. Die eine Seite verabschiedet sich aus den Unternehmen und eine neue Generation gründet, in Form einer Unternehmensnachfolge, die eigene Existenz. Für beide Seiten ist die Übergabe, bzw. die Übernahme eines Unternehmens ein Schritt, der weitreichende Konsequenzen hat. Aus diesem Grund müssen beide Seiten sehr vorausschauend planen, weil Fehler, die auf Planungsdefiziten beruhen, sehr häufig nicht mehr zu korrigieren sind. In den Studien und in der Literatur zum Thema Unternehmensnachfolge werden folgende Fehler, die eine erfolgreiche Nachfolge verhindern, am häufigsten genannt: Psychologische Probleme werden vernachlässigt, die steuerliche Planung ist Fehlerhaft, Finanzierungsfehler treten auf und die rechtliche Seite wird falsch beurteilt. Die Unternehmensnachfolge ist eine Form der Existenzgründung , womit sich die vorliegende Arbeit überwiegend beschäftigen soll. Dabei werden im ersten Kapitel definitorische Aussagen getroffen und auf grundlegende Aspekte der Unternehmensnachfolge eingegangen. Im zweiten Kapitel werden vor allem mögliche Probleme in den verschiedenen Bereichen erläutert und verschiedene Optionen der Nachfolge dargestellt. Im dritten Kapitel wird u.a. auf die verschiedenen Nachfolgevarianten für Unternehmen eingegangen.

Textauszug

Aspekte der Unternehmensnachfolge in
mittelständischen Unternehmen

von: Christian Ernst

 


VORWORT 3

1 EINLEITUNG 6

1.1 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN 6
1.2 ZIELE, FORMEN UND GESICHTSPUNKTE DER UNTERNEHMENSNACHFOLGE 7
1.3 RECHTLICHE ASPEKTE DER NACHFOLGE  11
1.4 DIE WAHL DER RECHTSFORM 12
1.5 UNTERNEHMENSNACHFOLGE BEI FAMILIENUNTERNEHMEN 12

1.5.1 Definition und Charakteristika von Familienunternehmen 13
1.5.2 Unternehmensnachfolge in Zahlen 14
1.5.3 Die Bedeutung des Nachfolgeproblems bei Familienunternehmen 15

2 ASPEKTE DER UNTERNEHMENSNACHFOLGE 17

2.1 RISIKEN BEI DER NACHFOLGEREGELUNG 17

2.1.1 emotionale und psychologische Probleme 18
2.1.2 Unternehmensbewertung 20
2.1.3 Rechtliche Aspekte 23
2.1.4 Unternehmenskultur 24

2.2 OPTIONEN DER NACHFOLGE 26

2.2.1 Familiennachfolge 27
2.2.2 Fremdgeschäftsführung 28
2.2.3 Unternehmensunabhängigkeit 28
2.2.4 Eigentümerwechsel 29

3 NACHFOLGEVARIANTEN IM FAMILIENUNTERNEHMEN  30

3.1 DIE FAMILIENINTERNE NACHFOLGE 30
3.2 MANAGEMENT BUY-OUT (MBO) UND MANAGEMENT BUY-IN (MBI)  32

3.2.1 Aspekte des Übernahme- und Finanzierungskonzeptes 33
3.2.2 Vorteile eines MBO 34

3.3 DER VERKAUF DES FAMILIENUNTERNEHMENS 35
3.4 LIQUIDATION 36

4 FAZIT  36

5 ANHANG 39

LITERATURVERZEICHNIS  41
 

 

Vorwort

Viele mittelständische Unternehmen stehen seit einigen Jahren und sicherlich noch für die nächsten Jahre vor einer großen Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. In den 50er und 60er Jahren wurden sehr viele Unternehmen im Mittelstand gegründet. Die meisten dieser Unternehmen bereiten sich heute auf einen Generationswechsel vor oder haben ihn bereits vollzogen. Jährlich gibt es ca. 71.000 übergabereife Unternehmen mit ca. 902.000 Beschäftigten. Gut 7% dieser Unternehmen werden geschlossen, weil kein Nachfolger zu finden ist. Dies hat auch enorme Folgen für den Arbeitsmarkt, denn bei den 5000 Unternehmen, die stillgelegt werden, fanden etwa 30000 Menschen einen Arbeitsplatz.1 In 63% der Fälle liegt die Ursache der Unternehmensnachfolge in Altersgründen. Das bedeutet ca. 45.000 Unternehmen mit ca. 573.000 Beschäftigten. In 11% der Fälle wechselt der Unternehmer seine Tätigkeit und somit kommt es zur Frage der Nachfolge. Von 100 Familienunternehmen erreichen 67% die zweite Generation. Den Sprung in die dritte Generation schaffen gerade mal nur noch 27% und die vierte Generation nur noch 6%.2 Hierbei wird deutlich, wie aktuell das Thema der Unternehmensnachfolge auch aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist. Die eine Seite verabschiedet sich aus den Unternehmen und eine neue Generation gründet, in Form einer Unternehmensnachfolge, die eigene Existenz. Für beide Seiten ist die Übergabe, bzw. die Übernahme eines Unternehmens ein Schritt, der weitreichende Konsequenzen hat. Aus diesem Grund müssen beide Seiten sehr vorausschauend planen, weil Fehler, die auf Planungsdefiziten beruhen, sehr häufig nicht mehr zu korrigieren sind.

In den Studien und in der Literatur zum Thema Unternehmensnachfolge werden folgende Fehler, die eine erfolgreiche Nachfolge verhindern, am häufigsten genannt: Psychologische Probleme werden vernachlässigt, die steuerliche Planung ist Fehlerhaft, Finanzierungsfehler treten auf und die rechtliche Seite wird falsch beurteilt. Die Unternehmensnachfolge ist eine Form der Existenzgründung , womit sich die vorliegende Arbeit überwiegend beschäftigen soll. Dabei werden im ersten Kapitel definitorische Aussagen getroffen und auf grundlegende Aspekte der Unternehmensnachfolge eingegangen. Im zweiten Kapitel werden vor allem mögliche Probleme in den verschiedenen Bereichen erläutert und verschiedene Optionen der Nachfolge dargestellt. Im dritten Kapitel wird u.a. auf die verschiedenen Nachfolgevarianten für Unternehmen eingegangen.

1 Einleitung

1.1 Begriffsbestimmungen

Die Unternehmensnachfolge bzw. -übernahme bietet einen gängigen Weg in die Selbstständigkeit, der in 47% der Fälle gewählt wird.3 Die Nachfolge ist eine Art von Gründung, die dem Existenzgründer die Möglichkeit gibt, über sein berufliches und privates Leben besser zu bestimmen. Nimmt man eine Unterscheidung der Gründungsformen von Szyerski/Nathusius nach Unternehmensbezogenen Merkmalen und Strukturexistenz vor (siehe Tabelle 1), so kann die Übernahme als eine selbstständig-derivative Gründung verstanden werden. Dabei deutet die Unterscheidung originär oder derivativ darauf hin, ob die Unternehmung bereits vor dem Gründungsakt in einer anderen Form existiert hat, oder nicht.4

Abbildung 1: Formen der Gründung [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Quelle: Spielmann: Generationswechsel in mittelständischen Unternehmungen, S. 6 Als Nachfolgeunternehmer bezeichnet man die Personen, die sich durch den Erwerb eines bereits bestehenden Unternehmens eine selbstständige unternehmerische Existenz aufbaut. Über Nachfolgeunternehmen spricht man wiederum, wenn ein oder mehrere Nachfolgeunternehmer aktiv in der Geschäftsführung mitwirken. 5 Oft wird auch von einem Generationswechsel bei der Unternehmensnachfolge gesprochen, wenn es um den Prozess geht, bei dem die Führungs- und kapitalmäßige Verantwortung auf die nachfolgende Generation übergeht. Bei den Nachfolgern kann es sich dabei um erbberechtigte Nachkommen oder um Familienfremde Dritte handeln, im Folgenden wird allerdings der Familienbegriff auf Eltern und Kinder begrenzt.6 Mit dem Begriff „Unternehmensnachfolge“ oder „Generationswechsel“ wird nicht ein Zeitpunkt, sondern, wie schon vorhin angedeutet, der Prozess des Übergabevorgangs bezeichnet. Dieser Prozess dauert häufig Jahre. Die Gesamtheit, der für einen reibungslosen Ablauf des Generationswechsels zu treffenden Maßnahmen, bezeichnet man als Nachfolgeregelung. Die Regelung der Nachfolge soll ermöglichen, die Weiterexistenz der Unternehmung und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter zu sichern, dem Vorgänger eine soliden Altersabsicherung zu gewähren, gleichzeitig erbberechtigte Nachkommen angemessen zu behandeln, ohne dabei unnötige oder zumindest in ihrer Höhe den Fortbestand der Unternehmung gefährdende Fiskalabgaben auszulösen.7

1.2 Ziele, Formen und Gesichtspunkte der Unternehmensnachfolge

Der Ursprung des Nachfolgeproblems ist in allen Fällen das Ausscheiden des mittelständischen Unternehmers aus dem Betrieb.8 Dabei gibt es grundsätzlich zwei Fälle:

· die Gestaltung des Gewollten, in der Regel altersbedingten Rücktritts oder wegen eines Wechsels in eine andere Tätigkeit und
· die unverhoffte Nachfolge im Notfall. Unerwartete Umstände, wie zum Beispiel eine schwere Krankheit, ein Unfall oder Todesfall, familiäre Umstände wie z.B. Scheidung oder vorgezogene Erbauseinandersetzungen bilden bei jeder vierten Unternehmensnachfolge die Ursache.

Zum gewollten Rücktritt können einen Unternehmer sehr unterschiedliche Beweggründe veranlassen. Ebenso unterschiedlich können die Ziele sein, die er dabei verfolgt. Abbildung 2: Ursachen der Unternehmensübertragungen [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

[...]


1 Vgl: BMWi, nexxt – initiative Unternehmensnachfolge, August 2002, Seite 4

2 Vgl.: IfM: Unternehmensnachfolge in Deutschland, Seite 2

3 Vgl.: Studie: Generationswechsel im Mittelstand: Voraussetzungen für neue Dynamik

4 Vgl., Spielmann, Urs; Generationenwechsel in mittelständischen Unternehmungen: Ablösung von Firmen- und Nichtgründern, 1994, Seite 6, Verlag Gabler

5 Vgl., Spielmann, Urs; Generationenwechsel in mittelständischen Unternehmungen: Ablösung von Firmen- und Nichtgründern, 1994, Seite 13, Verlag Gabler

6 Vgl., Spielmann, Urs; Generationenwechsel in mittelständischen Unternehmungen: Ablösung von Firmen- und Nichtgründern, 1994, Seite 22, Verlag Gabler

7 Vgl., Spielmann, Urs; Generationenwechsel in mittelständischen Unternehmungen: Ablösung von Firmen- und Nichtgründern, 1994, Seite 24, Verlag Gabler

8 Vgl., Spielmann, Urs; Generationenwechsel in mittelständischen Unternehmungen: Ablösung von Firmen- und Nichtgründern, 1994, Seite 1, Verlag Gabler

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