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Kultur und Gesellschaft - Kultur als schichtenspezifisches Problem

Scholary Paper (Seminar), 2004, 15 Pages
Authors: Frank Mattioli-Danker, Anne Behrendt
Subject: Sociology - Individual, Groups, Society

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 15
Grade: Keine
Language: German
Archive No.: V29505
ISBN (E-book): 978-3-638-30996-7
ISBN (Book): 978-3-638-74847-6
File size: 228 KB
Notes :
Haben wir ein kulturelles Problem durch die soziale Ungleichheit, die sich durch unser Volk zieht und immer mehr die Gesellschaft ausein-ander klaffen lässt? In dieser Arbeit werden wir uns dazu mit dem Kulturbegriff und den verschiedenen Schicht-Modellen beschäftigen, um die Kultur aus der schichtenspezifischen Problematik zu betrachten.


Abstract

Haben wir ein kulturelles Problem durch die soziale Ungleichheit, die sich durch unser Volk zieht und immer mehr die Gesellschaft auseinander klaffen lässt? Folgende Abschnitte aus dem Interview aus der taz mit dem Regisseur des neuen Kinofilms „Muxmäuschenstill“ soll unsere heutige gesellschaftliche Situation verdeutlichen: taz: "Herr Mittermeier, Mux, der Protagonist von "Muxmäuschenstill, sagt: "Ich bin ein Teil einer Gesellschaft, in der wir unsere Ideale verloren haben." Auch Jan Henrik Stahlberg, Drehbuchautor und Hauptdarsteller, spürt, "dass etwas faul ist im Staate". Was liegt dem Regisseur Marcus Mittermeier schwer auf der Seele?" Mittermeier: "Die Tatsache, dass wir mit Horst Köhler einen Bundespräsidenten bekommen, der aus der Wirtschaft kommt, signalisiert mir, dass es das ist, worum es in diesem Staate auch in Zukunft hauptsächlich gehen soll. Wir wollen einfach mit dem Film darauf aufmerksam machen, das unsere Gesellschaft, wenn sie so weitermacht mit ihren Klingeltönen, dämlichen Starbiografien von Oliver Kahn bis Dieter Bohlen und all dem anderen Quatsch, in ein riesengroßes moralisches Problem schlittert. Dann ist Mux der Mann der Stunde? Schließlich ist er der Reformer in Zeiten von Hartz IV, Bürgerversicherung und all den anderen Appellen an die Eigenverantwortung. Mux ist jemand, den die führenden Politiker cool fänden, weil er ein Macher ist, ein Gründer, ein Unternehmer. Einer, der konsequent die Solidargemeinschaft einfordert. Aber bei Mux muss man eben aufpassen, muss man genau unterscheiden zwischen seiner Haltung und seinem Verhalten. Das haben wir uns als wichtiges formales Mittel zurechtgelegt. Deckungsgleiches, konsequentes Handeln und Denken, das wäre ganz schnell langweilig. Mux löst durch sein brutales, asoziales und selbstherrliches Handeln stets das Gegenteil von seinem Idealismus ein." Mit diesem Interviewabschnitt im Hinterkopf werden wir uns in dieser Arbeit mit dem Kulturbegriff und den verschiedenen Schicht-Modellen beschäftigen um die Kultur aus dieser spezifischen Problematik zu betrachten.


Excerpt (computer-generated)

Universität Osnabrück - Sozialwissenschaften -
Kultur als schichtenspezifisches Problem
4. Semester

Kultur und Gesellschaft

von: Frank Mattioli-Danker

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  4

2. Überblick  5

2.1. Kultur  5
2.2. Die Schichten in Gesellschaftssystemen 7

3. Kultur als schichtenspezifisches Problem 12

4. Fazit 15

5. Literatur 16


 

1. Einleitung

Haben wir ein kulturelles Problem durch die soziale Ungleichheit, die sich durch unser Volk zieht und immer mehr die Gesellschaft auseinander klaffen lässt? Folgende Abschnitte aus dem Interview1 aus der taz mit dem Regisseur des neuen Kinofilms „Muxmäuschenstill“ soll unsere heutige gesellschaftliche Situation verdeutlichen: taz: Herr Mittermeier, Mux, der Protagonist von "Muxmäuschenstill, sagt: "Ich bin ein Teil einer Gesellschaft, in der wir unsere Ideale verloren haben." Auch Jan Henrik Stahlberg, Drehbuchautor und Hauptdarsteller, spürt, "dass etwas faul ist im Staate". Was liegt dem Regisseur Marcus Mittermeier schwer auf der Seele?

Marcus Mittermeier: Genau das war auch Teil der Diskussion, die Jan und ich geführt haben, als er mit der Idee, diesen Film zu machen, zu mir gekommen ist. Was soll wie kritisiert werden, und wie genau bringt man das dem Zuschauer nahe? Bei solchen Debatten überkam uns unwillkürlich die Wut. Welche Bedeutung zum Beispiel so ein Schwachsinn wie Klingeltöne in unserem Leben bekommen. Wir werden zu einer Gesellschaft, die ihre Grundlagen, ihren Konsens aufgibt. Und der Konsens beruhte auf einer solidarischen Wertegemeinschaft. Das wird negiert. Inwiefern?

Wir werden eine rein ökonomisch orientierte Ansammlung von Ich-AGs. Die Tatsache, dass wir mit Horst Köhler einen Bundespräsidenten bekommen, der aus der Wirtschaft kommt, signalisiert mir, dass es das ist, worum es in diesem Staate auch in Zukunft hauptsächlich gehen soll. Wir wollen einfach mit dem Film darauf aufmerksam machen, das unsere Gesellschaft, wenn sie so weitermacht mit ihren Klingeltönen, dämlichen Starbiografien von Oliver Kahn bis Dieter Bohlen und all dem anderen Quatsch, in ein riesengroßes moralisches Problem schlittert. Dann ist Mux der Mann der Stunde? Schließlich ist er der Reformer in Zeiten von Hartz IV, Bürgerversicherung und all den anderen Appellen an die Eigenverantwortung. Mux ist jemand, den die führenden Politiker cool fänden, weil er ein Macher ist, ein Gründer, ein Unternehmer. Einer, der konsequent die Solidargemeinschaft einfordert. Aber bei Mux muss man eben aufpassen, muss man genau unterscheiden zwischen seiner Haltung und seinem Verhalten. Das haben wir uns als wichtiges formales Mittel zurechtgelegt. Deckungsgleiches, konsequentes Handeln und Denken, das wäre ganz schnell langweilig. Mux löst durch sein brutales, asoziales und selbstherrliches Handeln stets das Gegenteil von seinem Idealismus ein. In dieser Arbeit werden wir uns dazu mit dem Kulturbegriff und den verschiedenen Schicht-Modellen beschäftigen, um die Kultur aus der schichtenspezifischen Problematik zu betrachten.

2. Überblick

Das Wort „Kultur“ ist wohl eines des komplexesten unserer Sprache. Nach Eagleton wird es wohl nur von dem Wort „Natur“ an Bedeutungsreichtum übertroffen. Natur wird sogar mitunter als das Gegenteil von Kultur bezeichnet.2 Die Einteilung der Gesellschaft in Klassen und Schichten kennen wir spätestens seit Karl Marx und Max Weber, die die Unterteilungen der Mitglieder von Gesellschaften an z.B. wirtschaftlichen Faktoren vorgenommen haben. Die Definition der beiden Begriffe dient an dieser Stelle dazu, dass wir eine einheitliche Vorgabe machen, um uns dann den schicht-spezifischen Problemen zuwenden zu können.

2.1. Kultur

Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Kultur“ ist „Urbarmachung“ oder die Pflege des natürlichen Wachstums. Das Wort für eine der vornehmsten menschlichen Betätigungen entnehmen wir also Feldarbeit, dem Kultivieren und Ernten.3 Hillmann bezeichnet mit „Kultur“ die Gesamtheit der Lebensformen und Wertvorste llungen und der daraus geformten Lebensbedingungen einer Bevölkerung durch menschliche Aktivitäten in einem historisch oder räumlich begrenzten Rahmen. Zu diesem Kulturverständnis gehören alle von vorangegangenen Generationen übernommen und im Prozess der Weiterentwicklung und Veränderung befindlichen materiellen Gestaltungsformen der Umwelt wie z.B. Bauten, Werkzeuge etc.. Das Wissen und die Nutzung von gesetzmäßig ablaufenden Naturprozesse, wie z.B. in der Wissenschaft und der Technik, gehören zur Kultur wie auch alle gesellschaftlichen Ideen, Werte, Ideale und Sinngebungen. Allerdings sind die Grenzen von eine r Kultur zur anderen nicht immer eindeutig bestimmbar und oftmals fließend.

[...]


1 Glombista, Birgit; 2004; S.17

2 Eagleton, Terry; 2001; S. 7

3 ebd.


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